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Online-Fachtagung am 20./21. Juni 2022: Barrierefreiheit in Betrieb und Werkstatt – Vom Arbeitsplatz bis zur Wahl der Interessenvertretung

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Logo Deutsche Vereinigung für Rehabilitation DVfRDie Deutsche Vereinigung für Rehabilitation e. V. (DVfR) und das Zentrum für Sozialforschung Halle e. V. (ZSH) führen am 20. und 21. Juni 2022 eine Online-Fachtagung zur Barrierefreiheit in Betrieben und Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) durch. Schwerpunkte der Veranstaltung werden u. a. die barrierefreie Gestaltung der Arbeitsplätze und Arbeitsstätte sowie der Wahl von Schwerbehindertenvertretung (SBV) und Werkstattrat sein.

Die gelungene Planung und Gestaltung einer inklusiven Arbeitsumgebung in Betrieben und Werkstätten ist ohne eine gute Kommunikation und Zusammenarbeit der verschiedenen Akteurinnen und Akteure nicht denkbar. Der stete technische Fortschritt eröffnet vielfältige Möglichkeiten, erfordert aber ebenso einen Kooperationsprozess. Detailfragen zum Abbau von Barrieren stellen sich auch bei der im Herbst 2022 anstehenden SBV-Wahl.

Ziel der interdisziplinären Fachtagung ist deshalb ein Wissenstransfer und Austausch rund um rechtliche Grundlagen der Barrierefreiheit in Betrieben und WfbM, praktische Problemlagen, Zuständigkeitsfragen, Impulse und Lösungsansätze. Vorträge und Diskussionen sollen anschließend in Workshops vertieft werden.

Zur Auswahl stehen vier Themen:

  • Barrierefreie Arbeitsstätte
  • Barrierefreier Arbeitsplatz durch Assistenz und Assistenzmittel
  • Barrierefreie Werkstattratswahlen und Barrierefreiheit in der Arbeit von Werkstatträten (Workshop bei Bedarf in Leichter Sprache)
  • Barrierefreie SBV-Wahl

Alle Interessierten sind eingeladen, sich aktiv in den Austausch einzubringen. Die Veranstaltung ist Teil des Forschungs- und Kooperationsprojekts „Zugänglichkeit – Inklusion – Partizipation. Nachhaltige Teilhabe an Arbeit durch Recht (ZIP – NaTAR)“ und wird kostenfrei angeboten.

Weitere Informationen finden Sie unter www.reha-recht.de/zip-natar

Über die DVfR

Die DVfR ist die einzige Vereinigung in Deutschland, in der die Akteure im Bereich Rehabilitation und Teilhabe gleichberechtigt zusammenwirken. Die Mitglieder der DVfR und ihre Partner in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft engagieren sich gemeinsam in einem interdisziplinären Diskurs zur Weiterentwicklung von Rehabilitation und selbstbestimmter Teilhabe.

Über Reha-Recht.de

Das Diskussionsforum Rehabilitations- und Teilhaberecht dient als Plattform für die Verbreitung der nicht hinreichend bekannten, zuletzt durch das Bundesteilhabegesetz geänderten Rechtsnormen v. a. des SGB IX. Hierzu werden die aktuelle Rechtsprechung und Verwaltungspraxis sowie Gesetzgebungsprozesse analysiert und kommentiert. Ziel ist es, die Anwendung und Weiterentwicklung des Rehabilitations- und Teilhaberechts zu unterstützen.

Kontakt

Kirsten Westphal
Deutsche Vereinigung für Rehabilitation e. V. (DVfR)
Tel.: 06221 / 18 79 01-22

E-Mail: k.westphal@dvfr.de
www.reha-recht.dehttp://fma.reha-recht.de

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Online-Diskussion zur inklusiven Hochschulbildung – Studieren und promovieren mit Behinderung und chronischer Erkrankung

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Die Vertragsstaaten der UN-Behindertenrechtskonvention haben sicherzustellen, dass Menschen mit Behinderungen ohne Diskriminierung und gleichberechtigt mit anderen Zugang zu allgemeiner Hochschulbildung haben und dass dazu angemes­sene Vorkehrungen getroffen werden (Art. 24 Abs. 5 UN-BRK). In Deutschland trifft die Verwirklichung inklusiver Hochschulen auf verschiedene Herausforderungen an den Schnittstellen des Bildungs-, des Gleichstellungs-, sowie des Rehabilitations- und Teilhaberechts. Ab dem 22. März 2022 rücken die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation e. V. und ihre Kooperationspartner die inklusive Hoch­schul­bildung deshalb in den Fokus einer dreiwöchigen Online-Diskussion unter Beteiligung von Expertinnen und Experten.

Ein Studium oder eine Promotion kann für Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen mit vielfältigen Barrieren verbunden sein. Um diese abzubauen, bestehen Verpflichtungen der Hochschulen zur Barrierefreiheit sowie Leistungsansprüche von Menschen mit Behinderungen gegenüber den Rehabilitationsträgern und Integrations­ämtern. Für einige Studierende sind Barrieren infolge der Corona-Pandemie entfallen. Für andere stellen virtuelle Lehrformate und Studium im Home-Office aufgrund fehlender digitaler Barrierefreiheit, sozialer Kontakte und Austauschmöglichkeiten mit anderen Studierenden eine Belastung dar.

