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DEGEMED veröffentlicht Jahresbericht 2020/21

(Foto: DEGEMED unter Verwendung von Bildern von Jaroslov Machacek, Adobe Stock)

Der aktuell erschienene Jahresbericht dokumentiert die zahlreichen Aktivitäten des Verbandes und seiner Mitglieder in einem erneut herausfordernden Berichtszeitraum: Die fortlaufende Pandemie und das Super-Wahljahr gaben zahlreiche Gelegenheiten, fachliche Expertise einzubringen und Politik und Gesetzgebung mitzugestalten.

Wie sich die politische Arbeit und die Arbeit der Arbeitskreise, das Fortbildungsangebot der DEGEMED, aber auch die Öffentlichkeitsarbeit weiterentwickelt haben, zeigt die aktuelle 32-seitige Dokumentation.

Vorstandsausschuss, Arbeitskreise und Arbeitsgruppe
Der Vorstandsausschuss Qualität und die Arbeitskreise MBOR und Prävention haben Corona-bedingt teilweise präsent, aber auch hybrid und online getagt. Der Qualitätskongress von DEGEMED und Fachverband Sucht (FVS) fand bereits zum zweiten Mal hybrid statt.

Highlight
Hervorzuheben ist die Kampagne „Reha-Zukunftsstaffel 2021“ die von der Arbeitsgruppe Kommunikation ins Leben gerufen wurde und vor, während und nach der Bundestagswahl alle Mitglieder in den politischen Dialog mit Bundestagsabgeordneten einbezog. U.a. wurde die Zukunftsstaffel dabei auch an den späteren Bundeskanzler Olaf Scholz übergeben.

Politik
Die Bekämpfung der Pandemie hat bis heute für die Politik Priorität. Das dynamische Infektionsgeschehen machte schnelles und flexibles Handeln notwendig. Zugleich fand eine Rückkehr zur regulären Gesetzgebungsarbeit statt. Auch mehrere Wahlen fanden statt. Somit blieb die Arbeit der DEGEMED ebenfalls geprägt durch die Herausforderung „Corona“. Gleichzeitig beteiligte sich der Verband mit Stellungnahmen an Anhörungen zu den zentralen Gesetzgebungsprozessen.

Öffentlichkeitsarbeit
Die Pandemie hat die Publizität des Verbandes befördert. Zahlreiche Interviews, Fach- und Fernsehbeiträge haben erneut berichtet, welche Rolle die Reha innerhalb der Pandemiebewältigung spielt. Die Resonanz der Website und der Social Media-Kanäle war weiterhin gut und erhöhte sich teilweise sogar. Die Corona-Info-Seite wurde weiterhin betrieben. Für die Kampagne kam ein Instagram-Kanal hinzu.

Fortbildungen
Die DEGEMED veranstaltete im Frühjahr 2021 als einer der ersten Verbände die richtungsweisende Fachtagung Post-/Long-COVID. Auch der Rollout der Telematik-Infrastruktur war weiterhin Thema, u.a. im ersten digitalen DEGEMED-After-Work Dialog. Kooperationsmodelle funktionierten ebenso in der Remote-Situation, wie das Webinar „Angewandtes Sozialrecht in der Rehabilitation“ zeigte, das gemeinsam mit der DVSG zwei Mal stattfand.

Der Jahresbericht steht auf der Website der DEGEMED unter https://www.degemed.de/publikationen/ als E-Paper und PDF-Datei zur Verfügung.

 

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Reha-Wirtschaftstag zieht Zukunftsthemen fest

Was erwartet die Reha-Branche von der kommenden Bundesregierung? Wie sehen die Leistungsträger die gegenwärtigen und zukünftigen Rahmenbedingungen der Rehabilitation? Und wie gelingt der Auf- und Ausbau der Telematikinfrastruktur in Reha-Kliniken? Mit diesen Themen hat der diesjährige Reha-Wirtschaftstag die zentralen Zukunftsthemen der Reha-Branche in den Fokus genommen.

