Softsolution International Ltd.

 

11. Business-Dinner Reha/Networking-Dinner (Veranstalter Softsolution International)

Veranstaltungshinweis

Datum: Montag, 15.04.2019
Ort: Hotel Adlon Kempinski, Unter den Linden 77, 10117 Berlin
Beginn: Aperitif: 16:30 Uhr, Podiumsdiskussion mit Impuls-Statements ab 17:00 Uhr mit anschließendem Buffet mit Gelegenheit zum „Netzwerken“, Sie sind unsere Gäste.

Thema: „Qualitäts – Wettbewerb in der Reha!“

Podiumsdiskussion mit Impuls-Statements:

Alexander Gunkel, Mitglied der Hauptgeschäftsführung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA)
Stellenwert und Nutzen der Rehabilitation aus Arbeitgebersicht.

Gundula Roßbach, Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV)
Die DRV ist Vorreiter i.S. qualitätsgesteuerte Rehazuweisung!

Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland
Das Wunsch- und Wahlrecht der Rehabilitanden ist uns wichtig!      

Dr. med. Ulrich Mauerer, Vorsitzender des Vorstands der Medical Park Kliniken,
Was Erwerbstätige von Hochleistungssportlern in der Reha lernen können!

Dr. oec. HSG Willy Oggier, Gesundheitsökonom aus der Schweiz
Wie diskutiert man in der Schweiz derzeit das Reha-Geschehen?

Thomas Bublitz, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Privatkliniken, BDPK
Innovation und gute Rehaqualität haben ihren Preis!

Moderation:
Hubert Seiter, 1. Direktor der DRV Baden Württemberg a.D.

Anmeldung:
Anmeldung bitte an folgende Email-Adresse: business-dinner@softsolution.de

Kontaktdaten:
Priska Stamm, 07738 6969 600, E-Mail: pstamm@softsolution.de
Ute Schalles, 07738 6969 605, E-Mail: uschalles@softsolution.de

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8. Business Dinner Reha 2016 von Softsolution

Die Kernaussagen der beiden Vorträge beim 8.Business-Dinner Reha von
Softsolution am 9. Juni 2016 in Berlin:

  • I) Die Pflegeversicherung soll künftig Reha-Träger werden, um so dem Grundsatz „Reha vor Pflege“ zum Durchbruch zu verhelfen.
  • II) Politiker fordern Reha vor Pflege, Forscher veröffentlichen neue Studien und Klinik-Chefs sehen den Nutzen, doch für einzeln Befragte ist Reha entweder wenig attraktiv oder sie wissen nichts darüber: Will man die Bevölkerung über Reha aufklären, muss man die passende Kommunikation wählen. Und sich fragen: Was wollen wir damit erreichen und wer soll das bezahlen? Nur so kann Reha zu einem Baustein einer Gesund-Werd-Strategie werden.

 

Der Veranstaltungsort in den nordischen Botschaften war gut gewählt: Er brachte offenbar «frischen Wind» in das Publikum, und man diskutierte lebhaft und lange.

Der Veranstaltungsort in den nordischen Botschaften war gut gewählt: Er brachte offenbar «frischen Wind» in das Publikum, und man diskutierte lebhaft und lange.

 Teil I: Pflegekasse als Reha-Träger?

Text: Staatssekretär a. D. Neithart Neitzel

 

Die Pflegeversicherung soll künftig Reha-Träger werden, um so dem Grundsatz „Reha vor Pflege“ zum Durchbruch zu verhelfen.

 

Zur Einleitung hatte der Moderator der Veranstaltung, Universitäts-Professor  Dr. Günter Neubauer, darauf hingewiesen, dass in dem runden Dutzend von Gesetzen, die Gesundheitsminister Gröhe in dieser Legislaturperiode bisher auf den Weg gebracht hat, Rehabilitation kaum vorkomme.

 

«Reha vor Pflege» forderte der CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel. Zahlen soll künftig die Pflegeversicherung.

«Reha vor Pflege» forderte der CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel. Zahlen soll künftig die Pflegeversicherung.

Der erste Referent des Abends, der CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel, machte im Zusammenhang mit den Pflegegesetzen deutlich, dass dort Reha schon eine Rolle spiele. Er sprach zum Thema: „Reha vor Pflege. Wann kommt die Lösung?“ Rüddel wies zunächst darauf hin, dass durch die drei Pflegestärkungsgesetze insgesamt sechs Milliarden Euro zusätzlich in die Pflegeversicherung gelenkt würden; besonders wichtig sei die Gleichstellung von Demenzkranken mit anderen Pflegebedürftigen. Durch die Finanzierung des Pflegeprogramms für Krankenhäuser fließe im Rahmen des Krankenhausstruktur-Gesetzes eine weitere Milliarde Euro in den Gesundheits- und Pflegebereich. Das gerade auf den Weg gebrachte Pflegestärkungsgesetz III solle über die Kommunen die Beratung im Pflegebereich
stärken.

Ob es im Rahmen der Gesetzgebung in dieser Wahlperiode noch zu einer einheitlichen Ausbildung in der Pflege komme, sei wegen Widerständen von verschiedener Seite nicht abzusehen. Wichtig ist es in jedem Fall, die Arbeitsbedingungen für die Pflegekräfte zu verbessern.

 

Soft 3Rüddel wies dann darauf hin, dass durch das Präventionsgesetz die Entwicklung von „Prävention Reha vor Pflege“ gestärkt werden solle. Ziel sei es, Pflege so weit als möglich zu verhindern oder hinauszuschieben, wozu die Anstrengungen der Krankenkassen in der Reha stark anwachsen müssten. Nach dem Pflegestärkungsgesetz II solle der MDK bei der Pflegebegutachtung auf vorgelagerte Möglichkeiten der medizinischen Rehabilitation hinweisen. Dabei sei allerdings das Problem, dass die Vorteile von „Reha vor Pflege“ nicht den Krankenkassen als Kostenträger zugutekämen, sondern der Pflegeversicherung, die zwar von den Krankenkassen verwaltet werde, aber ein eigener Versicherungszweig  mit eigenem Finanzkreislauf sei. Dieses Problem – so der pflegepolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion – führe dazu, dass zu wenig medizinische Reha stattfinde, ehe ein Mensch in einen der neuen Pflegegrade eingestuft werde. Deshalb habe der Bundesfachausschuss der CDU für Gesundheit und Pflege beschlossen, dass künftig auch die Pflegeversicherung  Reha-Träger werden solle, weil sie ein Interesse habe, möglichst spät leisten zu müssen und daher „Reha vor Pflege“ fördern werde. Da sich die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2050 verdoppeln werde, müsse Reha für ältere Mitbürger gestärkt werden. Diese Forderung werde die CDU in Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl 2017 einbringen.  Dies könne durch die Übertragung von Reha-Leistungen in die Pflegeversicherung gelingen. Darüber hinaus wolle die CDU das Verfahren für die Bewilligung einer medizinischen Reha vereinfachen: auch der Hausarzt solle Reha verordnen können.

Dieser  Ansatz von Rüddel wurde von den über 100 Teilnehmern des Business Dinners kontrovers diskutiert. Es wurde etwa befürchtet, dass eine neue Schnittstelle entstehen könne.

 

«Es wurde nie untersucht, wie Reha wahrgenommen wird», berichtete die Journalistin Felicitas Witte. Will man die Bevölkerung aufklären, muss man Geld für die Kommunikation investieren.

