Bade

 

Modellvorhaben zur Heilkunde-Übertragung werden an Anforderungen, fehlenden Fachkräften und Finanzen scheitern

Wenige Leistungserbringer werden sich bisher mit Modellvorhaben des § 63 Abs. 3c SGB V befasst haben, wenn diese Form der Vertragsgestaltung im Sozialgesetzbuch und die korrespondierenden Qualifikationen sowie verlangten erweiterten Kompetenzen für die Fachkräfte nach dem Krankenpflegegesetz überhaupt bekannt waren. Spätestens seit Genehmigung der Heilkundeübertragungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) könnten Modellvorhaben zur Weiterentwicklung der Versorgung das Modewort „integrierte Versorgung“ sehr schnell ablösen, obwohl keiner sagen kann, wie sich Modellvorhaben finanzieren. Von der Öffentlichkeit und vielen Leistungserbringern kaum bemerkt, hat der G-BA vor allem für Planung und Verordnung von Hilfsmitteln und Pflegehilfsmitteln erstaunliches beschlossen. Wie bei vielen Ideen im deutschen Gesundheitswesen, stecken aber auch bei diesen Modellvorhaben die Tücken im Detail. Die meisten Krankenkassen haben seit Jahren Modellvorhaben als Satzungsleistung aufgenommen, aber gegenwärtig werden nur eine überschaubare Anzahl von ihnen umgesetzt (z.B. Akupunktur, V.A.C.-Therapie, Heilmittel).

Die neue Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschuss ermöglicht beim ersten Hinschauen einen neuen Wirkungskreis für die Alten- und Krankenpflege sowie HomeCare-Unternehmen, indem ärztliche Tätigkeiten wie das Verordnen von Heil-, Verband- und Hilfsmitteln oder die inhaltliche Ausgestaltung der ärztlich verordneten häuslichen Krankenpflege sowie deren Dauer an eben diese Berufsgruppen delegiert werden können. Voraussetzung ist allerdings, dass eine ergänzende Ausbildung nach § 4 Krankenpflegegesetz abgeschlossen wurde und erweiterte Kompetenzen zur Ausübung heilkundlicher Tätigkeiten nachgewiesen werden. Bisher fehlen aber die entsprechenden Ausbildungsangebote an den bundesdeutschen Krankenpflegeschulen und das BMG weist in seinem Schreiben vom 17.02.2012 ausdrücklich darauf hin, dass im Anschluss an die Ausbildung eine staatliche Prüfung nachzuweisen ist.

Grundsätzlich fragt sich der qualifizierte Berufsangehörige, wie man innerhalb des durch die Richtlinie vorgegebenen Rahmens selbständig und eigenverantwortlich bei Modellvorhaben tätig und Vertragspartner werden kann. Unsicher werden die Berufsgruppen spätestens bei der Anordnung durch den Gemeinsamen Bundesausschuss, dass die Ausübung der vom Arzt übertragenen Heilkunde die Übernahme fachlicher, wirtschaftlicher und rechtlicher Verantwortung bedeutet. Eine Verantwortlichkeit des Arztes für die delegierten Leistungen besteht nicht mehr.

Kann der qualifizierte Berufsangehörige die Folgen der fachlichen Verantwortung noch einschätzen und beurteilen, so muss bei der wirtschaftlichen und rechtlichen Verantwortung der kundige Fachanwalt für das Sozialrecht zu Rate gezogen werden. Impulse erhalten Modellvorhaben vor allem durch die Entscheidung des Bundessozialgerichts vom Juli 2011 (Az.: B 3 KR 14/10 R), da pflegerische und therapeutische Leistungen sowie sozialintegrative Ziele nicht durch Hilfsmittelverträge nach § 127 SGB V gedeckt sind. Die von Krankenkassen geforderten Vertragsbedingungen in Hilfsmittelverträgen dürften einzig der Versorgung mit Hilfsmitteln und nicht pflegerischer Aufgaben dienen.

Damit die ersten Verordnungen von Hilfsmitteln bei Diabetes- und Stoma-Patienten oder Wundauflagen durch den Alten- oder Krankenpfleger ausgestellt werden können, müssen sehr aufwendige und umfassende Regelungsbestandteile und Ausbildungsvoraussetzungen eingehalten und finanziert werden. Die Auswertung der Modellvorhaben und die wissenschaftliche Begleitung durch unabhängige Sachverständige müssen ausgeschrieben werden, so wie es der Gemeinsame Bundesausschuss seit Jahren handhabt. Ob Krankenkassen die wissenschaftliche Versorgungsauswertung der Prozessqualität und Ergebnisqualität öffentlich ausschreiben, bleibt fraglich.

Regelungen und Strukturen zur erforderlichen Kommunikation und Kooperation müssen Bestandteil der Verträge sein und können ohne die Beteiligung der zuständigen Berufsgruppen nicht erarbeitet werden. Ohne Einwilligung des Patienten kann sowieso nicht kommuniziert werden. Ebenso schwierig wird die Erstellung der Verfahrensanweisungen für Behandlungspfade und der Nachweis standardisierter Prozesse, weil die Expertenstandards des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung (DNQP) in der Pflege nicht verbindlich eingeführt wurden und der GKVSpitzenverband Bund zunächst noch nach geeigneten Themen sucht. Vermutlich aber hat der Berufsangehörige ausgerechnet DNQP – Expertenstandards während seiner Ausbildung aufmerksam und sorgfältig einstudiert – galten diese bis vor kurzem doch als der vom Bundessozialgericht anerkannte „Goldstandard“.