Zum Auftakt des Reha-Wirtschaftstages, der in diesem Jahr aufgrund der Pandemielage als Online-Konferenz stattfand, ordnete Christof Lawall, Geschäftsführer der DEGEMED, den Koalitionsvertrag der kommenden Bundesregierung ein und erläuterte, welche Vereinbarungen daraus für die Rehabilitation relevant sind. „Wir konnten wichtige Ziele der Reha-Branche im Koalitionsvertrag verankern. Das ist ein positives Ergebnis unserer bisherigen Arbeit. Für die Zukunft müssen wir uns nun darauf konzentrieren, diese Ziele auch zügig umzusetzen“, so Christof Lawall zu den Aufgaben für die kommenden vier Jahre.

Selbstverständlich waren auch Corona-spezifische Fragen auf der Agenda des Reha-Wirtschaftstages. Trotz schwankender Belegungszahlen und sich schnell ändernden Anforderungen an Hygieneregeln und Zugangsbeschränkungen müssen die Reha-Einrichtungen die Versorgung der Patient_innen auch in der Pandemie sichern.

„Wir können die Versorgung der Patient_innen nur dann dauerhaft gewährleisten, wenn Reha-Einrichtungen auch unter Pandemiebedingungen betriebswirtschaftlich bestmöglich aufgestellt sind“, so Achim Schäfer, Vorsitzender der Fachgruppe Rehabilitation beim Verband der Krankenhausdirektoren Deutschland. „Deshalb haben wir heute auch das Thema Wirtschaftlichkeit und Führung in der Pandemie aufgerufen und diskutiert.“

Dieser Themenblock wurde durch weitere Impulse zum Fachkräftemangel oder neuen Marketingstrategien für Reha-Einrichtungen ergänzt.
„Der heutige Tag hat gezeigt, dass der Reha-Wirtschaftstag als zentraler Branchentreff gerade wegen der Pandemie wichtiger denn je ist, um die Reha-Kliniken bei der Bewältigung der bestehenden Herausforderungen zu unterstützen. Deshalb nehmen wir auch viele Impulse für den nächsten Reha-Tag 2022 aus der Tagung mit, so dass wir auch im kommenden Jahr die zentralen Zukunftsthemen für die Teilnehmer_innen bereithalten. Wir hoffen, dass die Pandemielage es dann zulässt, die Teilnehmer_innen auch wieder persönlich in Berlin begrüßen zu dürfen“, so Gabriele Gumbrich, Geschäftsführerin des Deutschen Krankenhausinstituts in ihrem Fazit zum Reha-Wirtschaftstag.

Hintergrund:

Der Reha-Wirtschaftstag wird seit acht Jahren jährlich vom Deutschen Krankenhausinstitut (DKI) veranstaltet. Kooperationspartner sind der VKD – Fachgruppe Reha und die DEGEMED. Bei diesem Branchentreffen diskutieren Vertreter von Leistungsanbietern aus ganz Deutschland mit gesetzlichen Rehabilitationsträgern und Fachexperten über die aktuellen Herausforderungen der Reha-Szene.

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DEGEMED: Stärkung der Reha im neuen Koalitionsvertrag ist ein gutes Signal!

Der am 24.11.2021 in Berlin von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP vorgestellte Koalitionsvertrag für die Jahre 2021 bis 2025 greift zentrale Forderungen der Reha-Branche und der DEGEMED auf und stärkt die medizinische Rehabilitation.

Die Partner der neuen Bundesregierung verabreden im Koalitionsvertrag die bedarfsgerechte Ausgestaltung des Reha-Budgets der Deutschen Rentenversicherung (DRV). Sie stellen damit in Aussicht, die Finanzierung von Reha-Leistungen des wichtigsten Zweigs der Sozialversicherung auf eine neue Grundlage zu stellen. Aus Sicht der DEGEMED ist das die zentrale Voraussetzung für wettbewerbsfähige Löhne und Beschäftigungsbedingungen in der gesamten Reha-Branche.

Die bedarfsgerechte Anhebung des Reha-Budgets der DRV war eine zentrale Forderung der DEGEMED in den vergangenen Monaten und Gegenstand zahlreicher Gespräche mit Politikerinnen und Politikern der neuen Regierungsparteien. „Wir freuen uns, dass die neuen Koalitionspartner diese Forderung aufgegriffen haben. Denn die Anhebung des Budgets ist die Voraussetzung dafür, dass das neue Vergütungssystem der DRV ab dem Jahr 2026 auch Tariflöhne von Reha-Einrichtungen refinanziert“, so Christof Lawall, Geschäftsführer der DEGEMED.