«Es wurde nie untersucht, wie Reha wahrgenommen wird», berichtete die Journalistin Felicitas Witte. Will man die Bevölkerung aufklären, muss man Geld für die Kommunikation investieren.

Teil II: Wahrnehmung von Reha in der Öffentlichkeit – Lästiges Übel, sinnvoller Therapiebaustein oder feine Badekur?

Text: Dr. Felicitas Witte, Ärztin und Journalistin

 

Was Patienten, Angehörige, Politiker, Journalisten oder Ärzte über Reha denken, wurde nie systematisch untersucht. Einzelbefragungen zeigen: Menschen scheinen Reha ganz unterschiedlich wahrzunehmen, wie die Medizinjournalistin und Ärztin Felicitas Witte berichtete. Will man die Bevölkerung über Reha aufklären, muss man die passende Kommunikation wählen. Und sich fragen: Was wollen wir damit erreichen?

 

Was denkt die Bevölkerung über Reha? Das könnte nur eine repräsentative Studie beantworten, aber die fand sich trotz intensiver Recherche nicht, berichtete Witte. Menschen scheinen Reha unterschiedlich wahrzunehmen, wie Einzelbefragungen ergaben. Ohne Studie kann man die Aussagen aber nicht auf die Bevölkerung übertragen.

«Medien berichten über Reha oft nur im Zusammenhang mit höheren Kosten oder gekürzten Leistungen – mich interessiert das nicht», sagt Dorothea E., berufstätige Mutter von vier Kindern, die keine Reha-Erfahrung hat. Mit Reha verbindet sie entweder eine Bade-Kur älterer Herrschaften oder eine Behandlung, die nur etwas für sehr kranke Menschen sei. «Reha ist für mich so sexy wie Pflegeheim oder betreutes Wohnen», sagt sie. «Muffige, heruntergekommene Einrichtungen weit ab von der Zivilisation.» Sie würde Reha vermutlich erst interessieren, wenn es sie selbst oder ihre Familie beträfe. «Soll ich als gesunder Mensch über das Thema lesen, müsste man sich schon etwas einfallen lassen. Außerdem muss man sich immer fragen: Was will man mit der Kommunikation erreichen? Sollen mehr Leute Reha machen oder will man Kosten senken?»

 

Für seine Leser sei Reha wenig attraktiv, sagt Andreas Hirstein, Leiter des  Wissen-Ressorts bei der Neuen Zürcher Zeitung am Sonntag. Am ehesten würden ihn Geschichten interessieren wie das Schicksal von Michael Schumacher oder über den verunglückten Wetten-Dass-Kandidaten – über beide Themen waren Artikel  in seinem Ressort erschienen. «Reha ist für die Medien eher wegen der Kosten im Gesundheitssystem relevant.»

Reha fände zu wenig Beachtung, werde aber immer wichtiger, sagt Thorsten Meyer, Professor für Reha-Forschung an der Medizinischen Hochschule Hannover. «Es gibt durchaus regelmäßig neue Studien. Aber die Infos kommen offenbar bei der Öffentlichkeit nicht an.» Die Rehalandschaft habe ihre eigene Bedeutung noch nicht richtig wahrgenommen. «Ihr Ruf als Fango & Tango ist kaum aus der Welt zu kriegen.» Patienten würden bei Reha oft an eine Kur denken, «darauf muss man eingehen und aufklären.» Reha sollte als ein Baustein einer «Gesund-Werd-Strategie angesehen werden. «Hier sind noch dicke Bretter zu bohren, und die Kommunikation spielt dabei eine große Rolle.»

Soft 5Den Nutzen von Reha würden viele Patienten erst in der Klinik merken, erzählt Sönke Johannes, medizinischer Direktor der Rehaklinik in Bellikon. «Die Verbesserung erfolgt häufig in kleinen Schritten. Das ist natürlich wenig spektakulär.» Aus seiner Sicht sei es nachvollziehbar, dass die Medien bei ihrer Berichterstattung andere Schwerpunkte setzen. Auch über Reha würden viele Studien veröffentlicht, «aber das wird von der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen.»

Bei der Kommunikation könnten Hausärzte eine große Rolle spielen. «Sie wissen aber zu wenig und informieren ihre Patienten nicht ausreichend», sagt Ernst von Kardorff, Professor am Institut für Rehabilitationswissenschaften der Humboldt-Uni Berlin. Abgesehen davon müsse die Autonomie der Patienten gestärkt werden. «Der Patient muss sich selbst informieren – und zwar nicht nur bei Angehörigen oder Bekannten, die schon einmal Reha gemacht haben.»

Andrea P., eine 45-jährige Frau mit Brustkrebs wusste bisher nicht, was Reha bedeutet. «Es hat mich auch nicht interessiert – mich betraf das ja nicht.» Ihre Mitpatienten machen fast alle eine Reha. «Ich fühle mich dadurch gedrängt und habe mich dagegen entschieden.» Sie wüsste nicht, was Reha ihr noch bringen solle. «Ich habe während der Chemo selbstständig alles dafür getan, dass es mir gut geht», erzählt sie. «Ich brauche nicht aufgepäppelt zu werden.» Außerdem könne sie Reha nicht mit ihrem neuen Job vereinbaren. Keiner habe ihr erklärt, wie Reha genau abläuft. «Ich würde gerne eine Checkliste haben, was Standardprogramm ist, also was jedem angeboten würde, und was man optional machen kann.»

Die meisten seiner Patienten würden immer noch glauben, in der Reha würde ihnen alles verboten werden, also kein Rauchen, kein leckeres Essen, abnehmen und Sport treiben, sagt Christian Müller, Professor für Kardiologie am Unispital in Basel. «Reha hat sich aber ziemlich geändert. Heute versuchen wir gemeinsam mit dem Patienten zu überlegen, welche Ziele realistisch sind. Das müssen wir den Betroffenen erklären, dann können sie Reha auch etwas Positives abgewinnen.»

Soft 6Thomas Bublitz, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Privatkliniken in Berlin, findet, Reha sei in der Öffentlichkeit durchaus präsent. «Für die normale Bevölkerung ist es völlig selbstverständlich, dass man nach einer schweren Krankheit in die Reha geht.» Weniger informiert seien Reha-Kandidaten, die zuvor nicht im Krankenhaus behandelt wurden, etwa ältere, pflegebedürftige Menschen oder solche mit psychischen Krankheiten. Dass die Medien zu wenig über gelungene Reha und neue Methoden schreiben, sei vielleicht eine Schwäche der Reha-Forschung, die ihre Ergebnisse nicht so publik mache, aber auch die Reha-Träger berichten wenig über Rehabilitation und Wege dorthin.

Lebhaft und lange diskutierte das Publikum nach dem Vortrag – das Thema fand offenbar Interesse. «Ein guter Anlass, um kritisch über den Auftritt Rehabilitation nachzudenken», resümiert Bublitz.

 

Mögliche Interessenkonflikte:

Die Autorin erhielt für Recherche, Vortrag und Artikel finanzielle Unterstützung von Softsolution.

