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DEGEMED in zwei Anhörungen: RentÜG und GPVG

Die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation (DEGEMED) e.V. forderte am Montag, 16.11.2020, im Rahmen von zwei Anhörungen Verbesserungen für die Reha-Branche und eine stärkere Beteiligung. Beide Gesetze sollen noch in diesem Jahr verabschiedet werden.

Das Gesetz Digitale Rentenübersicht (RentÜG)

Das RentÜG regelt den Marktzugang und die Einrichtungsauswahl für Reha-Kliniken im Bereich der gesetzlichen Rentenversicherung (DRV) neu. Wesentlich ist außerdem die Entwicklung einer neuen Vergütungskonzeption für Reha-Leistungen, die bis zum Jahr 2023 entwickelt werden soll und 2026 verbindlich in Kraft tritt. Die DEGEMED war als einziger Reha-Verband zur Anhörung im Ausschuss für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestages eingeladen und setzte sich dafür ein, die Interessen der Reha-Branche frühzeitig in die Entwicklung der Vergütungskriterien einzubeziehen.

„Am besten geschieht das durch einen verbindlichen und abweichungsfesten Rahmenvertrag zwischen den Verbänden und der DRV. Eine weitere Option ist die Schaffung eines paritätisch besetzten Beratergremiums zur Vorbereitung von verbindlichen Entscheidungen“, so DEGEMED-Geschäftsführer Christof Lawall in der Anhörung.

Das Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetz (GPVG)

Zu diesem Gesetz fand am 16.11. eine Anhörung im Ausschuss für Gesundheit statt. Die Bundesregierung plant damit Verbesserungen beim Ausgleich für pandemiebedingte Einnahmedefizite der Reha-Einrichtungen im Geltungsbereich des SGB V.

Rückwirkend ab 01.10.2020 bis zum 31.03.2021 können Reha-Einrichtungen auf dem Weg der Vergütungssatzverhandlungen mit Krankenkassen pandemiebedingte Einnahmedefizite geltend machen. D.h., dass die gegenwärtig bestehenden Vergütungssatzvereinbarungen auf Grund der pandemiebedingten Herausforderungen nachverhandelt werden können.

Damit ist es ein wichtiger Durchbruch, um die Leistungsfähigkeit der Reha-Einrichtungen unter Pandemiebedingungen zu sichern. Gemeinsam mit der AG MedReha hatte die DEGEMED genau diese zwei Punkte gefordert: Verbesserung des Corona-Zuschlags und Fortsetzung der Ausgleichszahlungen für Belegungsausfälle.

Für diese Vergütungssatzanpassungen können sowohl die Mehrkosten geltend gemacht werden, die den Einrichtungen in Folge der Hygieneauflagen in Form von zusätzlichen Sach- und Personalkosten entstehen, als auch die Einnahmeausfälle durch Belegungsrückgänge, die in Folge der Pandemie entstehen. Die Verbesserungen gelten für ambulante und stationäre Reha-Einrichtungen. Vorbehaltlich der weiteren Entwicklung besteht eine Verlängerungsoption bis zum 31.12.2021.

Die DEGEMED geht gegenwärtig davon aus, dass der Corona-Zuschlag der gesetzlichen Krankenversicherung von dieser Regelung abgelöst wird.

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DEGEMED bietet der Reha-Branche weiterhin Corona-Infoseite

Auch in der zweiten Welle der Corona-Pandemie stellt die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation (DEGEMED) e.V. auf ihrer Website validierte, zentrale Dokumente zur Verfügung. Dieser Service richtet sich nicht allein an die eigenen Mitglieder, sondern an die gesamte Reha-Branche. Die Seite wurde aktuell überarbeitet und neu strukturiert.

Im Frühjahr 2020 hatte die Corona-Infoseite ihre Tätigkeit aufgenommen und wurde durch die hohe Besucherzahl bestätigt. In der Menge der aufkommenden Informationen, Abläufe und Vorgaben die Übersicht zu behalten, das ist das Ziel dieser Zusammenstellung von Branchen-Informationen. So führt die Corona-Infoseite Inhalte zu Corona-Tests, Corona-Zuschlägen, Schutzschirm SodEG, DRV-Rundschreiben und den individuellen Landesverordnungen auf. Auch Aktivitäten von Reha-Einrichtungen, benachbarten Verbänden sowie ein Presseclipping sind hier zu finden.