Die Koalitionäre wollen außerdem längeres gesünderes Arbeiten zum Schwerpunkt ihrer Alterssicherungspolitik machen und dazu den Grundsatz „Prävention vor Rehabilitation vor Rente“ stärken. Eine stärkere Ausrichtung der Rehabilitation auf den Arbeitsmarkt sowie Kooperationsvereinbarungen zwischen den unterschiedlichen Sozialversicherungsträgern sollen dabei helfen. Die neue Bundesregierung verspricht zusätzlich einfachere Zugänge zu Präventions- und Reha-Leistungen und das flächendeckende Ausrollen des Ü45-Gesundheitschecks, der bislang von der DRV nur modellhaft erprobt wird.

Einen weiteren Schwerpunkt setzt die neue Bundesregierung bei der Ausbildung von Pflegekräften. Reha-Einrichtungen sollen sich daran künftig beteiligen können.

Positiv für die Rehabilitation ist auch die Ankündigung, mehr für die Erforschung und Sicherstellung der bedarfsgerechten Versorgung von Langzeitfolgen von COVID-19 zu tun und dafür ein deutschlandweites Netzwerk von Kompetenzzentren zu schaffen.

„Der Koalitionsvertrag ist ein gutes Signal für die gesamte Reha-Branche“, so der Geschäftsführer der DEGEMED, Christof Lawall. „Er bietet aus Sicht der DEGEMED eine gute Grundlage für die Erhaltung der hochentwickelten Rehabilitationsmedizin in Deutschland. Davon profitieren alle: Zuerst die Patientinnen und Patienten, die sich weiter darauf verlassen können, Zugang zu einer hochwertigen Versorgungsstruktur zu haben und Rehabilitationsangebote in der besten Qualität zu bekommen. Dann die Reha-Einrichtungen als Leistungsanbieter und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Branche bleibt wettbewerbsfähig und wird den knapper werdenden Fachkräften attraktive Bedingungen bieten können. Und schließlich die Kostenträger: Prävention und die Fokussierung auf den Arbeitsmarkt vervollständigen die Leistungsangebote und verbessern ihren Erfolg.“

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Bundestag plant Verlängerung der Reha-Schutzschirme

Die Mitgliederversammlung der DEGEMED hat in ihrer Sitzung am 04.11.2021 beschlossen, dass die bislang bestehenden Leistungen zur Pandemiebewältigung für Reha-Einrichtungen bis zum tatsächlichen Ende der Pandemie verlängert werden müssen. Am Donnerstag, 11.11.2021, will der Bundestag diese Forderungen durch Änderungen im Infektionsschutzgesetz (IfSG) umsetzten.

Die DEGEMED begrüßt daher ausdrücklich, dass sich die Bundestagsfraktionen von SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen auf einen entsprechenden Gesetzentwurf verständigt und so schnelle Handlungsfähigkeit bewiesen haben.

Der „Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes und weiterer Gesetze anlässlich der Aufhebung der Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ überführt wesentliche Regelungen, die zur Stabilisierung der Reha-Einrichtungen beitragen, in das Infektionsschutzgesetz. Damit wird deren Fortgeltung vom Bestehen der epidemischen Lage von nationaler Tragweite entkoppelt.

Im Wesentlichen betrifft dies zwei Instrumente, die für Reha-Einrichtungen zur Pandemiebewältigung essentiell sind und die nun bis März 2022 weitergelten sollen:

  1. Das Sozialdienstleister Einsatzgesetz (SodEG) soll bis zum 19.03.2022 verlängert werden.
  2. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) soll ermächtigt werden, auf dem Weg der Rechtsverordnung, die Möglichkeit der coronabedingten Anpassungen der Vergütungsvereinbarungen zwischen Vorsorge- und Reha-Einrichtungen und Krankenkassen ebenfalls bis zum 19.03.2022 zu verlängern. Dies soll sowohl für stationäre (§ 111 Abs. 5, Satz 6 SGB V) als auch für ambulante Reha-Einrichtungen (§ 111c, Abs. 3 Satz 6 SGB V) gelten.

