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Das Alzheimer Therapiezentrum Ratzeburg erhält einen neuen Namen

Nach dem Übergang in die AMEOS Gruppe wurde aus der Röpersbergklinik das AMEOS Reha Klinikum Ratzeburg. Im Zuge der Umfirmierung ändert sich der Name des Alzheimer Therapiezentrums in Rehabilitationsklinik für pflegende Angehörige.

Ratzeburg. Seit dem Übergang der Röpersbergklinik Ratzeburg GmbH in die AMEOS Gruppe im August 2017 erfolgt die schrittweise Integration in die Gruppenstruktur. Dazu gehört auch die Namensanpassung der Röpersbergklinik: Das neue AMEOS Reha Klinikum Ratzeburg umfasst jetzt insgesamt drei Bereiche: Neben der „Rehabilitations- und AHB-Klinik für Onkologie, Gynäkologie, Urologie, Pneumologie“ sowie dem 2016 zertifizierten „Endometriosezentrum für Rehabilitation“ gibt es nun auch die „Rehabilitationsklinik für pflegende Angehörige“.

Letztere war als Alzheimer Therapiezentrum Ratzeburg im Jahr 2012 mit einem speziellen Rehabilitationskonzept für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz an den Start gegangen und wurde bereits drei Jahre später erweitert. Bekannt wurde die stationäre psychosomatische Rehabilitation für pflegende Angehörige auch als „Ratzeburger Modell“: Bislang einmalig in Deutschland, können Rehabilitanden ihre von Demenz betroffenen Angehörigen mit zur Reha bringen. Sie wohnen in einem direkt in der Klinik befindlichen Angehörigenbegleitbereich, gut betreut und versorgt von einem speziell geschulten Pflegeteam. Zusätzlich erhalten diese besonderen Begleitpersonen im Rahmen der von der Uni Erlangen entwickelten MAKS-Therapie für kognitiv eingeschränkte Menschen eine Förderung, die sich nachhaltig entlastend für pflegende Angehörige auswirkt. Die Abkürzung MAKS steht für motorisch, alltagspraktisch, kognitiv und spirituell.

Synan Al-Hashimy, Chefarzt der Rehabilitationsklinik für pflegende Angehörige, ist zufrieden: „Seit 2012 stellen wir eine jährliche Zunahme von Rehabilitanden fest. Die meisten von ihnen hätten eine Reha ohne ihr demenzbetroffenes Familienmitglied gar nicht angetreten. Das „Ratzeburger Modell“ zeigt uns, wie wichtig es ist, maßgeschneiderte Rehakonzepte für besondere Zielgruppen zu entwickeln. Als Klinik der AMEOS Gruppe fühlen wir uns in diesem Ansatz gestärkt“.

Über die AMEOS Gruppe

Wir arbeiten für Ihre Gesundheit. AMEOS sichert die Gesundheitsversorgung in den Regionen, so lautet die Mission für fast 13.000 Mitarbeitende der AMEOS Gruppe. In unseren 77 Krankenhäusern, Poliklinika, Pflege- und Eingliederungseinrichtungen verbinden wir hochwertige medizinische und pflegerische Leistungen mit Wirtschaftlichkeit und Menschlichkeit. Sie bieten der breiten Bevölkerung in regionalen Netzwerken eine umfassende Versorgung. Es stehen aktuell an 41 Standorten etwa 9.000 Betten und Behandlungsplätze zur Verfügung.

Weitere Informationen: www.ameos.eu

Ihre Ansprechpartnerin
AMEOS Einrichtungen Ratzeburg
Marion Seigel
Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Schmilauer Str. 108
D-23909 Ratzeburg
Tel. +49 4541 13 3170
E-Mail: marion.seigel@ratzeburg.ameos.de 

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Endometriosezentrum für Rehabilitation in der Röpersbergklinik Ratzeburg

Röpersbergklinik RatzeburgMit einer erfolgreichen Zertifizierung startet die Röpersbergklinik ins Jahr 2016 und bietet nun als drittes Endometriosezentrum für Rehabilitation in Deutschland Patientinnen ein spezielles Reha-Konzept für die zweithäufigste gutartige Unterleibserkrankung bei Frauen.

