Hilfe per Telefon

Veröffentlicht am 01.04.2020 15:08 von Redaktion RehaNews24

Psychische Probleme und Sorgen? Experten der Johannesbad Fachklinik Hochsauerland sind jetzt über eine Hotline erreichbar

SCHMALLENBERG. Soziale Distanz – Kontakte vermeiden: Die aktuelle Lage wirkt sich auch auf die Psyche der Menschen aus. Die Johannesbad Fachklinik Hochsauerland in Fredeburg hilft mit einer Telefonhotline. „Damit die Menschen mit ihren Problemen nicht alleine sind, stehen ausgebildete Psychotherapeuten unserer Fachklinik als Gesprächspartner zur Verfügung“, sagt Dr. Jens Schneider, Chefarzt der Johannesbad Fachklinik Hochsauerland. Von Montag bis Freitag jeweils von 10 bis 12 und 13 bis 15 Uhr können sich Betroffene unter der Telefonnummer 02974/730 melden. Sie werden dann mit dem diensthabenden Arzt verbunden. Auch am Wochenende ist die Hotline erreichbar; samstags zwischen 15 und 16 Uhr und sonntags zwischen 11 und 12 Uhr.

„Menschen werden in dieser Zeit auf sich selbst zurückgeworfen“, erklärt Dr. Jens Schneider. Wer unter psychischen Krankheiten leidet, sei besonders betroffen. Alleine zuhause, wenig Kontakt zu anderen, fehlende Rituale, die den Alltag strukturieren – „Vermeidungsstrategien, die vorher angewandt wurden, helfen nicht mehr; Ablenkung bricht weg“, weiß der Chefarzt der psychosomatischen Klinik im Hochsauerland. Gerade wenn Menschen alleine leben, könnten sie Angst und Unsicherheit entwickeln. „Das geht bis hin zu schweren Depressionen oder suizidalen Gedanken. Dabei spielen auch die ökonomischen Folgen und Existenzängste eine Rolle“, warnt Jens Schneider.

Vorbeugen gegen häusliche Gewalt
Viele Familien oder Paare sehen sich jetzt der Herausforderung gegenüber: gemeinsam den ganzen Tag auf engem Raum, Homeoffice, Haushalt und Kinderbetreuung – „das kann Konflikte auslösen“, betont der Chefarzt. „Es kann zu Aggressionen und Wut kommen oder zu Alkoholproblemen und Drogenmissbrauch.“ Die Experten der Johannesbad Fachklinik Hochsauerland befürchten auf Dauer auch einen Anstieg der Taten im Bereich der häuslichen Gewalt. „Das wurde ähnlich bereits in China beobachtet“, erklärt Jens Schneider. Aus diesem Grund bietet die Johannesbad Fachklinik telefonische Beratung an. „Der diensthabende Arzt kann Verhaltensempfehlungen geben oder gezielte Übungen zum Aggressionsabbau – oder einfach nur zuhören“, sagt Jens Schneider. „Manchmal ist das sogar das Wichtigste.“

Einen Tipp hat Jens Schneider noch parat: Auch wer nicht mit psychischen Problemen zu kämpfen hat, braucht in der aktuellen Situation Ansprache. „Mit Freunden und Familie telefonieren, mal ein Videoanruf der Großeltern mit den Enkeln oder neue Rituale wie die gemeinsame digitale Mittagspause mit Kollegen etablieren – auch das kann helfen“, betont der Arzt.

 

Quelle: Johannesbad, 01.04.2020

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