Beide Instrumente dienen dazu, Einnahmeausfälle in Reha-Einrichtungen zu kompensieren, die durch pandemiebedingte Belegungsschwankungen entstehen. Belegungsschwankungen können immer dann entstehen, wenn Akut-Kliniken planbare Operationen verschieben, um Behandlungskapazitäten für COVID-19 Patient_innen zu schaffen. Denn in der Folge werden auch weniger Patient_innen zur Weiterbehandlung von den Akut-Kliniken in Reha-Kliniken überwiesen und die Belegungszahlen in der Reha brechen ein. Dies kann für Reha-Einrichtungen existenzbedrohend sein und ist aktuell nun wieder zu befürchten.

„Wir begrüßen sehr, dass die zukünftigen Koalitionspartner trotz laufender Koalitionsverhandlungen sehr schnell die Initiative ergreifen“, bewertet Christof Lawall, Geschäftsführer der DEGEMED, die anstehenden Beschlüsse. „Nach Auffassung der DEGEMED sollte auch der Coronazuschlag der Deutschen Rentenversicherung (DRV) solange weitergezahlt werden, wie die pandemiebedingten Mehraufwendungen für Hygienemaßnahmen in Reha-Einrichtungen nötig sind“, so der dringende Appell von Christof Lawall an die künftigen Regierungspartner.

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DEGEMED fordert von den künftigen Koalitionspartnern finanziellen Ausbau und Stärkung der medizinischen Rehabilitation

Im Vorfeld der anstehenden Koalitionsverhandlungen fordert die DEGEMED die Verhandlungspartner auf, die medizinische Rehabilitation in der kommenden Wahlperiode deutlich zu stärken und finanziell auszubauen, weil Rehabilitation einen elementaren Beitrag zur Bewältigung der Corona-Pandemie leistet.

Long- und Post-COVID Erkrankungen betreffen circa zehn bis 20 Prozent der Patient_innen, die an COVID-19 erkranken. Das sind mindestens 400.000 oder mehr Menschen, die Behandlungsbedarf in Reha-Einrichtungen haben, um diese Folgeerkrankungen zu therapieren.

Für viele Betroffene bedeuten die langfristigen Folgen der COVID-19 Infektion auch eine akute Gefährdung der Erwerbstätigkeit. Der Erhalt der Erwerbsfähigkeit ist eine der zentralen Aufgaben der Rehabilitation und volkswirtschaftlich außerordentlich wichtig.

„Wir können es uns nicht leisten, angesichts des ohnehin bestehenden Fachkräftemangels Berufstätige auf Grund von Long- oder Post-COVID durch lange Krankheitszeiten oder gar Frühverrentung als Erwerbstätige und Beitragszahler_innen zu verlieren“, so Christof Lawall, Geschäftsführer der DEGEMED, in seiner Begrün-dung der Forderungen der DEGEMED.

Reha-Einrichtungen helfen seit Beginn der Pandemie, den Betroffenen die zum Teil erheblichen Krankheitsfolgen zu bewältigen. Kennzeichnend für die Folgeerkrankungen ist, dass es sich in der Regel um multimorbide Krankheitsbilder handelt. Für diese komplexen Krankheitsbilder hat die medizinische Rehabilitation bereits erfolgreiche Therapiekonzepte entwickelt. Inzwischen belegen nicht nur praktische Therapieerfolge, sondern auch wissenschaftliche Studien die Wirksamkeit der medizinischen Rehabilitation bei der Behandlung von Long- und Post-COVID.

„Der größte Teil der Arbeit zur Bewältigung der Pandemiefolgen liegt noch vor uns. Der Medizinischen Rehabilitation kommt dabei eine herausragende Bedeutung zu. Daher muss die künftige Bundesregierung die medizinische Rehabilitation stärken, wenn sie die Pandemie bewältigen will. Dazu gehört die ausreichende Finanzierung der Forschung zu Long- und Post-COVID, aber auch die bedarfsgerechte Anpassung des Reha-Budgets der Deutschen Rentenversicherung (DRV). 400.000 Menschen benötigen schnelle Hilfe; deshalb muss die zukünftige Bundesregierung schnell handeln,“ unterstreicht Christof Lawall die Forderungen an die zukünftigen Regierungspartner.