Der Fachbereich Gynäkologie der Röpersbergklinik Ratzeburg widmet sich seit über 10 Jahren unter der Leitung  von Dr. med. Kerstin Knauth einer Krankheit, die viele Frauen betrifft, aber nur schwer zu erkennen ist: Bis zur Diagnosestellung können sechs bis sieben Jahre vergehen. Die Frauen sind häufig von chronischen starken Schmerzen geplagt, die durch Ansiedelungen von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter entstehen und so im Takt der zyklusbedingten Hormonschwankungen Regelblutungen am falschen Ort verursachen. Weitere Symptome können Blasen- und Darmbeschwerden, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Kreislaufprobleme und ungewollte Kinderlosigkeit sein.

Endometriose ist also ein komplexes Krankheitsbild und die betroffenen Frauen brauchen eine ganzheitliche medizinische Betreuung. Um diese zu gewährleisten, stellte das Team aus Physiotherapeuten, Psychologen, Ergotherapeuten, Diätassistenten, Krankenschwestern und Sozialarbeitern ein darauf ausgerichtetes  Rehabilitationsprogramm auf. Es wird in Kleingruppen durchgeführt und beinhaltet spezielle Angebote wie die Klangschalentherapie nach Peter Hess und ein besonderes Ernährungsangebot mit weizenreduzierter Kost. In der Röpersbergklinik absolvieren Frauen mit Endometriose unmittelbar nach einer Operation eine sogenannte Anschlussheilbehandlung oder nehmen auch später noch Rehabilitationsmaßnahmen in Anspruch.

Endometriosezentrum für Rehabilitation

P1160766b „Den Satz ´Endlich werde ich ernstgenommen!´ von einer Rehabilitandin zu hören, das berührt mich auch nach vielen Jahren Erfahrung als Gynäkologin noch immer“, sagt Oberärztin Dr. Kerstin Knauth. Sie weiß aus ihrer jahrelangen Erfahrung, dass die betroffenen Frauen sehr viel Unterstützung brauchen, um ihre Situation anzunehmen und mit der chronischen Krankheit leben zu können. „Denn jahrelang Schmerzen ertragen zu müssen, das belastet die Seele schwer, es macht mürbe und dünnhäutig. Es hat aber auch negative Auswirkungen auf den Körper.“ Umso mehr freut sich die Gynäkologin nun mit ihrem ganzen Team über diese erfolgreiche Zertifizierung.

Das Endometriosezentrum für Rehabilitation bildet einen Fachbereich der  Rehabilitationseinrichtung Röpersbergklinik Ratzeburg. In Deutschland gibt es derzeit nur vier dieser zertifizierten Endometriosezentren für Rehabilitation. Die Röpersbergklinik ist eine anerkannte Fachklinik für Anschlussheilbehandlungen (AHB) und Rehabilitation. Hier werden internistische, gynäkologische und urologische Tumorerkrankungen behandelt ebenso wie gutartige gynäkologische und urologische Erkrankungen.

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Klinikerweiterung: Alzheimer Therapiezentrum Ratzeburg auf Erfolgskurs

Mit dem Erfolg der Rehabilitation nach dem RATZEBURGER MODELL wachsen nun auch die Kapazitäten: Am 31. Juli 2015 weihten Geschäftsführung und Mitarbeiter mit Gästen aus Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik, mit Vertretern von Beratungsstellen, Alzheimergesellschaften, Angehörigenverbänden und Kostenträgern die neuen Räume der erweiterten Klinik ein.

_DSC0747webNach einer rund sechsmonatigen Bauzeit hat das Alzheimer Therapiezentrum Ratzeburg seine neuen Räume offiziell eröffnet. Das RATZEBURGER MODELL mit seinem bislang einzigartigen Reha-Konzept erlebt eine so starke Nachfrage, dass die Klinik die Rehabilitationsplätze für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz von 12 auf jetzt 30 erhöhte. Für die demenzkranken Begleitpersonen ist zusätzlich ein besonderer Angehörigenbereich mit 26 Plätzen in zwei Wohngruppen entstanden.