Darüber diskutieren Interessierte, Studierende und Lehrende, Personen aus Rehabilitationsträgern, Integrationsämtern oder Beratungsstellen, aus Wissenschaft und Forschung. Die Diskussion ist öffentlich und niedrigschwellig zugänglich. Sie soll Raum für Erfahrungen, Meinungen und u. a. die folgenden vertiefenden Fragen geben:

  • Welche besonderen Bedarfe haben Studierende und Promovierende mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen?
  • Wie haben sich Bedarfssituationen durch die Corona-Pandemie verändert?
  • Welche Verpflichtungen haben Hochschulen zum Abbau räumlicher und digitaler Barrieren und wie können sie umgesetzt werden?
  • Wie können Studierende und Promovierende mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen ihre Ansprüche durchsetzen?
  • Welche Weiterentwicklungsbedarfe des Leistungsangebots der Reha-Träger und Integrationsämter gibt es?

Unter Federführung von Prof. Dr. Felix Welti, Universität Kassel, stellen u. a. Dr. Jana Bauer (Universität zu Köln), Prof. Dr. Jörg Ennuschat (Ruhr-Universität Bochum), Michaela Kusal (Akademisches Förderungs­werk, Bochum) und Dr. Susanne Peschke (Universität Hamburg) ihre Expertise für die Diskussion zur Verfügung. Die wesentlichen Ergebnisse des Diskussionsverlaufs werden im Anschluss als Fachbeitrag zusammengefasst.

Die Online-Diskussion ist Teil des Kooperationsprojekts „Zugänglichkeit – Inklusion – Partizipation. Nachhaltige Teilhabe an Arbeit durch Recht (ZIP – NaTAR)“ der DVfR und ihrer Kooperations­partner. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales aus Mitteln des Ausgleichsfonds gefördert.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://fma.reha-recht.de/

Über die DVfR

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Online-Diskussion: Assistive Technologien im betrieblichen Einsatz

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Technische Hilfsmittel und Assistenzsysteme können Menschen präventiv oder befähigend bei Arbeitsschritten aller Art unterstützen sowie bestimmte Behinde­rungen kompensieren. Die assistiven Technologien haben großes Inklusions­potenzial in der Arbeitswelt. Was ist bei ihrem Einsatz in Betrieben zu beachten? Die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation e. V. veranstaltet ab dem 29. November 2021 eine Online-Diskussion mit Expertinnen und Experten und lädt dazu ein, rechtliche und praktische Fragen rund um dieses Thema öffentlich zu diskutieren.

Mario H. ist seit September 2020 Auszubildender bei einem Unternehmen zum Facharbeiter Lager/Logistik. Zu seinen Aufgaben gehört die Sortierung von Artikeln in Regale. Aufgrund einer Lernbeeinträchtigung ist seine Konzentration eingeschränkt und die Merkfähigkeit deutlich verringert. Mario nutzt wie alle Lagerfachkräfte eine Datenbrille, sogenannte „smart glasses“. Seine nicht behinderten Kolleginnen und Kollegen profitieren im lauten Umfeld von den visuellen Informationen. Die Firma verspricht sich von dem Assistenzsystem einen besseren Materialfluss. Für Mario wurde die Datenbrille individuell auf seine Bedürfnisse abgestimmt; sie stellt für ihn relevante Informationen und Arbeits­schritte im Sichtfeld dar. Das Assistenzsystem gewährleistet zudem die Inklusion des Beschäftigten. So könnte ein Beispiel für den Einsatz neuer assistiver Technologien aussehen.

Die Herausforderung liegt darin, geeignete Systeme auszuwählen, ob zur visuellen, akustischen, sensorischen, motorischen oder kognitiven Unterstützung am Arbeitsplatz. Arbeitgeber und Interessenvertretungen haben Fragen der Barrierefreiheit sowie des Arbeitsschutzes zu klären. Bei assistiven Technologien geht es ebenso darum, Menschen mit Behinderungen eine Beschäftigung zu ermöglichen, zu erleichtern oder im Laufe des Berufslebens zu sichern und um den Anspruch auf eine behinderungsgerechte Arbeits­platzausstattung für schwerbehinderte Beschäftigte. Zu diskutieren ist u. a.:

  • Welche innerbetrieblichen Fragen des Arbeitsschutzes und der Arbeitssicherheit sind zu klären, bevor Assistenzsysteme eingeführt werden? Wie gestaltet sich das Verfahren dazu?
  • Wie sind assistive Technologien in die Systeme des Arbeitsschutzes und der geltenden sozialrechtlichen Kategorien von Hilfsmitteln und technischen Arbeitshilfen einzuordnen? Wer übernimmt die Kosten oder leistet Zuschüsse?
  • Welche Assistenzsysteme eignen sich besonders für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in der Arbeitswelt? Welchen Einfluss hat die Digitalisierung? Welche Risiken zeichnen sich dabei ab?