Der neue Wirkungskreis der Alten- und Krankenpfleger sowie HomeCare-Unternehmen wird freilich nicht einfach umzusetzen sein, denn ohne Ärzte und zusätzlicher finanzieller sowie personeller Ressourcen werden auch Modellvorhaben nicht eingeführt. Gemäß Sozialgesetzbuch Fünf ist die Kassenärztliche Vereinigung „originärer“ Ansprechpartner der Krankenkassen für den Abschluss von Verträgen über Modellvorhaben, obwohl der Gesetzgeber hervorhebt, dass die Krankenkassen Verträge über Modellvorhaben auch mit allen in der gesetzlichen Krankenversicherung zugelassenen Leistungserbringern vereinbaren können. Zu den geeigneten Vertragspartnern gehören also neben niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern z.B. auch HomeCare-Unternehmen Managementgesellschaften, ambulante Pflegedienste, Hilfsmittellieferanten und
Leistungsgemeinschaften (z.B. EGROH, rehaVital, Reha Service Ring).

Wie die Umsetzung der aufwendigen und zum Teil kostspieligen Regelungsbestandteile und Ausbildungsvoraussetzungen von ambulanten Pflegediensten oder HomeCare-Unternehmen finanziert werden, bleibt auch bei der Heilkundeübertragungs-Richtlinie rätselhaft. Schon beim Entlassungsmanagement des GKV Versorgungsstrukturgesetzes ist die Finanzierung der notwendigen Ressourcen nicht geregelt. Nach den Vorgaben des G-BA können Krankenhausärzte Teile des notwendigen Entlassungsmanagements (Überleitmanagement) nunmehr an nicht ärztliches Personal delegieren. Organisation und Bereitstellung sonstiger Pflegehilfsmittel und Medizinprodukte sowie Auswahl, Festlegung, Beratung und Organisation von Bewegungs-, Mobilisations- und Lagerungsmitteln sind kostenintensive Dienstleistungen, die Krankenhäuser bei Delegation einsparen. Grundlage dafür wäre aber, dass die Fall- und Dienstleistungspauschalen in Verträgen hinreichend bemessen sind, um die hohen Anforderungen an die Heilkunde-Übertragung zu finanzieren. Schließlich übernehmen die Unternehmen die wirtschaftliche und rechtliche Verantwortung.

Bleibt abzuwarten, ob sich die Verankerung der Modellvorhaben im System der Regelversorgung bei den vom G-BA veröffentlichten Diagnosen und prozedurenbezogenen heilkundlichen Tätigkeiten umsetzen lässt, da sich der Markt und vor allem Krankenkassen lediglich an der Macht des Geldes orientieren. Krankenkassen werden Verträge zu Modellvorhaben nur verhandeln, wenn nachweislich Geld eingespart wird, denn Mengenausweitungen lehnen die Kassen bekanntermaßen grundsätzlich ab, auch wenn im Ergebnis Geld gespart werden kann.

Bleibt die berechtigte Frage, woher das Geld für Modellvorhaben kommen wird. Die Krankenkassen haben generell sicherzustellen, dass im Rahmen der Modellversuche eine Trennung von Verordnungen im Modellvorhaben von Verordnungen der vertragsärztlichen Versorgung vorzunehmen ist. Zumindest für die Bereiche der Heil- und Verbandmittel bedeutet dies, dass die Regelleistungsvolumina der Vertragsärzte bei Delegation an nicht ärztliches Personal entsprechend verringert werden. Je nach KV Bezirk und Region kann es in diesen Fällen um Millionen gehen. Es wird also kein zusätzliches Geld ins System kommen und deshalb fragen nicht nur Ärztevertreter mit Recht, aus welchen Mitteln gut gemeinte Modellvorhaben letztlich finanziert werden sollen.

Das Wichtigste zur G-BA Richtlinie in der Übersicht

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eBook Best Practice Entlassungsmanagement

Das eBook “Best Practice Entlassungsmanagement” zeigt auf 317 Seiten die Voraussetzungen für ein Entlassungsmanagement und gibt Tipps, um Gesundheitsnetzwerke aufzubauen, insbesondere für die neu zu koordinierende Entlassung aus dem Krankenhaus.

Die wesentlichen pflegewissenschaftlichen und vertragsarztrechtlichen Aspekte werden beleuchtet. Darüber hinaus bietet die Ausgabe wichtige Praxishinweise für die Gestaltung von Kooperationsvereinbarungen und für inhaltliche Erweiterungen von Qualitätsmanagement Dokumenten.

Durch die kontinuierliche Begleitung des Autors von Gesetzgebungsverfahrens im Gesundheitswesen, Auswertung gerichtlicher Entscheidungen und Begutachtung begleitender Vorschriften und Richtlinien wurde eine umfangreiche Sammlung für die Gesundheitswirtschaft in zusammengestellt.

Im einzelnen werden folgende Inhalte thematisiert und Lösungsansätze geboten:

  • Die ambulante Versorgungsebene zu verstehen.
  • Den Aufbau von Verfahrensregeln für Gesundheitsnetzwerke zu gewährleisten.
  • Eine Leistungsevaluierung durch geeignete Kennzahlensysteme zu erarbeiten.
  • Die Planungsphasen für Gesundheitsnetzwerke zu bestimmen.
  • Strukturierte Qualitätsberichte zu erstellen.

1. Auflage Januar 2012 | ISBN 978-3-00-037174-5
Autor: Thomas Bade
Verlag: Management Beratung Thomas Bade

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Erstes News-App Pflege, HomeCare-Versorgung und Rehabilitation

Die Management Beratung Thomas Bade bietet ab Januar 2012 einen News-App der Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, medizinischem Fachpersonal und allen an Gesundheitsthemen Interessierten kostenlos zur Verfügung gestellt wird.