Christof Lawall, DEGEMED-Geschäftsführer, dazu: „Wir nehmen die Situation schon jetzt als weitaus dynamischer wahr als noch im Frühjahr. Wir sehen unsere Aufgabe darin, die Branche in der aktuellen Lage so gut wie nur möglich mit Informationen zu versorgen und Erkenntnisse, die uns vorliegen, zu teilen. Wir appellieren an alle, uns in diesem Vorhaben zu unterstützen und uns relevante Dokumente zu senden. Wir lesen alles, prüfen es und stellen es auf unsere neue Corona-Infoseite.“

Das Angebot ist frei von Werbung oder kommerziellen Angeboten und enthält ausschließlich Dokumente, die valide sind. Es kommen täglich neue Verlinkungen hinzu:

www.degemed.de/corona-infoseite/

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Reha ist systemrelevant – und allzeit ein verlässlicher Partner

Die Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation (DEGEMED) e.V., Dr. Constanze Schaal, fordert die Aufrechterhaltung von Reha-Leistungen während der zweiten Welle der Corona-Pandemie. Sie appelliert an die Kostenträger, weiterhin gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und die Versorgung unbedingt sicherzustellen. Und sie fordert von der Branche, stark und solidarisch aufzutreten.

Der schnelle Anstieg der Infektionszahlen seit Anfang Oktober wird das deutsche Gesundheitswesen in den nächsten Monaten erneut sehr stark beanspruchen. Es kommt daher nach Einschätzung der DEGEMED und ihrer Vorsitzenden jetzt auch wieder darauf an, besonnen und klug zu agieren und die richtigen Entscheidungen zu treffen.

„Wir müssen jetzt die notwendige medizinische Behandlung von Covid19-Patienten in allen Versorgungsbereichen sicherstellen. Das betrifft die hausärztliche Versorgung, die Krankenhäuser und eben auch die medizinischen Reha-Einrichtungen in ganz Deutschland“, fordert Schaal anlässlich der heutigen Mitgliederversammlung der DEGEMED.

„Die medizinische Rehabilitation ist für die Gesundheitsversorgung systemrelevant“, betont Schaal. Die ersten Monate der Pandemie hätten gezeigt: „Die Reha-Branche ist allzeit ein verlässlicher Partner“. Die Branche erwarte nun von den Kostenträgern, nicht nachzulassen, ihren Teil der Verantwortung zu tragen. „Wir müssen alles tun, um die Regelversorgung in den Reha-Einrichtungen während der Pandemie aufrecht zu erhalten. Das ist unabdingbar für die Versorgungssicherheit in der Anschlussrehabilitation, der Anschlussheilbehandlung (AHB) und der Versorgung chronisch kranker Menschen.“

Die medizinischen Reha-Einrichtungen sind ein zentraler Bestandteil in der Versorgungskette. „Wir versorgen viele hunderttausend Patienten unmittelbar nach der Akutversorgung und entlasten dadurch die Krankenhäuser spürbar. Wir schaffen dadurch erst die Möglichkeit, dass sich die Akutkliniken jetzt auf die schwierigeren Fälle konzentrieren können“, stellt Schaal fest. Das gleiche gelte für Patienten, die aus der hausärztlichen Versorgung in die Reha kämen. Medizinische Reha vermeide bei diesen Fällen eine Verschlechterung oder Chronifizierung und anschließende Krankenhausaufenthalte.

Die Reha-Branche ist allzeit bereit, ihren Versorgungsbeitrag sicher zu stellen. Alle Reha-Einrichtungen hätten die vergangenen Monate genutzt und sich an die Bedingungen der Pandemie angepasst. Die Vermeidung von Infektionsrisiken und die Gesundheit der Rehabilitanden und der eigenen Mitarbeiter sei die oberste Priorität. Die Einhaltung von Abstandsgeboten und strenges Hygienemanagement sei längst überall Standard.

Die DEGEMED werde sich in den nächsten Monaten vor allem dafür stark machen, dass die Regelversorgung in allen Einrichtungen ohne starke Brüche weitergehen könne. „Das geht aber nur, wenn wir als Branche stark und solidarisch auftreten und unsere Interessen klar formulieren“, fordert sie von den über 1.000 Reha-Einrichtungen in Deutschland.