Alle Interessierten sind eingeladen, sich gemeinsam mit einem Expertenkreis über diese und weitere Fragen auszutauschen. Unter Federführung von Prof. Dr. Felix Welti, Universität Kassel, und Prof. Dr. Dörte Busch, Zentrum für Sozialforschung Halle e. V., werden Mareike Decker, Teamleiterin REHADAT Hilfsmittel, Ralf Rensinghoff und Ralf Schick, gesetzliche Unfallversicherung, Reto Schneider, DRV Bund, sowie Expertinnen und Experten der Malt|Harms GmbH und des Berufsforschungs- und Beratungsinstitut für interdisziplinäre Technikgestaltung an der Diskussion teilnehmen. Die wesentlichen Ergebnisse werden im Anschluss als Fach­beitrag zusammengefasst. Die Online-Diskussion ist Teil des neuen Kooperationsprojekts „Zugänglichkeit – Inklusion – Partizipation. Nachhaltige Teilhabe an Arbeit durch Recht (ZIP – NaTAR)“ der DVfR und ihrer Kooperationspartner. Das Projekt untersucht, wie Teilhabe am Arbeitsleben auch unter ökonomisch, gesundheitlich und sozial erschwerten Bedingungen nachhaltig gesichert und weiterentwickelt werden kann. Es wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales aus Mitteln des Ausgleichsfonds gefördert.

Weitere Informationen finden Sie im Online-Forum: https://fma.reha-recht.de/

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Die DVfR ist die einzige Vereinigung in Deutschland, in der die Akteure im Bereich Rehabili­tation und Teilhabe gleichberechtigt zusammenwirken. Die Mitglieder der DVfR und ihre Partner in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft engagieren sich gemeinsam in einem inter­disziplinären Diskurs zur Weiterentwicklung von Rehabilitation und selbstbestimmter Teilhabe.

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Das Diskussionsforum Rehabilitations- und Teilhaberecht dient als Plattform für die Verbreitung der nicht hinreichend bekannten, zuletzt durch das Bundesteilhabegesetz geänderten Rechtsnormen v. a. des SGB IX. Hierzu werden die aktuelle Rechtsprechung und Verwal­tungspraxis sowie Gesetzgebungsprozesse analysiert und kommentiert. Ziel ist es, die Anwendung und Weiterentwicklung des Rehabilitations- und Teilhaberechts zu unterstützen.

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DVfR ehrt Verbund der Embrace-Hotels für Engagement zugunsten der Inklusion von Menschen mit Behinderungen

Logo Deutsche Vereinigung für Rehabilitation DVfRDie Deutsche Vereinigung für Rehabilitation e.V. (DVfR) verleiht dem Verbund der Embrace-Hotels e.V. die Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille 2021. Der Verbund fördert 45 Mitgliedshotels, die in herausragender Weise Arbeits- und Ausbildungsplätze für Menschen mit Behinderungen bereitstellen. So ermöglicht der Preisträger nachhaltig die Teilhabe von Beschäftigten mit Beeinträchtigungen auf dem ersten Arbeitsmarkt.

Im Verbund der Embrace-Hotels sind verschiedene Hotels sowie Gästehäuser und Jugend­herbergen zusammengeschlossen. Deutschlandweit einzigartig ist, dass bei allen Embrace-Mitgliedern 30 bis 60 Prozent der Beschäftigten schwere Behinderungen haben. Der Verbund mit Sitz in Much nahe Köln berät seine Mitgliedseinrichtungen, fördert den Erfahrungsaustausch und bietet Weiterbildungen rund um das Thema Mitarbeitende mit Behinderungen. Darüber hinaus unterstützt der Verbund seine Mitgliedshäuser durch eigene Hotel-spezifische Jobtrainings. Ebenso hilft er in der Schaffung von Barrierefreiheit für Gäste mit Behinderungen. Alle Mitgliedshotels sind vom Deutschen Seminar für Tourismus mit dem Siegel „Reisen für Alle“ zertifiziert.

Walter Krug, Vorstandsmitglied der DVfR, erläuterte in seiner Laudatio zur Verleihung der Medaille am 19. Oktober 2021: „Die Embrace-Hotels schaffen Inklusion in einem doppelten Sinne: Sie inkludieren Menschen mit Behin­derung als Mitarbeitende und als Kunden. Die Viel­zahl der Hotels des Verbunds zeigt, dass es gelungen ist, nicht nur Einzellösungen zu finden, sondern einen vorbildlichen konzeptionellen Ansatz zu verfolgen.“ Die Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen auf dem ersten Arbeitsmarkt seien außerdem wichtig für den nachhaltigen Abbau von Barrieren in der Gesellschaft.

„Die bundesweite Plattform der Embrace-Hotels zeigt großes unternehmerisches Engagement für die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen und unterstützt mit kollegialer Beratung und durch Schulungen bei der inklusiven Beschäftigung und Ausbildung. Die Verbund-Hotels eröffnen so für viele Menschen auch mit schweren Beeinträchtigungen Chancen der Teilhabe“, so Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann, Vorsitzender der DVfR.

