Corona-Krise: Bundesverband Geriatrie fordert finanzielle Hilfe auch für ambulante Rehabilitationseinrichtungen

Veröffentlicht am 15.04.2020 22:16 von Redaktion RehaNews24

Durch die Corona-Krise hat der Versorgungsbereich der ambulanten Rehabilitation Einnahmeausfälle zu verzeichnen. Ambulante Rehabilitationsmaßnahmen werden derzeit nicht mehr durchgeführt. Die Einrichtungen müssen hohe finanzielle Verluste verkraften. Der Bundesverband Geriatrie fordert, dass auch ambulante Einrichtungen einen Rettungsschirm erhalten. Ansonsten drohen Versorgungsengpässe.

Ambulante Rehabilitationseinrichtungen sowie der Bereich der mobilen Rehabilitation ergreifen derzeit alle erforderlichen Maßnahmen, die zur Bewältigung der aktuellen Corona-Krise beitragen. Jedoch können Menschen mit Rehabilitationsbedarf ihre Rehabilitation angesichts der Beschränkungen des öffentlichen Lebens nicht mehr antreten.

Das kann für die Einrichtungen das wirtschaftliche Aus bedeuten, da laufende Kosten – wie etwa für Personal oder Miete weitergezahlt werden müssen und nur geringfügig gesenkt werden können. Viele ambulante Rehabilitationseinrichtungen verfügen nicht über erforderliche Rücklagen, um über einen längeren Zeitraum immense Verluste auszugleichen. Eine Kompensation der Umsatzeinbußen ist im Gegensatz zu den Krankenhäusern, den stationären Rehabilitationseinrichtungen oder zum Beispiel auch den Zahnärzten bisher nicht vorgesehen.

„Die ambulanten sowie mobilen Einrichtungen müssen entsprechende Ausgleichszahlungen erhalten, um die Versorgungsstrukturen aufrechtzuerhalten. Andernfalls drohen nach der Krise ernsthafte Versorgungsengpässe mit weitreichenden Folgen für die betroffenen Patienten“, sagte Dirk van den Heuvel, Geschäftsführer des Bundesverbandes Geriatrie e.V.

Es muss sichergestellt werden, dass ambulante Einrichtungen ihrem Rehabilitationsauftrag auch in Zukunft nachkommen können, um Pflegebedürftigkeit und Rezidive zu vermeiden.

Bundesverband Geriatrie e.V.
Vorstandsvorsitzender: Dipl.-Kfm. Ansgar Veer
Geschäftsführer: RA Dirk van den Heuvel
Reinickendorfer Straße 61
13347 Berlin
Tel.: 030 / 339 88 76 – 10
Fax: 030 / 339 88 76 – 20

Internet: www.bv-geriatrie.de

Der Bundesverband Geriatrie ist ein Verband von Klinikträgern die rund 400 geriatrische Kliniken beziehungsweise Einrichtungen betreiben und über zirka 23.000 Betten/Rehaplätze verfügen. So sind unter anderem fast alle größeren Klinikverbünde und -Konzerne mit ihren geriatrischen Einrichtungen Mitglieder des Bundesverbandes. Geriatrie, oder auch Altersmedizin, befasst sich mit den speziellen Erkrankungen oder Unfallfolgen älterer Menschen. Das Besondere an dieser Patientengruppe ist, dass ältere Menschen zumeist mehrfach krank (multimorbid) sind. Die geriatrischen Kliniken bieten, hierauf abgestimmt, multidimensionale geriatrische Therapien. Dabei wird ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, der sich auf psychische, funktionelle, soziale und ökonomische Belange erstreckt. Ziel ist es, die Selbstständigkeit der älteren Menschen zu erhalten, beziehungsweise soweit wie möglich wiederherzustellen. Neben der Interessenwahrnehmung als politischer Verband sieht der Bundesverband Geriatrie e.V. seine besondere Aufgabe in der Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität der Versorgung. Dazu wurde frühzeitig ein Daten- und Vergleichssystem mit Namen GEMIDAS aufgebaut und zu GEMIDAS Pro weiterentwickelt sowie die Erfahrungen für die Entwicklung eines eigenen Qualitätssiegels Geriatrie, welches von einer unabhängigen Zertifizierungsstelle vergeben wird, genutzt. Finanziell trägt sich der Verband über die Beiträge seiner Mitglieder. Der Bundesverband ist daher auch aus finanzieller Sicht eine unabhängige Organisation.

 

Quelle: Bundesverband Geriatrie, 15.04.2020

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