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DEGEMED-Verbandsmagazin titelt „Junge Führungskräfte: Zukunft gestalten, lauter werden …“

Foto Titelseite: contrastwerkstatt (Adobe Stock)

Die aktuelle Ausgabe des DEGEMED-Verbandsmagazins steht auf der DEGEMED-Website als E-Paper oder als PDF zur Verfügung.

Das Titelthema ist auf den Managementnachwuchs der Branche ausgerichtet. So kommen beispielweise Teilnehmer und Referenten der diesjährigen DEGEMED-Sommerakademie zu Wort.

Weitere Themen sind:

  • Praxis: Corona-Zuschläge reichen nicht!
  • Politik: Im Dialog mit MdB Peter Weiß (CDU)
  • Gesetzgebung: Digitale Rentenübersicht
  • Verband: Neue Webinar-Reihe zur Telematikinfrastruktur
  • Qualität: Qualitätskongress 2020 hybrid
  • Prävention: Arbeitskreis positioniert sich

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DEGEMED fördert Transparenz im Gesundheitswesen

Foto: DEGEMED

Die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation (DEGEMED) e.V. setzt sich für mehr Transparenz in der Reha ein und unterstützt alle Initiativen, die ebenfalls darauf abzielen. Vor allem die öffentliche Darstellung vergleichender Qualitätsprofile von Leistungsanbietern im Gesundheitswesen (Public Reporting) fördert sie durch ein eigenes Angebot.

Die Mitgliedseinrichtungen der DEGEMED bringen Reha-Qualität schon seit langem über sogenannte Qualitätskompasse auf den Punkt. Dieser Kompass gibt auch medizinischen Laien Orientierung bei der Einrichtungssuche. Der Verband veröffentlicht diese Kompasse auf der Website www.reha-qualitaetskompass.de

Der Reha-Qualitätskompass ist ein Projekt der DEGEMED und des Fachverbandes Sucht (FVS). Im Rahmen des gemeinsamen, jährlichen Qualitätskongresses, der in diesen Tagen als Hybridveranstaltung stattfindet, werden Kompass und Website erneut den Qualitätsmanagerinnen und -managern der Rehakliniken vorgestellt.

Patientinnen und Patienten (Rehabilitandinnen und Rehabilitanden) und ihre Angehörigen fordern Transparenz und Verständlichkeit. Sie müssen oft in kurzer Zeit wichtige Entscheidungen in einem hochsensiblen Bereich – nämlich der eigenen Gesundheit – treffen, und sie brauchen dafür eine profunde Entscheidungsgrundlage.

Dies bieten beispielsweise auch Publikationen wie die aktuell veröffentlichte FOCUS-GESUNDHEIT Reha-Klinikliste 2020, für deren Zustandekommen unter anderem die Mitglieder der DEGEMED Fragebögen ausfüllten und Informationen zur Qualität in ihren Einrichtungen zur Verfügung stellten.

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DEGEMED setzt wichtige Änderungen im „Gesetz Digitale Rentenübersicht“ durch

Mit dem in der vergangenen Woche beschlossenen Entwurf für ein „Gesetz Digitale Rentenübersicht“ bringt das Bundeskabinett auch zahlreiche Neuregelungen für die medizinische Rehabilitation der Deutschen Rentenversicherung (DRV) auf den Weg. Das Gesetz ist von zentraler Bedeutung für die medizinische Rehabilitation im Geltungsbereich des SGB VI, es betrifft damit den größten Teil der Rehabilitanden in Deutschland. In der jetzt vorliegenden Fassung des Gesetzentwurfs hat die Bundesregierung zentrale Forderungen DEGEMED aufgegriffen.

Insbesondere im Hinblick auf eine leistungsgerechte Vergütung ist es nach Einschätzung der DEGEMED wichtig, dass Reha-Einrichtungen einrichtungs- und leistungsbezogene Vergütungssätze verhandeln können. Der ursprüngliche Entwurf sah hier ein Basispreismodell vor, das regionale und konzeptionelle Vielfalt außer Acht gelassen hat. Bundesweit gibt es aber deutlich unterschiedliche regionale Kostenstrukturen etwa im Hinblick auf Lohnkosten. „Regional unterschiedliche Kosten müssen weiterhin berücksichtigt werden, wenn wir dauerhaft ein qualitativ hochwertiges und vielfältiges Angebot an Reha-Einrichtungen sicherstellen wollen“, fasst Christof Lawall, Geschäftsführer der DEGEMED, die Position der Leistungserbringer zusammen.