Timo Witt, Vorstand des Verbunds der Embrace-Hotels, dankte der DVfR: „Es ist eine große Ehre für unseren Verbund, die Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille zu erhalten. Die Auszeichnung wird die Arbeit unseres Verbunds weiterbringen und bestärkt unsere Philosophie der selbst­verständlichen Vielfalt und Diversität bei Mitarbeitenden und bei Kunden.“   (weitere Informatinen)

Über die Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille
Mit dieser Medaille ehrt die DVfR seit 2011 Initiativen und Einrichtungen, die in herausragender Weise die individuelle und umfassende Rehabilitation von Menschen mit Behinderungen fördern und zu deren Selbstbestimmung und Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft beitragen. Namensgeber der Medaille ist der 2013 verstorbene Pionier der Neurorehabilitation in Deutsch­land: Prof. Dr. Dr. Kurt-Alphons Jochheim. In diesem Jahr wäre er 100 Jahre alt geworden. Weitere Informationen finden Sie auf: www.dvfr.de/die-dvfr/kurt-alphons-jochheim-medaille/.

Über den Verbund der Embrace-Hotels e.V.
Seit 13 Jahren unterstützt der Verbund der Embrace-Hotels seine Mitglieder in der Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen für Menschen mit Behinderungen in verschiedenen Bereichen von Beherbergungsbetrieben. Zwischen 30 und 60 Prozent (durchschnittlich 50 Prozent) der Beschäftigten der Mitgliedshäuser sind Menschen mit Behinderungen. Derzeit sind 45 Tagungs-, Familien-, Wellnesshotels, Gästehäuser und Jugendherbergen in Deutschland, Österreich und der Schweiz Mitglied in dem deutschlandweit einmaligen Verbund. Dieser hilft seinen Mitgliedern außerdem ihre Barrierefreiheit für Gäste mit Behinderungen auszubauen.

 

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DVfR-KONGRESS: Hilfsmittel sichern Teilhabe – Technik für Inklusion in Alltag und Beruf

Logo Deutsche Vereinigung für Rehabilitation DVfRHilfsmittel gibt es für nahezu alle Lebensbereiche und sie bieten für Menschen mit Behinderungen viele Chancen in Alltag und Arbeitswelt. Sie stehen deshalb im Mittelpunkt des zweitägigen Online-Kongresses der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) am 8. und 9. November 2021. Neben technischen Entwicklungen und Einsatzmöglichkeiten werden auch der Zugang zu Hilfsmitteln, Fragen der Verwaltungs- und Verordnungspraxis, ethische Fragen sowie mögliche Anwender- oder Datensicherheitsprobleme beleuchtet.

Die Hilfsmittelversorgung für Menschen mit gesundheit­lichen Beeinträchtigungen und Behinderungen sicherzustellen und die Rolle der Rehabilitation zu stärken, ist ein wichtiges Anliegen der DVfR. Auf dem Gebiet der Hilfsmittel und assistiven Technologien sind rasante Fortschritte zu verzeichnen. Deshalb greift die DVfR diese Themen in ihrem diesjährigen Kongress in Vorträgen, Diskussionsrunden und insgesamt zehn Workshops auf.

Hilfsmittel werden für die unterschiedlichsten Bedarfe  angeboten, von Pflegehilfsmitteln, Orthesen, Prothesen bis hin zu elektronischen Steuerungen, Kommunikationssystemen und neuen Softwareanwendungen. „Für Menschen mit Behinderungen bieten sich hier einerseits vielfältige Chancen auf eine bessere Reintegration und Teilhabe, selbständigere Mobilität, Lebensführung und Integration in das soziale Leben, andererseits darf man aber auch nicht übersehen, dass diese rasante Entwicklung durchaus auch Risikopotenziale zeigt,“ so Kongresspräsident Prof. Dr. Bernhard Greitemann. Diesbezüglich nennt er in seinem Grußwort die Wahrung der Selbstbestimmung über persönliche Daten oder etwa die mögliche Ausgrenzung bestimmter Betroffenengruppen von einer Entwicklung. Bei der Programmgestaltung ist daher neben der Information zu den Möglichkeiten der neuen Technologien auch Raum gegeben, dass Betroffene selbst ihre Wünsche und Sorgen äußern können.

Unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales bietet der Kongress eine breite Informationsplattform für alle Interessierten zu aktuellen Entwicklungen im Hilfsmittelbereich, assistiven Technologien, zur Ausgestaltung der Hilfsmittelversorgung und Schnittstellenproblematiken sowie zu Teilhabeaspekten. Die DVfR und Prof. Dr. Bernhard Greitemann laden zum intensiven Austausch ein.

Das ausführliche Programm und weitere Informationen bietet die DVfR-Veranstaltungsseite.
Anmeldungen sind bis zum 5. November 2021 über diese Anmeldewebseite (Converia) möglich.

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Fachveranstaltung 4.11.2021: Sicherung einer umfassenden Teilhabe bei psychischen Beeinträchtigungen – Neue Wege durch rehapro und den Psychiatrie-Dialog

Logo Deutsche Vereinigung für Rehabilitation DVfRWelche Chancen bietet die Rehabilitation in der psychiatrischen Versorgung und wie kann die Rolle der Rehabilitation gestärkt werden? Im Fokus der Online-Fachveranstaltung „Sicherung einer umfassenden Teilhabe bei psychischen Beeinträchtigungen“ stehen das Bundesprogramm rehapro und der Psychiatrie-Dialog. Beide Initiativen wollen neue Wege entwickeln und Perspektiven aufzeigen, um die Teilhabe für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen nachhaltig zu sichern. Die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) führt die Veranstaltung in Kooperation mit der Deutschen Rentenversicherung Rheinland (DRV-R) und dem Aktion Psychisch Kranke e. V. (APK) durch.

