Infektionsgefahr in Eifelhöhen-Klinik – Bezirksregierung Köln und Gesundheitsministerium beschließen Klinikschließung

Veröffentlicht am 04.11.2019 12:52 von Redaktion RehaNews24

Die Bezirksregierung Köln veranlasst in enger Abstimmung mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW, dass unverzüglich eine vorläufige Betriebs-Schließung der Eifelhöhen-Klinik Marmagen angeordnet wird.

Grund dafür sind massive Hygienemängel. Diese können zur Weiterverbreitung von Krankheitserregern führen. Beanstandet werden u.a. verschmutze Trinkwasserbehälter, ungenügende Schutzmaßnahmen gegen multiresistente Keime, falsche Lagerung und falscher Einsatz von Medizinprodukten wie z.B. Wundauflagen, Operationsprodukte, Beatmungsprodukte oder Pflaster sowie nicht durchgeführte Flächen- und Händedesinfektionen. Zusätzlich sind Arzneimittel nicht korrekt gelagert und es gibt Auffälligkeiten beim Brandschutz. Darüber hinaus wurden Mängel bei der Personalausstattung und Patientenversorgung festgestellt. Der Kreis Euskirchen richtet einen Krisenstab ein, der sich um die Versorgung und die Verlegung der Patienten in andere Einrichtungen kümmert und den frühestmöglichen Zeitpunkt für die Schließung festlegt. Oberste Priorität hat die Sicherheit der Patienten.

Auch die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) erhebt schwere Vorwürfe gegen den Eifelhöhenklinikkonzern und den Kreis Euskirchen. Für die Schließung ist aus Sicht von ver.di die von Gewinnsucht geprägte langjährig unverantwortliche Unternehmenspolitik und ein umfängliches Versagen der staatlichen und kommunalen Aufsichtsbehörden verantwortlich. „Der Klinikbetreiber hat durch mangelnde Investitionen das Wohl der Patienten und die Arbeitsplätze gefährdet, die Gewerbeaufsicht und das Gesundheitsamt des Kreises Euskirchen haben tatenlos dabei zugesehen“, so die scharfe Kritik des zuständigen Gewerkschaftssekretärs Arno Appelhoff. Betroffen sind rund 300 Beschäftigte. Dazu zählen Pflegefachkräfte, Therapeuten, Handwerker, Verwaltungskräfte und Servicepersonal. Laut ver.di gab es zahlreiche und unübersehbare Hinweise auf die akuten Missstände in der Klinik (eine detaillierte Aufzählung finden Sie hier).

„Ein Konzernvorstand, vertreten durch die Herren Küthmann und Lotzkat, der diese angezeigten Missstände solange ignoriert, handelt entweder grob fahrlässig oder versucht bewusst, eine Standortschließung zu provozieren. Eine Gewerbeaufsicht, die die beschriebenen Missstände offenbar nicht gesehen hat, muss sich fragen lassen, ob sie ihrer Aufsichtspflicht nachgekommen ist. Ebenso ein Gesundheitsamt, das trotz öffentlicher Berichterstattung kein Interesse an der angespannten Situation gezeigt hat“, kritisiert Appelhoff.

Nach eigenen Angaben der Eifelhöhen-Klinik Aktiengesellschaft prüfe die Geschäftsführung der Eifelhöhen-Klinik Marmagen GmbH “derzeit die inhaltlichen und rechtlichen Grundlagen dieses Verwaltungsaktes sowie die wirtschaftlichen Auswirkungen desselben. In Abhängigkeit von der Dauer der verfügten Schließung ist dabei nicht auszuschließen, dass für den Geschäftsbetrieb der Eifelhöhen-Klinik Marmagen GmbH keine positive Fortführungsprognose gegeben sein könnte.”

 

Quellen:
https://www.bezreg-koeln.nrw.de/brk_internet/presse/2019/050/index.html, 01.11.2019
https://nrw.verdi.de/presse/pressemitteilungen/++co++7ddb1c36-fcb2-11e9-b731-001a4a160110, 01.11.2019
https://eifelhoehen-klinik.ag/investor-relations/meldungen/pflichtmeldungen/ad-hoc-mitteilungen/, 01.11.2019

Print Friendly, PDF & Email

Redaktion RehaNews24

----------------------
Angaben gemäß § 5 TMG
Christian Kocura
Langenfelder Straße 51d
51371 Leverkusen

Vertreten durch: Christian Kocura

Redaktionsleitung: Susann Kocura
E-Mail: redaktion@rehanews24.de

Umsatzsteuer-ID:
Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gemäß §27a Umsatzsteuergesetz: DE 314962335

Aufrufe: 358