Psychische Folgen der Corona-Pandemie – Reha hilft Kindern und Jugendlichen

Veröffentlicht am 11.02.2022 09:27 von Redaktion rehanews24

Gruppentherapien und Outdoor-Aktivitäten sind wichtige Aspekte einer Reha bei Kindern und Jugendlichen – speziell zur Behandlung psychischer Erkrankungen. Foto: KJF Augsburg / Carolin Jacklin

Murnau / Scheidegg Mediziner sind sich einig: Bereits vorhandene psychische Erkrankungen und soziale Belastungen werden durch Kontaktbeschränkungen verstärkt und bedürfen einer professionellen Behandlung und Begleitung. Diese Unterstützung bieten die Rehakliniken Prinzregent Luitpold in Scheidegg und Hochried in Murnau, die zur Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Augsburg e. V. (KJF Augsburg) gehören.

Eingeschränktes Sozialleben beeinträchtigt Entwicklung junger Menschen
„Wir registrieren vor allem eine Zunahme von Patientinnen und Patienten mit Depressionen, Schulverweigerungen sowie Angst- und Essstörungen”, erklärt Dr. Stephan Springer, Chefarzt und Mitglied der Klinikleitung der KJF Klinik Hochried in Murnau. „Die Pandemie hat zur Veränderung der psychosozialen Situation von vielen Kindern und Jugendlichen geführt. Schulische Defizite und familiäre Konflikte verstärken oftmals bereits vorhandene psychische Erkrankungen.“
Laut Chefarzt Dr. Stephan Springer stellen ein Lockdown und die Einschränkungen des sozialen und öffentlichen Lebens vor allem für Kinder und Jugendliche eine besondere Belastung dar: „Ein eingeschränktes Sozialleben wird für psychisch beeinträchtigte Kinder und Jugendliche zum Problem. Unwiederbringlich geht hierbei das Entwicklungspotenzial verloren, im jeweiligen Alter wichtige und typische soziale, zwischenmenschliche Erfahrungen zu sammeln und aus Konflikten zu lernen.“ Die Problematik liegt laut dem Chefarzt vor allem darin, dass die Entwicklung der jungen Menschen seit nunmehr zwei Jahren beeinträchtigt ist. Betroffen vom verlorenen Entwicklungspotenzial sind vor allem Kindergarten- und Grundschulkinder, von den emotionalen Störungen vor allem Jugendliche.

Individuelle Behandlungen kombiniert mit Gruppentherapien
Die KJF Rehakliniken Hochried in Murnau und Prinzregent Luitpold in Scheidegg haben einen psychosomatischen Schwerpunkt und sind spezialisiert auf die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Störungen. Das Indikationsspektrum beider Kliniken ist jedoch sehr umfangreich, sodass dort auch andere Krankheiten wie unter anderem Diabetes und Adipositas behandelt werden können.

Um einen Therapieplatz in einer der Reha-Einrichtungen zu bekommen, müssen die Kinder und Jugendlichen „rehafähig“ sein, wie Dr. Maike Pellarin-Schlingensiepen, Chefärztin und Klinikleitung der KJF Klinik Prinzregent Luitpold in Scheidegg, erklärt. „Die Patientinnen und Patienten dürfen wedeeigen- noch fremdgefährdend sein und müssen an Gruppentherapien teilnehmen können. Diese sind ein wichtiger Bestandteil der Reha.“ Die interdisziplinäre Behandlung vor Ort umfasst neben Einzeltherapien auch Behandlungen in altershomogenen Gruppen sowie die Optimierung einer möglicherweise notwendigen medikamentösen Einstellung. „Selbstverständlich wird die Therapie auf jede Patientin und jeden Patienten angepasst, um einen größtmöglichen Erfolg zu erzielen“, so Dr. Maike Pellarin-Schlingensiepen.