Kontaktdaten der Autorin www.felicitas-witte.de

Die ausführliche Fassung dieses Berichtes erhalten Sie bei Frau Priska Stamm; E-Mail:pstamm@softsolution.de

 

Kontakt und Nachfragen:

Softsolution International Ltd.
Priska Stamm
Ratsumiehenkatu 1
15830 Lahti / FIN
Tel: +358 (0)378 00331
E-Mail: pstamm@softsolution.de
Geschäftsführer: Roland Tolksdorf


Deutschland:

Softsolution International Ltd.
Ute Schalles
Adolf Tegtmeier Allee 11
99438 Bad Berka
Tel: +49 (0)7738 696 96 05
E-Mail: uschalles@softsolution.de
www.softsolution.de

 

 

 

 

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4. D-A-CH Reha-Management-Fachtagung „ Behandlungspfade“ am 3.11.2015 in Zürich

 

Softsolution_logo

 

 

 

Unter dem Eindruck neuer, pauschalierenden Entgeltsysteme wie z. B. DRG / PEPP und kostenträgerinduzierte Fallpauschalen für die Rehabilitation, kristallisieren sich Behandlungspfade immer mehr als wichtiges Thema heraus. Dabei fragt sich: soft dach4

  • Sind Behandlungspfade eher qualitativ motiviert oder ökonomisch getrieben?
  • Welche Vor- und Nachteile ergeben sich daraus?
  • Was gilt es bei der Definition der Pfade zu beachten, was bei der Umsetzung?
  • Und schließlich: Was können Reha-Fachleute aus «Best practice»-Beispielen lernen?

Eine Tagung von Softsolution International in Zürich bot beste Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch.

Den ausführlichen Bericht finden Sie hier als PDF zum Download.

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4. D-A-CH-Reha-Management Fachtagung am 3. November in der Klinik Lengg

Die Klinik Lengg in Zürich (http://www.swissepi.ch/)
  1. D-A-CH-Reha-Management Fachtagung, 3. November, Klinik Lengg (Schweizerische Epilepsie-Klinik und Zürcher RehaZentrum Lengg):

Behandlungspfade im Fokus

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe «D-A-CH Reha-Management» lädt Softsolution International herzlich zur diesjährigen Fachtagung ein.

Die Klinik Lengg in Zürich (http://www.swissepi.ch/)

Die Klinik Lengg in Zürich (http://www.swissepi.ch/)

Das aktuelle Thema lautet «Behandlungspfade – Best Practices, Erfahrungsberichte aus 3 Ländern».
Die Tagung findet statt am Dienstag, 3.11.2015, ab 9.00 Uhr in der Klinik Lengg Bleulerstrasse 60, Zürich (http://www.swissepi.ch/)

Der Zürcher Gesundheitsökonom und Moderator der Veranstaltung
Dr. Willy Oggier, u.a. Präsident von Swiss Reha und Mitglied des Medizinisch-Wissenschaftlichen Beirats der DAK Gesundheit, umreißt das Tagungsthema folgendermaßen:

Behandlungspfade: Auf was es zu achten gilt!
“Unter dem Druck neuer Abgeltungsmodelle wie Diagnosis Related Groups (DRGs) und mit der bevorstehenden Einführung einer neuen Tarifstruktur für die Rehabilitation in der Schweiz werden Behandlungspfade innerhalb und zwischen Kliniken vermehrt zum Thema. Sind Behandlungspfade eher qualitativ motiviert oder ökonomisch getrieben? Welche Vor- und Nachteile ergeben sich daraus? Was gilt es bei der Definition von Behandlungspfaden zu beachten? Was bei der Umsetzung? Was kann aus Best-Practice-Beispielen gelernt werden?

Vertreterinnen und Vertreter aus Ärzteschaft, Therapieberufen und Management versuchen ihre Erfahrungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz darzustellen.”

Referenten werden unter anderem sein: Prof. Dieter Conen (CH), Präsident der Stiftung für Patientensicherheit; Prof. Dr. Alexander Gaiger (A), AKW Wien;

Dr. Ralf Bürgy (D), Leiter für Qualität und Organisation, MediClin Offenburg; Dr.med. Gianni Rossi (CH), Clinica Hildebrand, Brisago; Dr.med. Hans Peter Gmünder (CH) Direktor des Schweizer Paraplegiker-Zentrums, Nottwil; Dr. med.Stephan Eberhard (CH) , Berneklinik Montana, Georg Greitemann (CH), Klinik Lengg.

Hier geht es zum Programm und Anmeldeformular: http:/www.softsolution.de

Bei Fragen helfen Ihnen Frau Ute Schalles, Tel: +49 (0)7738 6969 605; per Mail: uschalles@softsoltion.de oder
Frau Priska Stamm, Tel: +49 (0)7738 6969 600per Mail: pstamm@softsolution.de gern weiter.

Noch ein kleiner Hinweis, die Veranstaltung ist kostenfrei.

Der Anmeldeschluss ist der 27.10.2015.

 

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7. Business-Dinner von Softsolution 11.06.2015

Reha vor Pflege wird gestärkt, Prävention vor Reha jetzt Aufgabe der Rentenversicherung

Verfasser: Staatssekretär a. D. Neithart Neitzel

Reha vor Pflege wird gestärkt, und Prävention vor Reha wird jetzt Aufgabe der Rentenversicherung. Das waren die beiden Hauptthemen beim 7. Business Dinner, das die Firma Softsolution International Ltd. anlässlich des Hauptstadtkongresses in Berlin durchführte. Hochrangige Referenten sprachen unter der bewährten Moderation von Universitäts-Professor Dr. Günter Neubauer vom Münchener Institut für Gesundheitsökonomik.

Dr. Günter Neubauer vom Münchener Institut für Gesundheitsökonomik

Dr. Günter Neubauer vom Münchener Institut für Gesundheitsökonomik

Neubauer verwies darauf, dass die Große Koalition sechs große Gesetzesvorhaben auf den Weg gebracht oder bereits verabschiedet habe, die zwar in der Regel die Rehabilitation nur am Rande beträfen, von denen aber zwei wichtige neue Gesichtspunkte für die medizinische Rehabilitation enthielten:

  1. Im Präventionsgesetz, das sich zur Zeit in der parlamentarischen Beratung befindet, werde Prävention auch bei der Rentenversicherung deutlich gestärkt, so dass in diesem Sektor künftig Prävention vor Rehabilitation ein wichtiger Grundsatz werde.
  2. Im Pflegestärkungsgesetz II, welches im Laufe des Jahres eingebracht werden soll und die Neufassung des Pflegebegriffs enthalten wird, solle der Grundsatz „Reha vor Pflege“ durch ein neues Assessmentverfahren des MDK gestärkt werden.

Das war auch das Stichwort für den CSU-Bundestagsabgeordneten Ernst Irlstorfer, den Berichterstatter für Pflegeberufe und Qualität in der Pflege der CDU/CSU-Fraktion sowie Berichterstatter für Pflege der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag:

Ernst Irlstorfer MdB CDU/CSU-Fraktion

Ernst Irlstorfer MdB CDU/CSU-Fraktion

Er wies darauf hin, dass der GKV-Spitzenverband im September 2014 auf der Basis des Pflege- Neuausrichtungs-Gesetzes von 2012 über die Empfehlungen der Medizinischen Dienste der Krankenversicherung berichtet habe. Dabei wurde das Jahr 2013 ausgewertet. Nach diesem Bericht seien bei knapp 1,3 Millionen Begutachtungen nur rund 5.300 Empfehlungen zu einer medizinischen Rehabilitation ausgesprochen worden – in seinen Augen eine sehr geringe Zahl. Bei dieser Einschätzung war zu spüren, dass Irlstorfer vor seiner Abgeordnetentätigkeit 20 Jahre bei der AOK Bayern auch im Bereich medizinische Rehabilitation und Pflege tätig gewesen war.

