Wenn der Kopf den Rücken krank macht

Veröffentlicht am 12.03.2021 16:46 von Redaktion rehanews24

Rückenschmerzen haben vielfältige Ursachen. Ein Zusammenhang mit der Psyche wird aber nur selten erkannt. Anders in der verhaltensmedizinisch orientierten Rehabilitation (VOR) in der Orthopädie bei MEDIAN: Hier werden Körper und Seele zusammen gedacht – und ganzheitlich behandelt.

„Mir sitzt die Angst im Nacken“, „Ich muss im Job buckeln“, „Ich habe eine schwere Last zu tragen“ – uralte Redewendungen, die ein aktuelles Phänomen beschreiben: orthopädische Leiden, die psychische Ursachen haben. Anlässlich des Tags der Rückengesundheit am 15. März weisen Orthopäden des größten deutschen Reha-Anbieters MEDIAN darauf hin, dass heute mit der verhaltensmedizinisch orientierten Rehabilitation (VOR) eine wirksame Behandlung für solche Erkrankungen zur Verfügung steht. „Oft ist der Kopf die Ursache für Rückenschmerzen“, sagt Dr. Thomas Kunze, Chefarzt der Orthopädie am MEDIAN Zentrum für Rehabilitation Schmannewitz. „Viele Patienten bemerken diesen Zusammenhang aber nicht, und Ärzte behandeln teils nur Symptome statt Ursachen. Wir dagegen verfolgen einen ganzheitlichen Behandlungsansatz, der orthopädische Erkrankungen und psychischen Belastungen gleichzeitig betrachtet.“

Suche nach seelischen und sozialen Faktoren
So genannte komorbide psychischen Störungen sind in der Orthopädie nicht selten. Unabhängig von der Art der Grunderkrankung treten sie nach Beobachtungen von MEDIAN bei rund 20 Prozent der Rehabilitanden auf. In Schmannewitz werden derzeit durchschnittlich 28 Patienten im Monat behandelt. Die Tendenz ist – nicht zuletzt durch die Belastungen der Corona-Pandemie – steigend. Oft sind es Depressionen, Ängste, aber auch chronische Schmerzstörungen, die mit Rückenschmerzen zum Beispiel der Lendenwirbelsäule einhergehen. „Nach unserem Krankheitsverständnis gibt es komplexe Wechselwirkungen zwischen körperlichen, seelischen und sozialen Faktoren, die sich jeweils förderlich oder belastend auf die Gesundheit auswirken können“, erklärt Dr. Kunze. „Wichtig ist dabei, keine Einbahnstraßen von Ursache und Wirkung zu konstruieren. ‚Der Rückenschmerz kommt von der Psyche‘ ist genauso falsch wie die Annahme, dass der Körper die alleinige Ursache der Schmerzwahrnehmung darstellt.“ Schon bei der Aufnahmeuntersuchung im MEDIAN Zentrum für Rehabilitation Schmannewitz werden daher neben der medizinisch-orthopädischen Untersuchung – teils mit zusätzlicher Bildgebung wie Sonografie und Röntgen – auch psychische Faktoren in einem Gespräch und mittels spezieller Fragenbögen erfasst.

Großes Behandlungsspektrum
Das Therapieprogramm, das in Schmannewitz vier Wochen dauert, ist genauso vielfältig wie die Komplexität der Erkrankungen. Neben individueller medizinischer Behandlung, klassischer Physiotherapie und balneophysikalischer Therapie mit Massagen, Bädern und Elektrotherapie sowie Ergo- und Kreativtherapie, steht eine psychologische Behandlung im Mittelpunkt. Individuelle Einzeltherapie durch erfahrene Psychologen geht dabei Hand in Hand mit einer offenen Gruppentherapie. Sie umfasst sechs verschiedene Verhaltenstrainings, etwa zur Schmerzbewältigung, Entspannungstechnik oder auch Genusstherapie. Die Teilnehmenden können mit Gleichgesinnten Erfahrungen austauschen und über ihren eigenen Umgang mit Schmerzen nachdenken.

Auch ein unterstützendes sozialmedizinisches Fallmanagement gehört dazu. Zudem besteht die Möglichkeit, durch ergonomisch ausgerichtetes Arbeitsplatztraining die Leistungsfähigkeit zu optimieren bzw. durch Belastungstests das Leistungsvermögen genauer einzuschätzen. Ziel ist es, neben der erfolgreichen orthopädischen Behandlung des Bewegungsapparates, bei den Patienten ein anderes Krankheitsverständnis und konkrete Verhaltensveränderungen zu erreichen. So soll letztendlich die Lebensqualität verbessert und der Wiedereinstieg in den Beruf sowie mehr die Teilhabe am familiären und gesellschaftlichen Leben erreicht werden. Untersuchungen konnten diesbezüglich anhaltende Rehabilitationseffekte nachweisen.

Verhaltensmedizinisch orientierte Rehabilitation in der Orthopädie wird derzeit angeboten

Über MEDIAN
Die MEDIAN Kliniken gehören zu den besten Reha-Kliniken Deutschlands mit einer herausragenden Kompetenz bei Rehabilitation und Teilhabe. 2019/2020 konnte sich zum dritten Mal rund ein Drittel der Rehakliniken auf vorderen Plätzen positionieren: 28 Spitzenplätze bei den Prüfungen durch die Deutsche Rentenversicherung, 16 Auszeichnungen beim Ranking der F.A.Z. 2020 und 36 Siegerplätze unter den besten Reha-Kliniken 2021 des FOCUS sowie zahlreiche Regionalpreise. Bekannte Chefärztinnen und Chefärzte der MEDIAN Kliniken sind bei FOCUS als Top-Mediziner Deutschlands gelistet. Rund 120 Kliniken und Einrichtungen, 18.500 Betten und Behandlungsplätzen sowie ca. 15.000 Beschäftigte in 13 Bundesländern machen MEDIAN zum größten privaten Betreiber von Rehabilitationseinrichtungen in Deutschland.

Die MEDIAN Kliniken beteiligen sich mit einem umfangreichen Konzept an der Bewältigung der Covid-19-Pandemie; hierzu zählen unter anderem diverse Post-Corona-Rehabilitationen. Diese wurden von interdisziplinären Medical Boards entwickelt und werden einheitlich in allen MEDIAN Kliniken mit entsprechender Indikation angeboten: median-kliniken.de/patienten-angehoerige/informationen-zu-corona

 

Quelle: MEDIAN, 12.o3.2021

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