Fachkonferenz zur Vorsorge und Reha von Müttern/Vätern und Kindern in Berlin

Veröffentlicht am 31.10.2019 12:46 von Redaktion RehaNews24

Die chronische Unterfinanzierung im Bereich der Vorsorge und Rehabilitation von Müttern/ Vätern und Kindern gefährdet die Versorgung von belasteten Familien. Die Teilnehmer auf der Fachkonferenz „Qualität in der Vorsorge und Rehabilitation für Mütter/Väter und Kinder – lohnt sich das?“ am 24. Oktober in Berlin waren sich einig – das darf nicht weiter hingenommen werden! Die Klinikbetreiber appellierten an Krankenkassen und Gesetzgeber, endlich für marktgerechte Pflegesätze zu sorgen. Andernfalls bestünde die Gefahr, dass Kliniken geschlossen werden müssten, die im Wettbewerb um qualifiziertes Klinikpersonal nicht mehr mithalten können.

Im Rahmen der vom Bundesverband Deutscher Privatkliniken e.V. (BDPK) organisierten Fachkonferenz diskutierten Experten aus Wissenschaft, Vertreter der Leistungserbringer, der Politik und der Kostenträger, wie eine faire Vergütung von Vorsorge- und Reha-Maßnahmen für Mütter/Väter und Kinder realisiert werden kann. Im Fokus stand dabei das Ergebnis der vom BDPK beauftragten Studie zur Frage „Was kostet die Vorsorge-/Rehabilitationsleistung in Mutter-/Vater-Kind-Einrichtungen?“. Die mit der Studie beauftragte aktiva Beratung im Gesundheitswesen GmbH hatte in ihrem Gutachten einen sachgerechten Vergütungssatz in Höhe von 105,69 Euro ermittelt. Die heute üblichen Tagessatzhöhen liegen jedoch nur bei ca. 70 Euro.

Thomas Bruns, Geschäftsführer der Friesenhörn-Nordsee-Kliniken GmbH und Vorsitzender der BDPK-Facharbeitsgruppe Vorsorge und Rehabilitation für Mütter/Väter und Kinder: „Wenn Vorsorge- und Reha-Leistungen für Mütter und Väter weiterhin als Sparstrumpf der Krankenkassen missbraucht werden, können die Einrichtungen im Wettbewerb um Fachpersonal mit den Akut- und Pflegeeinrichtungen nicht mehr im Markt bestehen. Eine leistungsgerechte Vergütung der Vorsorge- und Reha-Maßnahmen für Mütter und Väter ist unverzichtbar, um die wichtigen Strukturen der Mutter/Vater- Kind Einrichtungen auch langfristig erhalten zu können.“

Ulla Schmidt, Vorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V. und ehemalige Bundesministerin für Gesundheit: “Die Mutter/Vater-Kind-Maßnahmen dürfen nicht unterschätzt werden. Sie sind eine nachhaltige Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft. Daher ist eine angemessene Vergütung zwingend notwendig. Auch der Zugang zu diesen Leistungen, insbesondere für sozial benachteiligte Familien und für Familien mit Kindern mit Behinderung, muss weiter verbessert werden, deshalb setze ich mich für die Einführung einer ärztlichen Direktverordnung für Mutter/Vater-Kind-Maßnahmen ein.”

Margot Jäger, Geschäftsführerin Katholische Arbeitsgemeinschaft für Müttergenesung und stellvertretende Kuratoriumsvorsitzende des Deutschen Müttergenesungswerkes: „Der BDPK legt den Finger in die Wunde. Die viel zu geringen Tagessätze in der Vorsorge und Reha von Müttern und Vätern führen zu einem existenzbedrohenden Problem für den gesamten Leistungsbereich. Hier liegt ein Systemfehler vor, wenn sogar voll ausgelastete Kliniken um das Überleben kämpfen müssen. Die Verhandlungen um Qualität und um Vergütung erfolgen völlig entkoppelt.“

Bernd Beyrle, Leiter des Fachbereichs Stationäre Versorgung bei der Techniker Krankenkasse: „Das aktiva-Gutachten ist ein erster Ansatz für eine sachliche Diskussion. Eine Schwierigkeit dabei ist, dass die Krankenkassen untereinander im Wettbewerb stehen und Qualität und Wirtschaftlichkeit in Einklang bringen müssen. Ein weiterer Punkt ist: Das aktuelle Qualitätssicherungsverfahren bringt aus unserer Sicht nicht die nötige Transparenz mit sich, um die Ergebnisse unmittelbar vergütungsrelevant werden zu lassen. Deshalb berufen wir uns als TK insbesondere auf eigene Versichertenbefragungen.“

Mütter und Väter leisten einen essenziellen Beitrag für unsere Gesellschaft. Sie versorgen, erziehen und begleiten ihre Kinder – die Zukunft unserer Gesellschaft – und sehen sich dabei immer größeren Herausforderungen und Belastungen ausgesetzt. Wird diesen nicht adäquat und frühzeitig entgegengewirkt, drohen gravierende Auswirkungen auf die psychische und physische Gesundheit der betreffenden Familien. Angebote der medizinischen Vorsorge und Rehabilitation für Mütter, Väter und deren Kinder setzen genau hier an. Mit ihren ganzheitlichen Angeboten bieten sie belasteten Familien professionelle Hilfen, wirken spezifischen Gesundheitsrisiken und bestehenden Erkrankungen von Müttern und Vätern effektiv entgegen und stellen damit einen unverzichtbaren Bestandteil der Gesundheitsversorgung in Deutschland dar.

Das aktiva-Gutachten „Was kostet die Vorsorge-/Rehabilitationsleistung in Mutter-/Vater-Kind-Einrichtungen?“ finden Sie hier.

Ihr Ansprechpartner:
Antonia von Randow
Pressesprecherin des BDPK e.V.
Friedrichstraße 60
10117 Berlin
Tel.: 0 30 – 2 40 08 99 – 0

presse@bdpk.de  http://www.bdpk.de

Der Bundesverband Deutscher Privatkliniken e.V. (BDPK) vertritt seit über 70 Jahren die Interessen von mehr als 1.000 Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken in privater Trägerschaft. Als deutschlandweit agierender Spitzenverband setzt er sich für eine qualitativ hochwertige, innovative und wirtschaftliche Patientenversorgung in Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken ein.

Weitere Informationen: www.bdpk.de

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