Innovatives Digitalisierungskonzept für die berufliche Rehabilitation

Veröffentlicht am 24.03.2021 12:10 von Redaktion rehanews24

BFW-Direktor Dr. Christian Vogel vertraut auf den Einsatz modernster Technik, um chronisch erkrankte Menschen für einen beruflichen Neustart fit zu machen.
Foto: BFW Dortmund / Stephan Schütze.

Dortmund, 23. März 2021. Die mittlerweile über ein Jahr andauernde Corona-Pandemie hat dem Digitalisierungskonzept des Berufsförderungswerks (BFW) Dortmund einen großen Innovationsschub verliehen. Bereits während des ersten Lockdowns digitalisierte die Bildungseinrichtung innerhalb weniger Tage den kompletten Unterrichtsbetrieb. Dieser konnte ohne Unterbrechung fortgesetzt werden. Bestätigt durch die positiven Erfahrungen entwickelte das BFW Dortmund ein für die berufliche Rehabilitation zukunftsweisendes Konzept. Klassischer Unterricht „vor Ort“ wird flexibel und zielgerichtet mit digitalem Lernen kombiniert. Für diese Leistungen wurde die Bildungseinrichtung beim deutschlandweiten Innovationswettbewerb TOP 100 als eines der besten hundert mittelständischen Unternehmen ausgezeichnet: Die Fachjury würdigte das BFW Dortmund mit dem Siegel TOP-Innovator 2021.

„Mit dem neuen Konzept leisten wir für unsere Branche wichtige Pionierarbeit. Die berufliche Rehabilitation ist heute mehr denn je gefordert, dem technologischen Wandel und der digitalen Transformation in der Arbeitswelt mit neuen Lösungen zu begegnen. Nur so können auch Menschen, die gesundheitlich eingeschränkt sind, langfristig faire Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhalten”, erklärt Dr. Christian Vogel, Direktor des BFW Dortmund, und fügt hinzu: „Beim diesjährigen Wettbewerb konnte unser Haus in einem unabhängigen, wissenschaftlichen Prüfverfahren durch seine Innovationskraft punkten. Diese erfreuliche Auszeichnung auf bundesweiter Ebene bestärkt uns. Ein weiterer Beleg, dass wir uns auf einem guten Weg befinden, sind die erfolgreichen Ergebnisse der aktuellen IHK-Prüfungen unserer Teilnehmenden.“
Das BFW Dortmund, das in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert, qualifiziert Menschen, die ihren alten Beruf nach einer Krankheit oder einem Unfall nicht mehr ausüben können. Mit großem Erfolg: Die Vermittlungsquote der Absolventen in den ersten Arbeitsmarkt liegt seit Jahren bei mehr als 80 Prozent. Dabei besitzt die Bildungseinrichtung unter allen 28 Berufsförderungswerken in Deutschland eine besondere „Strahlkraft“: Knapp ein Drittel der 1.000 Teilnehmenden zieht es aus anderen Regionen Deutschlands ins östliche Ruhrgebiet. „Bei uns finden Rehabilitanden zum Teil einzigartige Angebote, die es nur hier in Dortmund gibt. Viele der Qualifizierungen besitzen in der Wirtschaft derart hohe Anerkennung, dass unsere Absolventen direkt übernommen werden“, so Dr. Christian Vogel. Auf nahezu konkurrenzlos hohem Niveau werden zum Beispiel Fachinformatiker, Werkstoffprüfer oder Fachkräfte in CNC- und kaufmännischen Bereichen ausgebildet.
Das neue digitalisierte Angebot des BFW Dortmund ermöglicht den Rehabilitanden, einzelne Phasen ihrer beruflichen Qualifizierung „online“ von zuhause aus zu verfolgen. „Dies erleichtert gerade denjenigen die Teilnahme, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Der wesentliche Vorteil der neu geschaffenen hybriden Lernmodelle besteht in der individuellen Förderung durch einen optimalen Mix von Online- und Präsenz-Unterricht“, betont Dr. Christian Vogel. Je nach Berufsbild werden virtuelle und „reale“ Formate so kombiniert, dass die Ausbilder intensiver auf die unterschiedlichen Voraussetzungen der Teilnehmenden eingehen können. Überdies würden Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien vermittelt, die in der Arbeitswelt mittlerweile unverzichtbar sind. Ebenso erweitern zusätzliche Online-Services die eigenen psychologischen und medizinischen Angebote.
„Digitalisierung ist auch ein Zeichen von zielorientiertem Management. Dies zeigt sich insbesondere in dem hohen Grad an innovativen Prozessen und der Organisation“, betont der Verwaltungsleiter und stellvertretende Direktor Jürgen Schonhoff. Das BFW Dortmund verfügt bereits über umfangreiche Erfahrungen in diesem Feld: Seit Jahren bietet die Bildungseinrichtung rechnergestützte Lehrgänge an, schult in einer breiten Palette von IT-Berufen und bindet digitale Komponenten in den Betrieb der eigenen Ausbildungswerkstatt ein. „Allerdings haben wir jetzt unsere wichtigsten Kompetenzen zu einem übergreifenden Konzept gebündelt und erweitert“, erklärt Christian Vogel. Ein neuer Service sind zum Beispiel virtuelle Sprechstunden mit BFW-Experten über ein eigenes digitales Studio. Zukünftig werde noch stärker in den IT-Bereich investiert.
Über das Berufsförderungswerk (BFW) Dortmund
Das Berufsförderungswerk (BFW) Dortmund wurde im Jahr 1971 gegründet und ist ein überregionales Dienstleistungsunternehmen der beruflichen Rehabilitation im Stadtteil Hacheney. Das BFW Dortmund bietet Menschen Umschulungen an, die nach Krankheit oder Unfall ihren alten Beruf nicht mehr ausüben können und über einen Kostenträger, z.B. die Deutsche Rentenversicherung, eine neue berufliche Qualifizierung finanziert bekommen. Wie die anderen 27 Berufsförderungswerke in Deutschland hat auch das BFW Dortmund einen sozialpolitischen Auftrag mit dem Ziel, Rehabilitandinnen und Rehabilitanden nach Abschluss der Qualifizierung in den ersten Arbeitsmarkt und ihnen damit eine aktive Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen. Das Angebotsspektrum reicht von der Information und Beratung über die Berufsfindung und Qualifizierung bis zur Integration in den ersten Arbeitsmarkt.
Bis heute hat das BFW Dortmund seine Kapazitäten und seine Infrastruktur zu einem sechs Hektar großen, hochmodernen Campus mit 300 Mitarbeitern ausgebaut. Es verfügt über ein vielfältiges Qualifizierungsangebot für 1.000 Teilnehmer in 40 Berufen, deren Spektrum von kaufmännischen und technischen bis hin zu Elektro-, IT- und Medienberufen reicht. Bei sämtlichen Qualifizierungen legt das BFW Dortmund einen besonderen Fokus auf die Gegebenheiten des regionalen Arbeitsmarktes und die individuellen Stärken und Neigungen seiner Teilnehmer. Mit großem Erfolg: Rund 80 Prozent der Absolventinnen und Absolventen haben direkt im Anschluss an ihre Prüfung einen neuen Arbeitsplatz.
Quelle: Berufsförderungswerk Dortmund, 24.03.2021
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