Mit diesem Angebot werden neue Maßstäbe in der e-Kommunikation gesetzt,“ erklärt Thomas Bade, Projektverantwortlicher und fährt fort: „Dem Fachpublikum wird ein echter Informationsvorsprung mit dem App geboten.“

Sie sind nicht nur schneller an wichtigen Änderungen durch Richtlinien und Rechtsprechung dran, sondern bekommen darüber hinaus einen Überblick über alle gesundheitspolitisch relevanten Topthemen. Die Apps bieten in den Rubriken Entlassungsmanagement, Internet Updates und Qualitätsmanagement aktualisierte Meldungen. Die Themenauswahl unterstützt das selektive Leseverhalten der Internetpräsenzen der Management Beratung Thomas Bade, die im Jahr 2011 fast 70.000 Besucher mit über 500.000 Klicks zählten.

„Es ist mir besonders wichtig, dass die umfangreiche wissenschaftliche Datenbank zur Pflege- und Rehabilitationswissenschaft auch mit Smartphone, Netbooks, Tablets oder iPad genutzt werden kann“, sagt Thomas Bade.

Das App Angebot richtet sich sowohl an die Branche der Sanitätshäuser, ambulanten Pflegdienste und HomeCare Unternehmen als auch an Ärzte, Pflegefachkräfte, Rehabilitationseinrichtungen, Krankenkassen, medizinischen Dienste und Patientenorganisationen. Das News-App wird nach intensiver Literatur Recherche u.a. der Rehabilitations- und Pflegewissenschaften sowie unter Berücksichtigung aktueller Entscheidungen der Sozialgerichte, Vorschriften der Hilfsmittel-Richtlinien oder Berichte der Krankenkassen ständig aktualisiert und kann unter www.thomas-bade.de/app kostenfrei heruntergeladen werden.

Direktlink zum App Download

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Die Herausforderung des GKV-Versorgungsstrukturgesetzes ist die ambulante Versorgungsebene !

Mit dem GKV Versorgungsstrukturgesetz (GKV-VStG) wird ab Januar 2012 der Anspruch auf ein Entlassungsmanagement als unmittelbarer Bestandteil der Krankenhausbehandlung eingeführt. Durch regionale Vorschriften in den Landeskrankenhausgesetzen muss ein koordiniertes Entlassungsmanagement durch die Abstimmung mit ambulanten Ärzten, Pflegediensten, Sanitätshäusern und HomeCare-Unternehmen im Rahmen der Nachsorge-Organisation zügig von Krankenhäusern und Krankenkassen umgesetzt werden.

Das Entlassmanagement im Krankenhaus hat die Aufgabe, die Schnittstellen zwischen den ambulanten und stationären Versorgungsbereichen zu überwinden, Versorgungseinbrüche zu vermeiden und einen kontinuierlichen Behandlungsprozess des Patienten sicherzustellen. Bei dieser teamorientierten, multiprofessionellen Aufgabe sind Aspekte aus Medizin, Pflege, Rehabilitation, HomeCare und Hilfsmittelversorgung mit einzubeziehen.

Gemessen an den derzeit im Krankenhaus erbrachten Assessment-, Informations- und Koordinationsleistungen ist für ein gutes Entlassmanagement ein erheblicher Zusatzaufwand erforderlich. Die Vergütung des Zusatzaufwandes für Krankenhäuser und ambulanter Koordinatoren (Entlassungsmanager) ist im Gesetz nicht geregelt. Die Anreize für Krankenhäuser zur Investition in ein umfassendes Entlassmanagement liegen in der Verkürzung der Verweildauer, der Reduzierung der Wiederaufnahmerate und dem Aufbau erweiterter Patientenservices. Die Aufwendungen im Rahmen der Verträge nach § 112 SGB V werden in der DRG-Vergütung sowie in den tagesgleichen Pflegesätzen nur teilweise kalkulatorisch berücksichtigt.

Obwohl der gesetzliche Anspruch auf eine koordinierte Nachsorge nach Krankenhausaufenthalt seit 2007 durch § 11 Abs. 4 SGBV (Versorgungsmanagement) bestand, sind nach wie vor Defizite auf Grund von Fehlentwicklungen vorhanden:

  • Geringe Anreize zur Durchführung des Entlassungsmanagements,
  • bürokratische und juristische Hürden (unzulässige Kooperationen),
  • mangelnde Informationen auf Seiten der Patienten und Angehörigen sowie
  • fehlende Ansprechpartner für die pflegerische und soziale Betreuung in der ambulanten Versorgungsebene.

Die Folge sind deutliche Qualitätsunterschiede und oftmals Brüche im Behandlungsablauf. Umso wichtiger ist es, die bestehenden Schwachstellen zu beseitigen sowie Lösungswege und Rahmenbedingungen für ein effizientes Entlassmanagement im Krankenhaus zu schaffen.

Die Organisation eines Entlassungsmanagements stellt ein Geflecht von Verträgen zwischen unterschiedlichen Netzwerkpartnern dar (z.B. Hilfsmittelverträge, Verträge zur häuslichen Krankenpflege und HomeCare-Verträge). Durch die stärkere Einbeziehung nichtärztlicher Gesundheitsberufe beim Entlassungsmanagement ergibt sich eine große Handlungsautonomie für die Pflege.

