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Online-Fachveranstaltung 14.09.2021: Aus der Pandemie lernen – Sicherung von Teilhabe und Inklusion pandemiefest gestalten

Logo Deutsche Vereinigung für Rehabilitation DVfRDie Deutsche Vereinigung für Rehabilitation e. V. (DVfR) hat mit Unterstützung des Bundes­ministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) in einem breit angelegten Konsultationsprozess untersucht, wie sich die Corona-Pandemie auf Rehabilitation und Teilhabe auswirkt. Der vorgelegte Abschlussbericht zeigt, dass Menschen mit Behinderungen, chronischen Erkran­kungen oder Pflegebedarf durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie im Hinblick auf die Beeinträchtigung ihrer Teilhabe und die Inklusion besonders betroffen waren.

Auf Basis der Ergebnisse des Konsultationsprozesses wurden Handlungsoptionen entwickelt, um den Herausforderungen einer Pandemie heute und in Zukunft begegnen zu können. Diese sollen Gegenstand eines gesellschaftlichen und sektorenübergreifenden Diskurses zur nachhaltigen Sicherung der Teilhabe und Inklusion sein, der auf verschiedenen Ebenen durch alle Akteure in ihren jeweiligen Verantwortungsbereichen zu führen ist.

Ziel der Fachveranstaltung ist es, diesen Diskurs anzustoßen sowie die auf der Basis des Konsultationsprozesses erarbeiteten Ergebnisse und Handlungsoptionen zu diskutieren und den Handlungsbedarf zu konkretisieren. Es gilt, die Teilhabesicherungssysteme unter Berücksichtigung der Gesundheitsversorgung, des Arbeitslebens und von Erziehung und Bildung pandemiefest auszurichten. Dazu sollten im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention und des Disability Mainstreaming vorausschauende Vorkehrungen getroffen und Weiterentwicklungen der erforderlichen Dienste und Einrichtungen ermöglicht werden.

Die DVfR lädt Expertinnen und Experten der Gesundheitsversorgung und Rehabilitation, Verantwortliche in Gesundheits- und Sozialpolitik sowie Vertreterinnen und Vertreter der Selbsthilfe- und Sozialverbände sowie der Dienste und Einrichtungen herzlich zu dieser Fachveranstaltung ein. Die Einladung richtet sich insbesondere an alle Akteurinnen und Akteure, die sich am Konsultationsprozess beteiligt haben.

Weitere Informationen zu Programm und Anmeldung bietet die DVfR-Veranstaltungsseite.

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Online-Diskussion: Soziale und berufliche Teilhabe durch das Persönliche Budget

Logo Deutsche Vereinigung für Rehabilitation DVfRDas Persönliche Budget soll die Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderun­gen stärken. Sie können damit Geld anstelle von Sach- oder Dienstleistungen erhalten und entscheiden selbst, wie sie diese Mittel z. B. für die Organisation von ambulanten Hilfen, Arbeitsassistenz oder persönlicher Assistenz verwenden. Gut 20 Jahre nach der Einführung dieser Leistungsform könnte die Zahl der Budget­nehmenden viel höher sein. Welche Hürden bestehen im Budgetverfahren? Hierzu veranstal­tet die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation e. V. (DVfR) gemeinsam mit ihren wissenschaftlichen Kooperationspartnern ab 19. Juli eine Online-Diskussion. Alle Interes­sierten sind eingeladen, rechtliche und praktische Fragen des Persön­lichen Budgets zu diskutieren.

Bei seiner Einführung im SGB IX 2001 und auch mit Einfüh­rung des Rechts­an­spruches 2008 erfuhr das Persönliche Budget eine hohe Aufmerksamkeit. Inzwischen erhalten etwa 10.000 Budget­nehmende diese Leistung über die Eingliederungshilfe; eine Zahl, die weit hinter den Anfangserwartungen zurückbleibt. Auch beim trägerübergreifenden Persön­lichen Budget, bei dem mehrere Leistungsträger unterschiedliche Teilhabe- und Rehabilitations­leistungen gemeinsam erbringen, sind die Zahlen gering. Das Persön­liche Budget kann dabei für viele Menschen mit Behinderungen ein wichtiger Baustein für die Verwirklichung einer selbst­bestimmten Lebensführung sein. Es kann für alle in § 5 SGB IX genannten Leistungsgruppen verwendet werden, d. h. für Leistungen zur medizinischen Rehabilitation, für Leistungen zur Teilhabe im Arbeitsleben und für die soziale Teilhabe. Zudem lässt sich diese Leistung mit weiteren Instrumenten wie dem Budget für Arbeit kombinieren, um eine Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

Die rund dreiwöchige Diskussion vom 19. Juli bis 6. August 2021 soll ein Forum für Erfahrungen, Barrieren und Lösungsansätze zum Persönlichen Budget aus der Perspektive der verschiedenen beteiligten Akteure bieten. Denkbar sind u. a. folgende Fragestellungen:

  • Welche Anspruchsvoraussetzungen gelten für das Persönliche Budget? Was ist nach der Bewilligung von Budgetnehmenden zu beachten?
  • Wann ist das Persönliche Budget einer Sach- oder Dienstleistung vorzuziehen?
  • Was ist zu beachten, wenn das Persönliche Budget mit einem Budget für Arbeit kom­bi­niert werden soll?
  • Wie wird sichergestellt, dass der individuelle Bedarf mit dem Persönlichen Budget auch wirklich gedeckt wird?

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich gemeinsam mit einem Kreis aus inter­disziplinären Expertinnen und Experten am Austausch über diese und weitere Fragen zu beteiligen. Wesentliche Ergebnisse des Diskussionsverlaufs werden im Anschluss in einem Fachbeitrag zusammengefasst. Die Diskussion ist Teil des Kooperationsprojekts „Partizi­patives Monitoring der aktuellen Entwicklung des Rehabilitations- und Teilhaberechts bis 2021″, das vom Bundesminis­terium für Arbeit und Soziales aus Mitteln des Ausgleichsfonds gefördert wird.