Die Geschäftsführer Michael Stark und Pia Meifert sowie Synan Al-Hashimy, Chefarzt des Alzheimer Therapiezentrums Ratzeburg, begrüßten über 130 Gäste zur Einweihungsfeier. Über das Thema „Prävention vor Rehabilitation vor Pflege – die Herausforderungen aus Sicht des Bundesministeriums für Gesundheit“ sprach Regina Kraushaar, Abteilungsleiterin im Bundesministerium für Gesundheit, nach den Grußworten von Angelika Bähre vom Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung Schleswig-Holstein, Landrat Dr. Christoph Mager und Bürgermeister Rainer Voß. Zu den Gästen zählten neben den Vertretern der Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Schleswig-Holstein und der Bundesanstalt für gesundheitliche Aufklärung unter anderem die Bürgervorsteher von Ratzeburg und Mölln, Ottfried Feußner und Lieselotte Nagel, sowie Vertreter der Fachstelle für pflegende Angehörige Berlin, der Krankenkassen und der Alzheimer Angehörigen-Initiative aus Berlin.

ATZ_Zimmer_Rehabilitand_Bei einem Rundgang lernten die Gäste das Alzheimer Therapiezentrum mit seinen neuen Räumen kennen. Die neu gestaltete, barrierefreie Klinik umfasst vier Etagen. Es entstanden weitere Patientenzimmer mit modernem Design, Duschbad und Balkon sowie zusätzliche Gruppen- und Therapieräume, ein Angehörigenbereich und ein geschützter Garten.

Die meisten Rehabilitanden bringen ihr demenzkrankes Familienmitglied zur Rehabilitation mit. Das Ratzeburger Konzept bietet ihnen die Möglichkeit, ihren Angehörigen gut versorgt und betreut in der Nähe zu wissen. Wurden die demenzkranken Begleitpersonen bisher in der benachbarten Pflegeeinrichtung Haus Park Röpersberg aufgenommen, erwartet sie jetzt ein besonderer, an das Alzheimer Therapiezentrum angrenzender Angehörigenbereich.

ATZ-AngehörigenbereichDie Erweiterung des Alzheimer Therapiezentrums hat ein finanzielles Gesamtvolumen von rund 2,7 Millionen Euro. Durch die Maßnahme entstanden insgesamt 17 neue Arbeitsplätze für Mediziner, Betreuungskräfte, Pflegepersonal und Therapeuten. 2012 hat sich das Alzheimer Therapiezentrum Ratzeburg als erste Einrichtung in Deutschland auf Menschen spezialisiert, die einen an Demenz erkrankten Angehörigen pflegen, und bietet ihnen eine stationäre psychosomatische Rehabilitation nach dem RATZEBURGER MODELL. Als Fachabteilung der Rehabilitationseinrichtung Röpersbergklinik gehört das Alzheimer Therapiezentrum Ratzeburg zur Röpersberg-Gruppe.

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Tagungsrückblick: Demenz Forum Berlin 2015 unterstützt Netzwerkarbeit vor Ort

Das Demenz Forum Berlin 2015 thematisierte die Rehabilitation und Entlastung der Angehörigen von Menschen mit Demenz. Darüber informierten sich in der Landesvertretung von Schleswig-Holstein 70 Akteure aus Pflege, Medizin, Beratung und Politik. Als Pionier der psychosomatischen Rehabilitation für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz fördert Veranstalter Alzheimer Therapiezentrum Ratzeburg die interdisziplinäre Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch der unterschiedlichen Akteure und Mittler im Umfeld von Demenzbetroffenen. 

Das Alzheimer Therapiezentrum Ratzeburg hat in Berlin Mitarbeiter von Pflegestützpunkten, Behörden, Pflegeanbietern und Vertreter von Krankenkassen sowie niedergelassene Mediziner und ehrenamtliche Helfer zum Demenz Forum Berlin eingeladen. In die schleswig-holsteinische Landesvertretung waren rund 70 hochmotivierte Teilnehmer gekommen, darunter Regina Kraushaar vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und Bezirksbürgermeister Dr. Christian Hanke. Sie alle wurden begrüßt von Michael Stark, dem Geschäftsführer der Röpersberg-Gruppe Ratzeburg, der das Alzheimer Therapiezentrum als Fachabteilung der Röpersbergklinik angehört.