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DEGEMED begrüßt S1-Leitlinie zu Post-COVID/Long-COVID und prognostiziert großen Reha-Bedarf

Die von der Arbeitsgemeinschaft der wissenschaftlichen Fachgesellschaften (AWMF) im August veröffentlichte Leitlinie fasst die aktuellen Erkenntnisse zur Häufigkeit und von Symptomen zusammen. Sie gibt Empfehlungen zu Diagnostik und Behandlung und stellt klar: Die medizinische Reha ist in vielen Fällen die geeignete Intervention. Unklar ist noch die Anzahl betroffener Patient_innen. Die DEGEMED  rechnet mit mehreren Hunderttausend Fällen in den nächsten zwölf Monaten.

Die Leitlinie basiert auf Erfahrungen unterschiedlicher Expert_innen und entstand unter der Federführung der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Sie spricht von Long-COVID, wenn bei Corona-Erkrankten Symptome länger als vier Wochen fortbestehen. Als Post-COVID-Syndrom bezeichnet die Leitlinie zusätzlich Syndrome, die auch zwölf Wochen nach Erkrankungsbeginn noch nicht verschwunden sind. Die Bandbreite möglicher Beschwerden ist sehr groß: Neben der unmittelbaren Beeinträchtigung der Atemwege werden Fatigue, Müdigkeit, Einschränkungen der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit, Verlust oder Einschränkung von sensomotorischen Fähigkeiten, Husten, Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Herzrasen, Depressionen sowie Angststörungen genannt.

Bis zu 15 Prozent der Corona-Erkrankten weisen nach der Leitlinie eines oder mehrere dieser Symptome auf. Im Hinblick auf die circa vier Millionen Erkrankten in Deutschland seit Februar 2020 bedeutet das eine Zahl von bis zu 600.000 Patient_innen. Zur Therapie empfiehlt die Leitlinie eine symptomorientierte Behandlung sowie medizinische Rehabilitation für all diejenigen Erkrankten, die so stark betroffen sind, dass ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben bedroht ist.

„Die S1-Leitlinie macht deutlich: Nach der Akutversorgung kommt es bei der Bewältigung der Pandemiefolgen entscheidend auf die medizinische Reha an“, so Christof Lawall, Geschäftsführer der DEGEMED. „Wir begrüßen ausdrücklich, dass die S1-Leitlinie dies so klar einfordert. Medizinische Reha muss bei Long-COVID und Post-COVID Teil der Regelversorgung sein. Nur so werden wir die Auswirkungen der Pandemie auffangen und den Betroffenen effektiv helfen können“, fordert Lawall. Bisher haben allerdings nur ein kleiner Teil der Erkrankten an einer Reha teilnehmen können. Die DEGEMED rechnet mit mehreren Hunderttausend Patienten zusätzlich in den Reha-Einrichtungen in den nächsten zwölf Monaten.

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DEGEMED bietet Reha-Wahl-Check 2021

Der Wahlkampf zur Bundestagswahl 2021 geht in die entscheidende Phase. Für den Schlussspurt stellt die DEGEMED auch in diesem Jahr wieder einen Reha-Wahl-Check zur Verfügung. Er ist ein weiteres Instrument, um die Programme der Parteien auf ihre Reha-Tauglichkeit zu prüfen.

Die DEGEMED hat für die Bundestagswahl 2021 einen Reha-Wahl-Check entwickelt. Er enthält Aussagen der Parteien zur medizinischen Rehabilitation sowie Gesundheits- und Sozialpolitik. Berücksichtigt wurden die Programme der Parteien, die am 26. September Chancen haben, in den Deutschen Bundestag gewählt zu werden.

Der Reha-Wahl-Check ist für Mitarbeiter_innen von Reha-Einrichtungen und für alle konzipiert, die für Leistungen in Rehabilitation und Teilhabe Verantwortung tragen. Aber auch allgemein gesundheitspolitisch Interessierte werden ihn gerne nutzen. Er verschafft einen ersten Überblick über die Profile der Parteien und deren Übereinstimmung mir den eigenen Präferenzen. Mit 20 Klicks ist man in rund zehn Minuten am Ziel und kann so prüfen, ob man mit der eigenen Wahl richtigliegt.