Weitere Informationen finden Sie im Online-Forum: https://fma.reha-recht.de/

Über die DVfR
Die DVfR ist die einzige Vereinigung in Deutschland, in der die Akteure im Bereich Rehabilitation und Teilhabe gleichberechtigt zusammenwirken: Selbsthilfe- und Sozialverbände, Sozialleistungsträger, Rehabilitationseinrichtungen und -dienste, Reha-Experten sowie Berufs- und Fachverbände. Die Mitglieder der DVfR und ihre Partner in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft engagieren sich gemeinsam in einem interdisziplinären und sektorenübergreifenden, konsensorientierten Diskurs zur Weiterentwicklung von Rehabilitation und selbstbestimmter Teilhabe.

Über Reha-Recht.de
Das Diskussionsforum Rehabilitations- und Teilhaberecht unter www.reha-recht.de dient als Plattform für die Verbreitung der nicht hinreichend bekannten, zuletzt durch das Bundes­teilhabegesetz geänderten Rechtsnormen v. a. des SGB IX. Hierzu werden die aktuelle Rechtsprechung und Verwaltungspraxis sowie Gesetzgebungsprozesse analysiert und kommentiert. Der juristischen Fachöffentlichkeit und Akteurinnen und Akteuren in Betrieben, Institutionen und Verbänden steht damit ein Forum für den interdisziplinären Austausch zu Rechtsfragen zur Verfügung. Ziel ist es, die Anwendung und Weiterentwicklung des Rehabilitations- und Teilhaberechts zu unterstützen.

Kontakt
Kirsten Westphal
Deutsche Vereinigung für Rehabilitation e. V. (DVfR)
Tel.: 06221 / 18 79 01-22
E-Mail: k.westphal@dvfr.de

www.reha-recht.dehttps://fma.reha-recht.de

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Positionspapier der DVfR zur Gesundheitssorge – Erhalt und Förderung von Gesundheit für Menschen mit Behinderungen unter besonderer Berücksichtigung der Eingliederungshilfe

Logo Deutsche Vereinigung für Rehabilitation DVfRFür Menschen mit (drohenden) Behinderungen spielen Gesundheit und Krankheit oft eine besonders wichtige Rolle. Insbesondere Menschen mit einer wesentlichen Behinderung im Sinne des § 99 SGB IX sind zur Erhaltung und Förderung der Gesundheit und zur Bewältigung von Krankheiten häufig auf Unterstützung im Rahmen der Eingliederungshilfe angewiesen. Der Fachausschuss „Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes“ der DVfR erarbeitete vor diesem Hintergrund das nun vom Hauptvorstand beschlossene Positionspapier „Gesundheitssorge – Erhalt und Förderung von Gesundheit für Menschen mit Behinderungen unter besonderer Berücksichtigung der Eingliederungshilfe“. Dieses befasst sich mit einem allgemeinen Konzept zur Gesundheitssorge sowie der Beschreibung und Abgrenzung gesundheitsbezogener Leistungen der Eingliederungshilfe zu anderen Sozialleistungen und enthält Hinweise zu Möglichkeiten ihrer bedarfsgerechten Erbringung.

Menschen mit Behinderungen sind statistisch betrachtet deutlich häufiger von Krankheiten betroffen als Menschen ohne Beeinträchtigungen. Auch haben sie heutzutage eine durchschnittlich höhere Lebenserwartung, die mit einem Anstieg der Morbidität verbunden ist. Förderung und Erhaltung der Gesundheit sind zunächst wesentliche Aufgaben der Bürgerinnen und Bürger und Versicherten selbst. Unter Verweis auf Art. 25 des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UNBRK), erinnern die Autorinnen und Autoren des Papiers an die Verpflichtung der Vertragsstaaten Menschen mit Behinderungen Zugang zur Gesundheitsversorgung in derselben Bandbreite, von derselben Qualität und auf demselben Standard zur Verfügung zu stellen wie Menschen ohne Behinderungen. Sie stellen fest, dass nicht alle Menschen mit Behinderungen gleichermaßen in der Lage sind, für die eigene Gesundheit selbst zu sorgen und Unterstützungsleistungen aus dem primären oder, wenn dieses nicht/ nicht ausreichend vorhanden ist, aus dem sekundären sozialen Netzwerk benötigen. Zugleich sind die Leistungen im Gesundheitswesen (vorwiegend SGB V und XI) regelmäßig limitiert und nicht immer auf den vollständigen Ausgleich der behinderungsbedingten Einschränkungen bei der Gesundheitssorge ausgerichtet.

Das aktuelle Positionspapier der DVfR beschreibt den Bereich der Gesundheitssorge mit fünf Komponenten – die Gesundheitssorge im Alltag, die individuelle und die organisationale Gesundheitskompetenz, die Lotsenfunktion, die Förderung der Funktionsfähigkeit und die Pflege. Sofern die Eingliederungshilfe, unter Beachtung des Nachrangprinzips, für eine behinderungsbedingte Unterstützung bei der Gesundheitssorge zuständig ist, werden vorwiegend gesundheitsbezogene Assistenzleistungen i. S. d. § 78 SGB IX benötigt. Die Konkretisierungen erleichtern die Bedarfsermittlung und die Teilhabe- und Gesamtplanung. Die Abgrenzung zur Krankenbehandlung, zu Leistungen der Pflege sowie der medizinischen Rehabilitation verbinden die Autorinnen und Autoren mit konkreten Impulsen zur strukturellen Verankerung von Unterstützungsleistungen bei Erhalt und Förderung der Gesundheit in den Diensten und Einrichtungen der Eingliederungshilfe.

