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Wolfram-Keup-Förderpreis 2020 für wegweisende Arbeit aus der Suchthilfe verliehen

Der Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe e.V. (buss) hat zum sechsten Mal den „Wolfram-Keup-Förderpreis“ für die beste wissenschaftliche oder praxisorientierte Arbeit auf dem Gebiet der Entstehung und Behandlung von Substanzmissbrauch, Substanzabhängigkeit oder Verhaltenssucht vergeben.

Der mit 2.000 Euro dotierte Preis geht an Prof. Dr. Wolfgang Sommer, der mit seinem Team an der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin des Zentralinstituts für seelische Gesundheit in Mannheim (ZI) nachweisen konnte, dass alkoholbedingte Hirnveränderungen nach einem Entzug noch für mindestens sechs Wochen fortschreiten, auch wenn der Betroffene in der Zwischenzeit völlig abstinent war. Bisher ging man davon aus, dass sich alkoholbedingte Schäden schnell zurückbilden, wenn mit dem Trinken aufgehört wird. Von den Schädigungen betroffen ist vor allem die weiße Substanz des Gehirns. Die Befunde wurden an mehr als 90 Patienten der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin am ZI sowie an gesunden Probanden mittels MRT erhoben. Es zeigten sich ausgedehnte mikrostrukturelle Schädigungen, die selbst über einen Zeitraum von sechs Wochen nach der Entgiftung noch fortschreitend waren.

In einem parallel durchgeführten Tierexperiment mit Ratten konnte Alkohol als ursächlicher Faktor der beobachteten Hirnveränderungen festgestellt und andere Einflussfaktoren wie Rauchen, Ernährung, Schweregrad des Entzugs oder weitere Erkrankungen konnten ausgeschlossen werden. Die im Vergleich mit den Probanden kurze und eher gemäßigte Trinkperiode der Tiere deutet darauf hin, dass permanente Gehirndefizite nach übermäßigem Alkoholkonsum viel früher auftreten können als derzeit angenommen. Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig langfristige Abstinenzperioden sind, um bleibende Schäden zu verhindern.

Die prämierte Arbeit „Microstructural White Matter Alterations in Men With Alcohol Use Disorder and Rats with Excessive Alcohol Consumption During Early Abstinence“ ist in JAMA Psychiatry erschienen und steht dort zum Download zur Verfügung: JAMA Psychiatry. 2019; 76(7):749-758. doi: 10.1001/jamapsychiatry.2019.0318

Der Wolfram-Keup-Förderpreis 2020 wird im Rahmen des „Gemeinsamen Suchtkongresses 2021“ in Münster (23.–25. Juni 2021) verliehen. Der für 2020 geplante Kongress und die damit verbundene Preisverleihung wurden aufgrund der Corona-Pandemie verschoben.

Zur Jury des Wolfram-Keup-Förderpreises 2020 gehörten die buss-Vorstandsmitglieder Dr. Wibke Voigt (Vorsitzende), Dr. Bernd Wessel (stellv. Vorsitzender), Hans-Joachim Abstein und Ulrike Dickenhorst sowie folgende externe Gutachter:

  • Gallus Bischof, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Lübeck
  • Dr. Johannes Lindenmeyer, ehem. Direktor, salus klinik Lindow
  • Dr. Knut Tielking, Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit, Hochschule Emden/Leer

Der nächste Wolfram-Keup-Förderpreis wird 2022 verliehen. Die Ausschreibung hierfür wird im April 2021 bekannt gegeben.

Mehr Informationen zum Förderpreis erhalten Sie unter https://suchthilfe.de/foerderpreis/index.php#

buss | Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe e.V.
Wilhelmshöher Allee 273 | 34131 Kassel
Tel. 0561 779351
www.suchthilfe.de

buss, 27.05.2020

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Stellungnahme des buss zum Referentenentwurf des MedRehaBeschG

Derzeit überschatten die Auswirkungen der Corona-Krise mit ihrer Dringlichkeit und ihren bundesweit dramatischen Auswirkungen alle anderen Themen. Dennoch gibt es andere sehr wichtige Fragestellungen, die zwar im Moment in den Hintergrund treten, die wir aber nicht aus den Augen verlieren dürfen.

