Mehr Qualität in der Suchtreha

Veröffentlicht am 22.02.2020 22:12 von Redaktion RehaNews24

Rudolf Bachmeier, Leitung Qualitäts- und Prozessmanagement der Johannesbad Gruppe, engagiert sich im Fachverband Sucht. Foto: Johannesbad

Rudolf Bachmeier von der Johannesbad Gruppe engagiert sich im Fachverband Sucht und sieht Weiterentwicklung digitaler Angebote als wichtigen Agendapunkt. Der Qualitätsmanager hat besonders die Themen Qualität der Behandlung und Qualitätssicherung im Fokus. Klientel in Suchtkliniken ändert sich – neue Anforderungen an Personal und Behandlungskonzepte

MÜNCHEN/BAD FÜSSING. Auf die Qualität kommt es an, und die hat Rudolf Bachmeier genau im Auge. Der Leiter des Qualitäts- und Prozessmanagements der Johannesbad Gruppe bringt sich für die nächsten drei Jahre im Vorstand des Fachverbands Sucht (FVS) ein. Dieser vertritt 95 Suchthilfeeinrichtungen in privater Trägerschaft mit etwa 6.800 stationären und vielen zum Teil ganztägig ambulanten Therapieplätzen in Deutschland. Darunter sind auch die vier Suchtkliniken und eine Adaptionseinrichtung der Johannesbad Gruppe. „Wir stellen fest, dass zunehmend Fachkliniken für Alkohol- und Medikamentenabhängige auch Konsumenten illegaler Drogen vermehrt aufnehmen“, erklärt Rudolf Bachmeier die Herausforderungen in der Suchthilfe. Er fügt an: „Damit ändert sich das Klientel in der Suchtrehabilitation und auch die entsprechenden Personalanforderungen.“ Denn die Personalschlüssel in der Alkohol- und Drogenabhängigkeit seien unterschiedlich.

Der FVS ist ein wichtiger Akteur der Deutschen Suchthilfestatistik. Wirksamkeitsstudien zeigen die Qualität der Arbeit von Suchthilfeeinrichtungen. Damit sorgt der Verband für mehr Transparenz. „Nur indem wir unsere Methoden immer wieder kritisch hinterfragen und überprüfen, können wir auch in Zukunft Menschen die bestmögliche Hilfe bieten“, sagt Rudolf Bachmeier. Er ist Mit-Autor des „QM-Auditleitfadens 5.0 FVS/DEGEMED“. Dieses System bietet eine Zertifizierung im Qualitätsmanagement für die vertretenen Suchthilfeeinrichtungen. Der Fachverband will dieses System in den kommenden Jahren weiterentwickeln.

Neue Klienten, neue Herausforderungen
Der FVS hat in den vergangenen Jahren festgestellt, dass immer mehr Süchtige mehrere verschiedene Drogen konsumieren. Anträge zur klassischen stationären Alkoholentwöhnung gehen hingegen seit Jahren zurück. So behandeln Fachkliniken für Alkohol- und Medikamentenabhängige auch zunehmend Konsumenten illegaler Drogen. Eine neue Arbeitsgruppe rund um den Vorstand soll sich deshalb mit der Entwicklung neuer, angepasster Rehabilitationsangebote befassen. Eine weitere wichtige Aufgabe des FVS ist die Qualitätssicherung neuer digitaler Angebote in der Suchttherapie. Hier müssten einheitliche Standards eingehalten werden wie auch bei herkömmlichen Angeboten. „Damit betreten wir Neuland, aber gemeinsam wollen wir die Suchtrehabilitation weiter vorantreiben““, sagt Rudolf Bachmeier und ergänzt: „Durch die Digitalisierung schaffen wir neue Möglichkeiten zur Versorgung suchtkranker Menschen.”

Quelle: Johannesbad, 21.02.2020

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