Patient der Wiehengebirgsklinik nutzt Praktikum für eine neue berufliche Perspektive

Veröffentlicht am 25.02.2019 20:58 von Redaktion RehaNews24

Praktikum als Sprungbrett für einen Neuanfang

Bad Essen (Schw) 25.02.2019. Im Rahmen der stationären Entwöhnungsbehandlung in der Paracelsus-Wiehengebirgsklinik in Bad Essen werden Patienten dabei unterstützt, ihren persönlichen Weg in eine zufriedene Abstinenz zu finden. Die berufliche Wiedereingliederung spielt dabei keine unerhebliche Rolle.

Für die Schaffung neuer beruflicher Perspektiven können die Patienten sogenannte externe Belastungserprobungen – Praktika – durchführen. Sie dienen zum einen der Stärkung des Selbstbewusstseins, zum anderen der Feststellung der jeweiligen Leistungsfähigkeit sowie zur beruflichen Orientierung. „Der jeweilige Patient muss eine große Eigenmotivation für diese Belastungserprobung mitbringen. Nicht jeder Patient ist dafür geeignet. Bedingung ist, dass weiterhin die Teilnahme an der Gruppentherapie in der Klinik gewährleistet werden kann. Wie im „echten“ Leben muss sich der Patienten zudem eigenverantwortlich um den Weg zum Arbeitgeber kümmern“, erklärt Sozialarbeiterin Christine Rehmet. Klassisch findet im Vorfeld ein Bewerbungsgespräch statt und ein Praktikumsvertrag wird aufgesetzt. „Die hiesigen Unternehmen erleben unsere Patienten als große Unterstützung und geben bislang nur positive Rückmeldungen zu den Praktika“, ergänzt Rehmet.

Im Vorfeld und vorbereitend auf ein Praktikum unter realistischen Arbeitsbedingungen finden im Klinikkontext ausführliche Beratungsgespräche durch den Sozialdienst und eine Befragung  zur Arbeitsplatzsituation mit allen Patienten statt. Darauf folgen individuelle therapeutische Planungen sowie Bewerbungstrainings.

Von einer buchstäblichen Erfolgsgeschichte kann Herr S., Patient der Wiehengebirgsklinik berichten. Er ist examinierter Krankenpfleger und war zuletzt in der Gesundheits-Softwarebranche im Außendienst tätig. Kurz nach Beginn der stationären Therapie in Bad Essen reifte in ihm der Wunsch mit Hilfe eines Praktikums wieder in seinem ursprünglichen Beruf Fuß zu fassen. Gesagt, getan. In Abstimmung mit seiner Therapeutin und dem Sozialdienst nahm Herr S. Kontakt zum Dr. Becker Neurozentrum Niedersachsen in Bad Essen auf – mit Erfolg! Ab Anfang Januar 2019 absolvierte er parallel zur Entwöhnungsbehandlung ein vierwöchiges Praktikum im Pflegedienst der neurologischen Rehabilitationsklinik. Auch für ihn galt die Bedingung: ein Mal pro Woche Teilnahme an der Gruppentherapie. Dafür arbeitete er in halben Schichten sowie am Wochenende. „Für mich war es eine bewusste Entscheidung hin zur Arbeit am und mit den Patienten. Schließlich habe ich meine Therapie in einem bestehenden Arbeitsverhältnis angetreten“, erläutert Herr S. Während seines Praktikums habe er mitbekommen, dass Stellen in der Klinik ausgeschrieben seien. Proaktiv trat er an die Pflegedienstleitung heran – ebenfalls mit Erfolg. Freudestrahlend sagt er: „Zum 1. April habe ich einen unbefristeten Arbeitsvertrag für eine Vollzeitstelle im Pflegedienst der Dr. Becker Klinik unterschrieben.“ Die Kündigung beim alten Arbeitgeber ist bereits geschrieben, jetzt folgt der Wohnortwechsel. Erste Wohnungen sind mit guten Aussichten besichtigt. Auch in puncto ambulante Weiterbehandlung hat Herr S. alle Weichen gestellt und nimmt zukünftig an einer Gruppe in Bad Essen teil, schließlich muss er im Hinblick auf seine Suchterkrankung weiterhin gut auf sich aufpassen.

Herr S. sei der beste Beweis dafür, dass die Aussage „Als Suchtkranker habe ich keine Chancen mehr auf dem Arbeitsmarkt!“ nicht stimme. Unter den Patienten herrsche die Stimmung „Bloß nicht als Suchtkranker vor seinem Arbeitgeber outen!“. Die Klinik vertrete die Meinung, gegenüber dem Arbeitgeber offen mit der Suchterkrankung umzugehen. Der berufliche Rahmen könne somit unterstützend wirken, so Elisabeth Arlt, Sozialdienst der Wiehengebirgsklinik.

Philipp Herzog, Verwaltungsdirektor des Dr. Becker Neurozentrums Niedersachsen erlebt die Wiehengebirgsklinik als sehr kooperativ in der Zusammenarbeit und freut sich dadurch einen weiteren qualifizierten Mitarbeiter gewonnen zu haben. Vorrangig im Pflegebereich, aber auch in der Ernährungsberatung und in der Verwaltung konnten in der Vergangenheit Praktikumsplätze vermittelt werden. Mareen Guth, Pflegedienstleitung im Neurozentrum, kann die sehr positive und gute Zusammenarbeit nur bestätigen. „Wir konnten Herrn S. während seines Praktikums als einen sehr engagierten Mitarbeiter erleben, der seine Erkrankung offen und selbstbewusst angesprochen hat und bereits in kürzester Zeit zu einem geschätzten Teil unseres Pflegeteams wurde.“

Kontakt für Fragen: Judith Schwertmann, Öffentlichkeitsarbeit, Paracelsus-Kliniken Bad Essen; Tel. 05472 935-155, judith.schwertmann@pkd.de

www.paracelsus-kliniken.de/wiehengebirgsklinik

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Paracelsus-Kliniken Deutschland

Die Paracelsus-Kliniken zählen mit 36 Einrichtungen an insgesamt 19 Standorten zu den großen privaten Klinikträgern in Deutschland. Bundesweit betreuen rund 4.500 Mitarbeiter jährlich knapp 90.000 stationäre Patienten.

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