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Regina Kraushaar, Bundesministerium für Gesundheit

Regina Kraushaar, im BMG zuständig für Pflegesicherung und Prävention, lobte in ihrem Grußwort die Innovationsfreude der Gastgeber aus dem nur 240 Kilometer entfernten Ratzeburg und betonte die Bedeutung von richtungsweisenden Rehabilitationsangeboten wie im Alzheimer Therapiezentrum Ratzeburg  für die Entwicklung bundesweiter gesundheitspolitischer Vorhaben. Bezirksbürgermeister Dr. Christian Hanke freute sich über die große Zahl engagierter Akteure vor Ort, die dieses Angebot zu Austausch von Praxiswissen und Netzwerkarbeit wahrgenommen hatten.

Die Sinne schärfen, um pflegende Angehörige zu identifizieren

Die Referentenrunde eröffnete die Hamburger Soziologin Dr. Hanneli Döhner mit einer Präsentation von Studien der vergangenen Jahre zu pflegenden Angehörigen. Die anschließende Diskussion ergab folgendes Bild: Verwandte oder Partner, die sich tagtäglich um ein Familienmitglied mit Demenz kümmern, sehen sich erfahrungsgemäß selbst kaum als pflegende Angehörige. Bis zur Diagnosestellung Demenz kompensieren sie bereits längere Zeit die schwindenden Fähigkeiten der Betroffenen und wachsen so unmerklich in diese Rolle hinein. Dies führte zur Frage: Wie lassen sich dann die Betroffenen in ihrer häuslichen Pflegesituation eigentlich identifizieren?

Eine Teilantwort dazu gab Sylvia Kern, die Geschäftsführerin der Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg e.V. im zweiten Vortrag: Ihrer Erfahrung nach werde der pflegende Angehörige besser erkannt, wenn er selbst einen anderen Hausarzt habe als der von Demenz Betroffene – was bei Ehepaaren oftmals aber nicht der Fall sei. Deshalb unterstützt sie mit ihren Handlungsempfehlungen „Beipackzettel: Diagnose Demenz“ vor allem Hausärzte darin, „einen gelingenden Dialog mit Betroffenen und ihren Angehörigen zu führen, wenn sie die Diagnose Demenz vermitteln müssen“.

Diesen Unterstützungsgedanken nahm der Chefarzt des Alzheimer Therapiezentrums, Synan Al-Hashimy gerne auf, denn sein interdisziplinäres Therapeutenteam hat ein mehrteiliges Infopaket zusammengestellt, das es Ärzten und Pflegeberatern erleichtert, pflegende Angehörige für ihre eigene Belastungssituation zu sensibilisieren und sie vom Nutzen einer Rehabilitation zu überzeugen. Er erlebt bei den Menschen, die einen Demenzbetroffenen versorgen, vor allem eines: „Sie würden niemals ohne ihren Schützling zur Reha kommen und können in den ersten sieben bis zehn Tagen auch kaum ‚loslassen‘ von der Sorge um ihn, obwohl dieser im gleichen Gebäudekomplex besonders gut von uns betreut wird. Aber wenn sie nach drei bis vier Wochen wieder nach Hause gehen, dann sehen sie z.B. Tagespflege als eine wirksame Entlastungsmöglichkeit.“

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Demenz Forum Berlin 2015 am 27. Februar in der Schleswig-Holsteinischen Landesvertretung

Der Erfolg des Reha-Konzepts mit Mitnahmeoption für Menschen mit Demenz (RATZEBURGER MODELL) habe alle überrascht und im dritten Jahr nach dem Start zu kaum akzeptablen sechs Monaten Wartezeit geführt. „Am 1. August 2015 wird deshalb ein Erweiterungsbau mit einer Aufstockung auf 30 Rehabilitationsplätze sowie 26 Betreuungsplätze für demente Begleitpersonen eröffnet“, kündigte Al-Hashimy an.