DEGEMED-Geschäftsführer Christof Lawall: „Der Reha-Wahl-Check ist ein Beitrag zu mehr Transparenz und unterstützt die Meinungsbildung der Wähler_innen. Für uns als Verband ist er − neben den Wahlprüfsteinen und den zahlreichen persönlichen Gesprächen im Rahmen der Reha-Zukunftsstaffel − ein weiteres Instrument, um die Programme der Parteien auf ihre Reha-Tauglichkeit zu prüfen.“

Der Reha-Wahl-Check orientiert sich strukturell und methodisch am Wahl-O-Mat®, den die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) seit dem Jahr 2002 zu Bundestagswahlen anbietet.

Zusammen mit einer kurzen Bedienungsanleitung ist der Reha-Wahl-Check auf der Website der DEGEMED zu finden: www.degemed.de/politik/reha-wahlcheck/

Die Wahlprüfsteine der DEGEMED finden Sie hier: www.degemed.de/politik/wahlpruefsteine_2021/
Die Kampagne Reha-Zukunftsstaffel finden Sie hier: www.degemed.de/kampagne/

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20 Jahre SGB IX – DEGEMED zieht gemischte Bilanz

Vor genau 20 Jahren, am 01.07.2001, trat das Sozialgesetzbuch IX (SGB IX) in Kraft und schuf eine neue Grundlage für das moderne Rehabilitationsrecht in Deutschland.

Die Erwartungen waren hoch, als die damalige rot-grüne Bundesregierung die Modernisierung des Rehabilitationsrechts in ihrem Koalitionsvertrag vereinbarte. Die DEGEMED hatte damals Vorschläge für ein zeitgemäßes Rehabilitationsrecht entwickelt und klare gesetzliche Regelungen gefordert. Vor allem das Verhältnis von Patient_innen, Leistungsträgern und Leistungserbringern sollte neu justiert und verbindlicher ausgestaltet werden.

„Die hohen Erwartungen hat das SGB IX nur teilweise erfüllt“, bilanziert DEGEMED-Geschäftsführer Christof Lawall. „Das SGB IX setzt klare Fristen für die Bearbeitung von Reha-Anträgen und zur Durchführung von Begutachtungen. Das führt zu einer deutlichen Beschleunigung der Antrags- und Bewilligungsverfahren. Patient_innen profitieren davon sehr. Ebenso hat das SGB IX eine klare und einheitliche Grundlage für das Wunsch- und Wahlrecht geschaffen und damit die Selbstbestimmung der Patient_innen deutlich erhöht“, hebt Lawall hervor.

Auf der anderen Seite sei es nicht gelungen, klare und verbindliche Regelungen für die Zusammenarbeit von Leistungsträgern und Leistungsanbietern zu schaffen. „Hier enthält das SGB IX nur wenige Programmsätze. Die wirklich wichtigen Fragen etwa zur Vergütung werden gar nicht oder weiter in den Einzelgesetzen der Leistungsträger geregelt“, moniert Lawall. Ein wirksames Rahmenrecht müsse aber auch bei diesen wichtigen Fragen die Standards setzen.

Die DEGEMED appelliert daher an Politik und Gesetzgeber, in der künftigen Legislaturperiode die bisherigen Regelungen des SGB IX auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen und nachzuschärfen.

https://www.degemed.de/sgbix/

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Bundesminister Jens Spahn übernimmt Reha-Zukunftsstaffel von Heike Baehrens (MdB)

Foto: Heike Baehrens, MdB

Am Rande der Sitzung des Gesundheitsausschusses am 09. Juni 2021 setzen die beiden Politiker ein klares Zeichen für die medizinische Rehabilitation.