Irlstorfer bezog sich auch auf die Studie „Reha XI – Erkennung rehabilitativer Bedarfe in der Pflegebegutachtung des MDK – Evaluation und Umsetzung“ von Professor Dr. Heinz Rothgang, die 2014 abgeschlossen wurde. Aus ihr ergab sich zwar ein Anteil von 6,3 % möglichen Rehabilitationsempfehlungen, aber die tatsächliche Empfehlungshäufigkeit lag mit 1 % deutlich darunter. Bei einem verbesserten Verfahren wäre die Quote höher gewesen. Das neue Verfahren wurde im Anschluss an die Studie in einen neuen Begutachtungsstandard umgesetzt, bei dem Pflegefachkräfte und Ärzte nach einem einheitlichen Curriculum geschult werden. Diese Arbeiten stehen im Zusammenhang mit dem Neuen Begutachtungsassessment zur Pflegebedürftigkeit, wie es mit der Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs im Rahmen des geplanten Pflegestärkungsgesetzes II vorgesehen ist.

In diesem Zusammenhang setzte sich der Bundestagsabgeordnete auch für eine Förderung der mobilen Reha als Form der ambulanten geriatrischen Reha –auch im Pflegeheim – ein. Mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz, wurde die mobile Reha, wie Irlstorfer berichtete, in

  • 40 SGB V explizit aufgenommen: Ambulante Reha kann auch in Form der mobilen Reha durch wohnortnahe Einrichtungen erbracht werden.

Abschließend wies Irlstorfer darauf hin, dass vor dem Hintergrund des demographischen Wandels die Sensibilität für die medizinische Rehabilitation gestärkt werden müsse. Während es derzeit 2,5 Millionen Pflegebedürftige gebe, werde die Zahl im Jahr 2030 auf 3,5 Millionen und im Jahr 2050 auf 4,5 Millionen gestiegen sein – dem Grundsatz „Reha vor Pflege“ komme daher zunehmende Bedeutung zu.

Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse

Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse

Anschließend kamen nach der Politik die Kostenträger zu Wort. Als erster sprach Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse. Er verwies zunächst darauf, dass die TK mit einem Marktanteil von 12 – 13 % die größte gesetzliche Krankenkasse sei. Der demographische Wandel sei für die Krankenkassen deshalb nicht der maßgebende Kostentreiber, weil die meisten Gesundheitsausgaben in den letzten beiden Lebensjahren eines Versicherten anfielen. Der medizinische Fortschritt sei der größte Kostentreiber im Gesundheitssystem. Dagegen sei der demographische Wandel für die Rentenversicherung ein echtes Problem: Immer weniger aktive Beitragszahler stünden immer mehr Rentenbezieher mit immer längeren Rentenbezugszeiten gegenüber.

Zur Entwicklung der medizinischen Reha nannte Ballast fünf Punkte:

  1. Im ärztlichen Bereich und bei den Krankenhäusern gebe es eine immer größere Spezialisierung. Dem stehe der Patient gegenüber, dessen Multimorbidität steige. Daher müsse man künftig stärker in Versorgungsketten einschließlich der Rehabilitation denken.
  1. Durch den im GKV-VSG vorgesehenen Innovationsfonds könnten ab 2016 neue Versorgungsformen unter Einschluss der Reha gefördert werden.
  1. Die Reha müsse mehr zum Patienten kommen: Dazu sei die ambulante besser als die stationäre Reha geeignet. Der im Krankenhausstrukturgesetz, das von der Bundesregierung als Regierungsentwurf beschlossen worden ist, vorgesehene Strukturfonds ermöglicht, auch neue stationäre Einrichtungen durch Umwandlung von Krankenhäusern.
  1. Die Qualitätsanforderungen an die Reha steigen. Deshalb müsse man die Frage stellen, ob „Pay for performance“ auch in diesem Bereich möglich sei.
  1. Die Evidenz für die Ergebnisqualität wird vom Sachverständigenrat für das Gesundheitswesen bei der Rehabilitation problematisiert.

Ballast schloss mit zwei Nachrichten – einer guten und einer schlechten. Die schlechte zuerst: Das „Kostenträgerwirrwarr“ werde bleiben. Die gute: Angesichts der Tatsache, dass die „Baby-Boomer“ ins Reha-Alter kämen, werde die medizinische Rehabilitation nötiger denn je.

Michael Zellner, Abteilungsleiter Kliniken der DRV Bayern-Süd

Michael Zellner, Abteilungsleiter Kliniken der DRV Bayern-Süd

Als nächster Redner sprach Michael Zellner, Abteilungsleiter Kliniken der DRV Bayern Süd. Er griff die Bemerkungen von Thomas Ballast zum demographischen Wandel auf und kritisierte die Große Koalition, die mit der Rente ab 63 die Probleme der Rentenversicherung verschärft habe. Damit sei die „Rente mit 67“, die zum Teil die sinkende Zahl der Beitragszahler kompensieren sollte, desavouiert worden. Wichtig sei, dass bereits vor dem in Beratung befindlichen Präventionsgesetz, die Prävention durch die Rentenversicherung gestärkt wurde. Dazu sei der Firmenservice der DRV ausgebaut worden, um Prävention flächendeckend durch Kontakte zu den Betrieben und den Betriebs- und Werksärzten zu ermöglichen. Wenn die Prävention nicht ausreiche, sei das Feld für die Rehabilitation geöffnet.

Zur nachhaltigen Reha – so Zellner weiter – gehöre auch die MBOR, d.h. die Medizinisch Beruflich Orientierte Reha. Vor dem Hintergrund von Adipositas bei Kindern und Jugendlichen müsse diese bereits im Kindes- und Jugendalter ansetzen, um die jungen Menschen schul- und arbeitsfähig zu machen, weil sie als Beitragszahler dringend benötigt würden.

Für die psychosomatische Rehabilitation forderte Zellner eine bessere Abstimmung zwischen Krankenkassen und Rentenversicherung. Ziel müsse es sein, die Erwerbsminderungsrenten in diesem Bereich zu senken, weil es bei einem Durchschnittsalter von 49 Jahren bei Erwerbsminderungsrenten in der Psychosomatik nicht vertretbar sei, dass der Versicherte 15 Jahre keinen Rentenbeitrag zahle, um dann seine normale Rente erhalten. Nachhaltige Reha – so Zellner abschließend – solle die Teilhabe auch am Arbeitsleben stärken.

Dr. med. Hans Peter Gmünder, Direktor des Schweizer Paraplegikerzentrums Nottwil

Dr. med. Hans Peter Gmünder, Direktor des Schweizer Paraplegikerzentrums Nottwil

Zum Abschluss sprach Dr. med. Hans Peter Gmünder, Direktor des Schweizer Paraplegikerzentrums Nottwil. Er ging der Frage nach, ob die Rehabilitation in der Schweiz es besser hat als die Rehabilitation in Deutschland. Dr. Gmünder hob hervor, dass in der Schweiz die Vergütung zwar besser sei, aber gleichwohl nicht alle Wünsche der medizinischen Rehabilitation erfüllt werden. Bei einem direkten Vergleich der beiden Länder sieht er deutliche Vorteile bei der Rehabilitation in der Schweiz.

