Wenn Chemotherapie auf die Nerven geht – Fortbildung zum Thema der Neuropathie bei Krebspatienten

Veröffentlicht am 25.05.2019 20:50 von Alexander Schunicht

Foto (von links): Dr. Stefan Trill (Ltd. Oberarzt und stellv. Medizinischer Direktor am Rehafachzentrum) , Dr. Fiona Streckmann (Sportwissenschaftlerin, Sporthochschule Köln), Klaus Hutflesz (Therapieleiter am Rehafachzentrum)

Nervenschäden (Polyneuropathie) sind eine häufige Folge von Chemotherapie.  Es ist daher wichtig, Anzeichen früh zu erkennen und zu behandeln. Klaus Hutflesz, Therapieleiter am Rehafachzentrum Bad Füssing-Passau, konnte zu diesem Thema die ausgewiesene und international anerkannte Expertin und Sportwissenschaftlerin Dr. Fiona Streckmann von der Dt. Sporthochschule Köln, Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin, Arbeitsgemeinschaft “Bewegung, Sport und Krebs”, für eine interdisziplinäre Fortbildung in die Reha-Klinik am Standort Passau Kohlbruck gewinnen.

Die Chemotherapie ist eine wirkungsvolle Waffe gegen Krebs. Doch die Behandlung mit hochwirksamen Medikamenten hat teilweise auch unerwünschte Wirkungen: Es kann in Folge der Behandlung zu Nervenschäden in Armen oder Beinen kommen, sogenannten Chemotherapie-bedingten peripheren Neuropathien.
Die Polyneuropathie ist eine Erkrankung der peripheren Nerven. Die Reizentwicklung funktioniert nur eingeschränkt oder gar nicht. Taubheitsgefühl in Fingern und Zehen sind typisch. Die Chemotherapie-bedingte periphere Neuropathie beginnt typischerweise mit Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Schmerzen in den Fingerspitzen und/oder Zehen. Gefühlsstörungen, also Gefühlsverlust (Taubheit) oder Missempfindungen (Parästhesien) sind das häufigste Symptom. Diese Störungen treten zunächst an den Akren, vorwiegend an den Zehen, dann am gesamten
Fuß, erst später an den Fingern auf, so die Expertin Dr. Streckmann. Die wichtigste Maßnahme ist es zu vermeiden, dass es zum Auftreten einer durch Chemotherapie induzierten Neuropathie kommt, da derzeit laut Dr.
Streckmann keine kausalen, sondern nur symptomatische Therapien wie Bewegungs- und Sporttherapien, Ausdauertraining und Sensomotoriktraining zur Verfügung stehen und diese laut Studien einen positiven Effekt auf den Verlauf haben.
Ebenso zeigte Dr. Streckmann in ihren evidenzbasierten Studien, dass die Symptome einer Chemotherapie-induzierten Polyneuropathie mit Sensomotorik- und Vibrationstraining reduziert werden können. Erfreut zeigte sich die Fachexpertin Dr. Streckmann, dass dieses Thema in der therapeutischen Behandlung der Patienten im Rehafachzentrum Passau Kohlbruck einen wichtigen Stellenwert einnimmt. Ärzte und Therapeuten waren über die ausführliche Ergebnispräsentation der Studie von Dr. Streckmann erfreut und wurden in Ihren Behandlungskonzepten bestärkt.

Zum Rehafachzentrum Bad Füssing-Passau mit rd. 310 Beschäftigten gehören die Klinik Passau Kohlbruck und das Orthopädie-Zentrum Bad Füssing.  Insgesamt verfügt das Rehafachzentrum über 370 Betten und 30 ambulante
Behandlungsplätze. Jährlich werden mehr als 5.000 Patientinnen und Patienten stationär und ambulant mit den Indikationen Orthopädie, Rheumatologie, Onkologie, Diabetologie, Verdauungs- und Stoffwechsel behandelt.
Klinikinformationen unter http://www.rehafachzentrum.de
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