Paracelsus-Chefärzte raten Krebspatienten zu onkologischer Rehabilitation

Veröffentlicht am 31.01.2020 22:02 von Redaktion RehaNews24

Die onkologische Rehabilitation zur Nachbehandlung von Krebserkrankungen wird in Deutschland immer noch viel zu wenig genutzt. Darauf weisen die Chefärzte der vier onkologischen Kliniken von Paracelsus anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar hin.

Osnabrück, 31.01.2020. Krebs kann jeden treffen – fast die Hälfte der Menschen in Deutschland erkrankt im Laufe ihres Lebens daran. Darauf will der Weltkrebstag am 4. Februar aufmerksam machen. Rund 1,7 Millionen Betroffene in Deutschland leben mit einer Krebserkrankung, die in den letzten fünf Jahren diagnostiziert wurde. Jährlich kommen etwa 230.000 Frauen und 260.000 Männer hinzu. Auch wenn die Chancen geheilt zu werden in den vergangenen 20 Jahren deutlich gestiegen sind, belegen Krebserkrankungen immer noch bundesweit den zweiten Platz bei den Todesursachen. Und für alle, die überleben, ist die Erkrankung ein tiefgreifendes Ereignis mit starken physischen und psychischen Belastungen, die auch Angehörige und Familien betreffen.

Gemeinsamer Appell
Eine Rehabilitation kann hier ausgezeichnet helfen. Darauf weisen die Chefärzte der vier Paracelsus-Kliniken in Bad Elster, Bad Gandersheim, Bad Suderode und Scheidegg hin. Schon nach der ersten Behandlungsphase, in der häufig stark belastende Operationen, Bestrahlungen und Chemotherapie anstehen, kann eine sogenannte Anschlussrehabilitation (AHB) die Situation von Betroffenen und Angehörigen erheblich verbessern. Eine Rehabilitation steht jedem zu der wegen einer Krebserkrankung oder Malignen Systemerkrankung stationär bzw. ambulant behandelt wurde, ganz gleich ob Arbeitnehmer oder Rentner. Sie kann Nebenwirkungen onkologischer Therapien oder bestehende Funktionsstörungen erheblich reduzieren, die physische sowie auch die psychische Stabilisierung des Patienten unterstützen. Die Chefärztinnen der Paracelsus-Klinik Am Schillergarten Bad Elster, Dr. Sabine Schnohr (gynäkologische Onkologie) und Dr. Constanze Junghans (internistische Onkologie) legen großen Wert auf die Behandlung im interdisziplinären Team um zu gewährleisten, dass ihre Patienten hochqualifiziert behandelt und sehr gut krankheitsspezifisch informiert werden. Die soziale, familiäre und berufliche Re-Integration sind stets sehr wichtig. Schon der Sozialdienst im Krankenhaus weise in der Regel auf die Möglichkeit zur Rehabilitation hin und leite eine Reha ein. Umso unverständlicher sei es, dass nach den letzten Zahlen der Deutschen Rentenversicherung jährlich nur rund 80.000 Betroffene die Möglichkeiten einer medizinischen Rehabilitation nutzten.

