Minister Pinkwart fordert mehr Datentransparenz

Veröffentlicht am 26.03.2019 20:59 von Redaktion RehaNews24

Köln, 26. März 2019 – Vor dem Hintergrund schleppender Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen fordert der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart ein verändertes Verständnis von Datenschutz. Pinkwart nannte bei seiner Eröffnungsrede beim Gesundheitskongress des Westens in Köln als Beispiel Estland, wo die digitale Patientenakte und das digitale Rezept längst Realität sind. Zwar seien dadurch viele personenbezogene Daten gespeichert, der Datenschutz sei dort dennoch kein Problem, denn es gebe „volle Datensouveränität sowohl beim Staat als auch bei Gesundheitsdaten“. Der Bürger oder der Patient könnte immer nachvollziehen, wann welche Behörde oder wann welcher Arzt auf seine Daten zugegriffen habe. Und bei Verstößen gegen den Schutz von Gesundheitsdaten gebe es hohe Strafen bis zum Entzug der ärztlichen Approbation. Eine solche Transparenz der Daten hätten „wir in Deutschland noch nicht geschafft, weder im Gesundheitssystem noch im Verhältnis Bürger zum Staat“, so Pinkwart, „oder wissen Sie, welche Daten der Staat über Sie hat? Also ich weiß es nicht!“ Der Minister kritisierte den deutschen Rückstand bei der Digitalisierung mit den Worten: „Wenn junge Asiaten zu uns nach Deutschland kommen, dann haben sie ein museales Erlebnis.“

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker erläuterte in ihrer Rede bei der Eröffnung des Kongresses den Plan, die Kliniken der Stadt Köln und die Kölner Universitätsklinik zu einem Klinikverbund zusammenzufassen. Nach Berlin entstünde damit der zweitgrößte medizinische Standort Deutschlands, kündigte Reker an.

Der ehemalige Berufspilot und heutige Management-Coach Philip Keil präsentierte dem Kongresspublikum seine Analysen der Ursachen von Flugzeugabstürzen. Obwohl sich Pilot und Co-Pilot die Arbeit gleichmäßig teilen, habe man herausgefunden, dass bei Abstürzen in 80 Prozent der Fälle der erfahrenere Pilot das Steuer übernommen hatte, so Keil. Zur Katastrophe komme es dann umso häufiger, „weil sich niemand im Team traut, Fehler offen anzusprechen“. Keil coacht deshalb heute insbesondere Teamwork und sagt: „Vertrauen ist der Treibstoff für Erfolge.“

Der Gesundheitskongress des Westens wird sich heute und morgen in rund 30 Einzelveranstaltungen mit über 120 Referenten mit Themen aus allen Bereichen von Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft auseinandersetzen. Darunter: Digitale Revolution im Gesundheitswesen, Telemedizin, Krankenhausplanung, sektorübergreifende Versorgung, die Notfallversorgung, Personaluntergrenzen und Fachkraftquoten, die Krise des Belegarztwesens, die Lage der Rehaeinrichtungen und der Fachkräftemangel.

Der Gesundheitskongress des Westens ist der führende Kongress für Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft im Westen Deutschlands. Das Kongressmotto lautet in diesem Jahr: „Der Druck nimmt zu: Zeit für mutige Veränderungen!“ Auch in diesem Jahr werden wieder rund 1.000 Teilnehmer erwartet – vor allem Klinikmanager, Ärzte, Verantwortliche aus Gesundheitspolitik und -unternehmen, aus Forschung und Wissenschaft sowie der Pflege. Die dreizehnte Auflage der jährlich ausgerichteten Veranstaltung findet wieder im Gürzenich statt.

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Redaktion RehaNews24

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