Aufgabe der Angehörigen: Verständnisvolle Begleitung auf einer Reise weg vom Verstand

Einen besonders wohlwollenden Blick auf Menschen mit Demenz und ihre Begleiter richtete Diplom-Pädagoge und Altersexperte Erich Schützendorf. Er empfahl: „Wer pflegt, muss sich selber pflegen.“ Augenzwinkernd und mit rheinländischem Humor schilderte er dann typische Situationen im Betreuungsalltag und plädierte für gelassenere Formen des Umgangs mit Menschen, die sich „auf eine Reise weg vom Verstand machen und dafür verständnisvolle Begleitung brauchen“.

Das Team des Veranstalters Alzheimer Therapiezentrum Ratzeburg freute sich über die durchweg positive Resonanz der Teilnehmer beim Demenz Forum Berlin 2015. “Viele Teilnehmer haben offenbar einen neuen Blick auf die Situation der informell Pflegenden gewonnen: Wie man sie identifizieren kann, aber auch, welche Möglichkeiten es gibt, sie für Entlastungs-, Auszeit- und Rehabilitationsangebote zu gewinnen. Denn das bleibt nach wie vor eine große Herausforderung“, so Organisatorin Janett Deckert.

Über das Alzheimer Therapiezentrum Ratzeburg:

Im Alzheimer Therapiezentrum Ratzeburg erhalten pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz eine stationäre psychosomatische Rehabilitationsbehandlung. Auf Wunsch können sie ihren demenzkranken Angehörigen mitbringen.

Die psychosomatische Rehabilitationsbehandlung stärkt und stabilisiert pflegende Angehörige psychisch und körperlich. Sie werden informiert über alle Aspekte einer Demenz und motiviert, ambulante Entlastungsangebote anzunehmen. Ein post-stationäres Weiterbehandlungskonzept beinhaltet auch Versorgungsaspekte des demenzkranken Angehörigen. Unter diesen Voraussetzungen kann die häusliche Pflegesituation länger aufrechterhalten werden.

Das Alzheimer Therapiezentrum ist eine Fachabteilung der Rehabilitationseinrichtung Röpersbergklinik, einem der neun Geschäftsbereiche der Röpersberg-Gruppe Ratzeburg.
Mehr Informationen unter: www.alzheimertherapiezentrum.de  www.roepersbergklinik.de  www.roepersberg.de

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Demenz Forum Berlin setzt Fokus auf Angehörige: Eine Diagnose – zwei Patienten

Hochbelastet und überfordert brauchen vor allem Angehörige von Menschen mit Demenz in ihrer besonderen Situation ein funktionierendes Netzwerk aus Fachleuten. Getreu der Weisheit, dass Wissen das einzige Gut ist, das sich vermehrt, wenn man es teilt, will das Demenz Forum Berlin eine Plattform sein für den Austausch von Praxiswissen und Erfahrung der unterschiedlichen Akteure vor Ort.

Berlin, 27.02.2015. Die Diagnose Demenz wirft viele Fragen bei Betroffenen und ihren Angehörigen auf, und die Krankheit bleibt auch danach eine große Herausforderung für das gesamte Umfeld aus Medizinern, Pflegefachkräften, Personen aus dem Bereich der informellen Betreuung sowie Partnern und Familienangehörigen.

Das Thema „Demenz: Eine Diagnose – zwei Patienten“ führt beim Demenz Forum Berlin, das am 27. Februar 2015 in der Landesvertretung Schleswig-Holstein von 9 bis 15 Uhr stattfindet, den Blick der Teilnehmer bewusst auf die Betroffenheit der Angehörigen, die Demenzkranke zu Hause versorgen.