Hierzu gehört derzeit vor allem der Referentenentwurf des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales Bonn zu „dem Entwurf eines Gesetzes zur Regelung der Beschaffung von Leistungen zur medizinischen Rehabilitation durch die Träger der gesetzlichen Rentenversicherung und zur Weiterentwicklung des Übergangsgeldanspruchs – Medizinische Rehabilitationsleistungen-Beschaffungsgesetz (MedRehaBeschG)“. Die dort geplanten weitreichenden Änderungen des Sechsten Buches Sozialgesetzbuch (SGB VI) werden nach Verabschiedung fundamentale Auswirkungen auf die medizinische Rehabilitation Abhängigkeitskranker haben. An dem Entwurf des MedRehaBeschG sind weitreichende Nachbesserungen unbedingt notwendig, da ansonsten erhebliche negative Auswirkungen auf die medizinische Reha die Folge sein werden. Aus diesem Grund hat der Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe e.V. (buss) Prof. Dr. Ralf Kreikebohm,  ehemaliger Geschäftsführer der DRV Braunschweig-Hannover und jetziger Jura-Professor an der TU Braunschweig, mit einer Stellungnahme beauftragt.

Kreikebohm kommt in seiner Stellungnahme zu dem Schluss, dass der Referentenentwurf nachhaltig abzulehnen ist: „Er schafft ein systematisches Wirrwarr zwischen den einzelnen Sozialgesetzbüchern, gilt nur für die medizinische Reha, nicht aber, was vernünftig wäre, auch für die Prävention, die Teilhabe und die Nachsorge und vor allem, er verhindert nicht, dass medizinische Reha-Leistungen möglicherweise künftig auszuschreiben sind, denn an den Tatbestandsvoraussetzungen des § 130 GWB ändert dieses Gesetz überhaupt nichts. Zudem bietet der Referentenentwurf eine Lösung für ein Problem, das es gar nicht gibt. Denn das geltende Recht reicht völlig aus. Bei den einzelnen Regelungen sind insbesondere die befristete Zulassung hochproblematisch sowie das Vergütungssystem. Hier wird von den Leistungserbringern erwartet, dass sie sich, bevor ein entsprechendes Vergütungssystem festliegt, diesem schon unterwerfen. Darüber hinaus räumt der Referentenentwurf der DRV Bund die einseitige Festlegung eines Vergütungssystems ein, was einen eklatanten Verstoß gegen Artikel 12 GG und die darin gewährleistete Freiheit des eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetriebes bedeutet. Die rehapolitischen Auswirkungen sind fatal, weil sie zu einer Leistungsnivellierung auf niedrigem Niveau führen und der Konzentration auf große Leistungserbringer Vorschub leisten.“

Die vollständige Stellungnahme steht zum Download zur Verfügung.

Auf KONTUREN online finden Sie zusätzlich einen Kommentar von Prof. Kreikebohm.

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Absage des Gemeinsamen Suchtkongresses vom 17. bis 19.06.2020 in Münster

Die Vorstände des Bundesverbands für stationäre Suchtkrankenhilfe e.V. und des Fachverbands Sucht e.V. haben aufgrund der Corona-Pandemie und der Verhaltensmaßgaben der Bundes- und Landesregierungen beschlossen, den „Gemeinsamen Suchtkongress. Zusammenhalten und zusammen gestalten“ vom 17. bis 19.06.2020 in der Münsterlandhalle abzusagen. Die gemeinsame Veranstaltung soll aber ins nächste Jahr verschoben und vom 23. bis 25.06.2021 in der Münsterlandhalle in gleicher Größenordnung durchgeführt werden.

Die beiden Suchtfachverbände bedauern die die Absage außerordentlich. Sobald konkrete Informationen zu einer „Neuauflage“ 2021 vorliegen, werden diese bekannt gegeben.

Gemeinsame Pressemitteilung  Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe e.V. (buss) und Fachverband Sucht e.V. (FVS), 19.03.2020

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Gemeinsamer Suchtkongress „Zusammenhalten und zusammen gestalten“ in Münster vom 17. bis 19. Juni 2020

In der Suchtkrankenhilfe und Suchtbehandlung stehen wir vor vielfältigen und tiefgreifenden Herausforderungen. Diese können wir nur gemeinsam angehen. Deshalb veranstalten der Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe e.V. (buss) und der Fachverband Sucht e.V. (FVS) vom 17. bis 19. Juni 2020 in Münster den ersten Gemeinsamen Suchtkongress unter dem Titel „Zusammenhalten und zusammen gestalten“. Alle Informationen zum Kongress und die Online-Anmeldung finden Sie unter: www.dersuchtkongress.de.

