„Wir können helfen! Wenn man uns lässt.“

Veröffentlicht am 23.03.2020 14:28 von Redaktion RehaNews24

Dr. York Dhein, Vorstandsvorsitzender der Johannesbad Gruppe. Foto: Johannesbad

Reha-Kliniken als Stütze des Gesundheitssystems – Johannesbad  Gruppe kann in Corona-Krise unterstützen – aber statt auf Corona-Patienten müssen sich Einrichtungen auf Pleite vorbereiten

  • BDPK fordert Einbindung der Reha-Kliniken in Rettungsschirm
  • Entlastung der Akut-Kliniken durch Reha-Einrichtungen
  • Johannesbad Gruppe kann Gesundheitssystem an neun Standorten entlasten

MÜNCHEN. Stationäre Vorsorge- und Rehakliniken wie die der Johannesbad Gruppe stehen bereit, um während der Corona-Pandemie Krankenhäuser zu entlasten. Aber! Die Vorsorge- und Rehakliniken wurden in dem vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) am Sonntag (22. März) veröffentlichten Referentenentwurf des COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz nahezu vergessen. Auch der überarbeitete Entwurf sieht keine Lösung vor. Der Gesetzentwurf lässt die Reha-Einrichtungen und -Fachkliniken allein mit der Frage, wie sie in den nächsten Wochen ihre rund 120.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bezahlen können. Vom Staat gibt es für sie bislang keine Unterstützung. „Das kann und darf nicht sein“, betont Dr. York Dhein, Vorstandsvorsitzender der Johannesbad Gruppe. Die Johannesbad Gruppe zählt zu den größten Rehabilitationsanbietern Deutschlands. Sie vereint an elf Standorten: neun Fach- und Rehabilitationskliniken, eine Adaptionseinrichtung, zwei Einrichtungen für ambulante Therapie- und Gesundheitsdienstleistungen und vier medizinische Fachschulen für Physio- und Ergotherapeuten, Masseure und medizinische Bademeister. „Unsere Fachkliniken und das Personal sind für das deutsche Gesundheitssystem unverzichtbar!“ betont er, „Von daher sollte uns eine vergleichbare Sicherheit gegeben werden“, betont er.

Reha-Kliniken erhalten Gesundheit und Teilhabe
Die vorgesehene Einbindung der Vorsorge- und Rehabilitationskliniken in die aktuelle Patientenversorgung geschieht bisher kaum; Reha-Patienten werden – sofern medizinisch vertretbar – aus Corona-Präventionsgründen nach Hause geschickt oder in Akut-Kliniken verlegt, geplante Operationen werden in Akutkliniken verschoben, die Nachsorge fällt aus: All das führt Reha-Kliniken bei fehlender finanzieller Absicherung innerhalb weniger Wochen in die Insolvenz. „Dringend benötigte Ärzte und Pflegekräfte müssten wir als Folge in der akuten Krise, in der jede Hand gebraucht wird, nach Hause schicken“, erklärt der Vorstandsvorsitzende. Dabei liegen in der konsequenten Einbindung der Vorsorge- und Rehabilitationskliniken sowie der Krankenhäuser nach § 30 GewO enorme Chancen: Insgesamt verfügt Deutschland über 167.000 Betten in rund 1.000 Einrichtungen mit rund 120.000 Mitarbeitern (Köpfe). Die Unterstützung und Entlastung der Akutkrankenhäuser bleibe bei der jetzigen Regelung der Bundesregierung zur Corona-Unterstützung betroffener Einrichtungen und Unternehmen  aus, die Potentiale werden nicht erschlossen. Existenzen und vor allem Patientenleben stehen dadurch auf dem Spiel. York Dhein sagt: „Zudem darf man das gut funktionierende System der Vorsorge- und Rehabilitation, um das uns andere Länder beneiden, nicht zerschlagen, denn es wird auch eine Zeit nach der Krise geben: In der Anschlussheilbehandlung nach Krankenhausaufenthalten stellen wir sicher, dass die Menschen wieder rasch ins Leben zurückfinden.“ Darüber hinaus habe die Rehabilitation nachgewiesen ausgesprochen hohe positive volkswirtschaftliche Effekte.

„Es bedarf einer besonderen gemeinsamen Kraftanstrengung und einer klaren Politik, die alle Behandlungsmöglichkeiten in zugelassenen Krankenhäusern, Vorsorge- und Rehabilitationskliniken bündelt. Das Gesetz muss unbedingt angepasst werden!“, appelliert BDPK-Präsidentin Dr. med. Katharina Nebel an Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. „Wir stehen mit unseren Einrichtungen bereit, um, wo immer sinnvoll und möglich, zu helfen, um die Krise zu meistern! Dabei geht es ausdrücklich nicht nur um Patienten mit der Diagnose Covid-19. Wir haben unverändert die Herausforderung, ein komplexes System am Laufen zu halten. Denn die Rehabilitation ist ein wichtiger Bestandteil dieses Systems.“, stellt Dr. York Dhein, Vorstandsvorsitzender der Johannesbad Gruppe klar.

Quelle: Johannesbad Gruppe, 23.03.2020

Print Friendly, PDF & Email

Aufrufe: 116