Psychische Störungen sind oft mit Beeinträchtigungen in mehreren Lebensbereichen verbunden. Insbesondere als Ursache von Arbeitsunfähigkeit und Erwerbsminderung haben psychische Problemstellungen große Bedeutung für die Arbeitswelt und die sozialen Sicherungssysteme. Zentrale Herausforderung ist die Sicherung der Teilhabe von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. Erforderlich ist dazu eine frühzeitige niederschwellige Bedarfserkennung sowie die nahtlose Umsetzung von präventiven, kurativen und rehabilitativen Leistungen in einer sektorenübergreifenden Fallsteuerung.

rehapro ist ein vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördertes Bundesprogramm. Sein Ziel ist, innovative Maßnahmen und Angebote zu erproben und so neue Wege zu erkunden, um die Erwerbsfähigkeit von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen besser zu erhalten bzw. wiederherzustellen und damit langfristig den Übergang in die Erwerbsminderungsrente und die Eingliederungshilfe bzw. Sozialhilfe zu vermeiden.

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) führt einen Dialog zur Weiterentwicklung der Hilfen für psychisch erkrankte Menschen durch (Psychiatrie-Dialog), der durch die APK organisiert wird. Über Beteiligungsprozesse von Fachverbänden sowie weiteren Expertinnen und Experten soll eine Verständigung über Entwicklungsbedarfe sowie die Formulierung von Empfehlungen für eine personenzentrierte Versorgung erfolgen. Die medizinische Rehabilitation und die Schnittstellen zur Akutbehandlung sind wichtige Themenstellungen.

Das Programm und das Anmeldeformular der Online-Fachveranstaltung finden Sie auf der DVfR-Veranstaltungsseite.
Anmeldungen sind bis 31. Oktober 2021 möglich.

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Online-Fachveranstaltung 14.09.2021: Aus der Pandemie lernen – Sicherung von Teilhabe und Inklusion pandemiefest gestalten

Logo Deutsche Vereinigung für Rehabilitation DVfRDie Deutsche Vereinigung für Rehabilitation e. V. (DVfR) hat mit Unterstützung des Bundes­ministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) in einem breit angelegten Konsultationsprozess untersucht, wie sich die Corona-Pandemie auf Rehabilitation und Teilhabe auswirkt. Der vorgelegte Abschlussbericht zeigt, dass Menschen mit Behinderungen, chronischen Erkran­kungen oder Pflegebedarf durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie im Hinblick auf die Beeinträchtigung ihrer Teilhabe und die Inklusion besonders betroffen waren.

Auf Basis der Ergebnisse des Konsultationsprozesses wurden Handlungsoptionen entwickelt, um den Herausforderungen einer Pandemie heute und in Zukunft begegnen zu können. Diese sollen Gegenstand eines gesellschaftlichen und sektorenübergreifenden Diskurses zur nachhaltigen Sicherung der Teilhabe und Inklusion sein, der auf verschiedenen Ebenen durch alle Akteure in ihren jeweiligen Verantwortungsbereichen zu führen ist.

Ziel der Fachveranstaltung ist es, diesen Diskurs anzustoßen sowie die auf der Basis des Konsultationsprozesses erarbeiteten Ergebnisse und Handlungsoptionen zu diskutieren und den Handlungsbedarf zu konkretisieren. Es gilt, die Teilhabesicherungssysteme unter Berücksichtigung der Gesundheitsversorgung, des Arbeitslebens und von Erziehung und Bildung pandemiefest auszurichten. Dazu sollten im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention und des Disability Mainstreaming vorausschauende Vorkehrungen getroffen und Weiterentwicklungen der erforderlichen Dienste und Einrichtungen ermöglicht werden.

Die DVfR lädt Expertinnen und Experten der Gesundheitsversorgung und Rehabilitation, Verantwortliche in Gesundheits- und Sozialpolitik sowie Vertreterinnen und Vertreter der Selbsthilfe- und Sozialverbände sowie der Dienste und Einrichtungen herzlich zu dieser Fachveranstaltung ein. Die Einladung richtet sich insbesondere an alle Akteurinnen und Akteure, die sich am Konsultationsprozess beteiligt haben.

Weitere Informationen zu Programm und Anmeldung bietet die DVfR-Veranstaltungsseite.

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Online-Diskussion: Soziale und berufliche Teilhabe durch das Persönliche Budget

Logo Deutsche Vereinigung für Rehabilitation DVfRDas Persönliche Budget soll die Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderun­gen stärken. Sie können damit Geld anstelle von Sach- oder Dienstleistungen erhalten und entscheiden selbst, wie sie diese Mittel z. B. für die Organisation von ambulanten Hilfen, Arbeitsassistenz oder persönlicher Assistenz verwenden. Gut 20 Jahre nach der Einführung dieser Leistungsform könnte die Zahl der Budget­nehmenden viel höher sein. Welche Hürden bestehen im Budgetverfahren? Hierzu veranstal­tet die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation e. V. (DVfR) gemeinsam mit ihren wissenschaftlichen Kooperationspartnern ab 19. Juli eine Online-Diskussion. Alle Interes­sierten sind eingeladen, rechtliche und praktische Fragen des Persön­lichen Budgets zu diskutieren.

