Rehabilitation mit einem multimodalen Schmerztherapieansatz

Veröffentlicht am 29.05.2020 17:08 von Redaktion RehaNews24

Entspannungstechniken helfen bei der Schmerzbewältigung. Derzeit werden diese Gruppenangebote, anders als auf dem Bild zu sehen, nur mit Mund-Nase-Schutz durchgeführt.
Bildnachweis: Wilfried Gerhartz

Bad Gandersheim, 29. Mai 2020 Rund 23 Millionen Deutsche leiden unter chronischen Schmerzen. Fast ein Viertel der Patienten haben dadurch starke Einschränkungen im Alltag und Berufsleben. Psychische Belastungen, wie beispielsweise die aktuelle Corona-Krise, können den Schmerz sogar verstärken. Auch Ängste können von chronischen Schmerzen ausgelöst werden. Viele Patienten haben Angst vor Bewegung oder davor, dass die Beschwerden immer stärker werden und das Leben immer mehr bestimmen. Es folgt ein Teufelskreis aus Angst, Schmerz und zunehmenden Beschwerden.

Der jährlich bundesweit stattfindende “Aktionstag gegen den Schmerz” gibt unter anderem Einblicke in die verschiedenen Therapieansätze. Betroffene und Angehörige werden per Telefon von Experten unterstützt. Das Ziel ist es, zu informieren, zu beraten, aufzuklären und ins Gespräch zu kommen. Die Chefärztin und Fachärztin für spezielle Schmerztherapie an der Paracelsus-Klinik an der Gande in Bad Gandersheim, Dr. med. Désirée Herbold, nimmt den diesjährigen „Aktionstag gegen den Schmerz“ zum Anlass, um den multimodalen Schmerztherapieansatz in der orthopädischen Reha in Bad Gandersheim in den Fokus zu rücken.

Multimodale Schmerztherapie in der orthopädischen Reha
„In der Klinik an der Gande haben wir eine eigene Abteilung, die sich mit der verhaltensmedizinisch-orthopädischen Rehabilitation (VMO/VOR) von Patienten, die an länger andauernden Schmerzzuständen, gegebenenfalls verbunden mit psychischen Störungen wie Somatisierung, Depression und Angst, leiden, befasst“, so Herbold. „Wir entwickeln ein ganzheitlich-orientiertes, individuelles Verständnis aller Beschwerden, so dass in einem Folgeschritt die Rehabilitation in einem multimodalen Schmerztherapieansatz erfolgen kann.“

Bei der multimodalen Schmerztherapie arbeiten Fachleute aus verschiedenen Fachrichtungen wie Schmerzmedizin, Sport- und Physiotherapie, Ergotherapie und Psychotherapie in einem interdisziplinären Reha-Team eng zusammen. In kleinen Gesprächsrunden vermitteln Psychotherapeutinnen und -therapeuten Strategien, um mit chronischen Schmerzen und psychischen Belastungen umzugehen. Ergänzt wird die Behandlung durch Sport und Bewegung sowie verschiedenen Entspannungstechniken, wie zum Beispiel die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Ziel ist die Hilfe zur Selbsthilfe. Die Patienten sollen Übungen und Methoden kennenlernen, die sich später selbstständig anwenden lassen und so das Selbstvertrauen stärken. „Nur so können wir die primäre Orientierung auf den Schmerz ablösen“, erklärt die Chefärztin.

Arzt-Patient-Gespräch steht im Mittelpunkt
In dem Anliegen wird die Paracelsus-Klinik an der Gande von der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. unterstützt, der mit über 3500 Mitgliedern größten wissenschaftlichen Schmerzgesellschaft Europas. „Wir brauchen einen Schutzschirm für Schmerzpatienten, erst recht während der Corona-Pandemie! Schmerzbehandlung ist ein Patientenrecht – und viele wissen gar nicht, welche Therapie-Optionen für sie infrage kommen und wo es Hilfe gibt“, so Thomas Isenberg, Geschäftsführer der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. Der „Aktionstag gegen den Schmerz“ dient auch dazu, die individuelle Abstimmung zwischen Arzt und Patient zu fokussieren.

Frau Dr. med. Désirée Herbold bietet monatlich eine offene interdisziplinäre Schmerzkonferenz in der Klinik an der Gande an. Hierbei werden jeweils zwei aktuelle Fälle einem interdisziplinären und multiprofessionellen Team vorgestellt, um gemeinsam spezielle Konzepte und Empfehlungen zu erarbeiten. Die 100. Schmerzkonferenz in Bad Gandersheim, geplant am 27. Mai 2020, wurde aufgrund der Corona-Pandemie auf den nächst möglichen Zeitpunkt verschoben.

Paracelsus-Kliniken Deutschland
Die Paracelsus-Kliniken zählen mit 34 Einrichtungen an insgesamt 18 Standorten zu den großen privaten Klinikträgern in Deutschland. Bundesweit betreuen rund 4.500 Mitarbeiter jährlich knapp 90.000 stationäre Patienten. Die Konzernzentrale hat ihren Sitz in Osnabrück, wo auch die Verwaltung untergebracht ist. Die Paracelsus-Kliniken wollen der Gesundheitspartner der Wahl für ihre Patienten und der Arbeitgeber der Wahl für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein. Die Paracelsus-Kliniken gehören zur familiengeführten Beteiligungsgesellschaft Porterhouse, die Nachhaltigkeit, generationenübergreifendes Denken und unternehmerisches Verständnis auszeichnet.

Paracelsus-Kliniken Bad Gandersheim
Die drei Paracelsus-Kliniken in Bad Gandersheim (Paracelsus-Klinik an der Gande, Paracelsus-Roswitha Klinik und Paracelsus-Klinik am See) haben sich in den vergangenen Jahren zu wesentlichen Pfeilern der Rehabilitation mit Ausstrahlung über die Region hinweg entwickelt. Spezialisiert auf orthopädische Rehabilitation und Anschlussheilbehandlungen, die Behandlung psychischer und psychosomatischer Erkrankungen sowie onkologische Rehabilitation decken die Kliniken gemeinsam ein umfassendes medizinisches Spektrum ab und sind einer der maßgeblichen Arbeitgeber in der niedersächsischen Kurstadt.

 

Quelle: Paracelsus Kliniken, 29.05.2020

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