David-Sackett-Preis 2021 für eine randomisiert-kontrollierte Studie im Bereich der Rehabilitationswissenschaften

Veröffentlicht am 26.02.2021 16:10 von Redaktion rehanews24

Die Projektgruppe CED am Zentrum für Bevölkerungsmedizin und Versorgungsforschung der Universität zu Lübeck erhält den Wissenschaftspreis des EbM-Netzwerks für ihre Forschungsergebnisse zu Wirksamkeit und Nutzen einer aktiv induzierten medizinischen Rehabilitation bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (MERCED Studie).

Seit 2008 vergibt das Deutsche Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM-Netzwerk) jährlich seinen nach dem EbM-Pionier David Sackett benannten Wissenschaftspreis für herausragende wissenschaft­liche Leistungen auf dem Gebiet der Evidenzbasierten Medizin und Gesundheitsversorgung in For­schung, Lehre oder bei der Verbreitung der Anliegen der EbM.

Der David-Sackett-Preis 2021 wurde am 25.02.2021 im Rahmen der virtuellen 22. Jahrestagung des EbM-Netzwerks an Dr. Angelika Hüppe, Dr. Jana Langbrandtner und Prof. Dr. Dr. Heiner Raspe (Pro­jektgruppe CED) vom Zentrum für Bevölkerungsmedizin und Versorgungsforschung der Universität zu Lübeck verliehen.

Die Gruppe erhält die Auszeichnung für ihre von der DFG geförderte MERCED-Studie. Die pragmati­sche, randomisiert-kontrollierte Studie sollte zum einen für die Beispielindikation chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) den Nachweis erbringen, dass Rehabilitation – so wie sie in Deutschland zum Einsatz kommt, nämlich als mehrwöchige, stationäre und multidisziplinäre Behandlungsform – wirksam ist. Außerdem sollte sie zeigen, dass randomisierte Studien in diesem komplexen Feld der Rehabilitation machbar sind. In MERCED erhielt die Interventionsgruppe eine aktive Beratung und Un­terstützung bei der Rehaantragstellung, in der Kontrollgruppe wurde die bisherige Versorgung fortge­setzt. Nach 12 Monaten konnte sowohl für die primäre Zielgröße „soziale Teilhabe“ als auch für ver­schiedene sekundäre Zielgrößen eine Überlegenheit der fachlich qualifizierten Rehabilitation gegenüber der Routineversorgung nachgewiesen werden.

Weiterhin bemerkenswert ist der partizipative Ansatz, der in der MERCED-Studie verfolgt wurde: von der Studienplanung bis zur Ergebnisinterpretation und Diskussion mit Stakeholdern waren Betroffene im Rahmen eines Patientenbeirats und durch die Selbsthilfeorganisation DCCV (Deutsche Morbus Crohn/ Colitis ulcerosa Vereinigung e.V.) eingebunden und standen dem wissenschaftlichen Stu­dienteam gleichberechtigt beratend und mitgestaltend zur Seite.

In ihrer Laudatio hob Dr Dagmar Lühmann, stellvertretende Vorsitzende des EbM-Netzwerks, hervor, dass es der Arbeitsgruppe mit dieser Studie, die auf eine fast 20-jährige Forschungserfahrung im Be­reich Rehabilitation aufsetzt, gelungen sei, eine seit Jahren bekannte und beklagte Evidenzlücke in der deutschen Gesundheitsversorgung zu schließen.

Die Hauptergebnisse wurden im Februar 2020 im Deutschen Ärzteblatt International publiziert.

Weitere Informationen
https://www.ebm-netzwerk.de/de/veroeffentlichungen/david-sackett-preis Mehr Informationen zum David-Sackett-Preis mit den Preisträgerinnen und Preisträgern der vergangenen Jahre

 

Quelle: idw-online.de, 26.02.2021

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