Baden-Württembergs Rehakliniken zu Gast in Bad Buchau

Veröffentlicht am 22.10.2019 19:41 von Gesundheitszentrum Federsee

von links nach rechts: Walter Hummler, Geschäftsführer Gesundheitszentrum Federsee; Elisabeth Benöhr, Geschäftsführerin der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg; Juan-Victor Coseriu Pisani, Abteilungsleiter Reha-Management und Ärztlicher Dienst DRV Baden-Württemberg; Andreas Schwarz, Vorsitzender der Geschäftsführung der DRV Baden-Württemberg

Die diesjährige Arbeitstagung, mit den von der DRV Baden-Württemberg regelmäßig belegten Rehaeinrichtungen, fand dieses Jahr im Gesundheitszentrum Federsee in Bad Buchau statt. Hochrangige Verantwortliche des Rehasektors, darunter Vertreter der Deutschen Rentenversicherung, Kliniken und Wissenschaft trafen sich, um über die Struktur und Trends der Branche zu sprechen.

Die Grußworte der Veranstaltung waren davon geprägt, dass die diesjährige Beleghäusertagung, die letzte unter der Leitung von Juan Victor Coseriu-Pisani, bei der DRV Baden-Württemberg für die Reha-Abteilung verantwortlich, stattfand. Wohlwollende und wertschätzende Worte fanden durchgängig alle Referenten, die von einer positiv prägenden Zusammenarbeit mit Coseriu-Pisani, der in den Ruhestand gehen wird, berichteten.

Walter Hummler, Geschäftsführer des Gesundheitszentrums Federsee, eröffnete in seinem Blickwinkel einen gar kritischen Blick auf die Strukturlandschaft der Reha. Gerade Rehakliniken in ländlich geprägten Gegenden, wie auch Bad Buchau, kämpfen heute nicht mehr nur gegen einen Fachkräftemangel, sondern schon gegen einen Arbeitskräftemangel. Großen Beifall erhielt Hummler darauffolgend, als er den Übernachtungspreis in einem durchschnittlichen Stadthotel mit dem Vollpflegesatz verglich. Dass für das Leistungsangebot eines Stadthotels ein höherer Übernachtungspreis verlangt werden kann, als für einen Rehaaufenthalt, der kostenintensive Leistungen, wie die ärztliche und medizinische Versorgung bereitstellt, zeige eine strukturelle Diskrepanz des Gesundheitssektors zu anderen Wirtschaftszweigen. Dass die Rehabilitation einen großen volkswirtschaftlichen Nutzen erbringen kann, ist längst bewiesen. Coseriu-Pisani verwies dabei auf eine Studie des Instituts für rehabilitationsmedizinische Forschung der Universität Ulm, die belegt, dass volkswirtschaftlich Millionenbeträge durch die Investition in Rehaleistungen eingespart und Arbeitsunfähigkeitstage verhindert werden können.

Darauf, dass die Rehalandschaft mittelfristig von einer Änderung gesetzlicher Rahmenbedingungen geprägt sein wird, wies Andreas Schmöller von der AOK Baden-Württemberg hin und thematisierte das Rehabilitations- und Intensivpflegestärkungsgesetz. Änderungen gibt es auch bei Anwendungsformen, die ebenfalls in der Rehabilitation immer digitaler werden. Telemedizin, digitale Anwendungen und die Automatisierung von Kliniksteuerungssystemen seien laut Andreas Schwarz, Erster Direktor der DRV Baden-Württemberg, Möglichkeiten, deren Potenziale zukünftig noch mehr genutzt werden müssten. Die Entgrenzung von Raum und Zeit sei ein Vorteil für Patient und Kostenträger zugleich, der eine qualitative Steigerung des Rehaangebots nach sich ziehen muss. Rehaberatung per Videochat und neue digitale Wege der Antragsstellung seien Projekte, welche Patienten den Zugang zur Reha mehr und mehr erleichtern sollen.

Abschließend aufgeführte Zahlen und Daten rund um die Reha in Baden-Württemberg erlauben einerseits einen positiven Blick in die Zukunft. Die Anzahl der Reha-Anträge übersteigt die prognostizierten Antragssteigerungen, rund 74 % der Anträge für eine allgemeine Reha werden auch bewilligt. Demgegenüber steht eine steigende Wartezeit für einen Rehaplatz und laut Coseriu-Pisani „die fehlende Bekanntheit, dass die Rentenversicherung auch Kostenträger für Rehaleistungen ist“. Insgesamt sieht der Leiter der Reha-Abteilung einen stark aufgestellten und selbstbewussten Rehasektor in Baden-Württemberg, der sich stetig weiterentwickelt. Das Ziel der DRV, die Rehakliniken im Bundesland voranzubringen, empfinde er für seine Amtszeit zu jedem Zeitpunkt erfüllt, fordert aber gleichzeitig ein stärkeres Engagement der Leistungsträger in der Politik.

Weitere Informationen:
Zum Markendach „Gesundheitszentrum Federsee“ zählen die Federseeklinik, die Schlossklinik, die Adelindis Therme sowie das Thermenhotel „Gesundheits-Bad Buchau“ mit Kurzentrum, Gastronomie- und Tagungsbetrieb. Weitere Informationen erhalten Sie online unter: www.gzf.de.

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