Zurück in den Alltag: Therapieplätze für Dortmund

Veröffentlicht am 03.06.2019 13:31 von trurnit Pressewerk GmbH

Johannesbad Gruppe schafft Angebot für Abhängigkeitserkrankte in der Metropolregion Dortmund – bessere Re-Integration in das Erwerbsleben

 

Die neue Klinik entsteht auf dem Gelände des BFW Dortmund. Foto: Stadt Dortmund/Roland Gorecki

DORTMUND. Die Stadt Dortmund stärkt die stationäre medizinische Versorgung für Sucht- und Abhängigkeitserkrankungen. Dafür entsteht in Dortmund-Hacheney eine neue Rehabilitationsklinik der Johannesbad Gruppe für 250 Menschen mit substanzbezogenen Störungen und Abhängigkeitserkrankungen. Damit weitet die Gruppe eine bestehende und erfolgreiche Kooperation mit dem Berufsförderungswerk (BFW) in direkter Nachbarschaft aus. Im BFW stellten Stadt, Wirtschaftsförderung und Johannesbad Gruppe am Dienstag, 28. Mai, das Neubauprojekt vor. „Für die Stadt Dortmund ist die Bereitstellung der stationären Rehabilitation vor Ort das erforderliche und sinnvolle Angebot für Patienten. Sie erhalten in der neuen Einrichtung der Johannesbad Gruppe Unterstützung auf dem Weg zurück in ihren Alltag und in den Beruf“, sagte Thomas Westphal, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Dortmund. Ludger Wilde aus dem Dezernat für Umwelt, Planen und Wohnen betonte: „Ohne zusätzliche Flächen zu verbrauchen, entsteht auf dem bisherigen Parkplatz neben dem BFW die neue Einrichtung.“ Behandelt werden bereits entgiftete, hoch motivierte Patienten mit einer Historie im Umgang mit legalen Drogen wie Alkohol, Nikotin oder nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten. Der Baubeginn für das Projekt ist für 2020 geplant, bezugsfertig soll die Klinik im Jahr 2022 sein. Das Bauvolumen liegt bei rund 40 Millionen Euro. Die Johannesbad Gruppe schafft damit rund 100 Arbeitsplätze in der Stadt.

Therapien näher am Menschen

Laut Suchtbericht aus dem Jahr 2017 weisen mindestens 25.000 Dortmunder eine behandlungsbedürftige alkoholbezogene Störung auf. Gut 11.000 Menschen in Dortmund sind medikamentenabhängig, um nur zwei Abhängigkeitserkrankungen zu nennen, die auf dem Konsum legaler Drogen beruhen. „In der Metropole verbessern wir die Therapiesituation. Wir sind näher an den Menschen und können so direkte Hilfestellung vor Ort leisten“, betonte der Vorstandsvorsitzende der Johannesbad Gruppe, Dr. York Dhein, und fügte an: „Wir arbeiten auch eng mit den Akutkrankenhäusern und Suchtberatungsstellen in der Region zusammen.“ Dr. Dieter Geyer, Chefarzt der Johannesbad Fachklinik Fredeburg, die in den Dortmunder Neubau umziehen wird, erklärte: „Hier werden wir bereits entgiftete Patienten aus ganz Deutschland, mit Schwerpunkt Nordrhein-Westfalen, behandeln. Überwiegend solche mit Alkohol- und Medikamentengebrauchsstörung. Die Patienten sind hoch motiviert und werden darauf vorbereitet, mit ihrer Abhängigkeit zu leben, ohne rückfällig zu werden.“ Er ergänzt: „Rund 80 Prozent der Patienten schließen die Therapie nach durchschnittlich acht bis fünfzehn Wochen positiv ab.“ Die Johannesbad Gruppe ist in Dortmund keine Unbekannte: Bereits seit Mai 2018 betreibt der Gesundheitsdienstleister im Gebäude des BFW am Rombergpark eine Adaptionseinrichtung, die Frauen und Männer ab 18 Jahren nach einer Therapie in den Alltag zurückbringt. „Ziel ist es, die Patienten möglichst schnell wieder im Erwerbsleben zu re-integrieren“, erklärt York Dhein.

Enge Zusammenarbeit mit der Stadt

Bezirksbürgermeister Sascha Hillgeris sagte bei der Pressekonferenz: „Mit dieser Klinik erweitern wir in Hacheney das wichtige Hilfsangebot für Suchtkranke. Motivierten Patienten erleichtert das den Weg zurück in Beruf und Alltag.“ Der Neubau entsteht auf einem Parkplatz direkt neben dem Berufsförderungswerk. Das BFW wird zukunftsorientiert ein eigenes Parkhaus für seine Teilnehmer und Mitarbeiter bauen; Baubeginn ist für November 2019 geplant. Der Vorstandsvorsitzende der Johannesbad Gruppe versicherte: „Die Zusammenarbeit mit der Kommune ist uns wichtig. Wir stimmen die Planungen für die neue Klinik deshalb eng mit dem Bezirksausschuss und der Stadt Dortmund ab.“

Dortmund ist die zweite Präsenz der Johannesbad Gruppe in Nordrhein-Westfalen. Seit 1976 betreibt sie im sauerländischen Schmallenberg drei weitere Kliniken für Sucht- und Abhängigkeitserkrankungen und Psychosomatik. Bundesweit ist der Gesundheitsdienstleister an insgesamt zwölf Standorten mit Reha-Einrichtungen und Fachkliniken vertreten. Die neue Klinik in Dortmund-Hacheney wird 2022 betriebsbereit sein; es entstehen 250 Patientenzimmer, Therapie- und Verwaltungsräume. Dort sollen künftig insgesamt 100 Ärzte, Therapeuten und Mitarbeiter in Service und Verwaltung beschäftigt werden. Darüber hinaus schafft die Gruppe ein Weiterbildungsangebot für Ärzte und Therapeuten in Dortmund.

Prävention gegen Sucht

Die Johannesbad Fachkliniken sind seit Jahren eng mit den Suchtberatungsstellen in Nordrhein-Westfalen vernetzt. Außerdem engagieren sich die Therapeuten für die Suchtprävention. In Schmallenberg besuchen Therapeuten gemeinsam mit ausgewählten Patienten regelmäßig Schulen. „Von dieser persönlichen Begegnung profitieren alle. Dieses Engagement wollen wir auch in Dortmund fortsetzen“, schloss Dieter Geyer.

Weitere Informationen zum Projekt gibt es unter: dortmund.johannesbad.com.

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