Lernen von der SARS-CoV-2 Pandemie

Veröffentlicht am 31.10.2020 20:20 von Redaktion RehaNews24

Lektionen für die Zukunft der Leistungserbringung in der ambulanten beruflichen Rehabilitation (CoVaRe)

Projektdurchführung: Lehrstuhl für Arbeit und Berufliche Rehabilitation, Universität zu Köln & Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH

Laufzeit: 10/2020 – 9/2022
Förderer: Deutsche Rentenversicherung (DRV) Bund

Die berufliche Rehabilitation hat zum Ziel, Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen die volle Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen und ihnen dabei im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention ein Höchstmaß an Unabhängigkeit und Selbstbestimmung zu gewähren. Der Ausbau der ambulanten beruflichen Rehabilitation ist eine Reaktion auf diese Forderung und realisiert eine flexible und individuelle Ausrichtung der Leistungserbringung. Neben der Orientierung an den Bedingungen des Einzelnen bzw. der Einzelnen stehen Praxisnähe und Vernetzung im Vordergrund der ambulanten beruflichen Rehabilitation, so dass eine enge Zusammenarbeit zwischen den Rehabilitand*innen, den betrieblichen Ansprechpartner*innen, den zuständigen Reha-Berater*innen und den Fachkräften der Leistungserbringern relevant ist.

Aktuell sorgen die SARS-CoV-2 Pandemie und ihre Auswirkungen für Veränderungen in der Leistungserbringung in der ambulanten beruflichen Rehabilitation. Teilhabeleistungen müssen in Präsenz- und Onlineangeboten oder in hybriden Formen erbracht werden – es stellt sich die Frage, welche Rehabilitand*innen gut mit einer Distanz-Variante zurechtkommen und welche eher auf besondere Unterstützungsformen angewiesen sind. Die Auswirkungen für die Rehabilitand*innen werden je nach Behinderung oder Erkrankung unterschiedlich sein. Weiterhin wird es eine Rolle spielen, dass Rehabilitand*innen zu einem nicht geringen Teil zur Risikogruppe von COVID-19 gehören. Nicht zuletzt sind auch die Auswirkungen der Pandemie auf die Betriebe des ersten Arbeitsmarktes als wichtige Umsetzungspartner bei ambulanten Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben im Hinblick auf einen gelingenden Prozess relevant. In der operativen Praxis entstehen unter dem aktuellen Handlungsdruck gute Individual- und Praxislösungen, die bisher aber weder strategisch zusammengebracht noch evaluiert wurden.

Aufgrund der Relevanz der ambulanten Leistungserbringung für die Teilhabe am Arbeitsleben und den aktuellen Entwicklungen im Rahmen der SARS-CoV-2 Pandemie ist es das Ziel dieses Forschungsprojektes, mögliche alternative Lern- und Beratungsformate zu untersuchen und Erfahrungen für eine zukünftige, flexible Form der Leistungserbringung in der beruflichen Rehabilitation nutzbar zu machen.

Unter dem Feldzugang und der Praxisperspektive der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH sollen die in dem aktuellen dynamischen Prozess entstehenden Lösungsansätze in ihren Voraussetzungen und Auswirkungen in Bezug auf Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken mehrperspektivisch bewertet werden. Zielsetzung ist dabei, herauszuarbeiten, welche Lösungen sich hinsichtlich Machbarkeit, Akzeptanz und Nutzen in der aktuellen Situation aus Sicht der verschiedenen Akteur*innen bewähren und welche übertragbaren Erfahrungen für eine zukünftige, flexible Form der Leistungserbringung in der beruflichen Rehabilitation zielführend genutzt werden können.

Ansprechpartner*innen:
Prof.‘in Dr. Mathilde Niehaus​​ mathilde.niehaus@uni-koeln.de
Marie Sophia Heide​​​ marie.heide@uni-koeln.de
Manfred Otto-Albrecht​ manfred.otto-albrecht@faw.d

 

Quelle: Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gemeinnützige Gesellschaft mbH, 31.10.2020

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