Diese Bewertung trifft Dr. Gmünder vor dem Hintergrund, dass er sowohl in deutschen als auch in schweizerischen Einrichtungen tätig war und ist.

Ein ausführlicher Bericht über den Vortrag von Dr. Gmünder wird in der schweizerischen Fachzeitschrift „clinicum“ 04/15 nachzulesen sein.

Falls Interesse daran besteht, können Sie sich an Frau Ute Schalles, uschalles@softsolution.de wenden.

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2. Networking-Dinner von Softsolution am 16. März 2015 in Augsburg

 

 

 

Verfasser: Staatssekretär a. D. Neithart Neitzel

Das 2. Networking Dinner mit 170 Teilnehmern war geprägt durch zwei hoch interessanten Referaten von:
• Herr Thomas Keck: “Prävention und Rehabilitation 2015 – Bestandsaufnahme trifft auf Zukunftsperspektive”.
• Prof. Wallesch, BDH Elzach: “Die neurologische Frührehabilitation an der Schnittstelle zwischen Intensivmedizin und Rehabilitation”.

Rund 170 Vertreterinnen und Vertreter von Reha-Einrichtungen waren am 16. März 2015 bei Softsolution anlässlich des Rehawissenschaftlichen Kolloquiums der DRV zu Gast. Die Moderation hatte der erfahrene Reha-Experte Max Lux. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen zwei Referate.

Erster Referent war Thomas Keck, Erster Direktor der Deutschen Rentenversicherung Westfalen, zum Thema „Prävention und Rehabilitation 2015 – Bestandsaufnahme trifft auf Zukunftsperspektive“. Er wies dabei in einigen Punkten neue Wege, die aufhorchen ließen. Als Beispiel sei seine Auffassung genannt, dass statt eines starren Renteneintrittsalters eine Festlegung auf 45 Versicherungsjahre erfolgen sollte; das ermögliche einen flexiblen Renteneintritt.
Zu Beginn seines Vortrages skizzierte Keck zunächst die Rahmenbedingungen, denen der Reha-Sektor ausgesetzt sei: Infolge steigender Lebenserwartung bei sinkender Geburtenrate gehe das Erwerbstätigenpotential kontinuierlich zurück; der Anteil älterer Arbeitnehmer steige. Gleichzeitig verändere sich das Patientenklientel hin zu multimorbiden und chronisch erkrankten Menschen. Bis 2017 würden die Baby-Boomer das reharelevante Alter erreichen, was in den nächsten Jahren zunächst einen steigenden Anstieg an Reha-Bedarf erwarten lasse und ab 2018 einen starken Abfall. Die Anzahl von Anträgen auf Erwerbsminderungsrente nehme zu, der drohende Fachkräftemangel verschärfe sich – nicht zuletzt aufgrund der Frühverrentungswelle infolge der abschlagsfreien Rente mit 63 Jahren. Ab 2033, wenn die Baby-Boomer in das Pflegealter rücken würden, seien steigende Wachstumsraten bei den Pflegebedürftigen zu erwarten. „Reha vor Pflege“ gewinne damit künftig zunehmend an Bedeutung.
Keck stellte sodann die Entwicklung der Antrags- und Bewilligungszahlen im Hinblick auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitation wegen allgemeiner Erkrankungen für die Deutsche Rentenversicherung Westfalen und die gesamte Deutsche Rentenversicherung dar: Im Vergleich zu 2013 seien die Anträge bei der Deutschen Rentenversicherung Westfalen im Jahr 2014 um + 8,2 % auf 67.289 Anträge gestiegen, die Bewilligungen um + 4,8 % auf 45.025 Bewilligungen. Bundesweit habe sich im Vorjahr zwar auch ein Anstieg der Antrags- und Bewilligungszahlen gezeigt, dieser sei mit + 3,6 % Antrags- (1.565.574 Anträge) und + 5,1 % Bewilligungssteigerung auf 1.025.888 Bewilligungen jedoch weniger drastisch ausgefallen. Muskuloskeletale Erkrankungen, psychosomatische Erkrankungen sowie Neubildungen seien im stationären Bereich die häufigsten Reha-Indikationen.
Derzeit seien die Antragszahlen bei der Deutschen Rentenversicherung Westfalen mit – 5,7 % rückläufig. Vor dem Hintergrund des starken Anstiegs um gut + 8 % im Vorjahr befänden sich die Antragszahlen damit aber immer noch auf sehr hohem Niveau.
Der Anteil ganztägig ambulant erbrachter Leistungen habe 2014 in Westfalen 18,26 % betragen, der AHB-Anteil 32,88 % (Deutschen Rentenversicherung Westfalen), bundesweit 34 %. Keck plädierte für ein integratives Reha-Verständnis: Drei Wochen Reha reichten oft nicht aus, eine Kombination von stationär und ambulant sei sinnvoll.
Die Anträge auf Leistungen zur Kinder- und Jugendlichen-Rehabilitation seien in Westfalen seit 2009 kontinuierlich auf 2.936 Anträge und 1.608 Bewilligungen gesunken. Bundesweit habe sich seit 2008 eine ähnliche Entwicklung gezeigt, wobei im Jahr 2014 ein leichter Anstieg auf 63.050 Anträge und 37.457 Bewilligungen zu verzeichnen gewesen sei. Derzeit seien die Antragszahlen bei der Deutschen Rentenversicherung Westfalen mit – 8,5 % weiterhin stark rückläufig.
Häufigste Indikationen seien in Westfalen 2014 Adipositas, psychische Erkrankungen und Atmungserkrankungen gewesen.
Aufgabe der Rentenversicherung sei es, die (älteren) Beschäftigten beim Verbleib im Erwerbsleben bis zum 67. Lebensjahr zu unterstützen. Hierfür bedürfe es neben einer umfassenden, qualitativ hochwertigen Beratung eines möglichst frühzeitigen Einsatzes von Maßnahmen der Sicherstellung eines möglichst nahtlosen Übergangs von der medizinischen in die berufliche Rehabilitation, einer auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnittene, passgenaue und beruflich orientierte Rehabilitationsleistung (MBOR) sowie eines funktionierenden Netzwerkes unter Einbeziehung insbesondere auch der Sozialdienste der Reha-Einrichtungen als wichtige Kooperationspartner.
Ziel der Medizinisch-Beruflich Orientierten Rehabilitation (MBOR) sei die Stärkung der beruflichen Ressourcen sowie die nachhaltige berufliche (Re-)Integration. Für die Leistungserbringer bedeute dies die Schaffung individualisierter Rehabilitationsangebote, einen erhöhten Aufwand aufgrund von berufsbezogener Diagnostik durch die verschiedenen Berufsgruppen, berufsbezogene Gruppen und Arbeitsplatztraining. Damit würden an die internen Organisationsprozesse (z.B. bei Therapieplanung und Personaleinsatz sowie durch Intensivierung der Teamstrukturen) hohe Ansprüche gestellt.
Für die Leistungsträger erforderten erweiterte Angebote eine angemessene Anpassung der Vergütung an die Leistung und einen möglichst effizienten Mitteleinsatz bei begrenztem Budget.
In der Kinder- und Jugendlichen-Rehabilitation gelte es mangels eines konkreten Arbeitsplatzes, die Schul- und Ausbildungsfähigkeit stärker in den Fokus zu rücken. Reine Verhaltenstherapie ohne Betrachtung der Verhältnisse, in denen das betroffene Kind lebe, könne keine nachhaltige Lebensstiländerung anstoßen. MBOR in der Kinder- und Jugendlichen-Rehabilitation bedeute Verhältnistherapie im Sinne von Einbeziehung der Eltern sowie des häuslichen Umfeldes (u.a. Essen) und die Einbeziehung der Schule bzw. des Ausbildungsplatzes (Schulvermeider, psychische Verhältnisse).
Keck ging schließlich auf Modellprojekte der DRV Westfalen ein: So werde im Rahmen von „Reha Futur Real“ auch die berufliche Rehabilitation von Arbeitslosen angeboten. Dabei sei der Netzwerkgedanke ein Schlüsselaspekt. Für bestimmte Rehabilitandengruppen sei ein Case Management eingeführt worden.