„Darüber hinaus war es uns als DEGEMED wichtig, dass auch der Faktor tarifliche Vergütung bzw. Vergütungen nach kirchlichen Arbeitsrechtsregelungen berücksichtigt werden kann. Diese Regelung stellt sicher, dass Reha-Einrichtungen auch künftig wettbewerbsfähige Arbeitsplätze anbieten können und die Leistungsträger Tariflöhne refinanzieren. Auch diese Forderung konnten wir nun gegenüber dem 1. Entwurf des Gesetzes realisieren“, so die Bewertung von Christof Lawall.

Über das Vergütungsthema hinaus regelt der Gesetzentwurf weitere zentrale Belange von Reha-Einrichtungen im Geltungsbereich des SGB VI, so dass zukünftig mehr Transparenz auch bei Zugang, Beschaffung und Vergütung von Reha-Leistungen gewährleistet sein soll. Die parlamentarischen Beratungen sollen noch in diesem Herbst abgeschlossen werden.

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DEGEMED fordert wirksamen Corona-Zuschlag zur Entlastung der Reha-Kliniken und echte Beteiligung

Im Gesetz Digitale Rentenübersicht (RentÜG) plant die Bundesregierung wesentliche Änderungen in den Beziehungen zwischen Reha-Kliniken und der Deutschen Rentenversicherung (DRV). Es fehlt aber eine wirksame Entlastung für den Mehraufwand während der Corona-Pandemie. Die DEGEMED fordert daher in der Verbändeanhörung am 12.08.2020 einen Corona-Zuschlag.

Reha-Einrichtungen stehen in ganz Deutschland seit dem Beginn der Corona-Pandemie in der ersten Reihe. Sie erfüllen weiter ihren Versorgungsauftrag und kümmern sich um Patienten nach einem Krankenhausaufenthalt oder bei einer chronischen Erkrankung. Sie entlasten dadurch Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte und tragen damit erheblich zur Bewältigung der Pandemiefolgen bei. Die Vorgaben des Robert Koch-Instituts (RKI), der regionalen Gesundheitsämter und der Kostenträger greifen tief in den Reha-Alltag ein und führen zu höheren Kosten bei Sachmitteln und Personal. Die DEGEMED fordert nun von der Bundesregierung, dass die Deutsche Rentenversicherung (DRV) als wichtigster Kostenträger für Reha-Leistungen diesen Mehraufwand für seine Versicherten übernimmt.

„Medizinische Rehabilitation unter Pandemiebedingungen ist deutlich aufwändiger als vorher. Das Einhalten von Abstandsvorschriften, die mehrfache Reinigung von Unterkünften und Funktionsräumen pro Tag, die Entzerrung der Speisenversorgung und die Beschaffung von Schutzkleidung für Mitarbeiter und Rehabilitanden sind wichtige Maßnahmen, um die Reha-Einrichtungen zu sicheren Gesundheitseinrichtungen zu machen. Diese Maßnahmen kosten aber Geld und werden mit der aktuellen Vergütungshöhe nicht abgedeckt. Wir brauchen jetzt einen Zuschlag zur regulären Vergütung, damit die Reha-Kliniken ihren Versorgungsauftrag weiter erfüllen können“, fordert DEGEMED-Geschäftsführer Christof Lawall. Die DEGEMED schlug daher in der Verbändeanhörung am 12.08.2020 vor, den Zuschlag gesetzlich im „Gesetz Digitale Rentenübersicht“ zu regeln, das die Bundesregierung derzeit vorbereitet.

Die DEGEMED erwartet von der Bundesregierung außerdem, dass die Leistungsanbieter bei der Weiterentwicklung der Reha-Branche stärker eingebunden werden und dazu Rahmenverträge mit den Kostenträgern verhandeln und abschließen können. „Es reicht nicht, nur einseitige Entwicklungsaufträge an die DRV zu formulieren. Wir haben hier einen gemeinsamen Gestaltungsauftrag und brauchen dafür mit Rahmenverträgen eine verlässliche Grundlage“, begründet Lawall die DEGEMED-Forderung nach stärkerer Beteiligung der Kliniken.

