Bundesgesundheitsministerium will Rettungsschirm auflösen

Veröffentlicht am 01.06.2021 20:56 von Redaktion rehanews24

Müttergenesungswerk: Es ist unzumutbar!

Berlin – Zwei Wochen verlängern, dann einstellen: Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) plant die Auflösung des Rettungsschirms für Vorsorge- und Rehakliniken, der bis zum 31. Mai befristet war. Eine Verlängerung ist nur bis zum 15. Juni vorgesehen. Die Geschäftsführerin des Müttergenesungswerks, Anne Schilling, hält diese Absicht des BMG für schlicht „unzumutbar“ für die über 70 Kliniken im MGW-Verbund.

Es ist unfassbar! Seit Beginn der Corona-Pandemie kämpfen die über 70 gemeinnützigen Vorsorge- und Rehabilitationskliniken für Mütter und Väter und für pflegende Angehörige im MGW-Verbund um ihre Existenz. Der Rettungsschirm für die Kliniken wird seit Monaten nur scheibchenweise verlängert. Mit ihm erhalten Kliniken für Corona-bedingte Einnahmeausfälle Ausgleichszahlungen von 50 Prozent. Nun soll er um zwei Wochen verlängert werden und dann wegfallen. Die Begründung ist, dass eine ‚weitere Verlängerung aufgrund des abflachenden Infektionsgeschehens nicht erforderlich sei‘. „Die Argumentation ist nicht nachvollziehbar,“ kritisiert Schilling. „Vergangene Woche hat man das Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetz (GPVG) bis Ende 2021 verlängert, ‚weil das Pandemiegeschehen einen wirtschaftlichen Betrieb nicht ermöglicht‘.“ Das Müttergenesungswerk fordert die Verlängerung des Rettungsschirms bis Ende 2021.

Die Pandemie wird seit über einem Jahr v. a. von Familien getragen. Ihnen wird seit 15 Monaten viel aufgebürdet. Mutter-Kind-/Mütterkuren, Vater-Kind-/Väterkuren und Kuren für pflegende Angehörige sind mehr denn je notwendig. Wir wissen längst, wie unglaublich hoch die Belastung durch Corona ist. Vor allem Mütter, die auch in der Pandemie den Großteil der Sorgearbeit leisten, sind am Ende ihrer Kräfte angelangt und dringend auf die Möglichkeit einer Kur angewiesen. Die Nachfrage ist hoch.

Den Rettungsschirm aufzulösen und damit die Kliniken im Müttergenesungswerk in der Pandemie ihrem Schicksal zu überlassen, bedeutet in der Konsequenz auch Familien im Stich zu lassen. Die Kurkliniken bilden eine Infrastruktur für die Vorsorge- und Rehamaßnahmen mit langer Expertise und hohem Engagement, die in Deutschland unverzichtbar ist. Doch die wirtschaftliche Not der Kliniken wird nicht gehört. „Wir setzen diese Infrastruktur für Mütter, für Väter und auch für pflegende Angehörige ohne Not aufs Spiel“. Wo ist die Priorität für Familien?“ fragt Schilling.

Die aktuelle Pressemitteilung und die Stellungnahme des Müttergenesungswerks zum Referentenentwurf finden Sie auf der Website.

Müttergenesungswerk
Die Elly Heuss-Knapp-Stiftung Deutsches Müttergenesungswerk (MGW) wurde 1950 von Elly Heuss-Knapp, der Frau des ersten Bundespräsidenten, gegründet. Ziel der gemeinnützigen Stiftung ist die Gesundheit von Müttern und inzwischen auch von Vätern und pflegenden Angehörigen. Unter dem Dach des MGW arbeiten fünf Wohlfahrtsverbände bzw. deren Fachverband/Arbeitsgemeinschaft (AWO, DRK, EVA, KAG, Parität) zusammen. Besonders zeichnet sich das MGW durch ganzheitliche und gerndersensible Kurmaßnahmen und das Konzept der Therapeutischen Kette im MGW-Verbund aus. Diese umfasst die kostenlose Beratung der Betroffenen bei über 1.000 Beratungsstellen der Wohlfahrtsverbände für Fragen rund um die Kurmaßnahmen für Mütter und Mutter-Kind bzw. Vater-Kind sowie pflegende Angehörige, die Kurmaßnahme in den über 70 vom MGW anerkannten Kliniken und die Nachsorgeangebote vor Ort. Alle anerkannten Kliniken tragen das MGW-Qualitätssiegel. Die Stiftung steht unter der Schirmherrschaft der Frau des Bundespräsidenten, Elke Büdenbender. Das Müttergenesungswerk benötigt Spenden, z. B. zur Unterstützung bedürftiger Mütter und ihrer Kinder bei der Durchführung einer Kurmaßnahme, für Beratung und Nachsorgeangebote sowie für Informations- und Aufklärungsarbeit.

 

Quelle: Gesundheit-adhoc.de, 01.06.2021

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