Rehaklinik Ob der Tauber: Reha bei Diabetes ist wichtig – trotz Corona

Veröffentlicht am 24.02.2021 12:56 von RehaZentren BW

Diabetiker gehören zu den Corona-Risikogruppen. Entsprechend groß ist die Verunsicherung: Soll ich während der Pandemie auf meine Reha verzichten? Wie gut bin ich in der Rehaklinik vor einer Infektion geschützt? Welche Folgen kann es haben, wenn ich meine Erkrankung nicht therapieren lasse? Dr. med. Sylvia Zipse, Chefärztin der Rehaklinik Ob der Tauber, gibt Antworten auf diese Fragen und bietet Betroffenen eine Orientierungshilfe. Und: Patienten berichten über ihre Reha in Zeiten der Pandemie.

Diabetes mellitus ist mit über sechs Millionen Betroffenen die Volkskrankheit Nr.1 in Deutschland. Vor allem die Zahl an Menschen, die an Diabetes-Typ-2 leiden, steigt rasant an.

Die Erkrankung nicht auf die leichte Schulter nehmen
Diabetes-Typ-2 verursacht zunächst kaum Beschwerden, führt unbehandelt aber zu ernsten Folgeerkrankungen. Dr. med. Sylvia Zipse, Chefärztin der Rehaklinik Ob der Tauber, erklärt das Risiko: „Je nachdem, wie lange die Patienten schon an Diabetes erkrankt sind und wie exakt der Blutzucker eingestellt ist, kann es im Laufe der Diabetes-Erkrankung zur Schädigung der Gefäße und Nerven kommen. Mögliche gravierende Folgeerkrankungen sind u.a Schlaganfall oder Herzinfarkt, Nierenleiden und Amputationen oder Erblindung.“

Sollte ich meine Reha wegen Corona verschieben?
“Die Reha aus Angst vor einer Infektion zu verschieben, ist nicht empfehlenswert“, so Dr. Sylvia Zipse. Die Chefärztin erklärt weiter: „Besonders für Diabetes-Patienten, die an mehreren Erkrankungen leiden, psychische Krisen durchleben oder mit schlechten Blutzuckerwerten kämpfen, müssen dringend behandelt werden. Denn: Diabetes kommt selten allein – denken Sie an die Folgeerkrankungen“.

Wie gefährlich ist eine Corona-Infektion für Diabetiker?
“Ein Risiko für einen schweren Verlauf einer COVID-19-Erkrankung lässt sich weniger an verschiedenen Diabetes-Typen ausmachen, als vielmehr an bereits bestehenden Organschädigungen oder einer Immunschwäche bei schlecht eingestellter Diabetes. Ein geringeres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben Diabetikerinnen und Diabetiker, deren Blutzuckerwerte gut eingestellt sind. Eine professionelle Therapie der Diabeteserkrankung, z.B. im Rahmen einer Reha, ist also auch vor dem Hintergrund von Corona sehr wichtig“, so Chefärztin Dr. Zipse.

“Ich werde professionell therapiert und fühle mich sicher”
Trotz coronabedingter Einschränkungen fühlen sich die Patienten in der Rehaklinik Ob der Tauber sicher und gut betreut: „Wegen schlechter Blutzuckerwerte hat mir mein Hausarzt eindringlich zu einer stationären Reha geraten. In Bezug auf Corona hatte ich im Vorfeld eigentlich keine Bedenken. Meine Frau arbeitet als Pflegekraft in einem Altenheim und von ihr kenne ich die Sicherheitsmaßnahmen. Trotzdem war ich sehr positiv überrascht, wie vorbildlich die Maßnahmen in der Klinik vor Ort umgesetzt werden. Ich bin von dem Konzept überzeugt und fühle mich sehr sicher – vielleicht sogar sicherer als zuhause“. (Markus Z., 50 Jahre,Typ-2-Diabetiker)
“Bereits seit 2-3 Jahren sind meine Blutzuckerwerte sehr schwankend und oft zu hoch. Entsprechend leide ich unter Begleiterkrankungen und benötige professionelle Unterstützung bei der Insulin-Therapie. Für eine Reha habe ich mich bewusst entschieden, da ich deutlich weniger Angst vor einer Infektion als vor den Folgeschäden meiner Diabetes-Erkrankung habe. Hier in der Klinik gibt es strenge Sicherheitsmassnahmen und Hygienevorschriften und entsprechend fühle ich mich sehr sicher und die Therapien helfen mir gut“.(Sabine W., 56 Jahre, Typ-1-Diabetikerin)

Sicherheit steht an erster Stelle
“Für unsere Klinik haben wir ein flächendeckendes Sicherheits- und Hygienekonzept entwickelt, das uns seit Pandemiebeginn begleitet. Bereits mit dem Einladungsschreiben wird ein Risiko- und Symptomfragebogen versendet. Bei der Aufnahme in die Klinik wird jeder Patient mittels Antigenschnelltest auf eine Corona-Infektion getestet und nur bei negativem Ergebnis aufgenommen. Der Test wird zur Sicherheit nach 3-5Tagen wiederholt und es erfolgen tägliche Temperaturmessungen. Alle Patienten erhalten einen Hygiene-Leitfaden, entsprechende Schulungen und FFP2-Masken für den Gebrauch in der Rehaklinik. Die täglichen Abläufe entsprechen der Pandemiesituation. So werden Mahlzeiten zeitversetzt und in festen Gruppen eingenommen, die Größe der Therapiegruppen reduziert und sportliche Aktivitäten an die Situationangepasst“, erklärt Chefärztin Dr. Zipse.

Rehaklinik Ob der Tauber
Die 1962 gegründete Rehaklinik Ob der Tauber ist eine Fachklinik für Innere Medizin mit den Schwerpunkten Adipositas, Stoffwechsel- und Magen-Darm-Erkrankungen einschließlich Tumoren des Gastroentestinaltraktes. Sie gehört zur Gruppe der RehaZentren Baden-Württemberg, die 2007 aus dem Zusammenschluss der der Rehakliniken der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg entstanden ist. Heute gehören dazu acht Kliniken in Baden-Württemberg und eine in Bayern an den Standorten Baden-Baden, Bad Mergentheim, Bad Kissingen, Donaueschingen, Glottertal, Heidelberg, Isny und Nordrach.

www.rehaklinik-odt.de

Kontakt:
RehaZentren Baden-Württemberg
Jörg Skupin, Referent Public Relations
E-Mail: j.skupin@rehazentren-bw.de; Tel.: 0711 6994 639 20

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