Chronisch-komplexer Tinnitus – ein behandelbares Leid

Veröffentlicht am 03.03.2020 23:29 von Redaktion RehaNews24

Foto: Kampagnenmotiv Welttag des Hörens 2020

Welttag des Hörens am 03. März 2020 / Paracelsus-Roswitha-Klinik Bad Gandersheim stellt ihr Behandlungskonzept für Patienten mit chronischem Tinnitus vor

Bad Gandersheim (ev), 28. Februar 2020 Am 03. März 2020 findet dieses Jahr der Welttag des Hörens unter dem Motto “Hör nicht auf!” statt. Rund um diesen Tag setzen sich viele Institutionen und Ärzte in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit vielfältigen Aktionen für das gute Hören ein. Viele Betroffene nehmen ihr eingeschränktes Hörvermögen in Kauf und riskieren dadurch berufliche Schwierigkeiten, soziale Isolation oder schwere Folgeerkrankungen. Die Paracelsus-Roswitha-Klinik Bad Gandersheim nimmt diesen Tag zum Anlass, um über das Behandlungskonzept für Patienten mit chronisch-komplexem Tinnitus aufzuklären.

Einfluss auf das Befinden des Betroffenen
Unter einem Tinnitus sind Ohrgeräusche, wie Summen oder Pfeifen zu verstehen. In den meisten Fällen können die Betroffenen das Geräusch gut ausblenden und fühlen sich dadurch nicht oder wenig beeinträchtigt. Ab einer Dauer von drei Monaten mit andauernden Ohrgeräuschen spricht man von einem chronischen Tinnitus. Die andauernden Ohrgeräusche können im Laufe ihres Bestehens einen immer größeren Einfluss auf das körperliche und psychische Befinden des Betroffenen ausüben. Hoher Leidensdruck und eine Beeinträchtigung in Gesundheit und Lebensgestaltung kann aufgrund der ständigen Wahrnehmung des Tinnitus entstehen. Betroffene lassen den Tinnitus immer mehr zu einem zentralen, das Leben bestimmenden Geschehen werden.

Einblicke in das kognitiv-verhaltensmedizinische Therapiekonzept
In der Paracelsus-Roswitha-Klinik steht nicht nur der Tinnitus, sondern der Tinnitus-Patient im Mittelpunkt der Behandlung. „Das Therapiekonzept vereint Elemente der Tinnitusretrainingtherapie, des Tinnitusbewältigungstrainings und des Hörtrainings mit Ansätzen der kognitiven Verhaltenstherapie“, betont Klaus Herrmann, leitender Dipl. Psychologe der Klinik. „Das Hauptziel der Behandlung liegt nicht darin den Tinnitus vollständig zu heilen, sondern den Umgang mit ihm zu verbessern. Bei den meisten Betroffenen kommt es, nach Abbau der Angst vor dem Tinnitus und einer gezielten Aufmerksamkeitsverschiebung, zu einer Reduzierung der Bedeutung des Tinnitus“, erläutert Herrmann weiter. Hieraus entwickle sich ein positiver Kreislauf. Denn, wenn dem Tinnitus weniger Aufmerksamkeit geschenkt wird, sinkt die Tinnitusbeeinträchtigung, welches zu einer Reduzierung des Stressniveaus führt und am Ende zu einer zunehmend geringeren Ausprägung der Ohrgeräusche.