Bereits Ende Februar 2020 hatte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) erstmals Regelungen vorgestellt, um die Leistungsbeziehungen zwischen Reha-Einrichtungen und der DRV transparenter zur regeln. Im Kern geht es dabei um den Marktzugang für Leistungsanbieter, die Einrichtungsauswahl und Vorgaben für eine transparente Vergütungskonzeption, die die DRV bis 2026 umsetzen soll. „Vor allem die vorgesehenen Anforderungen an die Vergütungskonzeption reichen aus Sicht der Branche nicht aus. Sie zementieren die Unterfinanzierung im System und setzen einen klaren ökonomischen Anreiz zur Tarifflucht von Arbeitgebern, weil sie ihren Mitarbeitern keine wettbewerbsfähigen Löhne mehr zahlen können“, moniert Lawall.

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DEGEMED-Verbandsmagazin titelt „Zurück zur Normalität …? Corona und Reha“

Die Beiträge sind auch in dieser Ausgabe auf die Pandemie ausgerichtet:

  • Titel: Regelversorgung in der Pandemie. Wann kommen Zuschläge?
  • Praxis: Ehemalige COVID-19-Patienten in der Reha
  • Politik: 3 Fragen an MDB Heike Baehrens (SPD)
  • Gesetze: GKV-IPReG beschlossen
  • Verband: DEGEMED goes digital – Webinare im Trend
  • Qualität: Qualitätsmanagement in Corona-Zeiten
  • Gastbeiträge: u.a. zu Auswirkungen von Corona auf Mitarbeiter des Gesundheitswesens

Die aktuelle Ausgabe des Verbandsmagazins steht auf der DEGEMED-Website als E-Paper oder als PDF zur Verfügung.

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DEGEMED-Mitgliederversammlung mit 1. Corona-Branchenumfrage

Im Rahmen ihrer digitalen Mitgliederversammlung hat die DEGEMED als erster Branchenverband Reha-Einrichtungen nach ihren Erlebnissen während der Corona-Pandemie befragt.

Aufgrund der Corona-Pandemie musste die ursprünglich für April geplante Mitgliederversammlung auf den heutigen Tag verlegt werden. Die DEGEMED organisierte sie darüber hinaus als Video-Konferenz mit gestraffter Agenda und Online-Umfrage. Die Abstimmungsergebnisse bildeten dann die Grundlage für eine weitere Diskussion und die Ableitung von Aufträgen an den Verband.

Kurze Berichte der Vorstandsvorsitzenden Dr. Constanze Schaal und des Geschäftsführers Christof Lawall legten die aktuelle Arbeit des Verbandes dar. Auch mit Blick auf die Umfrage-Ergebnisse hielt Schaal fest: „Die Reha-Einrichtungen in Deutschland sind systemrelevant und beteiligen sich seit dem ersten Tag an der Bewältigung der Pandemie: Sie entlasten Krankenhäuser und gewährleisten unter erschwerten Bedingungen die medizinisch notwendige Anschlussversorgung. Nun stehen wir vor der Aufgabe, die Regelversorgung schrittweise wieder hochzufahren. Medizinische Rehabilitation in Zeiten einer Pandemie bedeutet aber einen erheblichen Mehraufwand.“

Ganz konkret ist damit der sich multiplizierende Zeit- und Kosteneinsatz gemeint, den eine Regelversorgung unter Sicherstellung des Infektionsschutzes mit sich bringt. Mitarbeiter und Rehabilitanden müssen sich völlig neu organisieren und alle internen Prozesse überdenken und gegebenenfalls anpassen. Abstände richtig einzuhalten meint beispielsweise, dass Gruppen geteilt und parallel therapiert werden. So muss ein Therapeut wesentlich mehr arbeiten oder es müssen mehr Therapeuten eingesetzt werden.