Der Kongress möchte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen Bereichen der Suchthilfe (stationär ebenso wie ambulant) und angrenzenden Tätigkeitsfeldern einladen und ganz besonders den Nachwuchs. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet ein breit angelegtes Programm mit der Möglichkeit zum gegenseitigen Kennenlernen, zum fachlichen Austausch und auch gemeinsamen Feiern.

Das Programm beinhaltet neun Plenumsvorträge und elf Foren zu zentralen Themenfeldern. Im Vorfeld des Kongresses werden außerdem acht praxisorientierte Workshops angeboten. Zum Rahmenprogramm gehören zahlreiche Ausstellungsstände sowie ein Get Together und ein Abendempfang bei der DRV Westfalen, jeweils mit Live-Musik.

In den Vorträgen und Foren werden u. a. folgende Themen behandelt und diskutiert:

  • Entwicklungen stoffgebundener Konsummuster und suchtnaher Verhaltensweisen
  • Kinder und Jugendliche: Suchtentwicklung, Prävention, Intervention und Angebote in der Suchtrehabilitation
  • Entwicklungen in der Suchtbehandlung
  • Frühzeitiger Zugang zur Behandlung
  • Förderung der beruflichen Teilhabe
  • Angebote für chronisch mehrfach beeinträchtigte Suchtkranke: Entwicklungen und Herausforderungen infolge des BTHG
  • Psychotherapeutische Methoden und Interventionen: Standard und Innovationen
  • Aktuelle Leitlinienentwicklung und ihre Relevanz für die Suchthilfe und Suchtbehandlung
  • Internet- und mobile-basierte Diagnostik und Intervention
  • Qualität und Finanzierung der (Sucht-)Behandlung aus Sicht der Wissenschaft, der Behandler und Leistungsträger
  • Gewinnung und Bindung von Fachkräften

Besuchen Sie die Kongresswebsite www.dersuchtkongress.de! Anmeldeschluss ist der 27. Mai 2020.

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28. Fachtagung Management in der Suchttherapie am 25. und 26. September 2019 in Kassel

Grafik: Christof Lutz

Am 25. und 26. September 2019 findet in Kassel wieder die Management-Tagung des Bundesverbandes für stationäre Suchtkrankenhilfe (buss) statt. Im Mittelpunkt der Tagung stehen traditionell Themen aus den Bereichen Sozial- und Leistungsrecht, Organisation und Management sowie Personalgewinnung und Personalbindung. Dieses Jahr werden in Vorträgen und Arbeitsgruppen insbesondere folgende Themen aufgegriffen:

  • Compliance:
    risikoadäquate Umsetzung im Bereich der NGOs; Entwicklung, Einführung und Umsetzung von Compliance-Richtlinien im Unternehmen
  • Machbarkeitsstudie zur Einrichtungsauswahl:
    Erfahrungen und Perspektiven aus der Klinik und der Deutschen Rentenversicherung
  • Das Bundesprogramm rehapro:
    Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben – aktueller Stand und weitere Etappen
  • Entwicklung der ambulanten Reha Sucht
  • Personalgewinnung:
    Positionierung als attraktiver Arbeitgeber; Mitarbeiterbefragung zur psychischen Belastung am Arbeitsplatz
  • Digitalisierung in der Gesundheitsbranche:
    Entwicklung von Gesundheits-Apps; Informationssicherheits-Managementsysteme zum Schutz digitaler Informationen

Programm und Einladung folgen im Juli 2019 per E-Mail und auf www.suchthilfe.de

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Ausschreibung: Wolfram-Keup-Förderpreis 2020

Der Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe e.V. (buss) vergibt zum sechsten Mal den „Wolfram-Keup-Förderpreis“ für die beste wissenschaftliche oder praxisorientierte Arbeit auf dem Gebiet der Entstehung und Behandlung von Substanzmissbrauch, Substanzabhängigkeit oder Verhaltenssucht.

Aus dem Nachlass des Projektes „Frühwarnsystem zur Erfassung von Veränderungen der Missbrauchsmuster chemischer Substanzen in der Bundesrepublik Deutschland“, das Professor Wolfram Keup initiiert und bis zu seinem Tod am 4. Januar 2007 geleitet hat, wird zur Erinnerung an den Stifter alle zwei Jahre der „Wolfram-Keup-Förderpreis“ öffentlich ausgeschrieben und vergeben.