Darüber hinaus betonen die Verfasserinnen und Verfasser des Positionspapiers die Notwendigkeit der Berücksichtigung von mit den Unterstützungsleistungen zur Gesundheitssorge zusammenhängenden indirekten Leistungen, wie z. B. die Qualifizierung des Personals und die systematische Förderung der Gesundheitskompetenz durch Einrichtungen und Dienste im Rahmen von Qualitätsmanagement-Systemen. Sofern bereits dort auf eine die Gesundheitskompetenz fördernde Struktur geachtet wird, ergibt sich zugleich eine Förderung der Optionen auch für die soziale Teilhabe. Dies kann nur gelingen, wenn die Gesundheitssorge sowohl in den Landesrahmenverträgen als auch in den Konzeptionen der Dienste und Einrichtungen und damit in den vertraglichen Vereinbarungen zwischen den Diensten und Einrichtungen und den Leistungsempfängern berücksichtigt wird.

Zum Positionspapier der DVfR „Gesundheitssorge – Erhalt und Förderung von Gesundheit für Menschen mit Behinderungen unter besonderer Berücksichtigung der Eingliederungshilfe“

 

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Corona: Deutliche Rückschritte für Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Behinderungen – DVfR legt Bericht zu den Auswirkungen der Pandemie vor

Logo Deutsche Vereinigung für Rehabilitation DVfRDie Deutsche Vereinigung für Rehabilitation e. V. (DVfR) hat mit Unterstützung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) untersucht, wie sich die Corona-Pandemie auf Teilhabe und Rehabilitation auswirkt. Der jetzt vorgelegte Abschluss-bericht zeigt, dass Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie besonders betroffen sind. Die Ergebnisse weisen auf deutliche Rückschritte in Teilhabe und Inklusion hin. Deshalb sind Verantwortliche in Politik und Rehabilitation gefordert, die im Bericht empfohlenen Handlungsoptionen zu prüfen.

Die Untersuchung zeigt, dass vor allem zu Beginn der Pandemie, Menschen mit Behinde­rungen und ihre Familien sich mit ihren speziellen Problemen von der Politik ver­gessen und allein gelassen fühlten. Häufig entfielen notwendige Therapien und Förde­rungen, Assistenz in Alltag, Schule oder Beruf sowie Beförderungs­dienste. Medizini­sche und berufliche Rehabilitation fanden nur sehr einge­schränkt statt, wichtige Dienste und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen muss­ten zeitweise schließen. Ersatz­angebote wie digi­taler Unterricht oder individuelle Beratung waren häufig für Menschen mit Behinderungen nicht verfügbar oder konnten nicht hinreichend genutzt werden. Die psycho­sozialen Belastungen waren für die Betroffenen und ihre Familien oft kaum zu bewältigen.

DVfR-Untersuchung: Breit angelegte Befragung
Die Besonderheit der DVfR-Untersuchung liegt in ihrer Breite und Multiperspektivität. Neben rund 200 Stellungnahmen von Expertinnen und Experten flossen Ergebnisse einer großen Online-Befragung im November und Dezember 2020 ein. Zentrale Fragen waren: Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf die Teilhabe von Menschen mit Behin­de­rungen? Wie müssen Gesundheits­versorgung und Teilhabeförderung, Arbeitswelt und Bil­dungs­wesen, aber auch gesell­schaft­liche und rechtliche Rahmenbedingungen an­ge­passt und verändert werden, um Teil­habe und Inklusion sicherzustellen?

An der Befragung beteiligten sich 3.684 Menschen mit Behinderungen, chronischen Erkran­kungen oder Pflegebedürftigkeit, 1.124 Angehörige, 1.325 Vertreterinnen und Vertreter von Reha-Diensten und -Einrichtungen, 39 von deren Dachverbänden, 244 von Kostenträgern der Reha-Leistungen sowie 177 aus Betroffenen- und Sozialverbänden. Die Befragten brachten in Freitexten vielfach auch eigene Erfahrungen und Vorschläge für Verbesse­rungen ein. Die Befragung ergab so einen differenzierten Einblick in die Lebens­situation und Probleme der befragten Personen in Zeiten der Corona-Pandemie.

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Menschen mit Behinderungen
Menschen mit Behinderungen, chronischen Erkrankungen oder Pflegebedarf und ihre Familien, insbesondere in Kombination mit prekären Lebenslagen, haben unter den Aus­wir­kungen der Pandemie noch stärker gelitten als andere Menschen. Eingeschränkt waren:

  • Gesundheits- und Teilhabeleistungen, medizinische, berufliche und soziale Reha­bilitation, mit oft gravierenden Auswirkungen auf Gesundheit, Teilhabe und Alltag,
  • Teilhabe am Arbeitsleben und der Zugang zum Arbeitsmarkt,
  • Erziehungs- und Bildungsangebote, mit Entwicklungsbeeinträchtigungen der betroffe­nen Kinder und Jugendlichen,
  • Zwischenmenschliche Beziehungen und private Kontakte, sogar in existentiell bedroh­lichen Lebenslagen, mit erheblichen psychosozialen Aus­wirkungen.

Maßnahmen zugunsten von Teilhabe und Inklusion in Pandemiezeiten
Eine Expertengruppe der DVfR entwickelte aus den Ergebnissen zahlreiche Handlungs­optionen, die sich an verschiedenste Akteure, insbesondere an die Politik sowie an Träger und Einrichtungen der Rehabilitation und Teilhabe richten.