Bei seiner Einführung im SGB IX 2001 und auch mit Einfüh­rung des Rechts­an­spruches 2008 erfuhr das Persönliche Budget eine hohe Aufmerksamkeit. Inzwischen erhalten etwa 10.000 Budget­nehmende diese Leistung über die Eingliederungshilfe; eine Zahl, die weit hinter den Anfangserwartungen zurückbleibt. Auch beim trägerübergreifenden Persön­lichen Budget, bei dem mehrere Leistungsträger unterschiedliche Teilhabe- und Rehabilitations­leistungen gemeinsam erbringen, sind die Zahlen gering. Das Persön­liche Budget kann dabei für viele Menschen mit Behinderungen ein wichtiger Baustein für die Verwirklichung einer selbst­bestimmten Lebensführung sein. Es kann für alle in § 5 SGB IX genannten Leistungsgruppen verwendet werden, d. h. für Leistungen zur medizinischen Rehabilitation, für Leistungen zur Teilhabe im Arbeitsleben und für die soziale Teilhabe. Zudem lässt sich diese Leistung mit weiteren Instrumenten wie dem Budget für Arbeit kombinieren, um eine Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

Die rund dreiwöchige Diskussion vom 19. Juli bis 6. August 2021 soll ein Forum für Erfahrungen, Barrieren und Lösungsansätze zum Persönlichen Budget aus der Perspektive der verschiedenen beteiligten Akteure bieten. Denkbar sind u. a. folgende Fragestellungen:

  • Welche Anspruchsvoraussetzungen gelten für das Persönliche Budget? Was ist nach der Bewilligung von Budgetnehmenden zu beachten?
  • Wann ist das Persönliche Budget einer Sach- oder Dienstleistung vorzuziehen?
  • Was ist zu beachten, wenn das Persönliche Budget mit einem Budget für Arbeit kom­bi­niert werden soll?
  • Wie wird sichergestellt, dass der individuelle Bedarf mit dem Persönlichen Budget auch wirklich gedeckt wird?

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich gemeinsam mit einem Kreis aus inter­disziplinären Expertinnen und Experten am Austausch über diese und weitere Fragen zu beteiligen. Wesentliche Ergebnisse des Diskussionsverlaufs werden im Anschluss in einem Fachbeitrag zusammengefasst. Die Diskussion ist Teil des Kooperationsprojekts „Partizi­patives Monitoring der aktuellen Entwicklung des Rehabilitations- und Teilhaberechts bis 2021″, das vom Bundesminis­terium für Arbeit und Soziales aus Mitteln des Ausgleichsfonds gefördert wird.

Weitere Informationen finden Sie im Online-Forum: https://fma.reha-recht.de/

Über die DVfR
Die DVfR ist die einzige Vereinigung in Deutschland, in der die Akteure im Bereich Rehabilitation und Teilhabe gleichberechtigt zusammenwirken: Selbsthilfe- und Sozialverbände, Sozialleistungsträger, Rehabilitationseinrichtungen und -dienste, Reha-Experten sowie Berufs- und Fachverbände. Die Mitglieder der DVfR und ihre Partner in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft engagieren sich gemeinsam in einem interdisziplinären und sektorenübergreifenden, konsensorientierten Diskurs zur Weiterentwicklung von Rehabilitation und selbstbestimmter Teilhabe.

Über Reha-Recht.de
Das Diskussionsforum Rehabilitations- und Teilhaberecht unter www.reha-recht.de dient als Plattform für die Verbreitung der nicht hinreichend bekannten, zuletzt durch das Bundes­teilhabegesetz geänderten Rechtsnormen v. a. des SGB IX. Hierzu werden die aktuelle Rechtsprechung und Verwaltungspraxis sowie Gesetzgebungsprozesse analysiert und kommentiert. Der juristischen Fachöffentlichkeit und Akteurinnen und Akteuren in Betrieben, Institutionen und Verbänden steht damit ein Forum für den interdisziplinären Austausch zu Rechtsfragen zur Verfügung. Ziel ist es, die Anwendung und Weiterentwicklung des Rehabilitations- und Teilhaberechts zu unterstützen.

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www.reha-recht.dehttps://fma.reha-recht.de

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Positionspapier der DVfR zur Gesundheitssorge – Erhalt und Förderung von Gesundheit für Menschen mit Behinderungen unter besonderer Berücksichtigung der Eingliederungshilfe

Logo Deutsche Vereinigung für Rehabilitation DVfRFür Menschen mit (drohenden) Behinderungen spielen Gesundheit und Krankheit oft eine besonders wichtige Rolle. Insbesondere Menschen mit einer wesentlichen Behinderung im Sinne des § 99 SGB IX sind zur Erhaltung und Förderung der Gesundheit und zur Bewältigung von Krankheiten häufig auf Unterstützung im Rahmen der Eingliederungshilfe angewiesen. Der Fachausschuss „Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes“ der DVfR erarbeitete vor diesem Hintergrund das nun vom Hauptvorstand beschlossene Positionspapier „Gesundheitssorge – Erhalt und Förderung von Gesundheit für Menschen mit Behinderungen unter besonderer Berücksichtigung der Eingliederungshilfe“. Dieses befasst sich mit einem allgemeinen Konzept zur Gesundheitssorge sowie der Beschreibung und Abgrenzung gesundheitsbezogener Leistungen der Eingliederungshilfe zu anderen Sozialleistungen und enthält Hinweise zu Möglichkeiten ihrer bedarfsgerechten Erbringung.