Alle Personen und Institutionen, die sich in der wissenschaftlichen Forschung oder der therapeutischen Behandlungspraxis mit dem Thema Sucht beschäftigen, sind aufgefordert, sich mit eigenen Untersuchungen oder Projekten um den Wolfram-Keup-Förderpreis 2020 zu bewerben. Die vorgelegten Arbeiten müssen sich mit der Entstehung oder der Behandlung von Substanzmissbrauch, Substanzabhängigkeit oder Verhaltenssucht beschäftigen. Dabei kann es sich um wissenschaftliche Studien handeln, aber auch um die Realisierung von Präventionsmaßnahmen oder die Erprobung von Behandlungskonzepten. Der Förderpreis ist mit einem Preisgeld von 2.000 € ausgestattet.

Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2019. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen des Gemeinsamen Suchtkongresses „Zusammenhalten und zusammen gestalten“ von buss und Fachverband Sucht am 18. Juni 2020 in Münster. Weitere Details finden Sie in den Ausschreibungsunterlagen auf www.suchthilfe.de.

 

Kontakt:
Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe e.V.
Wilhelmshöher Allee 273
34131 Kassel
Tel. 0561/77 93 51
Fax 0561/10 28 83
buss@suchthilfe.de
www.suchthilfe.de

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Pflegepersonal-Stärkungsgesetz: Suchtkrankenhilfe geht leer aus!

In Deutschland gibt es rund 1.150 Reha-Kliniken, in denen ca. 38.000 Pflegekräfte um die 2.000.000 Patientinnen und Patienten betreuen. Diese Pflegekräfte erhalten von der Bundesregierung keine Unterstützung! Das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG), das 2019 in Kraft treten wird, berücksichtigt nur Akutkrankenhäuser und die Altenpflege, nicht jedoch die Rehabilitation.

Dies bedeutet, dass auch die etwa 170 Mitgliedseinrichtungen des Bundesverbands für stationäre Suchtkrankenhilfe e.V. (buss) auf keine weitere Unterstützung durch das PpSG hoffen können. Das verschärft die wirtschaftliche Situation der bereits heute überwiegend nicht-auskömmlich finanzierten Suchtreha-Kliniken. Es steht zu befürchten, dass Akutkrankenhäuser und Pflegeheime in großem Umfang Pflegekräfte aus den Suchtfacheinrichtungen abwerben werden.

Schon jetzt sind die Gehälter für Pflegekräfte in den Reha-Einrichtungen häufig niedriger als in Krankenhäusern. Mit der Grundlohnbindung in der medizinischen Rehabilitation gibt es keine Chancen, steigende Gehaltsforderungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finanzieren. In der Folge wird es für die Mitgliedseinrichtungen des buss e.V. immer schwerer werden, ihre Pflegefachkräfte zu halten und zu entwickeln und neue hoch qualifizierte Kräfte für die Suchtreha zu gewinnen.

Diese Benachteiligung ist nicht nachvollziehbar und stößt die äußerst engagierten und bereits heute stark belasteten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Suchtkrankenhilfe vor den Kopf! Wir brauchen eine Gleichbehandlung aller Fachkräfte im deutschen Gesundheitswesen, und zwar in Akutkrankenhäusern, der Altenpflege und der medizinischen Rehabilitation. Das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz in seiner geplanten Form benachteiligt die Rehabilitation und damit alle Patientinnen und Patienten in der Reha und ist daher dringend reformbedürftig.

 

Kontakt:
Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe e.V.
Gero Skowronek, Geschäftsführer
Wilhelmshöher Allee 273
34131 Kassel
Tel. 0561-77 93 51
buss@suchthilfe.de

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105. Jahrestagung des Bundesverbandes für stationäre Suchtkrankenhilfe am 20./21. März 2019. „Wunsch- und Wahlrecht für alle! und alles?“

Welche Rolle spielt das Wunsch- und Wahlrecht in der Suchtreha und welche Auswirkungen für die Rehakliniken sind damit verbunden? Diese Frage steht im Mittelpunkt der 105. Wissenschaftlichen Jahrestagung des Bundesverbandes für stationäre Suchtkrankenhilfe, die am 20. und 21. März 2019 in Berlin stattfindet.