„Gemeinsam mit den gesetzlichen Reha-Trägern wollen und müssen wir Lösungen entwickeln. Die Branche hat ihre Hausaufgaben gemacht, Vorschläge erarbeitet und eingereicht. Corona-Zuschläge können dabei Versorgungssicherheit herstellen, indem sie die wirtschaftliche Stabilität der Kliniken und damit eine dauerhaft stabile Versorgungsstruktur unterstützen“, fordert Schaal.

Eine nächste Online-Mitgliederkonferenz wird außerplanmäßig bereits im September stattfinden, um den Erfahrungsaustausch in der Krise weiterhin zu gewährleisten.

(Foto: Adam Sevens)

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DEGEMED fordert vor der Anhörung im Bundestag weiterhin Verbesserungen am Gesetzentwurf zum GKV-IPReG

Am 17.06.2020 findet im Gesundheitsausschuss des Bundestages die Anhörung zum „Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung von intensivpflegerischer Versorgung und medizinischer Rehabilitation in der gesetzlichen Krankenversicherung (Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz – GKV-IPReG)“ statt. Das Gesetz ist für die Reha im Geltungsbereich des SGB V sehr wichtig. In ihrer schriftlichen Stellungnahme dazu weist die DEGEMED daher nachdrücklich auf den dringenden Änderungsbedarf hin.

Der Gesetzentwurf zum Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz – GKV-IPReG – greift im Grundsatz Forderungen der DEGEMED und der gesamten Reha-Branche auf. So findet die mit dem Gesetzentwurf beabsichtigte Aufhebung der Grundlohnsummenbindung die uneingeschränkte Unterstützung der DEGEMED. Positiv bewertet die DEGEMED außerdem die Aufhebung der Vierjahresfrist für medizinische Rehabilitation für Kinder und Jugendliche.

Die weiteren Regelungsvorschläge des Gesetzentwurfes bleiben allerdings deutlich hinter den Erfordernissen für die strukturelle Verbesserung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für die medizinische Rehabilitation der Krankenkassen zurück.

Die Einführung von Rahmenempfehlungen für die Inhalte von Versorgungs- und Vergütungsverträgen auf Bundesebene sollen für mehr Rechtskonformität in der Zusammenarbeit von Krankenkassen und Reha-Einrichtungen sorgen. Für den Fall des Nichtzustandekommens dieser Vorgaben soll ein Bundesschiedsamt eingerichtet werden. Diese Vorgaben werden aber nur dann Wirkung entfalten, wenn sie nicht nur bloßen Empfehlungscharakter haben, sondern in Form von abweichungsfesten Rahmenverträgen ausgestaltet werden. Die DEGEMED fordert daher verbindliche Rahmenverträge anstelle von unverbindlichen und letztlich wirkungslosen Rahmenempfehlungen.

Ebenso sind die Regelungsvorschläge zur Stärkung des Wunsch- und Wahlrechts der Leistungsberechtigten ungeeignet. Wenn Rehabilitanden heute bei der Auswahl der Reha-Einrichtung von ihrem Wunsch- und Wahlrecht Gebrauch machen, müssen sie die Mehrkosten tragen, die entstehen, wenn sie eine andere als die von der Krankenkasse vorgegebene Einrichtung auswählen. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass diese Mehrkosten zukünftig nur noch zur Hälfte von den Leistungsberechtigten zu tragen sind. Richtig wäre aber, die Rehabilitanden der Krankenkassen endlich den Rehabilitanden der gesetzlichen Renten- und Unfallversicherung gleich zu stellen. Sie müssen neben der gesetzlichen Zuzahlung keinerlei Mehrkosten tragen. Die DEGEMED fordert daher, die Verpflichtung der Rehabilitanden, die Mehrkosten zur Hälfe zu tragen, komplett zu streichen.

Die vorgesehene Möglichkeit der Direktverordnung von geriatrischer Rehabilitation durch niedergelassene Vertragsärzte geht in die richtige Richtung. Aber warum soll das nur für geriatrische Patienten gelten? Sie machen nur etwa 12 Prozent aller Reha-Fälle der Krankenkassen aus. Die DEGEMED fordert daher einen barrierefreien Zugang in die medizinische Rehabilitation durch eine Direktverordnung auch in alle anderen Indikationen. Zusätzlich sollten auch Krankenhausärzte die medizinische Rehabilitation unmittelbar durch ihre Verordnung auslösen können.

https://bit.ly/3cQc2oX

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