Menschen mit Behinderungen sind statistisch betrachtet deutlich häufiger von Krankheiten betroffen als Menschen ohne Beeinträchtigungen. Auch haben sie heutzutage eine durchschnittlich höhere Lebenserwartung, die mit einem Anstieg der Morbidität verbunden ist. Förderung und Erhaltung der Gesundheit sind zunächst wesentliche Aufgaben der Bürgerinnen und Bürger und Versicherten selbst. Unter Verweis auf Art. 25 des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UNBRK), erinnern die Autorinnen und Autoren des Papiers an die Verpflichtung der Vertragsstaaten Menschen mit Behinderungen Zugang zur Gesundheitsversorgung in derselben Bandbreite, von derselben Qualität und auf demselben Standard zur Verfügung zu stellen wie Menschen ohne Behinderungen. Sie stellen fest, dass nicht alle Menschen mit Behinderungen gleichermaßen in der Lage sind, für die eigene Gesundheit selbst zu sorgen und Unterstützungsleistungen aus dem primären oder, wenn dieses nicht/ nicht ausreichend vorhanden ist, aus dem sekundären sozialen Netzwerk benötigen. Zugleich sind die Leistungen im Gesundheitswesen (vorwiegend SGB V und XI) regelmäßig limitiert und nicht immer auf den vollständigen Ausgleich der behinderungsbedingten Einschränkungen bei der Gesundheitssorge ausgerichtet.

Das aktuelle Positionspapier der DVfR beschreibt den Bereich der Gesundheitssorge mit fünf Komponenten – die Gesundheitssorge im Alltag, die individuelle und die organisationale Gesundheitskompetenz, die Lotsenfunktion, die Förderung der Funktionsfähigkeit und die Pflege. Sofern die Eingliederungshilfe, unter Beachtung des Nachrangprinzips, für eine behinderungsbedingte Unterstützung bei der Gesundheitssorge zuständig ist, werden vorwiegend gesundheitsbezogene Assistenzleistungen i. S. d. § 78 SGB IX benötigt. Die Konkretisierungen erleichtern die Bedarfsermittlung und die Teilhabe- und Gesamtplanung. Die Abgrenzung zur Krankenbehandlung, zu Leistungen der Pflege sowie der medizinischen Rehabilitation verbinden die Autorinnen und Autoren mit konkreten Impulsen zur strukturellen Verankerung von Unterstützungsleistungen bei Erhalt und Förderung der Gesundheit in den Diensten und Einrichtungen der Eingliederungshilfe.

Darüber hinaus betonen die Verfasserinnen und Verfasser des Positionspapiers die Notwendigkeit der Berücksichtigung von mit den Unterstützungsleistungen zur Gesundheitssorge zusammenhängenden indirekten Leistungen, wie z. B. die Qualifizierung des Personals und die systematische Förderung der Gesundheitskompetenz durch Einrichtungen und Dienste im Rahmen von Qualitätsmanagement-Systemen. Sofern bereits dort auf eine die Gesundheitskompetenz fördernde Struktur geachtet wird, ergibt sich zugleich eine Förderung der Optionen auch für die soziale Teilhabe. Dies kann nur gelingen, wenn die Gesundheitssorge sowohl in den Landesrahmenverträgen als auch in den Konzeptionen der Dienste und Einrichtungen und damit in den vertraglichen Vereinbarungen zwischen den Diensten und Einrichtungen und den Leistungsempfängern berücksichtigt wird.

Zum Positionspapier der DVfR „Gesundheitssorge – Erhalt und Förderung von Gesundheit für Menschen mit Behinderungen unter besonderer Berücksichtigung der Eingliederungshilfe“

 

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Corona: Deutliche Rückschritte für Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Behinderungen – DVfR legt Bericht zu den Auswirkungen der Pandemie vor

Logo Deutsche Vereinigung für Rehabilitation DVfRDie Deutsche Vereinigung für Rehabilitation e. V. (DVfR) hat mit Unterstützung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) untersucht, wie sich die Corona-Pandemie auf Teilhabe und Rehabilitation auswirkt. Der jetzt vorgelegte Abschluss-bericht zeigt, dass Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie besonders betroffen sind. Die Ergebnisse weisen auf deutliche Rückschritte in Teilhabe und Inklusion hin. Deshalb sind Verantwortliche in Politik und Rehabilitation gefordert, die im Bericht empfohlenen Handlungsoptionen zu prüfen.

