Wie wirksam ist Reha nach Covid-19? MEDIAN startet Studie mit Universität Lübeck

Veröffentlicht am 11.12.2020 21:58 von Redaktion rehanews24

Dr. med. Jördis Frommhold, Chefärztin der Abteilung für Atemwegserkrankungen und Allergien an der MEDIAN Klinik Heiligendamm (Credit: MEDIAN/Peter Hamel)

MEDIAN Kliniken und Universität zu Lübeck initiieren Studie zur Wirksamkeit der Rehabilitation nach schweren Covid-19-Erkrankungen / Deutsche Rentenversicherung Bund fördert vergleichende Forschung an fünf Kliniken / Ergebnisse werden bis 2023 erwartet

Als eines der ersten Forschungsvorhaben seiner Art in Deutschland ist Anfang Dezember unter Federführung der MEDIAN Kliniken und der Universität zu Lübeck ein Projekt zur Überprüfung der Wirksamkeit von medizinischer Rehabilitation nach Covid-19-Erkrankungen gestartet. In der Studie, die finanziell von der Deutschen Rentenversicherung Bund mit rund einer Viertelmillion Euro gefördert wird, soll vor allem die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der pneumologischen Rehabilitation bei Patienten nach einer überstandenen Covid-19-Erkrankung untersucht werden.

Atemwegserkrankungen im Mittelpunkt
„Wir wissen heute, dass eine Covid-19-Erkrankung nicht nur pneumologische sondern auch neurologische, kardiologische, psychosomatische und soziale Langzeitfolgen hat.“, erklärt Dr. med. Jördis Frommhold, Chefärztin der Abteilung für Atemwegserkrankungen und Allergien an der MEDIAN Klinik Heiligendamm. Mit ihr zusammen leitet Prof. Dr. phil. Dipl.-Soz. Ruth Deck Leiterin des Fachbereichs Rehabilitationsforschung des Instituts für Sozialmedizin und Epidemiologie der Universität zu Lübeck das Projekt, die auch für das Studiendesign verantwortlich zeichnet. „Wir hoffen, dass wir aus der wissenschaftlichen Untersuchung der langfristigen Auswirkungen einer Rehabilitation erfahren, wo und wie Betroffenen wirksam geholfen werden kann, um ihren Weg zurück in Arbeit und Gesellschaft zu finden“, erklärt Prof. Deck. „Wir gehen von einer deutlichen Reduktion der Krankheitsfolgen und der subjektiven Belastung nach einer Anschlussheilbehandlung aus, die auch noch Monate später deutlich nachweisbar ist und sich positiv auf die Erwerbsfähigkeit sowie die Wiederherstellung und Sicherung der Teilhabe auswirkt.“

Bis zu 350 Covid-19-Patienten als Probanden
Die Studie, die auf drei Jahre angelegt ist, wird an insgesamt fünf Kliniken durchgeführt. Im Mittelpunkt stehen dabei bis zu 150 Patienten der MEDIAN Klinik Heiligendamm, die dort nach einem schweren Krankheitsverlauf eine speziell von MEDIAN entwickelte pneumologische Post-Covid-Reha erhalten. Weitere jeweils 100 Covid-19-Patienten kommen aus dem DRV Reha-Zentrum Schömberg und der Ostseeklinik Schönberg-Holm. Ihnen gegenübergestellt werden als Vergleichsgruppen Patienten mit obstruktiven Atemwegserkrankungen (Asthma und COPD), bei denen Reha nachweislich wirkt. Beteiligt sind auf dieser Seite die MEDIAN Klinik Flachsheide Bad Salzuflen, die MEDIAN Klinik Flechtingen und erneut das DRV Reha-Zentrum Schömberg und die Ostseeklinik Schönberg-Holm.

Scores zeigen Auswirkungen der Reha
Um die Wirksamkeit der Rehabilitation messen zu können, wird bei den Probanden der Studie der Gesundheitszustand am Anfang und am Ende einer medizinischen Rehabilitation gemessen, mit Abstand noch einmal sechs und zwölf Monate nach Abschluss der Behandlung. Es erfolgen unter anderem die Messung neurologischer, psychosomatischer und somatischer Scores und insbesondere die Erfassung des MEDIAN Covid Recovery Scores (MCRS), der von dem Gesundheitsunternehmen eigens zur Messung des Reha Erfolgs bei Covid-Patienten entwickelt wurde. Er erfasst und dokumentiert das Ausmaß der Beeinträchtigung durch die Erkrankung und den Verlauf der Rekonvaleszenz eines jedes Patienten und sammelt auf diese Weise wichtige Ausgangsdaten für Nachuntersuchungen. Darüber hinaus werden qualitative Interviews mit den Patienten durchgeführt, die einen vertieften Einblick in das subjektive Befinden ermöglichen. „Wir hoffen, dass wir so erstmals vertiefte Einblicke in den Gesundheitszustand und die Krankheitsfolgen nach einer schweren Covid-19 Erkrankung bekommen“, erklärt Dr. Jördis Frommhold. „Aus den gesundheitlichen Veränderungen während der Behandlung können wir dann auch Rückschlüsse auf den Reha-Bedarf und die Reha-Fähigkeit der Patienten ziehen und passgenaue Reha Konzepte für unterschiedlich stark betroffene Menschen ableiten.” Erste Ergebnisse der Studie, die dann durch MEDIAN und die Universität zu Lübeck veröffentlicht werden, werden für 2023 erwartet.

Über MEDIAN
Die MEDIAN Kliniken gehören zu den besten Reha-Kliniken Deutschlands mit einer herausragenden Kompetenz bei Rehabilitation und Teilhabe. 2019/2020 konnte sich zum dritten Mal rund ein Drittel der Rehakliniken auf vorderen Plätzen positionieren: 28 Spitzenplätze bei den Prüfungen durch die Deutsche Rentenversicherung, 16 Auszeichnungen beim Ranking der F.A.Z. 2020 und 36 Siegerplätze unter den besten Reha-Kliniken 2021 des FOCUS sowie zahlreiche Regionalpreise. Bekannte Chefärztinnen und Chefärzte der MEDIAN Kliniken sind bei FOCUS als Top-Mediziner Deutschlands gelistet. Rund 120 Kliniken und Einrichtungen, 18.500 Betten und Behandlungsplätzen sowie ca. 15.000 Beschäftigte in 13 Bundesländern machen MEDIAN zum größten privaten Betreiber von Rehabilitationseinrichtungen in Deutschland.

Die MEDIAN Kliniken beteiligen sich mit einem umfangreichen Konzept an der Bewältigung der Covid-19-Pandemie; hierzu zählen unter anderem diverse Post-Corona-Rehabilitationen. Diese wurden von interdisziplinären Medical Boards entwickelt und werden einheitlich in allen MEDIAN Kliniken mit entsprechender Indikation angeboten: median-kliniken.de/patienten-angehoerige/informationen-zu-corona

 

Quelle: MEDIAN, 11.12.2020

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