Manchmal stehen Komorbiditäten, weitere Krankheitsbilder, im Vordergrund und verhindern die Tinnitusbewältigung. In der Paracelsus-Roswitha-Klinik werden, die häufig infolge des chronischen Tinnitus auftretenden psychischen Begleiterscheinungen, wie Angststörungen, Depressionen oder Burn-out-Syndrom, als gleichwertige Problembereiche berücksichtigt und behandelt. Der Psychologe erklärt: „Wir schaffen mit unserer kognitiven Verhaltenstherapie eine Art Hilfe zur Selbsthilfe. Die Betroffenen lernen systematische Selbstbeobachtung und eine aktive Gestaltung des Wahrnehmungsprozesses.“ Zusätzlich wird das Stresserleben mit kognitiven, emotionsfokussierten und gestalterischen Methoden behandelt. Die Rehabilitationsklinik stellt verschiedene therapeutische Angebote zur Verfügung. Hierzu gehören gezielte Entspannungsverfahren, wie progressive Muskelentspannung, Yoga oder Qi Gong, sowie die Ergo- und Kunsttherapie, bei der einzelne Aufmerksamkeitslenkungen angeregt werden. Nicht unerwähnt bleiben sollte die Sport- und Bewegungstherapie. Denn beim Joggen, Walken oder Schwimmen verbessert sich die Muskulatur und Verspannungen können gelockert werden. „Unser Behandlungskonzept erfordert eine enge Zusammenarbeit unseres Teams. Denn nur so können wir individuelle Betreuung eines jeden Patienten sicherstellen“, so Dipl. Psychologe Herrmann.

Die Paracelsus-Roswitha-Klinik kooperiert mit der Deutschen Tinnitus-Liga und arbeitet an einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der Behandlungsformen, um diese dem jeweils aktuellen wissenschaftlichen Stand anzupassen.

Paracelsus-Kliniken in Bad Gandersheim maßgeblicher Arbeitgeber der Region mit umfassendem Rehabilitationsspektrum
Die drei Paracelsus-Kliniken in Bad Gandersheim (Paracelsus Klinik an der Gande, Roswitha Klinik und Klinik am See) haben sich in den vergangenen Jahren zu wesentlichen Pfeilern der Rehabilitation mit Ausstrahlung über die Region hinweg entwickelt und sind gemeinsam einer der maßgeblichen Arbeitgeber in der niedersächsischen Kurstadt. Spezialisiert auf orthopädische Rehabilitation und Anschlussheilbehandlungen, die Behandlung psychischer und psychosomatischer Erkrankungen sowie onkologische Rehabilitation decken die Kliniken gemeinsam ein umfassendes medizinisches Spektrum ab. Hervorzuheben sind die dezidierten Angebote im Bereich der verhaltensmedizinisch oder medizinisch-beruflich orientierten Rehabilitation (MBOR) oder der Akut-Behandlungen (IV-Versorgung) in der Psychosomatik. Mit dem Therapiepfad ALOR4YOU wendet sich die Klinik am See an junge Krebspatienten und ihre besondere Situation. „Hervorzuheben ist unser exzellentes Netzwerk regionaler Partner und der weiterhin ungebrochen große Zuspruch von Patienten und Zuweisern“, berichtet Thorsten Prieß, Klinikmanager in Bad Gandersheim. „Gemeinsam mit unseren Partnern erweitern wir zurzeit unsere Angebote um digitale Nachsorgeprogramme für eine nachhaltige Patientenbetreuung.“, skizziert Prieß die Zukunft.

Paracelsus-Kliniken Deutschland
Die Paracelsus Kliniken zählen mit 34 Einrichtungen an insgesamt 18 Standorten zu den großen privaten Klinikträgern in Deutschland. Bundesweit betreuen rund 4.500 Mitarbeiter jährlich knapp 90.000 stationäre Patienten.Die Konzernzentrale hat ihren Sitz in Osnabrück, wo auch die Verwaltung untergebracht ist. Die Paracelsus Kliniken wollen der Gesundheitspartner der Wahl für ihre Patienten und der Arbeitgeber der Wahl für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein. Die Paracelsus Kliniken gehören zur familiengeführten Beteiligungsgesellschaft Porterhouse, die Nachhaltigkeit, generationenübergreifendes Denken und unternehmerisches Verständnis auszeichnet.

 

Quelle: Paracelsus, 03.03.2020

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