Die Untersuchung zeigt, dass vor allem zu Beginn der Pandemie, Menschen mit Behinde­rungen und ihre Familien sich mit ihren speziellen Problemen von der Politik ver­gessen und allein gelassen fühlten. Häufig entfielen notwendige Therapien und Förde­rungen, Assistenz in Alltag, Schule oder Beruf sowie Beförderungs­dienste. Medizini­sche und berufliche Rehabilitation fanden nur sehr einge­schränkt statt, wichtige Dienste und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen muss­ten zeitweise schließen. Ersatz­angebote wie digi­taler Unterricht oder individuelle Beratung waren häufig für Menschen mit Behinderungen nicht verfügbar oder konnten nicht hinreichend genutzt werden. Die psycho­sozialen Belastungen waren für die Betroffenen und ihre Familien oft kaum zu bewältigen.

DVfR-Untersuchung: Breit angelegte Befragung
Die Besonderheit der DVfR-Untersuchung liegt in ihrer Breite und Multiperspektivität. Neben rund 200 Stellungnahmen von Expertinnen und Experten flossen Ergebnisse einer großen Online-Befragung im November und Dezember 2020 ein. Zentrale Fragen waren: Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf die Teilhabe von Menschen mit Behin­de­rungen? Wie müssen Gesundheits­versorgung und Teilhabeförderung, Arbeitswelt und Bil­dungs­wesen, aber auch gesell­schaft­liche und rechtliche Rahmenbedingungen an­ge­passt und verändert werden, um Teil­habe und Inklusion sicherzustellen?

An der Befragung beteiligten sich 3.684 Menschen mit Behinderungen, chronischen Erkran­kungen oder Pflegebedürftigkeit, 1.124 Angehörige, 1.325 Vertreterinnen und Vertreter von Reha-Diensten und -Einrichtungen, 39 von deren Dachverbänden, 244 von Kostenträgern der Reha-Leistungen sowie 177 aus Betroffenen- und Sozialverbänden. Die Befragten brachten in Freitexten vielfach auch eigene Erfahrungen und Vorschläge für Verbesse­rungen ein. Die Befragung ergab so einen differenzierten Einblick in die Lebens­situation und Probleme der befragten Personen in Zeiten der Corona-Pandemie.

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Menschen mit Behinderungen
Menschen mit Behinderungen, chronischen Erkrankungen oder Pflegebedarf und ihre Familien, insbesondere in Kombination mit prekären Lebenslagen, haben unter den Aus­wir­kungen der Pandemie noch stärker gelitten als andere Menschen. Eingeschränkt waren:

  • Gesundheits- und Teilhabeleistungen, medizinische, berufliche und soziale Reha­bilitation, mit oft gravierenden Auswirkungen auf Gesundheit, Teilhabe und Alltag,
  • Teilhabe am Arbeitsleben und der Zugang zum Arbeitsmarkt,
  • Erziehungs- und Bildungsangebote, mit Entwicklungsbeeinträchtigungen der betroffe­nen Kinder und Jugendlichen,
  • Zwischenmenschliche Beziehungen und private Kontakte, sogar in existentiell bedroh­lichen Lebenslagen, mit erheblichen psychosozialen Aus­wirkungen.

Maßnahmen zugunsten von Teilhabe und Inklusion in Pandemiezeiten
Eine Expertengruppe der DVfR entwickelte aus den Ergebnissen zahlreiche Handlungs­optionen, die sich an verschiedenste Akteure, insbesondere an die Politik sowie an Träger und Einrichtungen der Rehabilitation und Teilhabe richten.

Auch unter den Bedingungen einer Pandemie haben Menschen mit Behinderungen ein Recht auf gesellschaftliche Teilhabe und Selbstbestimmung. Dieses ist unbedingt in der Praxis umzusetzen. Inklusion kann nur gelingen, wenn Politik, Entscheidungsträger und die versor­genden Dienste und Einrichtungen die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen und deren besondere Lebenslagen mitdenken. Reha-Leistungen, Assistenz, Beförderung, barriere­freie und niedrigschwellige Beratungsangebote und allen voran zwischen­mensch­liche Beziehungen müssen trotz aller Maßnahmen zum Gesundheits­schutz erhalten bleiben. Digitalisierung muss die Bedarfe von Menschen mit Behinderungen berück­sichti­gen, u. a. durch umfassende Barrierefreiheit. Rehabilitation, aber auch Gesundheits­wesen, Schule und Arbeitswelt müssen „pandemie­fest“ gestaltet werden.

Besondere Herausforderungen stellen sich für die Rehabilitation im Hinblick auf Long-Covid, die umfassende Förderung der durch die Pandemie in Entwicklung und Lernen beein­trächtigten Kinder und Jugendlichen sowie allgemein die Unterstützung wegen der psychi­schen Folgen der Corona-Pandemie. Damit wird dem Reha-System in Zukunft eine noch größere Bedeutung zukommen.

Weitere Informationen zur DVfR-Untersuchung (Konsultationsprozess) und Bericht-Downloads bietet www.dvfr.de/arbeitsschwerpunkte/projektberichte/.


Kontakt

Dr. Mara Boehle
Deutsche Vereinigung für Rehabilitation e. V. (DVfR)
Maaßstraße 26
69123 Heidelberg
Tel.: 06221 / 187 901 0
E-Mail: m.boehle@dvfr.de

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