Durch eindeutige Verfahrensregeln müssen berufsgruppenübergreifende Poolkompetenzen festgelegt und aufgebaut werden, da Delegation und Substitution aus wirtschaftlichen und insbesondere prozessorientierten Gründen vom Gesetzgeber (Entlassungsmanagement) sowie Gemeinsamen Bundesausschuss (Heilkunde-Übertragung) gefordert sind. Zukünftig können unter anderem Auswahl, Festlegung, Beratung und Organisation von Bewegungs-, Mobilisations- und Lagerungsmitteln beim Überleitmanagement aus dem Krankenhaus delegiert werden. Dadurch ergibt sich ein neuer Wirkungskreis für die Berufsangehörigen der Kranken- und Altenpflege.

Die Prozesse bei der Hilfsmittelversorgung müssen zusammen mit Sanitätshäusern und HomeCare-Unternehmen neu abgegrenzt und definiert werden. Das Bundessozialgericht hat deutlich pflegerische und therapeutische Leistungen sowie sozialintegrative Ziele von der produktbezogenen Sachmittelbeschaffung der Hilfsmittelverträge nach § 127 SGB V getrennt.


9 Punkte für ein erfolgreiches Entlassungsmanagement
1

Datenanalyse: Auf Basis der Krankenhaus Qualitätsberichte muss eine Bedarfsanalyse der Nachsorgestrukturen für das jeweilige Krankenhaus durchgeführt werden.

2

Versorgungsverträge: Es müssen alle regionalen Hilfsmittelverträge für die wichtigsten Indikationsgruppen geprüft und darauf aufbauend die Angebote für den Nachsorgebedarf erarbeitet werden.

3

Kommunikation mit dem Krankenhausträger: Es müssen alle juristischen Fragen mit der Krankenhaus Verwaltung behandelt werden, die ein koordiniertes Entlassungsmanagement betreffen [ Landeskrankenhausgesetze ].

4

Vertragsmanagement: Mit den Krankenhäusern müssen schriftliche Verträge und Vereinbarungen für das Entlassungsmanagement geschlossen und Verfahrensregeln entwickelt werden.

5

Juristische Prüfung der Kooperationen: Es müssen alle relevanten Aspekte des § 128 SGB V (unzulässige Kooperationen), des Expertenstandards Entlassungsmanagement sowie der G-BA Richtlinien geprüft und alle Informationen an die Krankenhausleitung gegeben werden.

6

Entlassungsmanagement (GKV-VStG): Es muss ein Konzept erarbeitet werden, wie die Änderungen der §§ 39 Abs. 1 und 112 Abs. 2 Satz 7 SGB V zum Entlassungsmanagement erfolgreich eingeführt werden (Nutzung der Pflege-Komplex-Maßnahmen-Scores).

7

Wettbewerbsrechtliche Absicherung: Um alle wettbewerbsrechtlichen Anforderungen zu erfüllen, müssen nicht-entgeltliche Entlassungsmanagement-Vereinbarungen zwischen Krankenhaus und Sanitätshaus (Reha-Technik, HomeCare) eingesetzt werden.

8

Dokumentationsbögen: Es müssen mit den Fachabteilungen der Krankenhäuser einheitliche und verbindliche Bedarfserhebungs- und Dokumentationsbögen entwickelt werden (Nutzung der Pflege-Komplex-Maßnahmen-Scores).

9

Patientenzufriedenheit: Es muss eine Patientenzufriedenheitsmessung für den Nachsorgebereich entsprechend den Anforderungen des Expertenstandards implementiert und für die Qualitätsberichte der Krankenhäuser ausgewertet werden.

Das gesamte Best Practice Konzept und weitere PDF Dokumente sind als eBooks auf einer CD-ROM erhältlich. « mehr lesen »

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Das Wissen, was sich ändert und wie es zusammenhängt, ist das Wichtigste für die Gesundheitswirtschaft !

Das GKV-Versorgungsstrukturgesetz (GKV-VStG) tritt mit Änderungen zum Entlassungsmanagement und unzulässiger Kooperationen in Kraft, für Krankenhäuser wird die Abbildung der Pflege von hochaufwendigen Patienten auf Normalstationen erlösrelevant und der Gemeinsame Bundesausschuss hat die Richtlinie zur Delegation ärztlicher Leistungen veröffentlicht. Krankenhäuser, Sanitätshäuser, ambulante Pflegedienste und HomeCare-Unternehmen müssen Themen und Inhalte in einen Zusammenhang bringen, sich auf die neuen Bedingungen optimal vorbereiten sowie bei Akquisition und Vertragsverhandlungen über das notwendige Wissen verfügen.

„Durch die kontinuierliche Begleitung des GKV-VStG Gesetzgebungsverfahrens, Auswertung der Stellungnahmen beim Gesundheitsausschuss und Begutachtung begleitender Vorschriften konnte eine umfangreiche Sammlung für die Gesundheitswirtschaft sehr zeitnah auf einer Compact Disc zusammengestellt werden“, sagt Thomas Bade, Herausgeber der CD.

Es wird vor dem Jahreswechsel eine komplette Compact Disc mit allen wichtigen Unterlagen für die Gesundheitswirtschaft im Internet angeboten. Die GKV-VStG CD bietet zum Preis von € 59,00 (inkl. Versand und MwSt.) eine Übersicht über alle wichtigen Gesetzesänderungen und Richtlinien sowie umfangreiche Dokumente im WORD oder PDF Format.

„Es wurde besonderen Wert darauf gelegt, dass der CD-Nutzer sehr praxisnahe Musterdokumente und vorbereitete Vertragstexte angeboten bekommt, damit Unternehmen schnell und gut vorbereitet im neuen Jahr Akquisition und Vertragsverhandlungen durchführen können“, führt Bade weiter aus.