Keck schloss mit dem Appell: „Nur gemeinsam können wir die Herausforderungen erfolgreich meistern!“ Für eine erfolgreiche berufliche (Re-)Integration gelte es die Beratungsqualität weiter auszubauen, die Optimierung von Schnittstellen weiter voranzutreiben, Netzwerke aufzubauen, Kooperationen auszubauen und ein umfassendes Case-Management fest zu etablieren.

 

Den zweiten Vortrag hielt Professor Dr. Claus-W. Wallesch, Ärztlicher Direktor der BDH-Klinik Elzach, zum Thema: „Die Neurologische Frührehabilitation an der Schnittstelle zwischen Intensivmedizin und Rehabilitation“. Der Referent sagte, dass in dieser Phase B der neurologischen Rehabilitation die Erlangung der Reha-(Kooperations-)Fähigkeit im Mittelpunkt stehe, nach der der Patient in eine Rehabilitation der Phase C übergeleitet, in ein Akut-Haus verlegt, ins Pflegeheim oder nach Hause entlassen werde. Die Statistik für Elzach sah 2010 bei 657 Patienten eine Verlegung in die Reha für 56%, Verlegung in ein anderes Krankenhaus für 19%, in eine Pflegeinrichtung für 15%, nach Hause bzw. in ambulante Pflege für 7% vor; 3% der Patienten seien verstorben.
Die Betten für die neurologische Frühreha seien in den Krankenhausplänen der Bundesländer ausgewiesen, wobei es von Land zu Land erhebliche Unterschiede gebe.
Prominentester Fall sei nach seinem Skiunfall der Rennfahrer Michael Schumacher, der monatelang im Rahmen der Frührehabilitation in der Uniklinik Lausanne behandelt worden sei. Wesentliche Voraussetzung für die an die Akutversorgung anschließende Frührehabilitation sei, daß die Akutversorgung abgeschlossen, der Patient aber noch nicht kooperationsfähig sei. Die Fachplanung für Phase B in Baden-Württemberg sehe vor, dass alle Betten intensiv überwacht würden. In der Phase C sei der Patient bereits kommunikations- und interaktionsfähig, teilmobilisiert; er bedürfe nicht mehr der intensivmedizinischen Überwachung. In Elzach gebe es 15 Beatmungsplätze für Phase B.
Die Früheha – so Wallesch weiter – unterliege als Krankenhausbehandlung dem DRG-System unter OPS 8-552. Dieser sehe als Mindestmerkmale vor:

1. ein Frührehateam unter Leitung eines Facharztes für Neurologie,
2. ein standardisiertes Frühreha-Assessment,
3. eine wöchentliche Teambesprechung mit wochenbezogener Dokumentation bisheriger Behandlungsergebnisse und weiterer Behandlungsziele,
4. aktivierend-therapeutische Pflege durch besonders geschultes Pflegepersonal,
5. das Vorhandensein und den Einsatz vielfältiger spezifischer Therapiebereiche, darunter Physiotherapie, Neuropsychologie, Wasch-, Anzieh-, Ess- und Schlucktraining.

Wallesch bemängelte, daß die Pflegewissenschaft die aktivierend-therapeutische Pflege bisher kaum bearbeitet habe. Deshalb sei 2011 das „Elzacher Konzept und Leistungskatalog der Therapeutischen Pflege in der neurologischen Frührehabilitation“ gemeinsam mit dem MDK Baden-Württemberg erarbeitet worden. Der BDH-Bundesverband habe darüber hinaus zwei Promotionsstipendien in der Pflegewissenschaft ausgeschrieben.
Wallesch schloss mit mehreren möglichen, jedenfalls zu diskutierenden Zukunftsvisionen:
1. Ausweitung der Frühreha auf (allgemeine) Akut-Krankenhäuser als „Lazarette“ und interventionelle Spezialversorger,
2. Ausbau nicht interventioneller therapeutischer Medizin in speziellen Einrichtungen,
3. Ambulantisierung der stationären AHB-Rehabilitation (Phase D), falls nicht der Nachweis gelingt, dass Patienten durch stationäre Rehabilitation schneller an ihren Arbeitsplatz zurückkehren.
Diese Anregungen wurden von den Teilnehmern an den Tischen diskutiert.

 

Sollten Sie noch Fragen zu den Themen/Referaten haben, können Sie sich gerne melden bei: uschalles@softsolution.de

Ute Schalles

E-Mail:   uschalles@softsolution.de Mobil:   +49 (0)179 155 15 80

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3. D-A-CH Reha-Managemant-Intensivseminar Deutschland, Schweiz und Österreich am 20.10.2014 in Zürich

Die länderübergreifende Veranstaltung “D-A-CH Reha-Management” wurde im Oktober in Zürich durchgeführt. Teilnehmer waren Vertreter von Klinik-Management und Kostenträgern aus Deutschland, der Schweiz und Österreich. Vor- und Nachteile der verschiedenen Finanzierungsmodelle, Sorgen, Herausforderungen und Lösungsansätze bei der Umsetzung von Reha in den verschiedenen Ländern wurden kompetent und engagiert präsentiert und in der Teilnehmerrunde rege diskutiert. Dieser multinationale Blick “über den Tellerrand” wurde von allen Teilnehmern als gewinnbringende Besonderheit dieser Veranstaltung hervorgehoben.

Prof. Dr. Rüdiger Blau fasst die Thematik folgendermaßen zusammen:

Gleiche Sorgen in drei Ländern
In allen drei Ländern, Deutschland, Österreich und der Schweiz, soll Rehabilitation helfen Erwerbsminderungsrenten oder Pflegebedürftigkeit zu verhindern.
Dafür muss u. a. eine verstärkte Arbeitsmarktintegration von gesundheitlich beeinträchtigten Menschen, ein längeres Arbeiten und Verbleiben im Job und eine entsprechend spätere Berentung erreicht werden.
Dies soll auch zur Gegensteuerung bezüglich des Fachkräftemangels dienen, Beispiele aus den drei Ländern zeigen wie das funktioniert.
Ausführlich wurde die Wirkung pauschalierter Entgeltsysteme im akutstationären Bereich auf die Versorgungskette und insbesondere die Rehabilitation diskutiert und so beschrieben:
Die politisch gewollte Ökonomisierung des Gesundheitswesens führe zu einer Machtverschiebung und Verlagerung des finanziellen Risikos auf die Anbieter, zu einer Verbetrieblichung der medizinischen Arbeit und zu einer Entwicklung von Instrumenten zum betrieblichen Management der Arzt-Patienten-Beziehung. Das bedeute, so Oggier, dass das Verhältnis zwischen Arzt und Patient in einen zunehmend monetarisierten und bürokratischen Kontext integriert werde. „Daraus entsteht Kommerzialisierung.“
Gemeinsame gesundheitsökonomische Bewertungen der Versorgungssysteme sollen den beteiligten Ländern in Zukunft Reserven und Verbesserungsmöglichkeiten ihrer Systeme aufzeigen.

