JobMe: Berufliche Reha für Menschen mit Epilepsie Bundesweit erstes ambulantes Angebot

Veröffentlicht am 19.01.2021 20:26 von Redaktion RehaNews24

Menschen mit Epilepsie haben aufgrund ihrer Erkrankung oft große Probleme beim Zugang zum Arbeitsmarkt und zu beruflicher Qualifizierung. Arbeitgeber und Betroffene sind häufig verunsichert, ob und wie ein Beruf mit bzw. trotz der Erkrankung ausgeführt werden kann.

JobMe setzt genau an dieser Stelle an: Es ist das bundesweit erste Angebot der ambulanten beruflichen Rehabilitation speziell für Menschen mit Epilepsie und chronischen Anfallsleiden. Entwickelt wurde es von der alsterarbeit gGmbH und dem Hamburger Epilepsiezentrum am Evangelischen Krankenhaus Alsterdorf.

Dr. Stefan Stodieck, Chefarzt des Epilepsiezentrums: „JobMe schlägt die Brücke zwischen medizinischer Versorgung und beruflicher Rehabilitation. Die speziellen Erfahrungen und das Wissen aus beiden Bereichen sind in die Entwicklung des Angebots eingeflossen. Menschen mit Epilepsie werden darin unterstützt, ein möglichst selbstständiges und selbstbestimmtes Leben zu führen. Arbeit ist ein wichtiger Aspekt von gesellschaftlicher Teilhabe.“

Die Maßnahme JobMe beginnt mit einer umfassenden Bedarfseinschätzung und Profilentwicklung, die alle relevanten Fähigkeiten sowie medizinischen und psychosozialen Faktoren einbezieht. Für jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer wird so ein passgenaues Leistungsangebot entwickelt, das auf die individuellen Bedürfnisse und Ressourcen zugeschnitten ist.

JobMe realisiert dabei Epilepsiekompetenz in drei entscheidenden Handlungsfeldern: Proaktive Krankheitsbewältigung, arbeitsmedizinische Beratung und neuropsychologische Reha-Planung. Mit gezielten Trainings, Qualifizierungen und Beratungsangeboten, insbesondere im Rahmen betrieblicher Erprobungen und Praktika, werden die Teilnehmer*innen unterstützt, ihre Potenziale, Risiken und Belastungsgrenzen realistisch einzuschätzen und gegenüber Arbeitgebern klar und selbstbewusst zu kommunizieren. Mit der gezielten Förderung einer souveränen Gesundheitssorge im beruflichen Kontext schafft JobMe die Voraussetzung für eine nachhaltig erfolgreiche Berufstätigkeit, die auch den schwierigen Phasen der chronischen Erkrankung stand hält.
Die Maßnahme dauert in der Regel 12 Monate. Die Kosten werden nach Prüfung der Anspruchsgrundlagen von Arbeitsagenturen, Rentenversicherungsträgern oder Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung übernommen.

Epilepsie ist eine chronische Krankheit, rund einer von 100 Menschen ist betroffen. Damit zählt Epilepsie zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. Etwa jede dritte der an Epilepsie erkrankten Personen hat trotz guter medizinischer Behandlung weiterhin Anfälle.

Hintergrund
Das Evangelische Krankenhaus Alsterdorf gehört zu den medizinischen Gesellschaften der Evangelischen Stiftung Alsterdorf. Es ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Hamburg. Darüber hinaus erfüllt es einen besonderen Auftrag für die fachmedizinische und pflegerische Versorgung von Menschen mit Behinderungen. Das zertifizierte und durch die Landesbehörde ausgewiesene Epilepsie-Zentrum in Kooperation mit dem UKE und dem Kath. Kinderkrankenhaus Wilhelmstift hat die bundesweit größte Epilepsie-Monitoring-Station. Auch in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, der Altersmedizin und der Entwicklung zum Demenzsensiblen Krankenhaus hat sich das Ev. Krankenhaus Alsterdorf überregional einen Namen gemacht.
alsterarbeit realisiert differenzierte Angebote zur Teilhabe am Arbeitsleben und zur beruflichen Eingliederung – unabhängig von der Art und Schwere der Behinderung. Das Kompetenzzentrum Bildung und Qualifizierung (kbq) ist bei alsterarbeit für die Angebote im Bereich beruflicher Bildung und Rehabilitation zuständig.
Neben der Unterstützung der Teilnehmer*innen in den Berufsbildungsbereichen der verschiedenen Betriebsstätten von alsterarbeit und dem umfangreichen Fort und Weiterbildungsprogramm entwickelt das kbq immer wieder besondere Projekte im Bereich beruflicher Bildung und Rehabilitation und greift dabei auf Kooperationspartner auch außerhalb der Ev. Stiftung Alsterdorf zurück.

Quelle: alsterarbeit gGmbH

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