Westallgäuer Kliniken rüsten sich für den Notfall

Veröffentlicht am 24.03.2020 13:34 von Redaktion RehaNews24

Martin Schömig, Klinikmanager der Paracelsus-Klinik Scheidegg

Die Coronavirus-Pandemie breitet sich mehr und mehr aus. Daher haben Bund und Länder beschlossen, auch Reha-Kliniken im Ernstfall für die Versorgung von Patienten aus Akutkliniken heranzuziehen. Noch vor einer zu erwartenden behördlichen Anordnung der Landesregierung kamen deshalb die Klinikleitungen der Rotkreuzklinik Lindenberg, der Paracelsus-Klinik Scheidegg, der Fachklinik Lindenberg Ried sowie der Panorama Fachkliniken in Scheidegg erstmals am 18. März 2020 zusammen, um sich intensiv über die aktuelle Lage auszutauschen. Geplant sind eine abgestimmte Patientenversorgung und gegenseitige Unterstützung der Akut- und Rehakliniken angesichts der Pandemie.

Zwar gibt es noch keine behördliche oder durch die Landesregierung angeordnete Vorgabe. Dennoch wollen die Westallgäuer Kliniken für den Fall gerüstet sein, falls Akutkliniken durch die Versorgung und Behandlung von Corona-Patienten an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen und die Versorgung von Patienten mit anderen Erkrankungen nicht mehr allein gewährleisen können. Bei dem Krisentreffen vereinbarten die Kliniken im Falle einer Zunahme von Patienten mit Coronapositiven Lungenerkrankungen eine kleine Anzahl von Patienten, die keine intensivmedizinische Versorgung mehr benötigen, aber noch nicht ambulant weiter betreut werden können, indikationsspezifisch in eine der Reha-Klinik zu verlegen.

Das Personal von Reha-Kliniken, insbesondere Ärzte und Pflegekräfte, haben – infolge ihrer akutmedizinischen früheren Ausbildung und Tätigkeit – die Kompetenz, diese Patienten zu behandeln und zu betreuen. „In der momentanen Situation haben wir durch den Aufnahmestopp in unseren Reha-Kliniken ausreichend Kapazitäten, so dass unsere Teams sich sorgfältig auf die veränderten Aufgabenstellungen vorbereiten können“, erklärt Klinikmanager Martin Schömig von der Paracelsus-Klinik Scheidegg den sofortigen Beginn der Aufnahmen. Onkologische Patienten mit erhöhtem Infektrisiko, welche z.Zt. ambulant in der Rotkreuz-Klinik versorgt werden, könnten zudem ambulant die weitere Therapie in der onkologischen Ambulanz der Paracelsus-Klinik in Scheidegg erhalten.

Falls sich das Virus sehr schnell verbreiten wird, werden die Akutkliniken wahrscheinlich nicht mehr in der Lage sein, alle Erkrankten, also auch Patienten mit anderen Erkrankungen, alleine behandeln zu können. Dann müssen Patienten in andere Einrichtungen verlegt werden Die Westallgäuer Kliniken stehen mit der gemeinsamen Initiative solidarisch zusammen, um eine möglichst optimale Patientenversorgung auch in einer Ausnahmesituation gewährleisten zu können: „Wir finden es besser, wenn Patienten in dieser Situation in Reha-Kliniken verlegt werden, wo sie die entsprechende medizinische und pflegerische Kompetenz vorfinden, als dass man Patienten in Messehallen behandelt“, erklärt Dr. Stephan Weitzel, Kommissarischer Leiter der Notaufnahme in der Rotkreuzklinik Lindenberg. Je nach Spezialisierung der aufnehmenden Reha-Kliniken werden die Patienten aus den Akuthäusern entsprechend verteilt.

