Dr. Sabine Federmann ist neue Theologische Vorständin der Evangelischen Stiftung Volmarstein.

Veröffentlicht am 27.02.2021 12:15 von Evangelische Stiftung Volmarstein

Pfarrerin Dr. Sabine Federmann, Theologische Vorständin Ev. Stiftung Volmarstein und Dipl.-Kaufm. Markus Bachmann, Kaufmännischer Vorstand Ev. Stiftung Volmarstein

„Wie groß unsere Stiftung ist, merke ich jeden Tag aufs Neue“, betont Dr. Sabine Federmann. Seit Februar ist sie neue Theologische Vorständin der Evangelischen Stiftung Volmarstein. Gemeinsam mit Markus Bachmann, Kaufmännischer Vorstand, leitet sie nun das diakonische Unternehmen. Als Doppelspitze tragen beide die Verantwortung für mehr als 3800 Mitarbeitende und für die zahlreichen anvertrauten Menschen. „Unser Unternehmen ist mit theologischer und kaufmännischer Leitung in guten Händen“, betont Markus Bachmann. „Das eine geht nicht ohne das andere.“

Sabine Federmann ist 53 Jahre alt, verheiratet und lebt mit ihrer Familie in Hattingen. Nach dem Studium arbeitete die Theologin an einem Forschungsprojekt an der Uni Marburg. Danach folgten zehn Jahre Arbeit als Gemeindepfarrerin – zunächst an der Weser, dann in Hattingen. Zuletzt leitete sie zehn Jahre lang die Ev. Akademie Villigst – eine Bildungseinrichtung der Ev. Kirche von Westfalen.

Bereits seit November gewinnt Sabine Federmann Einblicke in die Stiftung – begleitet durch ihren Amtsvorgänger Jürgen Dittrich. Die Vielfalt der Stiftung ist für sie beeindruckend: „Gesundheit, Beweglichkeit, Selbstbestimmtheit, Freude und Teilhabe – wir ermöglichen hier ganz viel“, so die Vorständin. „Das, was die Kolleginnen und Kollegen jeden Tag leisten, ist gelebter christlicher Glaube.“ Seelsorge, Unternehmenskultur und Personalentwicklung stehen für die 53-Jährige im Mittelpunkt ihrer Arbeit.

In ihrem neuen Amt möchte sie die Mitarbeitenden stärken, von ihnen lernen und gemeinsam Strukturen schaffen, die tragen. „Für mich ist es ein großes Anliegen, gemeinsam mit Menschen gelingendes Leben zu ermöglichen.“ Daher wird die Personalentwicklung ein Schwerpunkt ihrer Arbeit sein. Mitarbeitende zu gewinnen und zu halten heißt für sie: gute Arbeitsbedingungen stärken, Entwicklungschancen eröffnen und Aus- und Fortbildung ausbauen. „Die Evangelische Stiftung Volmarstein hat in den vergangenen Jahren ihr Leistungsspektrum erheblich erweitert“, betont auch Markus Bachmann. „Unsere Vielfalt können wir nur ermöglichen, wenn wir die Mitarbeitenden binden und dem Fachkräftemangel aktiv entgegenwirken.“

Die Dezentralisierung und das Wachstum der Ev. Stiftung Volmarstein sollen in den kommenden Jahren weiter gehen. Sabine Federmann sieht es als ihre Aufgabe, die Balance von christlichem Selbstverständnis, hoher Professionalität und Wirtschaftlichkeit zu ermöglichen. „Das schaffen wir nur zusammen mit den Kollegen und Kolleginnen vor Ort und mit externen Partnern“, betont sie. „Ich möchte, dass Menschen bei uns die Chance haben, Ideen selbst zu entwickeln und diese zu ermöglichen.“

Fakten: Ev. Stiftung Volmarstein
Die Evangelische Stiftung Volmarstein ist ein komplexes diakonisches Dienstleistungsunternehmen und eines der größten Zentren für ganzheitliche Rehabilitation im Ruhrgebiet. Mit rund 3.850 Mitarbeiter*innen in ihren Einrichtungen und Gesellschaften der Behinderten-, Jugend-, Kinder-, Kranken- und Seniorenhilfe ist die Stiftung eine der größten Arbeitgeberinnen in der Region. Der Umsatz unseres Unternehmens lag in 2019 bei 302 Millionen Euro.

Leiser Abschied mit großer Anerkennung
Nach 14 Jahren hat die Evangelische Stiftung Volmarstein ihren langjährigen Theologischen Vorstand, Pfarrer Jürgen Dittrich, in den Ruhestand verabschiedet. Seit 2006 hat er an vielen Veränderungen und Entwicklungen in der Stiftung entscheidend mitgewirkt. Rückblickend auf seine Amtszeit sagt er: „Von den Menschen mit Behinderung habe ich viel gelernt.“

Sein Start hatte mit einer harten Bewährungsprobe, der Heimkinder-Debatte, begonnen: Es galt, die Untaten aufzuarbeiten, die Kinder mit Behinderung in den 50er und 60er Jahren in der Stiftung erfahren hatten. Offenheit und Transparenz – dafür stand er in dieser schwierigen Diskussion. Mit den Betroffenen trat er in einen Dialog ein, unabhängige Historiker ließ er die Geschehnisse in einem Buch aufarbeiten. Am Ende gelang eine Aussöhnung, für die er maßgeblich den Weg bereitet hatte.

Als Vorstand war Jürgen Dittrich daran beteiligt, dass sich die Stiftung enorm verändert hat. Längst ist sie keine klassische Einrichtung für Menschen mit Behinderung mehr, sondern ein komplexer diakonischer Dienstleister für behinderte, alte und kranke Menschen sowie für Kinder und Jugendliche. Kein Zweifel: In der Ära Dittrich ist die Stiftung nicht nur größer, sondern vor allem auch bedeutsamer geworden.

Unter seiner Mitverantwortung stieg die Mitarbeiter-Zahl von 1500 auf 3850. Die Stiftung übernahm Kliniken, mehrere Altenheime und schuf für Senioren spezialisierte Angebote wie Demenz-WGs und Tagespflegen. Menschen mit Behinderung leben heute nicht mehr schwerpunktmäßig in großen Einrichtungen zentral in Volmarstein, sondern in kleinen Wohngemeinschaften in der gesamten Region, wo im Alltag optimale Teilhabe möglich ist.

Wegen der Corona-Krise war für den langjährigen Vorstand kein normaler Abschied möglich. Stattdessen gab es eine virtuelle Verabschiedung, an der sich viele Mitarbeitende beteiligten und persönlich alles Gute zu wünschen und danke zu sagen.

 

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