Inhalte und Details der CD werden überzeugen, da die wichtigsten Bereiche der Gesetzesänderungen und Richtlinien u.a. in acht Qualitätsmanagement Verfahrensanweisungen abgebildet und zur eigenen Nutzung als Download zur Verfügung gestellt werden:

  • VA1 Kooperation Krankenhaus – Sanitätshaus | HomeCare | Pflege
  • VA2 Entlassungsmanagement | Überleitmanagement
  • VA3 Patienteneinwilligung | Patientenmanagement
  • VA4 Assessment der externen, regionalen Leistungserbringer
  • VA5 Pflege-Komplex-Maßnahmen-Score | Nachsorgebedarf
  • VA6 Delegation ärztlicher Leistungen | Stoma | Wunde | Infusionen
  • VA7 Datenschutz
  • VA8 vergaberechtliche Vereinbarungen | Beachtung 97 GWB

Durch die erneute Änderung des § 128 SGB V im GKV-Versorgungsstrukturgesetz muss bei der Zusammenarbeit von Krankenhäusern und ambulanten Leistungserbringern auf die Zulässigkeit von Kooperationen besonders geachtet werden. Die CD bietet dazu eine Checkliste im PDF Format, die die Einhaltung der aktuellen (Muster-) Berufsordnung der Ärzte, BGH Entscheidungen und Vorschriften des GKV-VStG durch 28 Prüfkriterien ermittelt. Diese Eignungsprüfung, für alle relevanten Bereiche in Unternehmen, Arztpraxen und Krankenhäusern, ist die wichtigste Voraussetzung, um Interessenkonflikte zu erkennen und mögliche strafrechtliche Konsequenzen zu vermeiden. „Wer weiß schon, dass die unerlaubte Zuweisung gegen Entgelt seit 2010 im Krankenhausgestaltungsgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen verboten ist und Krankenhäuser bei Missachtung ihre Zulassung verlieren können“, erklärt Bade.

Sanitätshäuser, HomeCare und Reha-Technik-Unternehmen müssen erkennen, dass ab 2012 die Pflege-Komplex-Maßnahmen-Scores, die den Mehraufwand für eine hochaufwendige Pflege von Patienten im Krankenhaus auf Normalstationen abbilden, erlösrelevant sind. Diese zusätzlichen Finanzmittel für Pflegekräfte im DRG-System werden zielgerichtet den Bereichen zugeordnet, die einen erhöhten Pflegeaufwand aufweisen. Die Scores werden u.a. die Grundlage bilden, um den Nachsorgebedarf für das Entlassungsmanagement rechtzeitig zu erfassen. Hier sind externe Leistungserbringer gefordert, die entsprechenden Versorgungskonzepte für die Nachsorge zu entwickeln und anzubieten.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) wird mit der Heilkunde-Übertragungs-Richtlinie die Voraussetzungen schaffen, dass u.a. das Überleitungsmanagement bei Entlassung aus der stationären Behandlung an nicht ärztliches Pflegepersonal delegiert werden kann. Dadurch entwickelt sich ein neuer Wirkungskreis für die Alten- und Krankenpflege, der vor allem das Verordnen von Verband- und Hilfsmitteln abdeckt.

Der Verband Bundesarbeitsgemeinschaft Leitender Pflegepersonen e.V. (BALK) wird zu den Anforderungen bei der Delegation ärztlicher Leistungen erste Informationsveranstaltungen im Februar 2012 in Frankfurt und Berlin durchführen. Mit der CD erhalten Unternehmen über die Anforderungen der G-BA Richtlinie und dem Krankenpflegegesetz ausreichend Informationen, um einzuschätzen, ob die Heilkunde-Übertragung wichtig für die Versorgungsbereiche ihres Unternehmens ist.

Ausführliche Informationen zur Compact Disc und Online Bestellformular

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Auswirkungen des GKV-VStG auf Hilfsmittel und HomeCare ist nicht zu unterschätzen

Mit dem GKV-Versorgungsstrukturgesetz (GKV-VStG) wird ab Januar 2012 der Anspruch auf ein Entlassungsmanagement als unmittelbarer Bestandteil der Krankenhausbehandlung und wesentliche Änderungen für den Hilfsmittelbereich sowie bei der Zusammenarbeit der Leistungserbringer eingeführt.

Übersicht der wesentlichen Änderungen durch das GKV-VStG

Bereich GKV-Versorgungsstrukturgesetz (GKV-VStG)
Entlassungsmanagement Gemäß den §§ 39 und 112 SGB V wird das Entlassungsmanagement Bestandteil der Krankenhausbehandlung sein und somit verbindlich von den Krankenhäusern angeboten werden. Krankenkassen und Krankenhäuser erhalten die Aufgabe, die Einzelheiten des Entlassungsmanagements in zweiseitigen Verträgen zu konkretisieren.
Hilfsmittelversorgung In § 127 SGB V wird die Vereinfachung und Vereinheitlichung der Durchführung und Abrechnung der Versorgung mit Hilfsmitteln eingeführt werden.
unzulässige Kooperationen

In § 128 SGB V werden Beteiligungen von Ärzten an Unternehmen von Leistungserbringern untersagt werden. Ärzte die unzulässige Zuwendungen annehmen, verstoßen gegen ihre vertragsärztlichen Pflichten. Die zuständigen Kassenärztlichen Vereinigungen sind bei Verstößen zu informieren und die Vorschriften des § 128 SGB V gelten auch für Heilmittelerbringer.