Auch unter den Bedingungen einer Pandemie haben Menschen mit Behinderungen ein Recht auf gesellschaftliche Teilhabe und Selbstbestimmung. Dieses ist unbedingt in der Praxis umzusetzen. Inklusion kann nur gelingen, wenn Politik, Entscheidungsträger und die versor­genden Dienste und Einrichtungen die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen und deren besondere Lebenslagen mitdenken. Reha-Leistungen, Assistenz, Beförderung, barriere­freie und niedrigschwellige Beratungsangebote und allen voran zwischen­mensch­liche Beziehungen müssen trotz aller Maßnahmen zum Gesundheits­schutz erhalten bleiben. Digitalisierung muss die Bedarfe von Menschen mit Behinderungen berück­sichti­gen, u. a. durch umfassende Barrierefreiheit. Rehabilitation, aber auch Gesundheits­wesen, Schule und Arbeitswelt müssen „pandemie­fest“ gestaltet werden.

Besondere Herausforderungen stellen sich für die Rehabilitation im Hinblick auf Long-Covid, die umfassende Förderung der durch die Pandemie in Entwicklung und Lernen beein­trächtigten Kinder und Jugendlichen sowie allgemein die Unterstützung wegen der psychi­schen Folgen der Corona-Pandemie. Damit wird dem Reha-System in Zukunft eine noch größere Bedeutung zukommen.

Weitere Informationen zur DVfR-Untersuchung (Konsultationsprozess) und Bericht-Downloads bietet www.dvfr.de/arbeitsschwerpunkte/projektberichte/.


Kontakt

Dr. Mara Boehle
Deutsche Vereinigung für Rehabilitation e. V. (DVfR)
Maaßstraße 26
69123 Heidelberg
Tel.: 06221 / 187 901 0
E-Mail: m.boehle@dvfr.de

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Online-Fachtagung am 12./13. Juli: Das Budget für Arbeit umsetzen – Recht trifft Praxis

Mit dem Budget für Arbeit sollen Menschen eine reale Beschäftigungschance auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt erhalten, die wegen ihrer Beeinträchtigung bislang ausgeschlossen sind. In der Praxis wird das Förderinstrument bundesweit noch wenig umgesetzt. Zu den hemmenden Faktoren zählen u. a. vielfältige Unklarheiten, etwa zu den Anspruchsvoraussetzungen, zum Lohnkostenzuschuss für Arbeitgeber oder zu weiteren Unterstützungsmöglichkeiten. Vor diesem Hintergrund veranstaltet die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) gemeinsam mit ihren wissen-schaftlichen Kooperationspartnerinnen und -partnern am 12. und 13. Juli 2021 die digitale Fachtagung „Das Budget für Arbeit umsetzen – Recht trifft Praxis“.

„Immer wieder zeigen sich Unsicherheiten, etwa ob der Arbeitsbereich der Werkstatt für behinderte Menschen durchlaufen werden oder eine festgestellte volle Erwerbsminderung vorliegen muss, um Anspruch auf ein Budget für Arbeit zu haben. – Beide stellen jeweils keine Voraussetzung dar“, erklärt Prof. Dr. Gudrun Wansing, Kooperationspartnerin von der Humboldt-Universität zu Berlin. Die interdisziplinäre Fachtagung zum Budget für Arbeit soll Klarheit vermitteln und Handlungsoptionen aufzeigen. Die DVfR greift damit u. a. das große Interesse am Thema aus einer Projekttagung vom April auf. Ausgehend von Vorträgen und Impulsen zu rechtlichen Grundlagen und empirischen Daten will die Tagung mit vier Diskussionsforen ausreichend Raum für den interaktiven Austausch zu Erfahrungen und Fragen bieten. Dabei stehen folgende Inhalte zur Auswahl:

  • Bedarfsermittlung und Teilhabeplanung bei Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
  • Anspruchsvoraussetzungen für ein Budget für Arbeit und weitere Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
  • Beratung zum und Begleitung im Budget für Arbeit
  • Budget für Arbeit und soziale Sicherung

Expertinnen und Experten vonseiten der Rehabilitationsträger, der Leistungserbringer, der Teilhabeforschung und Teilhabeberatung sowie Budgetnehmende selbst wirken mit. Alle Interessierten sind eingeladen, sich aktiv in den Austausch einzubringen. Die inter­disziplinäre Veranstaltung ist Teil des Forschungs- und Kooperationsprojekts „Partizipatives Monitoring der aktuellen Entwicklung des Rehabilitations- und Teilhaberechts bis 2021“ und wird kostenfrei angeboten.

Weitere Informationen finden Sie unter www.reha-recht.de/monitoring.

Über das Projekt
Mit dem Projekt „Partizipatives Monitoring der aktuellen Entwicklung des Rehabilitations- und Teilhaberechts bis 2021“ unterstützt die DVfR gemeinsam mit ihren Kooperations­partnerinnen und -partnern an der Humboldt-Universität zu Berlin, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der Universität Kassel sowie am Zentrum für Sozialforschung Halle (ZSH) den aktuellen Reformprozess des Rehabilitations- und Teilhaberechts mit besonderem Fokus auf der Teilhabe am Arbeitsleben. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales aus Mitteln des Ausgleichsfonds gefördert.

Über die DVfR
Die DVfR ist die einzige Vereinigung in Deutschland, in der die Akteure im Bereich Rehabilitation und Teilhabe gleichberechtigt zusammenwirken: Selbsthilfe- und Sozial­verbände, Sozialleistungsträger, Rehabilitationseinrichtungen und -dienste, Reha-Experten sowie Berufs- und Fachverbände. Die Mitglieder der DVfR und ihre Partner in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft engagieren sich gemeinsam in einem interdisziplinären und sektorenübergreifenden, konsensorientierten Diskurs zur Weiterentwicklung von Rehabilitation und selbstbestimmter Teilhabe.