In drei Wochen zurück zu mehr Lebensqualität
„Ziel der onkologischen Rehabilitation ist es, den negativen Auswirkungen der Krebserkrankung entgegenzuwirken“, so Chefärztin Dr. med. Eva-Maria Kalusche-Bontemps von der Paracelsus-Klinik am See in Bad Gandersheim. „Der Aufenthalt dauert im Regelfall drei Wochen und wir wollen die Lebensqualität der Betroffenen verbessern und ihnen wieder die Teilhabe am Leben in der gewohnten Umgebung, in der eigenen Familie und in der Gesellschaft ermöglichen. In vielen Fällen schaffen wir es sogar, Menschen wieder zurück in Arbeit und Beruf zu bringen.” Die Rehabilitation nach einer Krebserkrankung ist dabei eine besondere Herausforderung, die nur von hochspezialisierten Kliniken geleistet werden kann. Denn je nach Beschwerdebild und Komplexität der Erkrankung, zum Beispiel bei Brustkrebs, Prostata- oder Kehlkopfkrebs, brauchen Patienten eine besondere Kompetenz bei der Betreuung. Die konkrete Ausgestaltung der therapeutischen Inhalte richtet sich deshalb in den Paracelsus Kliniken nach den individuellen Bedürfnissen der Betroffenen. „In jeder unserer Kliniken steht am Anfang eine ausführliche Diagnostik und individuelle Vereinbarung des Reha-Ziels“, erklärt Chefärztin Dipl.-Med. Ursula Haak von der Paracelsus-Klinik Bad Suderode. „So können wir krankheitsspezifische Funktionsstörungen gezielt in den Mittelpunkt der therapeutischen Behandlung stellen, aber auch psychische oder soziale Probleme.“ Spezielle Angebote für junge Erwachsene sind ebenso möglich wie für Senioren. Auch Angehörige von Rehabilitanden werden in den Kliniken häufig als Begleitperson aufgenommen und mitbetreut.

Vielfältiges Behandlungsangebot
Je nach Ausrichtung der Klinik sind auch Spezialisierungen möglich. So ist die Paracelsus-Klinik Scheidegg eine der größten Nachsorgekliniken ihrer Art in Deutschland für Brustkrebspatienten und hat hier eine große Expertise aufgebaut. Darüber hinaus hat das Haus Im Rahmen einer Kooperation mit der Fachklinik Prinz-Regent-Luitpold in Scheidegg das gemeinsame Therapiekonzept „Mama hat Krebs“ ins Leben gerufen. Es richtet sich an krebserkrankte Mütter und deren ebenfalls körperlich oder psychisch erkrankte Kinder. „Wir haben in unserer Klinik und in allen onkologisch ausgerichteten Paracelsus-Häusern vielfältige therapeutische Möglichkeiten, die wir je nach Krankheitsbild individuell für die Patienten kombinieren”, ergänzt Chefarzt PD Dr. med. Holger G. Hass von der Paracelsus-Klinik Scheidegg. Dazu gehören Bewegungstherapie, psychosoziale Unterstützung bei der Krankheits- und Stressbewältigung, aber auch Patientenschulung und Gesundheitsbildung, wenn es um notwendige Änderungen des Lebensstils geht. Ein wichtiger Bestandteil für die Zeit nach der Rehabilitation ist auch die Kontaktaufnahme zu Selbsthilfegruppen, die bereits während des Rehabilitationsprozesses vermittelt wird.

Gebündeltes Expertenwissen

Um eine hohe Versorgungsqualität bei der rehabilitativen Behandlung von Patienten mit Krebserkrankungen sicherzustellen, hat sich bereits 2005 das Kompetenznetzwerk „Onkologische Rehabilitation” der Paracelsus-Kliniken gegründet. Es ist ein Zusammenschluss der vier onkologischen Reha-Kliniken im Verbund:

Die Arbeitsgruppe hat einen rehabilitationsonkologischen Versorgungspfad entwickelt, der eine leitliniengerechte und qualitativ hochwertige Behandlung aller onkologischen Patienten bei Paracelsus möglich macht.

Paracelsus Kliniken Deutschland
Die Paracelsus Kliniken zählen mit 34 Einrichtungen an insgesamt 18 Standorten zu den großen privaten Klinikträgern in Deutschland. Bundesweit betreuen rund 4.500 Mitarbeiter jährlich knapp 90.000 stationäre Patienten. Die Konzernzentrale hat ihren Sitz in Osnabrück, wo auch die Verwaltung untergebracht ist. Die Paracelsus Kliniken wollen der Gesundheitspartner der Wahl für ihre Patienten und der Arbeitgeber der Wahl für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein. Die Paracelsus Kliniken gehören zur familiengeführten Beteiligungsgesellschaft Porterhouse, die Nachhaltigkeit, generationenübergreifendes Denken und unternehmerisches Verständnis auszeichnet.

Quelle: Paracelsus Kliniken, 31.01.2020

Print Friendly, PDF & Email

Aufrufe: 677