Die Abgeordnete des Deutschen Bundestages, Heike Baehrens (SPD), hat in der vergangenen Woche den Staffelstab der Reha-Zukunftsstaffel 2021 der DEGEMED an Gesundheitsminister Jens Spahn übergeben. Beide geben damit ein klares Bekenntnis zur Reha-Branche ab und setzen sich für ihre Zukunftsfähigkeit ein. „Mit Freude und Nachdruck übergebe ich den Staffelstab mit den Forderungen der Reha-Einrichtungen aus meinem Wahlkreis an den Bundesminister Spahn. Die Rehabilitation braucht eine auskömmliche Finanzierung und die Beschäftigten haben gute Arbeitsbedingungen und eine faire Entlohnung verdient“, meint Heike Baehrens. Sie hatte zuvor in ihrem Wahlkreis Göppingen den Staffelstab aus den Händen der Reha-Einrichtung in Bad Boll übernommen.

Die Übergabe der Reha-Zukunftsstaffel ist Teil einer Kampagne der DEGEMED. Mit der Staffelübergabe demonstrieren Politiker_innen der Bundes- und Landesebene in diesem Wahljahr ihre Solidarität mit den Anliegen der Reha-Branche. Reha-Einrichtungen werden in den nächsten Monaten zahlreiche Bundes- und Landespolitiker_innen ansprechen und bis zum Tag der Bundestagswahl mit Staffelübergaben aktiv in den Wahlkampf eingreifen, um für die Botschaften der Branche einzutreten.

Das Junge Forum der DEGEMED hat die Kampagne und die Staffelübergabe konzipiert und vorbereitet. Das Junge Forum ist ein Zusammenschluss junger Geschäftsführer_innen und leitenden Angestellten von Mitgliedsunternehmen der DEGEMED. Ihr Ziel: Lauter werden und der Reha Gehör verschaffen! Sie setzen dabei vor allem auf frische und zeitgemäße Kommunikation in den sozialen Medien.

https://www.degemed.de/bundesminister-jens-spahn-uebernimmt-reha-zukunftsstaffel-von-heike-baehrens-mdb/

 

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DEGEMED vertritt Reha-Branche bei Bundestagsanhörung zu Long-COVID

Am 07.06.2021 führt der Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages eine Anhörung durch, die sich mit politischen Forderungen zum Umgang mit Long-COVID Erkrankungen befasst. Von allen Reha-Verbänden ist nur die DEGEMED als Sachverständige geladen.

Long-COVID Erkrankungen betreffen ca. 10 Prozent der Patient_innen, die an COVID-19 erkranken. Symptome von Long-COVID treten häufig im Bereich der Pneumologie auf, aber nicht nur. Auch Herz-Kreislauf Beschwerden oder neurologische Ausfälle können die Folge sein, ebenso wie Angststörungen oder andere psychosomatische Erkrankungen. Diese Folgeerkrankungen treten auch bei zunächst symptomarmen COVID-19 Verläufen auf.

Für die betroffenen Patient_innen ist es sehr wichtig, dass sie zeitnah zur Erkrankung eine adäquate Behandlung erhalten. Viele der betroffenen Patient_innen erhalten diese Hilfe durch medizinische Rehabilitation. Daher ist Long-COVID für Reha-Einrichtungen ein sehr wichtiges Thema und wird dies auch noch längerfristig über das Ende des akuten Infektionsgeschehens hinaus bleiben.

Umso wichtiger ist es, dass die Reha-Branche in der Anhörung durch die DEGEMED vertreten ist, denn Reha-Kliniken verfügen über eine hohe Expertise zu Long-COVID. Seit über einem Jahr behandeln Reha-Kliniken betroffene Patient_innen und haben daher umfangreiche praktische Erfahrungen gesammelt. Zugleich begleiten Reha-Kliniken diese Arbeit mit Studien, die diese praktischen Erfahrungen wissenschaftlich untermauern.

Die DEGEMED wird durch ihren Geschäftsführer, Christof Lawall, vertreten. „Die Anhörung zeigt, dass die Politik die Wichtigkeit des Themas verstanden hat und richtige Forderungen stellt. Reha-Einrichtungen haben sehr hohe Kompetenz bei der Anwendung von multiprofessionellen Komplexleistungen, daher sollten z.B. Long-COVID Behandlungszentren vor allem in Reha-Einrichtungen angesiedelt werden, um diese Kompetenz bestmöglich zu nutzen“, so Christof Lawall in einer ersten Bewertung der Anträge der Bundestagsanhörung.

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