Über Reha-Recht.de
Das Diskussionsforum Rehabilitations- und Teilhaberecht unter www.reha-recht.de dient als Plattform für die Verbreitung der nicht hinreichend bekannten, zuletzt durch das Bundesteilhabegesetz geänderten Rechtsnormen v. a. des SGB IX. Hierzu werden die aktuelle Rechtsprechung und Verwaltungspraxis sowie Gesetzgebungsprozesse analysiert, diskutiert und kommentiert. Der juristischen Fachöffentlichkeit und Akteuren in Betrieben, Institutionen und Verbänden steht damit ein Forum für den interdisziplinären Austausch zu Rechtsfragen zur Verfügung. Ziel ist es, die Anwendung und Weiterentwicklung des Rehabilitations- und Teilhaberechts zu unterstützen.

Kontakt
Kirsten Westphal
Deutsche Vereinigung für Rehabilitation e. V. (DVfR)
Tel.: 0 62 21 / 18 79 01-22 | E-Mail: k.westphal@dvfr.de

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Online-Fachtagung am 26./27. April 2021: Zurück in den Job, aber nachhaltig!

Logo Deutsche Vereinigung für Rehabilitation DVfRViele Menschen, die nach einer längeren krankheitsbedingten Unterbrechung wieder arbeiten möchten, stehen vor besonderen, systembedingten Herausforderungen. Wie eine nachhaltige Rückkehr ins Arbeitsleben mit Blick auf die spezifischen Bedarfslagen im Spannungsfeld sozialrechtlicher, arbeitsrechtlicher, medizinischer und lebensweltlicher Fragen gestaltet werden kann, ist Thema einer interdisziplinären Online-Fachtagung. Veranstalter sind die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) und mit ihr kooperierende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Projekt „Partizipatives Monitoring der aktuellen Entwicklung des Rehabilitations- und Teilhaberechts bis 2021“.

Die ursprünglich für das Frühjahr 2020 geplante und nun pandemiebedingt digital nachgeholte Fachtagung richtet sich an Aktive in der Praxis, die an Wiedereingliederungsprozessen von schwer erkrankten Menschen beteiligt sind, an die damit befassten Wissenschaften sowie an die betroffenen Menschen und ihre Organisationen selbst. Ihnen bietet sich am 26. und 27. April 2021 die Möglichkeit zum interdisziplinären Austausch und zur Vernetzung. Einleitende Vorträge beleuchten insbesondere die empirische Erforschung des Eingliederungsmanagements bei langfristigen Erkrankungen, wie Krebs, psychischen Beeinträchtigungen oder nach einem Schlaganfall, sowie relevante Leistungen zur Teilhabe und deren Koordination durch die beteiligten Akteurinnen und Akteure. „Basis einer nachhaltigen Wiedereingliederung nach langer Arbeitsunfähigkeit sind Maßnahmen, die sehr genau auf die persönlichen Ressourcen und Grenzen abgestimmt sind und eine individuelle Gestaltung des Arbeitskontextes ermöglichen“, erklärt Dr. med. Matthias Schmidt-Ohlemann, Vorsitzender der DVfR.

In vier Workshops soll es um folgende Schwerpunktthemen gehen:

  • Grad der Behinderung, Heilungsbewährung und Schwerbehindertenschutz
  • Rückkehr und Verbleib im Arbeitsleben von Menschen mit psychischen Erkrankungen
  • Soziale Sicherung bei langfristiger Arbeitsunfähigkeit
  • Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) und Stufenweise Wiedereingliederung

Die Teilnehmenden sind eingeladen, sich bereits im Vorfeld an einer interaktiven öffentlichen Online-Diskussion zu den Themen der Fachtagung zu beteiligen. Das Forum unter https://fma.reha-recht.de steht bereits ab 14. April 2021 zur Verfügung und bleibt rund um die Fachtagung geöffnet.

Weitere Informationen finden Sie unter https://www.reha-recht.de/monitoring/

Über das Projekt

Mit dem Projekt „Partizipatives Monitoring der aktuellen Entwicklung des Rehabilitations- und Teilhaberechts bis 2021“ unterstützt die DVfR gemeinsam mit ihren Kooperations­partnerinnen und -partnern an der Humboldt-Universität zu Berlin, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der Universität Kassel sowie am Zentrum für Sozialforschung Halle (ZSH) den aktuellen Reformprozess des Rehabilitations- und Teilhaberechts mit besonderem Fokus auf der Teilhabe am Arbeitsleben. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales aus Mitteln des Ausgleichsfonds gefördert.

Über die DVfR

Die DVfR ist die einzige Vereinigung in Deutschland, in der die Akteure im Bereich Rehabilitation und Teilhabe gleichberechtigt zusammenwirken: Selbsthilfe- und Sozialverbände, Sozialleistungsträger, Rehabilitationseinrichtungen und -dienste, Reha-Experten sowie Berufs- und Fachverbände. Die Mitglieder der DVfR und ihre Partner in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft engagieren sich gemeinsam in einem interdisziplinären und sektorenübergreifenden, konsensorientierten Diskurs zur Weiterentwicklung von Rehabilitation und selbstbestimmter Teilhabe.

Über Reha-Recht.de

Das Diskussionsforum Rehabilitations- und Teilhaberecht unter www.reha-recht.de dient als Plattform für die Verbreitung der nicht hinreichend bekannten, zuletzt durch das Bundesteilhabegesetz geänderten Rechtsnormen v. a. des SGB IX. Hierzu werden die aktuelle Rechtsprechung und Verwaltungspraxis sowie Gesetzgebungsprozesse analysiert, diskutiert und kommentiert. Der juristischen Fachöffentlichkeit und Akteuren in Betrieben, Institutionen und Verbänden steht damit ein Forum für den interdisziplinären Austausch zu Rechtsfragen zur Verfügung. Ziel ist es, die Anwendung und Weiterentwicklung des Rehabilitations- und Teilhaberechts zu unterstützen.