In § 73 Abs. 7 SGB V wird zusätzlich aufgenommen, dass es Vertragärzten nicht gestattet ist, für die Zuweisung von Versicherten ein Entgelt oder sonstige wirtschaftliche Vorteile sich versprechen oder gewähren zu lassen oder selbst zu versprechen oder zu gewähren. § 128 Absatz 2 Satz 3 gilt entsprechend.

Abgrenzung Pflegehilfsmittel In § 40 SGB XI werden zur Gewährleistung der Abgrenzung der Leistungsverpflichtungen der gesetzlichen Krankenversicherung und der sozialen Pflegeversicherung die Ausgaben für Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel zwischen der jeweiligen Krankenkasse und der bei ihr errichteten Pflegekasse in einem bestimmten Verhältnis pauschal aufgeteilt. Der GKV Spitzenverband Bund bestimmt in Richtlinien, die erstmalig bis zum 30. April 2012 zu beschließen sind, die Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel (Abgrenzungskatalog), das Verhältnis, in dem die Ausgaben aufzuteilen sind, sowie die Einzelheiten der Umsetzung der Pauschalierung.

Mehr Informationen und hilfreiche Unterstützung

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Bundestag verabschiedet GKV Versorgungsstrukturgesetz

Der Deutsche Bundestag hat heute mit den Stimmen der Koalition das GKV-Versorgungsstrukturgesetz (GKV-VStG) verabschiedet. Der Bundesrat wird sich am 16.12.11 abschließend mit dem GKV-Versorgungsstrukturgesetz befassen, obwohl das Gesetz nicht zustimmungspflichtig ist. Damit kann das Gesetz zum 1. Januar 2012 in Kraft treten.

Die geänderten §§ 39 und 112 SGB V zum Entlassungsmmanagement werden zusammen mit der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschuss zur Heilkunde Übertragung und Modellvorhaben nach § 63 SGB V einen neuen Wirkungskreis für die Alten- und Krankenpflege sowie HomeCare-Unternehmen mit sich bringen, indem ärztliche Tätigkeiten wie das Verordnen von Heil-, Verband- und Hilfsmitteln oder das Überleitmanagement delegiert werden können.

Impulse erhalten Modellvorhaben nicht nur durch das gesetzliche vorgeschriebene Entlassungsmanagement sondern vor allem durch die Entscheidung des Bundessozialgerichts vom Juli 2011 (Az.: B 3 KR 14/10 R), da pflegerische und therapeutische Leistungen sowie sozialintegrative Ziele nicht durch Hilfsmittelverträge nach § 127 SGB V gedeckt sind. Die von Krankenkassen geforderten Vertragsbedingungen in Hilfsmittelverträgen dürften einzig der Versorgung mit Hilfsmitteln und nicht pflegerischer Aufgaben dienen.

Voraussetzung für Modellvorhaben zum Entlassungsmanagement ist allerdings, dass eine ergänzende Ausbildung nach § 4 Krankenpflegegesetz abgeschlossen wurde und erweiterte Kompetenzen zur Ausübung heilkundlicher Tätigkeiten nachgewiesen werden. Bisher fehlen aber die entsprechenden Ausbildungsangebote an den bundesdeutschen Krankenpflegeschulen, wie der Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) mitteilt.

Es gibt also für Krankenkassen, Krankenhäuser, Pflegedienste, Krankenpflegeschulen und HomeCare-Unternehmen in den nächsten Monaten viel zu tun, da mit dem heute beschlossenen Gesetz das Entlassungsmanagement als Teil der Krankenhausbehandlung gesetzlich festgeschrieben ist und Krankenkassen verpflichtet sind, dafür zu sorgen, dass die Erbringung der Leistung durch Verträge gesichert ist.

Ausführliche Informationen zum Entlassungsmanagement und zum GKV Versorgungsstrukturgesetz

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Bundessozialgericht hält die Hilfsmittelversorgung für eine produktbezogene Sachmittelbeschaffung

Mit seinem Urteil zur Frage der Eignungsvoraussetzung für die Abgabe von Hilfsmitteln zur Stomatherapie vom 21. Juli 2011 schafft das Bundessozialgericht (B 3 KR 14/10 R) in vieler Hinsicht neue Grundlagen für Hilfsmittelverträge nach § 127 SGB V und grenzt alle pflegerischen und therapeutischen Leistungen sowie sozialintegrativen Ziele deutlich von der produktbezogenen Sachmittelbeschaffung bei Hilfsmitteln ab.

Das BSG bestätigt mit seinem Urteil, dass die Beschäftigung von Stomatherapeuten keine Voraussetzung für den Abschluss eines Vertrages über die Versorgung mit Hilfsmitteln und Verbandstoffen zur Stomatherapie sei, denn pflegerische und therapeutische Leistungen sowie sozialintegrative Ziele seien durch Hilfsmittelverträge nicht gedeckt.

Anforderungen an Hilfsmittellieferanten werden überspannt, wenn sie der Sache nach auf die Übertragung von Aufgaben zielen, die nach geltendem Recht der ärztlichen oder der krankenpflegerischen Versorgung zugewiesen sind. Das gilt insbesondere für die vielfältigen Aufgaben der Beratung, Information und Kontrolle, die bei einigen Beitrittsverträgen von den Hilfsmittelversorgern erbracht werden sollen.

Besondere Bedeutung wird das Urteil auch für das Entlassungsmanagement haben, denn es sei Sache der Krankenhausärzte, im Anschluss an die stationäre Versorgung aufgrund der Pflichten aus dem Behandlungsverhältnis sowie aus der ärztlichen Garantenstellung, die Patienten hinreichend über den Umgang mit Hilfsmitteln und insbesondere über mögliche Komplikationen aufzuklären.