Als Pionier der psychosomatischen Rehabilitation für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz und Gastgeber des Demenz Forum Berlin hat es sich das Alzheimertherapiezentrum Ratzeburg zur Aufgabe gemacht, vor allem in diesem Bereich die interdisziplinäre Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch der unterschiedlichen Akteure im Umfeld des Demenzbetroffenen zu fördern. Die enorme Resonanz auf zwei Fachveranstaltungen in Ratzeburg gab den Anstoß, dieses Format auch außerhalb der Landesgrenzen Schleswig-Holsteins anzubieten.

Dazu hat das Alzheimertherapiezentrum Ratzeburg Vertreter von Berliner Netzwerken und Verbünden zu den Themen Senioren, Leben im Alter, Demenz, ebenso wie Vertreter von Ärzteverbänden, Krankenkassen, Mitarbeiter von Pflegestützpunkten, Behörden, Pflegeanbietern und viele weitere Multiplikatoren eingeladen.

Begrüßt werden sie von Regina Kraushaar, die im Bundesministerium für Gesundheit die Abteilung Pflegesicherung und Prävention leitet, sowie Bezirksbürgermeister Berlin-Mitte Dr. Christian Hanke. Beide sehen es als eine große Herausforderung für Gesellschaft, Bundes- sowie Kommunalpolitik, die Versorgung derjenigen Menschen zu verbessern, die zu Hause einen demenzkranken Angehörigen rund um die Uhr unter großen psychischen Belastungen betreuen.

Anregungen zu Diskussion und Austausch

Vier Referenten zeigen mit ihren Themen die Vielfalt der Perspektiven im Umgang mit Demenz:

Die Hamburger Sozialwissenschaftlerin Dr. Hanneli Döhner informiert zum Einstieg über Forschungsergebnisse zu den Belastungen für Angehörige, deren Auswirkungen auf die Pflegeperson und die Pflegesituation.

Sylvia Kern, Geschäftsführerin der Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg e.V., erläutert ihre mit Ärzten erarbeiteten Handlungsempfehlungen, den „Beipackzettel: Diagnose Demenz“, für Mediziner, die sich oft überfordert fühlen im Dialog mit Betroffenen und ihren Angehörigen.

Der Chefarzt des Alzheimer Therapiezentrums, Synan Al-Hashimy, gibt Einblicke in die Arbeit seines interdisziplinären Therapeutenteams und berichtet von überraschenden Erkenntnissen und Erfolgen.

Einen wohlwollenden Blick auf Menschen mit Demenz und ihre Begleiter richtet der Diplom-Pädagoge, Buchautor und Altersexperte Erich Schützendorf. Sehr plastisch und mitreißend schildert er typische Situationen und plädiert für gelassenere und entlastende Formen des Umgangs.

Aus vielfältigen Perspektiven auf die Situation der Angehörigen zu schauen, kann allen Akteuren im Umfeld der Betroffenen dabei helfen, individuelle Lösungen zu finden, Maßnahmen besser abzustimmen, Kräfte zu bündeln – das Demenzforum Berlin leistet einen wichtigen Beitrag dazu.

Anmeldungen zum Demenz Forum Berlin, das am 27.Februar 2015 von 9 bis 15 Uhr in der Landesvertretung Schleswig-Holstein stattfindet (In den Ministergärten 8, 10117 Berlin) sind möglich bis 18. Februar 2015 bei Janett Deckert per Fax: 04541 133828, per Email: janett.deckert@atzrz.de. Die Teilnahme an dieser Veranstaltung ist kostenlos.

Das Programm

09:00 Eröffnung und Grußworte
Michael Stark, Geschäftsführer Röpersberg Gruppe Ratzeburg
Regina Kraushaar, Bundesministerium für Gesundheit, Leitung der Abteilung 4: Pflegesicherung und Prävention
Dr. Christian Hanke, Bezirksbürgermeister Berlin-Mitte

09:45 Pflegende Angehörige: hoch belastet – zu wenig entlastet
Dr. Hanneli Döhner, Sozialwissenschaftlerin, Hamburg

10:30 Pause mit Kaffee und Kleinigkeiten

11:00 Beipackzettel: Diagnose Demenz
Sylvia Kern, Geschäftsführerin der Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg e.V.