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Kirsten Westphal

Deutsche Vereinigung für Rehabilitation e. V. (DVfR)

Tel.: 0 62 21 / 18 79 01-22 | E-Mail: k.westphal@dvfr.de

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Stellungnahme der DVfR zum Referentenentwurf für ein Barrierefreiheitsgesetz

Logo Deutsche Vereinigung für Rehabilitation DVfRBarrierefreiheitsanforderungen für Produkte und Dienstleistungen regeln soll (Barrierefreiheitsgesetz – BFG). Die Barrierefreiheit ist auch zentral in der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (UNBRK), die in Deutschland 2009 in Kraft trat und umzusetzen ist.

Der Bedarf an barrierefreien Produkten und Dienstleistungen ist groß und wird voraussichtlich nicht zuletzt aufgrund einer älter werdenden Bevölkerung noch weiter steigen, so der Referentenentwurf. Für die anbietenden Wirtschaftsakteure in der Europäischen Union gelten derzeit aber uneinheitliche und teilweise widersprüchliche nationale Barrierefreiheitsanforderungen, die harmonisiert werden sollen. Der Referentenentwurf enthält folgende Schwerpunkte:

  • Bestimmung der Produkte und Dienstleistungen, die in den Anwendungsbereich des Gesetzes fallen,
  • Pflichten der Wirtschaftsakteure,
  • Regelung der Marktüberwachung bezüglich der Einhaltung der Barrierefreiheitsanforderung bei Produkten und Dienstleistungen,
  • Regelungen zur Rechtsdurchsetzung und
  • Sanktionen.

Die DVfR begrüßt die Absicht der Bundesregierung, die EU-Richtlinie umzusetzen und betont, dass dies ohne Abstriche geschehen muss. Im Einzelnen fordert die DVfR, dass die verwendete Definition der Barrierefreiheit durch einen Verweis auf das Behindertengleichstellungsgesetz ersetzt werden sollte, da diese sich bewährt hat und bundeseinheitlich anzuwenden ist.

Die Stellungnahme plädiert für Ausweitungen des Gesetzes: Beruflich genutzte Produkte und Dienstleistungen sollen auch durch das geplante Gesetz geregelt werden, um das Recht auf Teilhabe zu stärken. Neben dem Personenfernverkehr soll auch der -nahverkehr Vorgaben zur Barrierefreiheit umsetzen.

Die DVfR sieht außerdem die langen Übergangsfristen für barrierefreie Dienstleistungen und Produkte kritisch; ebenso die vorgesehenen Ausnahmeregelungen.

Für die Marktüberwachung empfiehlt die DVfR, diese nicht auf Länderebene zu beschränken und zumindest eine zentrale, koordinierende Fachstelle einzurichten. Darüber hinaus könnten Verbraucherschutzorganisationen den Markt wirksam beobachten und seine Akteure mit Blick auf Barrierefreiheit beraten. Die Beratung von Kleinstunternehmen durch die Bundesfachstelle Barrierefreiheit soll nicht auf das geplante BFG beschränkt sein.

Die DVfR sieht weiter gesetzlichen Handlungsbedarf für die bebaute Umgebung – also etwa öffentliche Gebäudezugänge – und ebenso für Alltagsbereiche wie Gesundheitsdienste, Bildung und Wohnen.

Hier geht es direkt zur Stellungnahme zum Referentenentwurf des BMAS für ein Barrierefreiheitsgesetz

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Das neue SGB IX in der Praxis – Online-Diskussion zur Bedarfsermittlung und Teilhabeplanung

Logo Online-Forum FMA

Logo Deutsche Vereinigung für Rehabilitation DVfRIm Zentrum der Bedarfsermittlung von Leistungen zur Teilhabe stehen die Wünsche und Ziele eines Menschen mit Behinderung, so sieht es das Bundesteilhabegesetz (BTHG) vor. Aber wie werden Teilhabebedarfe und -ziele in der Praxis konkret ermittelt und überprüft? Die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) lädt gemeinsam mit ihren Projektpartnerinnen und -partnern an der Humboldt-Universität zu Berlin und der Universität Kassel zum Online-Austausch: Vom 20. Januar bis 9. Februar 2021 geht es in einer moderierten Diskussionsrunde um „Das neue SGB IX in der Praxis – Die Ermittlung des Rehabilitations- und Teilhabebedarfs drei Jahre nach der Reform“.

Das BTHG hat Anfang 2018 neue Regelungen zur einheitlichen Bedarfsermittlung eingeführt. Alle Rehabilitationsträger sind verpflichtet, den Rehabilitationsbedarf auf Grundlage der Vorgaben in § 13 SGB IX individuell und funktionsbezogen zu ermitteln. Darüber hinaus ist im Sinne der Leistungsberechtigten eine trägerübergreifende Zusammenarbeit sicherzustellen. In der Praxis besteht die Herausforderung nicht selten darin, hohe Antragszahlen, personelle Ressourcen und begrenzte Mittel mit dem Anspruch einer personenzentrierten, partizipativen und barrierefreien Bedarfsermittlung zu vereinbaren.

Die dreiwöchige Diskussion soll zur Klärung u. a. der folgenden Fragen beitragen:

  • Wie werden Teilhabeziele in der Praxis formuliert und überprüft?
  • Inwiefern werden die Wünsche, Vorstellungen, Bedürfnisse und Ziele der Leistungs­berechtigten bei der Bedarfsermittlung und -feststellung berücksichtigt?
  • Wie verläuft die trägerübergreifende Zusammenarbeit bei der Bedarfsfeststellung?
  • Welche Rolle spielen trägerinterne und trägerexterne Sachverständige?
  • Wie findet Bedarfsermittlung unter Pandemiebedingungen statt?