In dem Leistungsspektrum eines Entlassungsmanagements mit der therapeutischen Aufklärung der Patienten durch Ärzte und der Zuständigkeit des ggf. hinzuziehenden Pflegepersonals für die pflegerische Versorgung der Versicherten sind den Hilfsmittellieferanten nur nachgeordnete Beratungsaufgaben zugewiesen. Diese Pflichten leiten sich aus dem Auftrag der Hilfsmittelversorgung zu einer Sachmittelbeschaffung ab und sind deshalb im Wesentlichen produktbezogen.

Die Krankenkassen sind an die positive Eignungsbeurteilung einer zugelassenen Präqualifizierungsstelle gebunden und die Verfolgung zusätzlicher Eignungsanforderungen durch einzelne Krankenkassen ist grundsätzlich ausgeschlossen. Abweichende Gestaltungen (z.B. Kombination von Hilfsmittelversorgung und pflegerischen Leistungen der häuslichen Krankenpflege nach § 37 Abs. 2 Satz 1 SGB V) sind nur im Einvernehmen mit den betroffenen Leistungserbringern möglich. Nicht erforderlich sind Qualifikationen, die der Sache nach auf eine Verlagerung von Aufgaben der ärztlichen Versorgung oder der häuslichen Krankenpflege auf die Hilfsmittelversorgung zielen.

Leitsätze des BSG-Urteils.

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Vorteile eines Inhouse-Seminars vor allem zum GKV Versorgungsstrukturgesetz nutzen

Bei komplexen Themen und abteilungsübergreifenden Fragen ermöglicht nur ein Inhouse-Seminar alle Organisationsbereiche einzubinden und regionale Besonderheiten zu berücksichtigen !

Das Angebot an Seminaren über die Änderungen und Auswirkungen des Versorgungsstrukturgesetzes (GKV-VStG) nimmt täglich zu und wird auch nach in Kraft treten im Januar 2012 weiter steigen. Interessierte fragen sich, welche Veranstaltung nützt meinem Verantwortungsbereich am besten und wie kann ich die erworbenen Informationen und Botschaften umsetzen ?

Aus Kostengründen wird meist ein Mitarbeiter zu bundesweit offenen Seminare geschickt, der am Seminarende vor der durchaus anspruchsvollen Aufgabe steht, die erworbenen (Er)kenntnisse für seine regionalen Bedürfnisse auszuwerten und den internen Abteilungen und dem Chef zu vermitteln. Vieles ist dann doch nicht mehr so überzeugend und eindeutig, wie in den makellosen Präsentationen dargestellt.

Am Beispiel der geplanten Änderungen der §§ 39 und 112 SGB V zum Entlassungsmanagement des GKV-VStG wird besonders deutlich, dass dieses sehr vielschichtige Thema in kein Power Point Format passt. Ein Entlassungsmanagement im Krankenhaus betrifft sehr unterschiedliche Organisationseinheiten (Sozialdienst, Controlling, Kaufmännische Leitung, Vertragsmanagement, Pflegedienstleitung, Qualitätsmanagement, Ärzte) und kann nur im Team erfolgreich umgesetzt werden.

„Der große Vorteil von Inhouse-Seminaren liegt darin, dass Themen auf Grundlage des einrichtungsinternen Bedarfs und der regionalen Besonderheiten eines Krankenhauses oder Unternehmens abgestimmt werden,“ sagt der Management Berater Thomas Bade. So erhalten die jeweils betroffenen Abteilungen die gleichen Informationen, um konsensual entscheiden zu können.

Die Vorteile liegen auf der Hand und überzeugen:

  1. Schulungstermine und Zeiten sind frei wählbar (auch an Wochenenden),
  2. Anpassung an regionale Besonderheiten und Themenschwerpunkte,
  3. Minimierung des durch die Teilnahme am Seminar verursachten Arbeitsausfalls,
  4. Ersparnis der Reisekosten für die Anreise der Mitarbeiter zum Seminarort.

Die juristisch meist makellose Aufarbeitung eines Bundesgesetzes zum Entlassungsmanagement nützt nicht sehr viel, wenn nicht gleichzeitig das regionale Landeskrankenhausgesetz und die vorhandene Versorgungsstruktur in der Region thematisiert werden. „Allein bei den Landeskrankenhausgesetzen haben wir heute schon sehr große Unterschiede, wie mit dem Entlassungsmanagement umgegangen wird und das muss entsprechend vermittelt und vor allem umgesetzt werden,“ führt Bade weiter aus.

In Bayern soll ein Entlassungsmanagement von Krankenhäusern angeboten werden, in Hessen sind die Krankenhäuser im Interesse der durchgehenden Sicherstellung und Optimierung der regionalen Versorgung der Patienten zur engen Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten und den übrigen an der Patientenversorgung beteiligten ambulanten und stationären Diensten und Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens verpflichtet und das Landeskrankenhausgesetz Nordrhein-Westfalen (NRW) untersagt jegliche Form der Zuweisung gegen Entgelt – sonst wird das Krankenhaus in NRW ganz oder teilweise aus dem Krankenhausplan herausgenommen.

Aus diesen Gründen bietet die Management Beratung Thomas Bade Inhouse-Seminare zum Entlassungsmanagement im GKV-Versorgungsstrukturgesetz an.