„Selbstverständlich erfolgt im Moment die Verlegung in eine Rehaklinik nur mit Zustimmung des Patienten“, betont Martin Schömig, Klinikmanager der Paracelsus-Klinik Scheidegg. „Wir hoffen hier auch auf das Verständnis der Patienten“, ergänzt Dr. Stephan Weitzel von der Rotkreuzklinik Lindenberg und meint weiter: „Sie unterstützen uns damit enorm bei der Vorbereitung auf eine Situation, die im Moment noch niemand einschätzen kann.“

Über die Paracelsus-Klinik Scheidegg
Die Paracelsus-Klinik Scheidegg hat sich in den vergangenen fast fünf Jahrzehnten durch die kontinuierliche Anpassung ihrer Therapiekonzepte und der steten Weiterentwicklung ihrer Mitarbeiter zu einer der profiliertesten Rehabilitationskliniken in der Tumornachsorge entwickelt. Patientinnen und Patienten aus ganz Deutschland vertrauen auf die Kompetenz und die herzliche Behandlung in der Klinik. Schwerpunkte sind insbesondere Brustkrebs, gynäkologische Tumore sowie Krebsformen der Verdauungsorgane. Maßnahmen zur beruflich orientierten Rehabilitation gewinnen dabei angesichts zunehmend besserer Prognosen für onkologische Patienten mehr und mehr an Bedeutung. Mit ihrem hervorragenden Rehabilitationskonzept konnte die Klinik seit Jahren die Auslastung und Patientenzufriedenheit hoch halten. Auch die für eine Reha-Klinik optimale Lage in einem heilklimatischen Kurort sorgt für zusätzliche Zufriedenheit bei den Patienten. Die Klinik ist Kooperationspartner zahlreicher Brust, Darm und Tumorzentren in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Kostenträger sind die gesetzliche Renten- und Krankenversicherung, besonders die Arbeitsgemeinschaft für Krebsbekämpfung in Nordrhein-Westfalen als Hauptbelegungsträger; darüber hinaus die Deutsche Rentenversicherung Bund, die regionalen Rentenversicherungsträger vor allem in Schwaben (Augsburg) und Baden-Württemberg (Stuttgart) sowie die Beihilfestellen der Länder. Ferner wird die Klinik von Krankenkassen aus den Nachbarländern belegt.

Die Paracelsus Kliniken zählen mit 34 Einrichtungen an insgesamt 18 Standorten zu den großen privaten Klinikträgern in Deutschland. Bundesweit betreuen rund 4.500 Mitarbeiter jährlich knapp 90.000 stationäre Patienten. Die Konzernzentrale hat ihren Sitz in Osnabrück, wo auch die Verwaltung untergebracht ist. Die Paracelsus Kliniken wollen der Gesundheitspartner der Wahl für ihre Patienten und der Arbeitgeber der Wahl für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein. Die Paracelsus Kliniken gehören zur familiengeführten Beteiligungsgesellschaft Porterhouse, die Nachhaltigkeit, generationenübergreifendes Denken und unternehmerisches Verständnis auszeichnet.

Über die Rotkreuzklinik Lindenberg
Die gemeinnützige Rotkreuzklinik Lindenberg der Schwesternschaft München vom Bayerischen Roten Kreuz e. V. ist ein Haus der Grund- und Regelversorgung. Sie verfügt über 174 Betten in den Hauptabteilungen Innere Medizin, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Anästhesie, Radiologie und Hals-Nasen-Ohrenheilkunde. Hinzu kommen die Belegabteilungen für Urologie und Kinderheilkunde. Die Rotkreuzklinik Lindenberg ist Teil des Verbunds der Kliniken der Schwesternschaft München, zu dem außerdem das Rotkreuzklinikum München, die Rotkreuzklinik Wertheim und die Rotkreuzklinik Würzburg gehört.

 

Quelle: Gemeinsame Pressemeldung der Paracelsus-Klinik Scheidegg, der Rotkreuzklinik Lindenberg, der Fachklinik Lindenberg Ried und den Panorama Fachkliniken Scheidegg, 24.03.2020

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