Prominent aufgegriffen wird die Frage in einer Podiumsdiskussion mit Vertreter/innen der Betroffenen, der Suchtberatung, der Suchtpsychiatrie und der Leistungsträger. Die Kliniken stellen ihre Position in einer eigenen Stellungnahme dar, zu der auch die Tagungsteilnehmer/innen Ideen beitragen können. Die Situation der Kliniken ist unter anderem durch ihre gutachterliche Rolle bestimmt, der sich ein eigener Vortrag widmet.

Als wesentliche Veränderung steht (auch) der Suchthilfe die Einführung der ICD-11 bevor. Ein Vortrag entwirft eine Vorschau auf die ICD-11 und befasst sich mit Änderungen gegenüber der ICD-10 und dem DSM-5. Des Weiteren werden Hilfeangebote aus dem Internet für Suchtkranke vorgestellt und der Einsatz und Gebrauch von Medikamenten bei Suchtkranken diskutiert.

Weitere Themen in den Arbeitsgruppen sind: Kombinationsmöglichkeiten von unterschiedlichen Behandlungsformen, Kinder in der Suchtreha, pharmazeutisch produzierte Drogen, Chancen und Gefahren von E-Produkten.

Termin: 20./21. März 2019
Ort: Hotel Aquino, Tagungszentrum Katholische Akademie, Berlin 

Programm und Einladung folgen im Dezember 2018 per E-Mail, per Post und auf www.suchthilfe.de

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27. Fachtagung Management in der Suchttherapie am 26. und 27. September 2018 in Kassel

Die Landschaft der Suchtreha ist derzeit stark in Bewegung. Allein durch das neue Bundesdatenschutzgesetz (BDSG), das auf der Grundlage der EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) aktualisiert wurde und am 25.05.2018 in Kraft tritt, sind Anpassungen und Veränderungen erforderlich. Diese und weitere wichtige Einflussfaktoren auf die Arbeit in der Reha und in der Suchthilfe greift der Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe e.V. (buss) bei seiner 27. Management-Tagung am 26. und 27. September 2018 in Kassel auf.

Eröffnet wird die Tagung mit einem Einblick in die Lebenswelten von Jugendlichen, basierend auf der aktuellen Jugendstudie der SINUS:akademie. Neue gesetzliche Regelungen zum Datenschutz werden sowohl in einem Vortrag als auch in einer Arbeitsgruppe behandelt, damit ausreichend Gelegenheit zur Diskussion praktischer Umsetzungsfragen besteht. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Analyse des deutschen Reha-Marktes und der Zukunftsperspektiven in diesem Bereich aus Sicht einer großen privaten Klinikgruppe.

Weitere Themen in den Arbeitsgruppen sind: Erfahrungen mit dem ‚Nahtlosverfahren‘, Integration in den Arbeitsmarkt, Praxisbeispiele zur Umsetzung der BORA-Empfehlungen, Besonderheiten der Adaptionsbehandlung sowie die Auswirkungen der sprachlichen und kulturellen Vielfalt in den Einrichtungen.

Den Schwerpunkt am zweiten Tag bildet der Themenkomplex Vergütung und Vergabe. Es werden die Ergebnisse der jüngst erschienenen Studie zur leistungsgerechten Vergütung in der Rehabilitation vorgestellt. Ein weiterer Vortrag berichtet über verschiedene aktuelle Gutachten der aktiva Beratung im Gesundheitswesen GmbH, z. B. zu Investitionen, zur Kostenübernahme der Gesetzlichen Krankenversicherung sowie zu Kosten- und Vergütungssteigerungen. Ein Vertreter der DRV wird den aktuellen Stand zur transparenten Vergabe und Vergütung von Reha-Leistungen der Deutschen Rentenversicherung darstellen. Dieses Thema wird in einer anschließenden Podiumsdiskussion mit den Referent/innen vertieft.

