„Stärkt die Reha in Bayern!“

Veröffentlicht am 27.11.2019 18:32 von trurnit Pressewerk GmbH

Vor dem bayerischen Reha-Gipfel fordert Vorstandsvorsitzender der Johannesbad Gruppe konkrete Förderung seiner Branche – Reha ist wichtiger Wirtschaftsfaktor

Dr. med. York Dhein, Vorstandsvorsitzender der Johannesbad Gruppe, fordert vor dem Reha-Gipfel Unterstützung für die Reha-Branche. Foto: Johannesbad

MÜNCHEN/BAD FÜSSING. 468.500 stationäre Reha-Patienten, 260 Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen mit 29.450 Betten, 2,25 Milliarden Euro Umsatz: Diese Zahlen aus der aktuellen Studie zur „Sozioökonomischen Bedeutung der medizinischen Rehabilitation in Bayern“ zeigt eindrücklich, wie relevant die Reha-Branche für die Wirtschaftskraft im Freistaat Bayern ist. Damit die Reha-Einrichtungen des Landes weiter in diesem Maße zur Lebensqualität beitragen können, gelte es, politisch einiges zu ändern, wie Dr. med. York Dhein betont. Er ist Vorstandsvorsitzender der Johannesbad Gruppe, einer der zehn größten Reha-Anbieter Deutschlands mit Wiege in Bad Füssing. York Dhein fordert anlässlich des bayerischen Reha-Gipfels, der am Donnerstag (28. November) im Bayerischen Landtag stattfindet: „Reha-Einrichtungen müssen qualifizierte Fachkräfte angemessen bezahlen können und es darf ihnen kein bürokratischer Knüppel zwischen die Beine geworfen werden bei der Anwerbung geeigneter Fachkräfte.“ Wenn sich die Politik – auch auf Bundesebene – nicht massiv für die Reha einsetze, sei die Versorgung von Patienten gefährdet.

Die Rehabilitationseinrichtungen fordern die Entwicklung und Etablierung eines transparenten, leistungsgerechten und kostenträgerübergreifenden Vergütungssystems in der Rehabilitation. Denn die derzeitigen Reha-Vergütungssysteme der gesetzlichen Krankenkassen und der Rentenversicherungsträger seien nicht leistungsorientiert und würden keine besonderen Aufwände, reale Preissteigerungen oder notwendige Investitionskosten berücksichtigen, betont der Vorstandsvorsitzende. Das müsse sich dringend ändern. Außerdem sollten ausländische Fachkräfte in allen Bundesländern innerhalb von vier Wochen anerkannt werden, um so zumindest kurzfristig Entlastung in der schwierigen Personalsituation der Reha-Kliniken zu schaffen. York Dhein erklärt: „Bewegt sich in Bayern nichts, wandern Fachkräfte in andere Bundesländer ab; die sind schneller bei diesem Prozess. Aber wir brauchen deutschlandweit eine gute Lösung und keinen Konkurrenzkampf zwischen den Ländern.“ Gemeinsam mit etwa 30 Vertretern von Reha-Einrichtungen diskutiert der Johannesbad Vorstand beim Reha-Gipfel mit CSU-Abgeordneten über die Zukunft der Branche. Die Johannesbad Gruppe betreibt bundesweit neun Fach- und Rehabilitationskliniken, eine Adaptionseinrichtung, zwei Einrichtungen für ambulante Therapie- und Gesundheitsdienstleistungen und vier medizinische Fachschulen.

Stärkung des ländlichen Raums

Die hohe wirtschaftliche Bedeutung der medizinischen Rehabilitation für Bayern spiegeln die 24.000 Arbeitsplätze in Vorsorge- und Reha-Einrichtungen wider; seit 2010 sind etwa 3.600 neue Arbeitsplätze entstanden. Der Umsatz liegt bei 2,25 Milliarden Euro. Weitere 438 Millionen Euro Umsatz resultieren aus touristischen Ausgaben der Reha-Patienten sowie ihrer Besucher und Begleiter. Rund 530 Millionen Euro trägt die Reha-Branche in Bayern in Form von Steuern bei, der gesamte fiskalische Nutzen für alle Ebenen des föderalen Bundesstaates beträgt für das Jahr 2016 sogar rund eine Milliarde Euro. Jede vierte Rehaklinik steht in Bayern.

„Reha-Einrichtungen sind in Deutschland ein wichtiger Teil der Gesundheitswirtschaft, auch hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen Rolle. Darüber hinaus sind sie ein bedeutender Wirtschaftsfaktor“, macht York Dhein deutlich und fügt an: „Prävention und eine qualifizierte medizinische Rehabilitation verhindern Pflegebedürftigkeit und tragen zum Erhalt von gesunden Arbeitskräften bei.“ Ein großer Teil der Einrichtungen befindet sich im ländlichen Raum. Die aktuelle Studie spricht von einer „besonderen wirtschaftsstrukturellen Bedeutung“ der medizinischen Rehabilitation, „da die stationäre Behandlung von Reha-Patienten weitere komplementäre wirtschaftliche Aktivitäten auslöst, die auf den touristischen Ausgaben von Reha-Patienten und ihrer Besucher und Begleiter beruhen und weit über normalerweise zu verzeichnende Sekundäreffekte hinausgehen.“ Die Untersuchungen haben ergeben, dass 100 Reha-Arbeitsplätze zu weiteren 61 Arbeitsplätzen in einem exemplarischen bayerischen Landkreis mit mindestens einer Reha-Klinik führen – viele davon im Gastgewerbe und Einzelhandel. „Damit stärkt die Reha-Branche strukturschwache Räume – in ganz Deutschland, das stabilisiert die demografische Struktur“, erklärt der Vorstandsvorsitzende der Johannesbad Gruppe und selbst Mediziner.

Gemeinsam für die Zukunft der Reha

„Um in diesem Maß weiterhin zur Wirtschaftskraft beizutragen, muss die medizinische Rehabilitation nicht nur im Freistaat gestärkt werden“, fordert der Mediziner und fügt an: „Endlich wurde für die Rehabilitation eine ministeriumsübergreifende Koordinierungsstelle geschaffen, die Zusammenarbeit funktioniert bestens, erste Erfolge sind auf dem Weg. Mittelfristig brauchen wir eine eigene Abteilung im Gesundheitsministerium, um nur die Zukunftsthemen zu entwickeln.“ York Dhein verweist auf Baden-Württemberg. Das Bundesland im Südwesten setzt sich im engen Schulterschluss mit den Rehabilitationseinrichtungen im Bundesrat für einen Rechtsanspruch auf leistungsgerechte Vergütung medizinischer Rehabilitation und für den Zugang zu Reha-Leistungen für Patienten ohne Mehrkostenbeteiligung ein. „Diesen Einsatz für das Reha- und Intensivpflegestärkungsgesetz wünschen wir uns auch für die Rehabilitationseinrichtungen der anderen Bundesländer“, sagt der Vorstandsvorsitzende deutlich.

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