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich am Austausch über diese und weitere Fragen zu beteiligen. Die federführende wissenschaftliche Begleitung der Diskussion im interaktiven Forum „Fragen – Meinungen – Antworten zum Rehabilitations- und Teilhabe-recht“ liegt bei Prof. Dr. Gudrun Wansing (Humboldt-Universität zu Berlin) und Prof. Dr. Felix Welti (Universität Kassel). Expertinnen und Experten aus der Praxis der Rehabilitation, dem Sozialrecht und der Wissenschaft, vonseiten der Rehabilitationsträger, der Dienste und Einrichtungen sowie der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung bringen ihre Expertise ein. Wesentliche Ergebnisse des Diskussionsverlaufs werden im Anschluss in einem Fachbeitrag zusammengefasst.

Die Diskussion ist Teil des Kooperationsprojekts „Partizipatives Monitoring der aktuellen Entwicklung des Rehabilitations- und Teilhaberechts bis 2021″, das vom Bundes-ministerium für Arbeit und Soziales aus Mitteln des Ausgleichsfonds gefördert wird.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://fma.reha-recht.de/

Über die DVfR

Die DVfR ist die einzige Vereinigung in Deutschland, in der die Akteure im Bereich Rehabilitation und Teilhabe gleichberechtigt zusammenwirken: Selbsthilfe- und Sozialverbände, Sozialleistungsträger, Rehabilitationseinrichtungen und -dienste, Reha-Experten sowie Berufs- und Fachverbände. Die Mitglieder der DVfR und ihre Partner in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft engagieren sich gemeinsam in einem interdisziplinären und sektorenübergreifenden, konsensorientierten Diskurs zur Weiterentwicklung von Rehabilitation und selbstbestimmter Teilhabe.

Über Reha-Recht.de

Das Diskussionsforum Rehabilitations- und Teilhaberecht unter www.reha-recht.de dient als Plattform für die Verbreitung der nicht hinreichend bekannten, zuletzt durch das Bundesteilhabegesetz geänderten Rechtsnormen v. a. des SGB IX. Hierzu werden die aktuelle Rechtsprechung und Verwaltungspraxis sowie Gesetzgebungsprozesse analysiert und kommentiert. Der juristischen Fachöffentlichkeit und Akteuren in Betrieben, Institutionen und Verbänden steht damit ein Forum für den interdisziplinären Austausch zu Rechtsfragen zur Verfügung. Ziel ist es, die Anwendung und Weiterentwicklung des Rehabilitations- und Teilhaberechts zu unterstützen.

Kontakt

Kirsten Westphal
Deutsche Vereinigung für Rehabilitation e. V. (DVfR)
Tel.: 06221 / 18 79 01-22
E-Mail: k.westphal@dvfr.de

www.reha-recht.dehttps://fma.reha-recht.de

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Positionspapier der DVfR zur medizinischen Rehabilitation vor und bei Pflege

Logo Deutsche Vereinigung für Rehabilitation DVfRViele Pflegebedürftige könnten mit medizinischer Rehabilitation eine bessere soziale Teilhabe erreichen. Häufig wird aber kein Antrag gestellt oder zu spät oder es fehlen die passenden Reha-Angebote in Wohnortnähe. Der Fachausschuss „Rehabilitation vor/bei Pflegebedürftigkeit“ der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation e. V. (DVfR) analysiert in einem Positionspapier bestehende Hemmnisse beim Zugang zur Rehabilitation und unterbreitet Lösungsvorschläge für eine bedarfsgerechte Rehabilitation dieser Personengruppe.

Die Zahl pflegebedürftiger Menschen steigt seit Jahren stark an, während Rehabilitationsleistungen zur Vermeidung oder zur Verminderung von Pflegebedarf stagnieren. In der aktuellen Versorgungspraxis wird das gesetzlich verankerte Prinzip „Rehabilitation vor Pflege“ nicht hinreichend durchgesetzt. Dabei umfasst der gesetzliche Anspruch auf Rehabilitation nicht nur die Beeinflussung der Pflegebedürftigkeit, sondern auch und gerade das Ziel der selbstbestimmten Teilhabe.

Daher rückt das Positionspapier der DVfR „Medizinische Rehabilitation vor und bei Pflege – Personenkreis, Situation und Lösungsvorschläge“ nach einer ausführlichen Problemanalyse in den Fokus, wie Pflegebedürftigkeit durch gezielte Strategien vermieden oder vermindert und die Teilhabe pflegebedürftiger Menschen am Leben in der Gesellschaft gefördert werden kann. Die DVfR geht davon aus, dass weniger Menschen pflegebedürftig werden oder bleiben, wenn geeignete Strukturen, präventive Ansätze und optimierte Prozesse der medizinischen Rehabilitation für diesen Personenkreis zur Verfügung stehen.

Zu den Lösungsansätzen zählt eine konzeptionelle Weiterentwicklung einer teilhabe­orientierten Pflege, insbesondere auch in der stationären und in der Kurzzeitpflege. Die DVfR fordert zudem einen Ausbau der Angebotsstruktur in der Rehabilitation vor und bei Pflege­bedürftigkeit, damit regional mehr bedarfsgerechte bzw. indikationsspezifische Reha-Angebote zur Auswahl stehen, vor allem ambulant und mobil tätige Einrichtungen.

Um die Qualität der Prozesse von der Identifizierung des Reha-Bedarfs über das Antragsverfahren bis zur Umsetzung und Nachsorge zu verbessern, schlägt die DVfR spezifische Maßnahmen entlang der gesamten Versorgungskette und an verschiedenen Schnittstellen (Vertragsärzte, Krankenhäuser, Rehabilitationseinrichtungen, Pflegeeinrichtungen und -dienste, Pflegekassen und Krankenkassen) vor. Da das medizinische Personal eine Schlüsselrolle bei der Einleitung von Reha-Verfahren einnimmt, muss die Rolle der Rehabilitation in der ärztlichen Aus-, Weiter- und Fortbildung besser vermittelt werden.