Bei Interesse schicken wir Ihnen den Link zu den Vorträgen gerne zu.

DACH-Bericht 2014_Softsolution_Reha NEWS 24

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3. D-A-CH Reha-Management-Intensivseminar

Im September letzten Jahres hat Softsolution International Ltd  in Wien den 2. D-A-CH Reha-Management-Kongress organisiert. Nun ist Softsolution dem vielfachen Wunsch der Teilnehmer gefolgt und setzt mit diesem Intensivseminar die “D-A-CH-Reihe” fort. Trotz des engen Zeitrahmens konnten hoch kompetente Referenten für diese Veranstaltung gewonnen werden. So sagten spontan als Referenten zu:

– Herr H. Seiter, Erster Direktor der DRV BW

– Herr Mag. R. Pöschl, Leiter BBRZ Österreich

– Herr Ch. Schmidt, M.Sc. Gesundheitsökonomie, Bereichsleitung stationäre Tarife Rehabilitation und Psychiatrie, SwissDRG AG

– Herr Dr. med. S. Grunder, Leiter Abteilung Grundlagen von santésuisse, die Schweizer Krankenversicherer

– Herr Dr. W. Oggier, Gesundheitsökonom, Küsnacht ZH

– Herr H. Ooms, Direktor Leistungszentren, Stiftung Zürcher Höhenkliniken Wald und Davos

– Herr Dr. med. St. Eberhard, Chefarzt Berner Klinik Montana

Die Moderation der Veranstaltung liegt in den bewährten Händen von Herrn Max Lux.
Themen des D-A-CH-Intensivseminars sind unter anderem:

  • Kennenlernen unterschiedlicher Strukturen der Reha-Versorgung mit jeweiligen Vor- und Nachteilen und Verbesserungspotentialen in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich
  • Auswirkungen von Veränderungen der Finanzierungssysteme auf die Versorgungslandschaft von Patienten
  • Ein D-A-CH-Land stellt sich vor: Strukturen und Prozesse in der Rehabilitationslandschaft der Schweiz

Es erwarten uns interessante Referate und Diskussionen. Die Vergleiche der einzelnen länderspezifischen Rehabilitationsszenen sind sicher inspirierend. Sollten auch Sie an der regen Diskussion zwischen Leistungserbringern und Kostenträgern teilnehmen und Ihre Erfahrungen aus den verschiedenen Bereichen der Reha einbringen wollen, so ist das Intensivseminar eine gute Gelegenheit dafür. Es wird ebenso konkrete Hilfe bei der Bewältigung der eigenen Herausforderungen und Möglichkeiten zum „Networking“ bieten.

Anmeldeschluss:   10.Oktober 2014

Datum:                   20.Oktober 2014

Beginn:                   13:00 Uhr – ca. 21:00 Uhr

Tagungsort:           Park Inn by Radisson, Nähe Zürich Flughafen

Teilnahmegebühr: keine

Den Flyer sowie das Anmeldeformular für das 3. D-A-CH-Intensivseminar finden Sie auf www.softsolution.de

Bei Fragen hilft Ihnen gerne weiter:
Ute Schalles,
Tel.: +49 (0)179 155 15 80
E- Mail: uschalles@softsolution.de

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6. Business Dinner von Softsolution: Neue Entwicklungen in der medizinischen Rehabilitation

Verfasser: Herr Staatssekretär a.D. Neithart Neitzel

Anlässlich des Hauptstadtkongresses veranstaltete die Firma Softsolution in den Nordischen Botschaften in Berlin ihr 6. Business Dinner, das hervorragend besucht war.

Im Mittelpunkt standen drei Statements, die neue Entwicklungen in der medizinischen Rehabilitation aufzeigten.

Zu Beginn referierten Thomas Bublitz, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Privat-Kliniken (BDPK), und der neue Vorstandsvorsitzende der MediClin, Volker Feldkamp, über aktuelle Fragen der medizinischen Rehabilitation. Die beiden Redner waren für Frau Widmann-Mauz, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium,  eingesprungen, die aus Termingründen hatte kurzfristig absagen müssen. Bublitz berichtete insbesondere über das Rentenpaket der Großen Koalition, in dem eine Anhebung des Reha-Deckels bei der Deutschen Rentenversicherung vorgesehen ist. Diese Regelung sei zwar zu begrüßen, dürfe aber nach dem „Durchwachsen“ der Babyboomer-Generation durch das rehafähige Alter nicht wieder aufgegeben werden, weil die Vergütungen im Reha-Bereich immer noch nicht leistungsgerecht seien. Feldkamp berichtete von ersten Erfahrungen bei der Verzahnung von Akutbehandlung in Krankenhäusern mit der medizinischen Rehabilitation in Reha-Kliniken: Hier tue sich ein spannendes Arbeitsfeld auf, das im Rahmen eines Konzerns wie MediClin  gut gelöst werden könne.

Ellio Schneider, Geschäftsführer der Waldburg-Zeil-Kliniken und Vorsitzender des Fachausschusses Rehabilitation im BDPK, sprach in einem Grundsatzreferat über „Leistungsorientierte Vergütung für die medizinische Rehabilitation“. Er berichtete zunächst über die Ausgabenentwicklung bei den Leistungsträgern: Während in der Rentenversicherung 1995 bis 2012 eine Steigerung der Ausgaben um 13,6 % erfolgt sei, habe dies bei der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nur bei 3 % gelegen, was einen realen Rückgang bedeutet habe. Im Referenzzeitraum seien die gesamten Gesundheitsausgaben der GKV nämlich  um 47 % gestiegen! Seit Jahren – so Schneider – wüchsen die Kosten der Reha-Einrichtungen schneller als die Vergütungen, was zu wirtschaftlichen Problemen bei einer Reihe von Einrichtungen bis hin zur Insolvenz geführt habe. Reale Preissteigerungen, z. B. für Energie, notwendige Investitionskosten, gesteigerte Personalkosten würden zu wenig berücksichtigt. Das vom BDPK eingeholte aktiva-Gutachten verlange Tagessätze zwischen 139 und 146 EURO – jede Reha-Einrichtung könne an diesem Maßstab ihre eigene Stellung ablesen. Anhand einer Reihe von Details forderte Schneider ein leistungsgerechtes Vergütungssystem, zu dessen Ermittlung er eine Vielzahl methodischer Ansätze lieferte.

