Mehr Team für den Patienten: 3. Promotionsstipendium des BDH vergeben

Veröffentlicht am 29.03.2022 20:25 von Redaktion rehanews24

Liane Redzewsky im Praktikum an der BDH-Klinik Elzach. Foto: BDH Bundesverband Rehabilitation

Seit zehn Jahren engagiert sich der BDH Bundesverband Rehabilitation in der Erforschung von Inhalt und Stellenwert therapeutischer Pflege in der neurologischen Frührehabilitation. Er fördert dafür junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Mit einem 3. Promotionsstipendium wird nun die Gesundheitswissenschaftlerin Liane Redzewsky die Teamorganisation und Teamkultur der Pflege in der Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen wissenschaftlich analysieren.

Die BDH Kliniken Braunfels, Elzach, Greifswald, Hessisch Oldendorf und Vallendar sind führend in der Erbringung und Erforschung der therapeutischen Pflege. Mit der Vergabe von dreijährigen Promotionsstipendien werden dort seit zehn Jahren Inhalte und Stellenwert der therapeutischen Pflege fundiert wissenschaftlich analysiert. Hintergrund des Engagements war, dass das deutsche Fallpauschalensystem für die neurologische Frührehabilitation therapeutische Pflege einfordert, ohne sie zu definieren.

Interdisziplinarität wissenschaftlich fundieren
Bislang wurden zwei zukunftsweisende Promotionsstipendien erfolgreich abgeschlossenen. Deren Ergebnisse zeigen, dass insbesondere der Interaktion und dem Selbstverständnis der therapeutischen Disziplinen, die direkt mit den Patienten und Patientinnen arbeiten, eine elementare Rolle zukommt. Das 3. Stipendium vergab der BDH nun an Liliane Redzewsky, M.Sc., die die Verzahnung von Wissenschaft und konkretem Handeln in gesundheitlichen Arbeitsfeldern schon früh beruflich interessierte. Ihre dreijährige Untersuchung zur Teamorganisation und Teamkultur in der neurologischen Frührehabilitation wird sie an allen fünf neurologischen Kliniken des BDH durchführen.

Im Fokus alle Berufsgruppen, die patientenbezogen arbeiten
Um eine Verbesserung der interdisziplinären Zusammenarbeit zu erreichen bedarf es einer Analyse der Organisationsstrukturen und Organisationskultur. Vor diesem Hintergrund wird Liliane Redzewsky Gruppeninterviews und leitfadengestützte Einzelinterviews mit Vertreterinnen und Vertretern aller patientenbezogen arbeitenden Berufsgruppen führen. Im Fokus der Betrachtungen stehen Fragen wie: Wie nehmen Mitglieder der Kernteams ihre Aufgaben sowie die interprofessionelle Kommunikation im Team wahr? In welchen Bereichen werden Defizite wahrgenommen? Welche Verbesserungsvorschläge und welche Wünsche für die interprofessionelle Kommunikation haben die Teammitglieder? Für welche Inhalte sollten für die eigene Profession sowie interdisziplinär Schulungen und Supervisionen angeboten werden?

Forschung für und mit der Team-Praxis
Das Promotionsprojekt wurde von der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg angenommen und wird gemeinsam mit dem Institut für Medizinische Soziologie und der Pflegewissenschaft der Katholischen Hochschule Freiburg betreut. Für den BDH begleitet Prof. Dr. med. Claus-W. Wallesch wie alle vorangegangenen auch dieses 3. Promotionsstipendium. Er betont die Praxisrelevanz dieses neuen Forschungsprojekts, das auf den wissenschaftlichen Ergebnissen der Vorgängerarbeiten aufbauen kann. “Ziel der Untersuchung ist es”, so Wallesch, ” den Kliniken Wege zu einer noch besseren Integration der einzelnen Berufsgruppen in therapeutische Teams aufzuzeigen”.

Mit einem Praktikum an der BDH-Klinik Elzach begann die dreijährige Arbeit der Gesundheitswissenschaftlerin. Nach und während ihres erfolgreichen Studiums mit dem Schwerpunkt „Public Health“ arbeitete Liliane Redzewsky bereits in verschiedenen Projekten an der Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis an der Charité Berlin. Zuletzt war sie dort Projektmanagerin für das Netzwerk Universitätsmedizin zur Etablierung der Zusammenarbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Unikliniken zur Bewältigung der Corona-Pandemie.

Die kommenden Monate dienen ihr zur intensiven Vorbereitung ihrer Interviews. Gegenüber dem BDH sagt sie: „Ich bin dem BDH sehr dankbar für diese innovative wissenschaftliche Aufgabe und setze alles daran, dass meine Erkenntnisse unmittelbar der Praxis vor Ort zugutekommen.“

Quelle: BDH Bundesverband Rehabilitation, 29.03.2022

 

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