Kliniken ermöglichen Begleitung durch ein Elternteil und Schulungen vor Ort
Im Rahmen einer Reha in Murnau und Scheidegg besteht – anders als bei einer stationären Behandlung in einer Akutklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie – die Möglichkeit, dass ein Elternteil sowie ein Geschwisterkind die Patientin oder den Patienten begleiten. Für die Chefärztin ist dies ein wichtiger Aspekt für nachhaltigen Behandlungserfolg: „Eltern erhalten vor Ort Schulungen und lernen dabei, das Krankheitsbild sowie bestimmte Störungen ihrer Kinder besser zu verstehen. Dadurch können sie bestimmte Verhaltensmuster im Alltag erkennen und entsprechend darauf reagieren.“

Der reguläre Aufenthalt in der Klinik beträgt zwischen vier und sechs Wochen, eine Verlängerung ist im Einzelfall möglich. Hierüber entscheidet der Kostenträger. Ziel der Reha ist neben der Linderung der Symptomatik und Beeinträchtigungen vor allem die Verbesserung der Teilhabe am altersentsprechenden Alltag. Die Lebensqualität soll dadurch für die gesamte Familie langfristig gesteigert werden. „Gemeinsam mit unseren qualifizierten Fachkräften erarbeiten wir Nachsorgemaßnahmen für das häusliche Umfeld. Durch die Aufklärung und Sensibilisierung der Eltern steigen die Chancen für einen nachhaltigen Erfolg der Therapie“, erklärt Dr. Maike Pellarin-Schlingensiepen.

KJF Reha-Berater: Unterstützung bei der Antragstellung
Eine wichtige Funktion im Rahmen einer Rehabilitation erfüllen die Reha-Beratungsstellen der KJF Augsburg. „Besteht Unsicherheit, ob für ein bestimmtes Krankheitsbild eine Rehabilitation infrage kommt, können sich Eltern – aber auch Kinder- und Jugendmediziner und Hausärztinnen und -ärzte – direkt an die KJF Reha-Beratungen in Augsburg und München wenden. Diese geben detailliert Auskunft und unterstützen bei der Antragsstellung“, lobt die Chefärztin aus Scheidegg deren Arbeit. Die Wartezeit für einen Therapieplatz ist abhängig von der Verfügbarkeit.

Die KJF Augsburg ist einer der größten Anbieter für Gesundheits-, Sozial- und Bildungsdienstleistungen in Bayern. Seit 1911 bietet das Sozialunternehmen vor allem Kindern, Jugendlichen und Familien mit rund 80 Einrichtungen und Diensten Lösungen für die verschiedensten individuellen Bedürfnisse an: in der Kinder- und Jugendhilfe mit Kindertagesstätten, Stationären Wohnformen oder Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung; in Berufsbildungs- und Jugendhilfezentren, durch Angebote für Beruf und Arbeit sowie Integrationsunternehmen und -dienste; in der Medizin mit mehreren Kliniken; in verschiedenen Schulen. Darüber hinaus bildet die KJF Augsburg kontinuierlich annähernd 500 Fachkräfte für soziale und medizinische Berufe aus.Als christlicher Verband katholischer Prägung ist für die KJF und ihre rund 5.800 Mitarbeiter jeder Mensch wertvoll, unabhängig von Herkunft, Status, Religion oder Kulturkreis. Vorstandsvorsitzender ist Markus Mayer, Vorsitzender des Aufsichtsrates Domkapitular Armin Zürn.”

Die KJF Augsburg ist einer der größten Anbieter für Gesundheits-, Sozial- und Bildungsdienstleistungen in Bayern. Seit 1911 bietet das Sozialunternehmen vor allem Kindern, Jugendlichen und Familien mit rund 80 Einrichtungen und Diensten Lösungen für die verschiedensten individuellen Bedürfnisse an: in der Kinder- und Jugendhilfe mit Kindertagesstätten, Stationären Wohnformen oder Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung; in Berufsbildungs- und Jugendhilfezentren, durch Angebote für Beruf und Arbeit sowie Integrationsunternehmen und -dienste; in der Medizin mit mehreren Kliniken; in verschiedenen Schulen. Darüber hinaus bildet die KJF Augsburg kontinuierlich annähernd 500 Fachkräfte für soziale und medizinische Berufe aus.

Als christlicher Verband katholischer Prägung ist für die KJF Augsburg und ihre rund 5.800 Mitarbeitenden jeder Mensch wertvoll, unabhängig von Herkunft, Status, Religion oder Kulturkreis. Vorstandsvorsitzender ist Markus Mayer, Vorsitzender des Aufsichtsrates Domkapitular Armin Zürn.

Zur Website der KJF Augsburg. Videos der KJF Augsburg finden Sie auf unserem YouTube-Kanal.

 

Quelle: KFJ, 11.02.2022

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