Manteuffel

 

Mehr Hilfe bei beruflichen Problemen: MBOR-Ausbau in Rehakliniken geplant

Bundesweite Untersuchungen belegen: Jeder dritte erwerbsfähige Patient, der in eine Rehaklinik kommt, hat mit besonderen beruflichen Problemen zu kämpfen. Daher sollen Therapie- und Trainingsangebote für die Rückkehr an den Arbeitsplatz ausgebaut werden. Ein Stufenplan der Deutschen Rentenversicherung stellt ein flächendeckendes Angebot für die “Medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation” (MBOR)  vor. 

„Geplant ist eine konzeptionelle Neuorientierung von Diagnostik und Therapie in der medizinischen Rehabilitation“, machte die Deutsche Rentenversicherung Bund auf dem Rehawissenschaftlichen Kolloquium vor etwa 1500 Fachbesuchern deutlich. Die Teilhabe am Arbeitsleben wird zum Leitziel. Ein Drei-Stufen-Konzept zur „Medizinisch-beruflich orientierten Rehabilitation“ (MBOR) für somatische Erkrankungen sieht eine gestaffelte Versorgung vor:

  • Stufe A: Alle Rehakliniken sollen ein Basisangebot berufsbezogener Leistungen bereithalten. Das sind zum Beispiel eine berufs­bezo­gene Dia­gnostik (von Frage­bögen bis zu Leistungsuntersuchungen), Sozialmedizinische Seminare, Sozial­beratung und nie­derschwellige Gruppenangebote, etwa zur Stress­bewältigung.
  • Stufe B: In ausgewählten Re­hakliniken kommt ein Angebot an psychoedukativen Gruppen (z.B. Konfliktmanagement), Trainings an nachgestellten Arbeitsplätzen und Belastungs­erprobungen hinzu.
  • Stufe C: Spezifische Maß­nahmen in Schwerpunktkliniken wenden sich an Patienten mit besonders hohem Be­darf, etwa wenn sich Probleme überlagern oder ein neuer Arbeitsplatz oder Beruf gefunden werden muss. Spätestens hier ist angezeigt, dass sich die Behandler der Klini­ken auch mit Betriebsärzten, Berufsförderungswerken und je nachdem weiteren Beteiligten über den Rehaprozess abstimmen – das Ein­verständnis der Patienten vorausgesetzt.

Modellphase an sieben Rehakliniken
Was es schon in etlichen Häusern und regionalen Kooperatio­nen gibt,  soll damit zu einem stimmigen Gesamtangebot ausgebaut werden. An sieben orthopädischen Rehazentren mit berufsbezogenen Angeboten untersucht ein Wissenschaftlerteam derzeit, welche Maßnahmen sich für den bundesweiten Einsatz eignen und welche Rahmenbedingungen in den Kliniken dafür erforderlich sind.

Weitere Informationen:
www.medizinisch-berufliche-orientierung.de 
www.forschung.deutsche-rentenversicherung.de >. Rehawissenschaftliches Kolloqium >Präsentationen/Tagungsband

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Mehr Transparenz: www.nachderReha.de

Neues Projekt auf dem Rehawissenschaftlichen Kolloquium –
“Zentrum
Reha-Nachsorge“ sammelt Nachsorgeangebote

Reha-Nachsorge gilt als wichtige Ergänzung, um Behandlungserfolge im Alltag zu verankern. So werden verschiedentlich etwa Auffrischungstage in der Klinik, zahlreiche ambulante Programme, Nachsorgetelefonate, Internet-Chats oder webbasierte Trainings für Zuhause angeboten. Um die breit gestreuten Aktivitäten übersichtlicher und damit besser zugänglich zu machen, fördert die Deutsche Rentenversicherung Bund eine Datenbank im Internet.
“Das ‚Zentrum Reha-Nachsorge’ soll die passgenaue, patientenorientierte Auswahl nachsorgender Strategien unterstützen“, erläuterte kürzlich das Team vom Institut für Sozialmedizin am Universitätsklinikum in Lübeck, wo die Daten gesammelt, bewertet und für die Plattform www.nachderReha.de aufbereitet werden. So können sich sowohl Experten besser vernetzen, als auch Patienten leichter Ansprechpartner und Leistungsanbieter am Wohnort finden. Die Seiten sollen barrierefrei gestaltet werden und Empfehlungen “einfach für alle’ der ‘Aktion Mensch’ berücksichtigen.

Erfolgreiche Rehabilitation braucht Nachsorge: Unter diesem Motto wird das Projekt auf der Plattform vorgestellt. Hinweise auf Nachsorgeprogramme können der Projektleitung unter Zentrum-Nachsorge@uk-sh.de gemeldet werden. Aufgenommen werden können auch „von Krankenkassen, Selbsthilfegruppen und anderen Einrichtungen entwickelte Angebote, die sich als Nachsorgeprogramme eignen könnten, auch wenn sie nicht unmittelbar für diesen Zweck entstanden sind“, so die Initiatoren. Nähere Informationen bietet die Forschungsseite der Deutschen Rentenversicherung Bund (siehe  www.forschung.deutsche-rentenversicherung.de >Suche: Reha-Nachsorge, und: >20. Rehawissenschaftliches Kolloquium >Präsentionen>S. Schramm.

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