Programm und Einladung folgen im Juli 2018 per E-Mail, per Post und auf www.suchthilfe.de

buss, 8. Mai 2018

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Wolfram-Keup-Förderpreis 2018

Preisträgerin Jun.-Prof. Dr. Sophie Baumann (Mitte) mit Dr. Wibke Voigt, Vorsitzende des buss, und Dr. Bernd Wessel, stellvertretender Vorsitzender

Wirken computergenerierte Rückmeldebriefe besser als persönliche Beratungsgespräche? In ihrer Studie „How alcohol use problem severity affects the outcome of brief intervention delivered in-person versus through computer-generated feedback letters“ untersuchten Jun.-Prof. Dr. Sophie Baumann (Medizinische Fakultät TU Dresden/Universitätsmedizin Greifswald) und ihre Forschergruppe, ob Personen mit unterschiedlicher Alkoholproblemschwere unterschiedlich von persönlichen Beratungen und ressourcensparenden computergenerierten individualisierten Rückmeldebriefen profitieren. Für diese Arbeit wurden sie mit dem Wolfram-Keup-Förderpreis 2018 ausgezeichnet. Der Preis wurde bei der Eröffnung der 104. Wissenschaftlichen Jahrestagung des Bundesverbandes für stationäre Suchtkrankenhilfe (buss) im März in Berlin verliehen. In diesem Rahmen stellte Jun.-Prof. Dr. Sophie Baumann ihre Studie in kurzen Zügen vor:

Allgemeinkrankenhauspatientinnen und -patienten im Alter von 18 bis 64 Jahre mit gesundheitsriskantem Alkoholkonsum (n = 961) wurden zufällig einer von drei Studienbedingungen zugeordnet:
a) persönliche Kurzberatung,
b) computergenerierte individualisierte Rückmeldebriefe oder
c) keine Intervention (Kontrollgruppe).

Beide Interventionen wurden direkt auf der Station sowie einen und drei Monate später übermittelt. Ergebnismaß war die Veränderung im Alkoholkonsum pro Tag nach sechs, zwölf, 18 und 24 Monaten. Der Wert des Alcohol Use Disorders Identification Test (AUDIT-Wert) wurde als Moderator der Interventionswirksamkeit untersucht.

Es konnte festgestellt werden, dass Personen mit einem AUDIT-Wert von 8 oder weniger, die computergenerierte individualisierte Rückmeldebriefe erhielten, ihren Alkoholkonsum signifikant stärker reduzierten als Personen in der Kontrollgruppe (p < 0,05). Persönliche Beratungen waren bei Personen mit höherem Alkoholkonsum tendenziell wirksamer als keine Intervention, der Unterschied war allerdings nicht statistisch signifikant. Personen mit einem AUDIT-Wert zwischen 7 und 8, die Rückmeldebriefe erhielten, reduzierten ihren Alkoholkonsum nach sechs, zwölf und 18 Monaten signifikant stärker als Personen, die persönliche Beratungen erhielten (ps < 0,05). Kostengünstige computergenerierte individualisierte Rückmeldebriefe können also bei Personen mit einer niedrigen Alkoholproblemschwere einer persönlichen Beratung überlegen sein. Personen mit höherer Problemschwere benötigen eher ein intensiveres Beratungsangebot. Eine Zusammenfassung der Studie auf Deutsch steht auf der Website des buss zum Download bereit.

Der Wolfram-Keup-Förderpreis wird alle zwei Jahre vom Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe (buss) für eine wegweisende wissenschaftliche oder praxisorientierte Arbeit aus der Suchthilfe vergeben und ist mit einem Preisgeld von 2.000 Euro ausgestattet. Er wurde dieses Jahr zum fünften Mal verliehen. Informationen über den Preis, die bisherigen Preisträger/innen und die prämierten Arbeiten finden sich auf der Website des buss (www.suchthilfe.de > Verband > Förderpreis).

Zur Jury des Wolfram-Keup-Förderpreises 2018 gehörten Dr. Wibke Voigt, Vorstandsvorsitzende des buss, die Vorstandsmitglieder Hans-Joachim Abstein, Ulrike Dickenhorst und Thomas Hempel sowie folgende externe Gutachterinnen:

  • Dr. Ursula Havemann-Reinecke, Oberärztin, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsmedizin Göttingen, Vorstandsmitglied der DHS
  • Dr. Dunja Hinze-Selch, Chefärztin, Fachkliniken St. Marien – St. Vitus GmbH, Neuenkirchen
  • Doris Sarrazin, ehem. Referatsleiterin der LWL-Koordinationsstelle Sucht, Münster

Der nächste Wolfram-Keup-Förderpreis wird 2020 verliehen. Die Ausschreibung hierfür wird im April 2019 bekannt gegeben.

buss, 03.05.2018

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