Entscheidend ist auch die Einstellung der pflegebedürftigen Menschen zu einer Rehabilitation. Dass Pflegebedürftigkeit nicht als gegebener Zustand angesehen wird, sondern als veränderbar bzw. verbesserbar, müsse als eine wichtige Sichtweise bei Betroffenen, Angehörigen und Bezugspersonen gefördert werden.

Weitere Informationen:
Positionspapier der DVfR zur medizinischen Rehabilitation vor und bei Pflege – Personenkreis, Situation und Lösungsvorschläge

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Online-Diskussion: “Menschen mit Behinderungen im Teil-Lockdown: Welche Herausforderungen stellen sich diesmal?”

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Kontakte, Beschäftigung, Beteiligung in Krisenstäben, Barrierefreiheit: Als im Frühjahr das öffentliche Leben heruntergefahren wurde, blieben insbesondere viele Bedürf­nisse von Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen unbeachtet. Was wird nun besser berücksichtigt? Welche Probleme bestehen fort? Ab dem 25. November 2020 laden die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation e. V. (DVfR) und ihre wissenschaftlichen Kooperationspartner noch einmal zu einer Online-Diskussion zu den Erfahrungen in der Corona-Pandemie ein. Neben Expertinnen und Experten können sich alle Interessierten an dem Austausch beteiligen.

Im ersten Lockdown waren pauschale Betretungsverbote von Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, Berufsförderungs- und Berufsbildungswerken problematisch. Viele Familien mussten diese Situation ohne hinreichende Unterstützung auffangen. Soweit erkennbar wurden die Betretungsverbote im jetzigen Teil-Lockdown zwar nicht mehr auf­gegriffen. Dennoch können Probleme für Menschen mit Behinderungen und ihre Interessenvertretungen bestehen:

  • Wie gestaltet sich aktuell für Menschen mit Behinderungen oder chronischer Erkrankung der Weg in die Beschäftigung? Wie können Praktika und Außenarbeits­plätze offen gehalten werden, wenn Betriebe sich abschotten?
  • Wie gut funktioniert die Einbindung und Kommunikation von Schwerbehinderten­vertretungen in den Betrieben, insbesondere in den Krisenstäben?
  • Wie können bei eingeschränkten Sprechstunden Fragen geklärt werden, die einer persönlichen Kommunikation bedürfen?
  • Wie wird eine persönliche Unterstützung für Menschen mit psychischen Beeinträchti­gungen oder Suchtabhängigkeit gewährleistet?
  • Vor welchen Herausforderungen stehen gehörlose und hörbehinderte Menschen? Welche „passenden“ Lösungen wurden gefunden?
  • Was kann in der digitalen Kommunikation verbessert werden?

Diesen und weiteren Fragen wird Prof. Dr. Wolfhard Kohte vom Zentrum für Sozialforschung Halle e. V. zusammen mit einem Expertenteam nachgehen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen in der Zeit vom 25. November bis 15. Dezember 2020 in der Online-Diskussion „Menschen mit Behinderungen im Teil-Lockdown: Welche Herausforderungen stellen sich diesmal?“ ihre Fragen einzureichen, über Erfahrungen zu berichten oder ihre Meinung anzubringen. Interessierte können sich im Forum „Fragen – Meinungen – Antworten“ unter fma.reha‑recht.de anmelden, mit Beginn des Austauschs eigene Fragen stellen sowie auf Beiträge antworten. Die wesentlichen Inhalte werden anschließend zusammengefasst und als Fachbeitrag im Diskussionsforum Rehabilitations- und Teilhaberecht veröffentlicht. Die Online-Diskussion ist Teil des vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales aus Mitteln des Ausgleichsfonds geförderten Monitoring-Projekts der DVfR.

Weitere Informationen finden Sie unter https://fma.reha-recht.de

Über die DVfR

Die DVfR ist die einzige Vereinigung in Deutschland, in der die Akteure im Bereich Reha­bilitation und Teilhabe gleichberechtigt zusammenwirken: Selbsthilfe- und Sozialverbände, Sozialleistungsträger, Rehabilitationseinrichtungen und -dienste, Reha-Experten sowie Berufs- und Fachverbände. Die Mitglieder der DVfR und ihre Partner in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft engagieren sich gemeinsam in einem interdisziplinären und sektoren­übergreifenden, konsensorientierten Diskurs zur Weiterentwicklung von Rehabilitation und selbstbestimmter Teilhabe.

Über Reha-Recht.de

Das Diskussionsforum Rehabilitations- und Teilhaberecht unter www.reha-recht.de dient als Plattform für die Verbreitung der nicht hinreichend bekannten, zuletzt durch das Bundesteil­habegesetz geänderten Rechtsnormen v. a. des SGB IX. Hierzu werden die aktuelle Rechtsprechung und Verwaltungspraxis sowie Gesetzgebungsprozesse analysiert und kommentiert. Der juristischen Fachöffentlichkeit und Akteuren in Betrieben, Institutionen und Verbänden steht damit ein Forum für den interdisziplinären Austausch zu Rechtsfragen zur Verfügung. Ziel ist es, die Anwendung und Weiterentwicklung des Rehabilitations- und Teilhaberechts zu unterstützen.

Kontakt

Kirsten Westphal
Wissenschaftliche Referentin, Koordination Diskussionsforum Rehabilitations- und Teilhaberecht
Deutsche Vereinigung für Rehabilitation e. V. (DVfR)
Tel.: 0 62 21 / 18 79 01-22 | E-Mail: k.westphal@dvfr.de

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