11:45 Demenz: Eine Diagnose – zwei Patienten.
Kurzfilm von Serhat Çokgezen & Sultan Çokgezen
Synan Al-Hashimy, Chefarzt des Alzheimer Therapiezentrums Ratzeburg

12:30 Das Recht auf Eigensinn – Ein wohlwollender Blick auf Menschen mit Demenz und ihre Begleiter
Erich Schützendorf, Dipl.-Pädagoge, Buchautor, Altersexperte

13:30 Mittagessen und Netzwerken
15:00 Ende der Veranstaltung

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Eine Diagnose – zwei Patienten: Rehabilitation nach dem RATZEBURGER MODELL

Pflegende Angehörige von Demenzkranken erhalten im Alzheimer Therapiezentrum Ratzeburg psychosomatische Rehabilitation – das betroffene Familienmitglied können sie mitbringen.

Partner und betreuende Angehörige von Menschen mit Demenz ertragen jahrelang deren oft problematische Verhaltensweisen. Aber sie schweigen, weil es ihnen peinlich ist oder sie den Betroffenen nicht bloßstellen wollen. Selten nehmen sie sich Zeit für einen Arztbesuch in eigener Sache und kommen allenfalls als Begleitung eines von Demenz betroffenen Patienten in die Praxis. Dabei sind pflegende Angehörige genauso von der Krankheit betroffen: eine Diagnose zwei Patienten. Das hat Konsequenzen für die Pflegesituation. Gerät sie aus dem Gleichgewicht, kann der pflegende Angehörige nicht mehr eine für beide passende Pflegesituation gestalten.

„Dass es soweit kommt, liegt nach unseren Kenntnissen vor allem daran, dass pflegende Angehörige kaum über ihre besonderen Belastungen sprechen, die durch soziale Isolation, Trauer, ihre wachsende Verantwortung entstehen“, beschreibt der Chefarzt des Alzheimer Therapiezentrums, Synan Al-Hashimy, die Situation seiner Patienten. Dabei brauchen Menschen, die ein an Demenz erkranktes Familienmitglied pflegen, eigentlich schon bald nach der Diagnosestellung für diese schwierige Situation dringend Bewältigungsstrategien. „Unser Behandlungskonzept stabilisiert die pflegende Angehörige psychisch und befähigt sie wieder, sich selbst wahrzunehmen sowie für sich und den Demenzkranken angemessen zu sorgen.“ Durch Schulungen könnten sie die Welt und die Krankheitsverläufe von Demenzkranken besser verstehen und motiviert werden, künftig ambulante Hilfsangebote für sich und den Demenzkranken in Anspruch zu nehmen und die durch die Krankheit entstandene Isolation zu durchbrechen.

Demenz: eine Diagnose – zwei Patienten

Wesentliches Merkmal des Behandlungskonzepts nach dem Ratzeburger Modell ist die Mitnahme des an Demenz erkrankten Familienmitglieds. Entwickelt wurde dieses Angebot, weil es einem Angehörigen durch das enge Pflegeverhältnis schwer fällt, den von ihm Betreuten in andere Hände zu geben. Im Alzheimer Therapiezentrum werden Demenzerkrankte sogar in den Behandlungsprozess miteingebunden: Unter anderem nehmen sie gemeinsam mit den pflegenden Angehörigen an ausgewählten Therapien teil und erhalten zusätzlich noch eigene therapeutische Angebote.

Diese Interaktion ist ein wichtiger und zentraler Bestandteil der Behandlung: Neu Erlerntes im Umgang mit Demenzkranken (z.B. Validation), kann gleich praktisch geübt und umgesetzt werden. Die Begegnung zwischen Angehörigem und Demenzkrankem wird im geschützten Rahmen ohne Versorgungsbelastung erlebt. Das Therapieangebot umfasst ärztliche Visiten, Einzel- und Gruppenpsychotherapie, Schulungsmaßnahmen zum Thema Demenz, Entspannungsverfahren, Kunst-, Musik- und Ergotherapie, Physikalische Anwendungen, Krankengymnastik.