Diese Inhouse-Seminare haben Workshop-Charakter, um insbesondere die spezifischen Probleme einer Einrichtung anzusprechen und bestmögliche Lösungen zu erarbeiten. Der größte Vorteil ist aber, dass alle betroffenen Abteilungen und Organisationseinheiten einer Einrichtung teilnehmen können, um die sehr unterschiedlichen Belange der einzelnen Leitungs- und Leistungsbereiche zu berücksichtigen.

Ausgangspunkt der Tagesseminare ist die Einführung in die gesetzlichen Anforderungen an ein Entlassungsmanagement nach den §§ 39 und 112 SGB V des GKV-VStG unter Berücksichtigung des jeweiligen Landeskrankenhausgesetzes. Danach legt Thomas Bade einen Bericht über die regionalen Daten- und Bedarfsanalysen für den Nachsorgebereich vor (Fallzahlen der Qualitätsberichte, Leistungserbringerstruktur, Kassenverträge, Pflege).

Im Anschluss erfolgt ein Referat über die juristischen Fragestellungen zu einem Entlassungsmanagement und den notwendigen Kooperationen mit dem ambulanten Sektor (§ 128 SGB V, Zuweisung gegen Entgelt, Netzwerke) sowie die wettbewerbsrechtliche Absicherung unter Berücksichtigung vergaberechtlicher Anforderungen.

„Es hat sich besonders bei Musterverträgen und schriftlichen Dokumenten bewährt, dass auf die sehr unterschiedlichen eigenen Anforderungen einer einzelnen Einrichtung eingegangen wird,“ erklärt Thomas Bade. WORD ist fürs Schreiben, Einfügen und Speichern nun mal besser als Power Point.

Während eines Inhouse-Seminars erhalten alle Teilnehmer Musterverträge, um die Umsetzung des Entlassungsmanagement unter datenschutz- und wettbewerbsrechtlichen Aspekten zu gewährleisten sowie eine komplette Musterdokumentation für die zentralen Bereiche des internen Qualitätsmanagements im WORD Format.

Nähere Informationen

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GKV-Versorgungsstrukturgesetz (GKV-VStG): Vergaberecht wird bei Verträgen zum Entlassungsmanagement zur Falle !

Das Entlassungsmanagement nach §§ 39 und 112 SGB V (GKV-VStG) wird für Krankenhäuser und Krankenkassen nach der Gesetzesbegründung zur Regelversorgung und damit zu einem fertigen Einkaufs- und Beschaffungsmodell. Dadurch muss das Vergaberecht der §§ 19–21, 97, 99 Abs. 2 GWB, § 69 SGB V beachtet werden (vgl. auch EuGH vom 10. September 2009 – Rs. C-300/07 und OLG Düsseldorf vom 23. Mai 2007 – VII-Verg 50/06 zur Anwendung von Vergaberecht auf Selektivverträge).

Da Versorgungsnetzwerke für ein Entlassungsmanagement nur auf Basis langfristig angelegter Netzwerkstrukturen (HomeCare, Hilfsmittel, häusliche Pflege, Hausarzt) erfolgreich funktionieren, müssen entsprechende Netzwerkstrukturen aufgebaut werden. Der Zustrom immer neuer Anbieter für das Entlassungsmanagement ist kontraproduktiv (siehe DNQP Expertenstandard Entlassungsmanagement). 

Die Nichtzulassung etwaiger Anbieter zum Entlassungsmanagement wird aber für Krankenhäuser und Krankenkassen vor allem zu einem wettbewerbsrechtlichen Problem (vgl. Bundeskartellamt, Beschluss vom 21. Dezember 2009 – VK 1 – 212/09: Bei Vergabe von Verträgen nach § 127 SGB V [hier: Beitrittsverträge nach Abs.2] sind die gesetzlichen Bestimmungen für die Vergabe öffentlicher Aufträge anzuwenden).

Durch die Auswahl etablierter Netzwerkstrukturen in einer Region müssen sich Krankenkassen und Leistungserbringer den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung vorwerfen lassen, wenn sie weiteren Anbietern in der Region den Zutritt verweigern und dem Diktat von Vertragsregelungen aussetzen (§ 19 Abs. 1 und Abs. 4 Nr. 1 und 4 GWB). Zulässig ist allein die Nichtzulassung wegen Nichterfüllung von Auswahlkriterien, die ihrerseits sachgerecht sein müssen (Problem der Präqualifizierung im Hilfsmittelbereich).

Ebenso kontraproduktiv für das Entlassungsmanagement, vor allem unter dem Aspekt langfristiger Investitionen der Leistungserbringer, ist die vergabetypische Begrenzung von Vertragslaufzeiten. Eine kurze Vertragslaufzeit mit Leistungserbringern wird mit Sicherheit dazu führen, dass Investitionen in langfristig wirkende Projekte unterbleiben, namentlich in den Bereichen Qualitätsstandards, elektronische Kommunikation und qualifiziertes Personal.

Wenn Versorgungsverträge zum Entlassungsmanagement rechtlich als Rahmenvereinbarungen einzustufen sind, gilt hierfür regelmäßig die maximale Laufzeit von vier Jahren (§ 4 VOL/A). Abweichungen hiervon sind jedoch nach der VOL ausdrücklich erlaubt, nicht zuletzt vor dem Hintergrund einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs, der mittlerweile sogar unbefristete Dienstleistungsverträge als zulässig betrachtet. Einjahresverträge, wie sie z.B. in der integrierten Versorgung häufiger anzutreffen sind, dürften indes für ein Entlassungsmanagement kaum geeignet sein.

Alle Details zum GKV-Versorgungsstrukturgesetz (GKV-VStG)

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