Aus der Sicht der Leistungsträger beleuchtete Dr. Ina Ueberschär, stellvertretende Geschäftsführerin der DRV Mitteldeutschland, die  Frage „Der richtige Patient zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen Klinik – Utopie oder Wirklichkeit ?“  Als Beispiel für das Auseinanderklaffen von Reha-Bedarf und tatsächlich erfolgter medizinischer Rehabilitation nannte sie die Erwerbsminderungsrenten, bei denen 42 % auf psychische Erkrankungen zurückzuführen sind, während weniger als die Hälfte der entsprechenden Rentenbezieher in den letzten fünf Jahren vor der Rentenbewilligung  eine medizinische Rehabilitation wahrgenommen hätten. Diese Fehlsteuerung müsse durch ein Bündel von Maßnahmen bekämpft werden: Bessere Einbindung der Arbeitgeber sowie der Betriebs- und Werksärzte sei ebenso erforderlich wie Sensibilisierung der Krankenhausärzte und  der niedergelassenen Haus- und Fachärzte für Fragen der medizinischen Rehabilitation. Dr. Ueberschär problematisierte auch die Praxis der GKV, wonach Reha zu Lasten der Krankenkassen von niedergelassenen Ärzten nur mit einer besonderen Qualifikation (in der Regel Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung) verordnet werden dürfe. Bei dem richtigen Zeitpunkt für eine Reha-Maßnahme stellte Dr. Ueberschär die Motivation des Patienten in den Mittelpunkt. Nur wer zur „Mitarbeit“ im Rahmen der Reha bereit sei, trage zum Erfolg der Maßnahme bei. Die sorgfältige Auswahl der Reha-Einrichtung schließlich stelle unabhängig vom Wunsch- und Wahlrecht des Versicherten, das in der Regel berücksichtigt werde, eine Hauptaufgabe der Leistungsträger dar: Wichtig sei es, daß die ausgewählte Einrichtung die Reha-Ziele des Leistungsträgers mittrage.

Die gehörten „Dinner speeches“ hatten bei den Teilnehmern des Business Dinners eine gute Resonanz; sie wurden an den Tischen lebhaft diskutiert.

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DRV Kolloquium Dinner von Softsolution am 11.März 2014 in Karlsruhe – Zusammenfassung von Herrn Staatssekretär a.D. Neithart Neitzel

Kolloquium-Dinner Rehawissenschaftliches Kolloquium

 Die Firma Softsolution veranstaltete anläßlich des Rehawissenschaftlichen Kolloquiums der Deutschen Rentenversicherung (DRV) in Karlsruhe ein Kolloquium-Dinner, in dessen Mittelpunkt zwei Fachvorträge standen.

Den ersten Vortrag hielt Privatdozent Dr. med. Thomas Widmann von der ACURA-Waldklinik Dobel zum Thema „Integration neuer wissenschaftlicher Konzepte in die Rehabilitation am Beispiel „Sport nach Krebs“. Widmann machte das Problem anhand des Darmkrebs-Risikos deutlich: Danach haben Menschen , die Nichtraucher sind, sich mindestens 45 Minuten am Tag bewegen, keinen Diabetes oder keine Adipositas haben und wenig rotes Fleisch essen, kein erhöhtes Darmkrebs-Risiko. Im Umkehrschluß sind alle Menschen, die nicht diese Bedingungen erfüllen, einem erhöhten Risiko ausgesetzt. So verwundert es nicht, daß die Zahl der Darmkrebsfälle von 40.000 in 1980 auf über 70.0000 in 2010 angestiegen ist. Allerdings ist im Vergleichszeitraum die Zahl der Todesfälle gesunken: Während die Spitze 1992 mit 31.000 erreicht wurde, lag der Tiefpunkt 2008 bei knapp 27.000. Diese Absenkung ist im wesentlichen dem medizinischen Fortschritt – u. a. neuen Operationsmethoden und innovativen Medikamenten – zu verdanken.

In der medizinischen Rehabilitation wurde durch „Sport nach Krebs“ eine deutliche Senkung des Rückfallrisikos erreicht – bei Darmkrebs um 47 %, Brustkrebs um 67 % und Prostatakrebs um 57 %. An der ACURA-Klinik Dobel wird auf drei Levels trainiert. Kurzer, später normaler Spaziergang und schließlich Walking. Die Machbarkeit – so Widmann – ist durch wissenschaftliche Studien erwiesen. Auch läßt sich der Sport in die Therapiestandards integrieren und nach Abschluß der Reha durch ein internetgestütztes Training auf der Basis eines Programms der Movival GbR fortsetzen. Der Erfolg der Reha läßt sich – so Widmann abschließend – dadurch nachhaltig sichern.

Den zweiten Fachvortrag hielt in seiner unnachahmlichen Art der Erste Direktor der DRV Baden-Württemberg, Hubert Seiter. Er sprach zum Thema: „Reha nach Kassenlage oder bedarfsgerecht investieren in Gesundheit und berufliche Bildung? Eine Analyse der Koalitionsversprechen“.

Zu Beginn seiner Ausführungen zitierte Seiter Marx: „Mit allen Kräften muß … versucht werden, jenen Menschen, die der … Rehabilitation fähig sind, wieder zum eigenverantwortlichen Unterhaltserwerb zu verhelfen.“ Seiter hatte die Lacher auf seiner Seite, als er sagte, dieses Wort stamme nicht von Karl Marx, sondern von Reinhard Marx, dem Erzbischof von München und Freising.

Nach dem Reha-Rating -Report 2009 steigt der Reha-Bedarf bis 2020 um 6,3%, bedingt durch die demographische Entwicklung, den medizinisch-technischen Fortschritt, das Anwachsen von Multimorbidität und den Eintritt der „Baby-Boomer“ in das Alter, wo Reha verstärkt nachgefragt wird. Demgegenüber sind die Ausgaben für Reha bei der DRV gedeckelt: Das Reha-Budget entwickelte sich nur geringfügig durch die Steigerung der Brutto-Löhne, an die es quasi angekoppelt ist. Die Große Koalition plant nun die Steigerung des Rehabudgets bis 2017 um ca. 250 Mio EURO jährlich. Laut Seiter wird zwar die Demographie bei dieser Steigerung berücksichtigt, nicht jedoch ein verändertes Krankheitsspektrum (Anstieg psychischer Erkrankungen), der präventive Auftrag der DRV, der wachsende Bedarf an Anschlußheilbehandlungen und Nachsorge. Seiter schlug vor, den Reha-Deckel ganz abzuschaffen und das Budget durch die Selbstverwaltung der gesetzlichen Rentenversicherung festlegen zu lassen. Nur so könnten Rationalisierung, Priorisierung und Rationierung vermieden werden.

Schließlich betonte Seiter, daß Reha sich auch rechne: Zwei Jahre nach der medizinischen Reha zahlten über 80 % der Teilnehmer wieder Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung, und – Kosten gegen Ertrag gerechnet – „amortisiere“ sich eine Reha-Maßnahme bereits nach vier Monaten. Seiters Credo: Man müsse nicht an, sondern mit der Reha sparen.

Die Bundesregierung hat inzwischen den Gesetzentwurf zur Änderung des Rentenrechts, in dem auch die Anhebung des Reha-Deckels enthalten ist, in den Deutschen Bundestag eingebracht. Auf der Agenda der Großen Koalition stehen noch das Bundesteilhabegesetz und das Präventionsgesetz. Seiter erwartet eine zügige Umsetzung auch dieser Vorhaben, die für die Rehabilitation in der Rentenversicherung besondere Bedeutung haben.

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