Grundlage für dieses außergewöhnliche Behandlungskonzept ist ein zwischen den gesetzlichen Krankenkassenverbänden und der Röpersbergklinik Ratzeburg GmbH Fachbereich Alzheimer Therapiezentrum bestehender Versorgungsvertrag gemäß § 111 SGB V. Seit 1. Mai 2012 gelten die mit den Verbänden der Krankenkassen geschlossenen Vergütungsvereinbarungen. Außerdem erleichtert seit Anfang 2013 das Pflegeneuausrichtungsgesetz (PNG) pflegenden Angehörigen, medizinische Vorsorge und Rehabilitation in Anspruch zu nehmen und den Pflegebedürftigen mitzunehmen.

In Ratzeburg werden pflegende Angehörige auf Basis einer Einweisungsdiagnose, die der Haus- oder ein anderer Facharzt stellt, stationär aufgenommen. Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel 21 Tage. Es steht pflegenden Angehörigen frei, ihr demenzkrankes Familienmitglied mitzubringen: Entweder als Begleitperson im Alzheimer Therapiezentrum (wenn keine oder die Pflegestufe 0 für den Demenzkranken vorliegt) oder im Rahmen der Kurzzeitpflege (bei Vorliegen der Pflegestufen 1-3) im Pflegeheim Haus Park Röpersberg, das sich im selben Gebäudekomplex befindet. Das Konzept greift, denn 85 Prozent der Rehabilitanden des Alzheimer Therapiezentrums nutzen diese Möglichkeit.

Positive Effekte für die Pflegesituation

Rund zwei Jahre nach dem Start im Januar 2012 sieht der Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und psychotherapeutische Medizin Synan Al-Hashimy positive Effekte nicht nur für seine Patienten, sondern auch für deren demenzkranke Angehörige und schließlich sogar für die Kostenträger: „Es werden persönliche Ressourcen beim pflegenden Angehörigen wieder aktiviert, gestärkt und erhalten, z.B. durch den Aufbau eines stabilen ambulanten Netzwerkes, eventuell ambulanter Psychotherapie und auch Tagespflege für den Demenzkranken. Auch bei diesem können noch vorhandene Ressourcen wieder entdeckt und aktiviert werden: Die Entwicklung einer depressiven Störung wird weniger wahrscheinlich (hauptsächlich im Anfangsstadium der Demenz).“ Auch sinke die Wahrscheinlichkeit für den Rehabilitanden, ein noch ausgeprägteres chronifiziertes psychisches Krankheitsbild zu entwickeln. Sein Fazit: Folgekosten könnten reduziert oder ganz vermieden werden. Das kostensparende Konzept “ambulant vor stationär” wird unterstützt, weil der Angehörige den Demenzkranken weiterhin zu Hause versorgen kann.

Beratung für niedergelassene Ärzte

„In diesem Sinne wollen wir die kollegiale Zusammenarbeit zum Wohl derjenigen Menschen fördern, die ihre demenzkranken Angehörigen zu Hause versorgen – bevor alles aus dem Gleichgewicht gerät, weil die Pflegeperson, erdrückt von seelischer Not und erschöpft von permanenter Schlaflosigkeit erkrankt und selbst zum Pflegefall wird“, betont Al-Hashimy. Dazu hat er mit seinem Team Material für niedergelassene Ärzte entwickelt, das es u.a. auch zum Download gibt: Arzt-Informationen zur Rehabilitationsbehandlung von Patienten, die unter Überlastungssymptomen oder Anpassungsstörungen leiden, hervorgerufen durch die Pflege eines Menschen mit Demenz, sowie ein Leitfaden für die Beantragung einer Rehabilitation und den Widerspruch bei Ablehnung. Dazu gibt es schon bald eine 50 Seiten umfassende Patientenbroschüre, die speziell pflegenden Angehörigen von Menschen mit Demenz hilft, die eigene Belastung besser einschätzen zu können (Selbst-Test) und Entlastungsangebote anzunehmen.

Kontakt:
Alzheimer Therapiezentrum Ratzeburg
Schmilauer Straße 108
23909 Ratzeburg

Telefon 04541-133820
E-Mail: info@atzrz.de
www.reha-pflegende-angehoerige.de

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