Traum oder Trauma? Fachtagung zur Wiedervereinigung in der Dr. Becker Burg-Klinik

Veröffentlicht am 02.10.2019 20:19 von Redaktion RehaNews24

Beim Symposium „Ost-West: ein Traum(a)? gab es fachlichen und persönlichen Austausch zu Erfahrungen aus der Wendezeit.
© Dr. Becker Klinikgruppe

Der Mauerfall 1989 bedeutete für viele Bürger/innen der ehemaligen DDR eine große Veränderung in der eigenen Biografie. Ein Symposium in der Dr. Becker Burg-Klinik widmete sich dem Thema, wie die Wende die Menschen im Positiven wie Negativen beeinflusste.

Stadtlengsfeld, 02.10.2019: Zum Tag der deutschen Einheit am Donnerstag hat die auf psychosomatische Rehabilitation spezialisierte Dr. Becker Burg-Klinik eine Fachtagung veranstaltet, die sich mit den seelischen Folgen des Mauerfalls beschäftigt. Unter dem Thema „Ost-West: ein Traum(a)?“ wurde am Samstag im thüringischen Stadtlengsfeld auf die deutsch-deutsche Vergangenheit zurückgeschaut.

Zäsur in der persönlichen Geschichte
„Bei all den positiven Aspekten, die die Wende mit sich gebracht hat – für viele Menschen bedeutete der Mauerfall eine Zäsur“, erklärt Chefarzt Dr. Holger Süß. „Die ehemaligen DDR-Bürger sahen sich mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Arbeitslosigkeit spielte in der Planwirtschaft ja beispielsweise keine Rolle.“ Vor allem aber die neue Identitätssuche sei eine einschneidende Erfahrung für viele gewesen.

„Ostdeutsche haben sich erst einmal fragen müssen: Was ist das denn; Deutscher zu sein? Wie finde ich mich in dieser neuen Rolle zurecht? Diese Frage hat sich den Westdeutschen nicht gestellt“.

„Wendeklinik“ an der hessisch-thüringischen Grenze
Die Dr. Becker Burg-Klinik, damals noch unter dem Namen Diätsanatorium von Stadtlengsfeld, ist bereits früh in die Auseinandersetzung zur Ost-West-Thematik eingestiegen. Auch aufgrund ihrer geografischen Lage an der Landesgrenze Hessen/Thüringen hat sie sich deshalb als „Wendeklinik“ etabliert. Ab 1993 fand bis Anfang der Jahrtausendwende in der Klinik ein jährlicher Austausch von west- und ostdeutschen Psychoanalytikern/innen statt. Drei Teilnehmer/innen des Austausches hielten auf dem Symposium am Samstag Vorträge über die damaligen Tagungsergebnisse mit anschließender Diskussion über persönliche Erlebnisse.

„Der Austausch auf dem Symposium war ein sehr positiver“, freut sich Michael Schiffgen, Verwaltungsdirektor der Dr. Becker Burg-Klinik. „Natürlich hat die Grenzöffnung uns Ostdeutsche vor Herausforderungen gestellt; aber eben auch vor Möglichkeiten.“ Aus dem Publikum seien viele Rückmeldungen dazu gekommen, wie die wieder errungene Reisefreiheit das Leben bereichert und der Mauerfall Familienzusammenführung möglich gemacht habe.

Auch nach 30 Jahren ein aktuelles Thema
„Obwohl die Wende mittlerweile 30 Jahre her ist, ist das Thema ein brandaktuelles“, erläutert Chefarzt Süß. „Beispielsweise sehen sich einige Ost-Bürger jetzt, im Zuge ihres Rentenverfahrens, wieder damit konfrontiert, angemessene Anerkennung für ihre Leistungen während der DDR-Zeit zu erhalten. Das kann alte Wunden noch einmal aufreißen.“ Süß sieht aber auch eine Parallele in der aktuellen Situation der bundesdeutschen Bevölkerung zu damals. „So wie zur Endzeit der DDR haben auch heute viele Bürgerinnen und Bürger das Gefühl, dass das gesellschaftspolitische System nicht mehr funktioniert. Wirtschaftskrisen, die Klimakrise, aber auch die Flüchtlingskrise haben vielen Menschen den Eindruck vermittelt, der Staat könne nicht mehr ausreichend handeln. Für die Westdeutschen ist diese Erfahrung eine neue – vielleicht können sie hier durch direkten Austausch vom Erfahrungsschatz ihrer ostdeutschen Mitbürger lernen.“

Dr. Becker Burg-Klinik
Die Dr. Becker Burg-Klinik ist auf psychosomatische, psychiatrische und psychotherapeutische Rehabilitation spezialisiert. Als größte Thüringer Rehaklinik versorgt sie rund 2.250 Patienten/innen jährlich, die Hilfe bei Beschwerden wie Depressionen, Angsterkrankungen, Essstörungen, chronische Schmerzerkrankungen oder Tinnitus suchen. Die Dr. Becker Burg-Klinik gehört mit acht weiteren Rehabilitationskliniken zur Dr. Becker Klinikgruppe. Das inhabergeführte Familienunternehmen mit Hauptsitz in Köln hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Rehabilitation des 21. Jahrhunderts zu gestalten. Die Dr. Becker Burg Klinik bietet Rehabilitationsleistungen für Patienten aller Kassen und Rentenversicherer sowie für Privatpatienten/innen, Beihilfeempfänger/innen und Selbstzahler/innen an. www.dbkg.de/burg-klinik

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