Alexander Schunicht

 

Das schwache Herz – Diagnose und Therapie der Herzinsuffizienz – Knappschafts-Klinik Bad Driburg beteiligt sich an Herzwoche 2017

Bad Driburg. Herz-Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt, Herzschwäche und Arteriosklerose sind in Deutschland die Todesursache Nummer eins. Risikofaktoren sind Bewegungsmangel, Diabetes, Rauchen, unausgewogene Ernährung und Übergewicht.  Das schwache Herz lautet das diesjährige Motto im Rahmen der Herzwoche der Deutschen Herzstiftung mit dem Thema Diagnose und Therapie der Herzinsuffizienz.

Herzschwäche ist eine ernste Krankheit, die im fortgeschrittenen Stadium zu schweren Beschwerden bei den Betroffenen führt, ihren Alltag stark beeinträchtigt und das Leben der Patienten bedroht. Die statistischen Zahlen zu Herzschwäche sind alarmierend: In Deutschland wird die Zahl der Patienten mit Herzschwäche auf 2-3 Millionen geschätzt. Hierzulande ist diese Erkrankung der häufigste Grund für einen Krankenhausaufenthalt, rund 450.000 Patienten wurden in 2015 laut Herzbericht 2016 der Herzstiftung mit diesem Krankheitsbild stationär behandelt.
Die Herzinsuffizienz ist keine eigenständige Krankheit, sondern die Folge anderer Herzerkrankungen. Sie äußert sich anfangs in unspektakulären Beschwerden und Symptomen wie Atemnot, allgemeiner Leistungsabfall und geschwollenen Beinen. Die wichtigsten Ursachen sind die koronare Herzkrankheit (Erkrankung der Herzkranzgefäße) und ein zu hoher Blutdruck. Aber auch Herzklappenerkrankungen, Herzmuskelentzündungen oder angeborene Herzfehler sind Ursachen der Herzschwäche.

„Eine Herzschwäche führt zur Beeinträchtigung des Alltags und kann im fortgeschrittenen Stadium zum Tode führen. Die Therapiemöglichkeiten werden oftmals nicht ausreichend genutzt, da viele Patienten gar nicht wissen, dass ein schwaches Herz behandelbar ist.„ berichtet Chefärztin und Kardiologin Dr. Gabriele Augsten und ergänzt, dass Diagnose und Therapie daher von großer Bedeutung sind, um das Voranschreiten der Krankheit zu verhindern. Inzwischen sind große Fortschritte erzielt worden, und die Therapiemöglichkeiten sind vielfältig. Vor jeder Therapie steht eine sorgfältige Diagnostik, um gezielt behandeln zu können. Deshalb sollten Patienten, die über eine verminderte Leistungsfähigkeit, Luftnot, Müdigkeit und Appetitlosigkeit klagen oder vermehrt Herzrhythmusstörungen verspüren, den Arzt aufsuchen, um zu klären, ob eine Herzschwäche die Ursache ist, denn je früher eine Herzschwäche erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Chancen, sie wirksam zu bekämpfen.
Die Knappschafts-Klinik Bad Driburg als überregional anerkannte Schwerpunktklinik für kardiologische Rehabilitation, beteiligt sich mit einem medizinischen Vortrag und einer Reanimationsschulung an der bundesweiten Aufklärungskampagne und zeigt unter dem Motto „Das schwache Herz“ Präventions- und Behandlungsmöglichkeiten auf.

Herzwochen 2017 „Das schwache Herz – Diagnose und Therapie der Herzinsuffizienz“

Herzwochen 2017 „Das schwache Herz – Diagnose und Therapie der Herzinsuffizienz“
Veranstaltungen am 08.11.2017 (Die Teilnahme ist kostenfrei!)

Knappschafts-Klinik Bad Driburg, Georg-Nave-Straße 28, 33014 Bad Driburg, Tel. (0 52 53 / 83-1)
Klinikinfos unter: www.knappschafts-klinik-driburg.de

Folgende Fragen werden u.a. beantwortet: Wie zeigt sich eine Herzschwäche, und welche Auswirkungen hat sie auf den Organismus? Was sind die Ursachen für Herzinsuffizienz? Was kann man dagegen tun? Wann bin ich besonders gefährdet? Wie wird Herzschwäche diagnostiziert? Welche Untersuchungen sind nötig? Wie sieht das Therapiekonzept aus? Was erreichen Medikamente? Wann kommt der Einbau eines Defibrillators in Betracht? Ist der herzinsuffiziente Patient flug- und reisefähig? Wie meistert man als Betroffener den Alltag und kann man einer Herzschwäche vorbeugen?

Mittwoch, 08.11.2017
„Herzinsuffizienz-Therapie – Was gibt es Neues?“
(Arztvortrag)
Beginn: 16:00 Uhr (Dauer ca. 1h), Referentin: Frau Dr. Gabriele Augsten (Chefärztin, Kardiologin)

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung informiert, dass der Herz-Kreislauf-Stillstand in Deutschland nach aktuellen Angaben des Statistischen Bundesamtes von 2015 am häufigsten durch eine Herzerkrankung verursacht wird. Als Ursache dafür werden Durchblutungsstörungen des Herzmuskels, akuter Herzinfarkt und Herzschwäche genannt. Wenn mehr Menschen unverzüglich Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten würden, könnten sich die Überlebenschancen der Patientinnen und Patienten verdoppeln bis verdreifachen. In den letzten Jahren haben immer mehr Laien bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand reanimiert. Dennoch greifen immer noch zu wenige Menschen im Notfall ein. Im Jahr 2016 wurde nur bei knapp 37 Prozent aller Herz-Kreislauf-Stillstände eine Reanimation durch Laien begonnen. Wenn Passanten oder Angehörige im Ernstfall sofort mit einer Herzdruckmassage beginnen würden, könnten jedes Jahr in Deutschland 10.000 Leben zusätzlich gerettet werden (Infos unter www.einlebenretten.de, www.wiederbelebung.de)

„Herz-Lungen-Wiederbelegung – Erste Hilfe bei Notfällen und richtiges Verhalten bei einem Herzstillstand“
(Kurs)
Beginn: 17:00 Uhr (Dauer ca. 1h), Referent: Herr Dr. Ismail Civelek (Stationsarzt)

Reanimationsschulung durch Dr. Ismael Civelek, Stationsarzt, Knappschafts-Klinik Bad Driburg

Vor den v. g. Veranstaltungen besteht die Möglichkeit der Blutdruck- und Blutzuckermessung. Die Referenten stehen nach den Vorträgen für individuelle Fragen zur Verfügung.

Weitere Informationen zum Thema: www.herzstiftung.de

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Erneute Auszeichnung für „Essen mit gutem Gefühl“ – 10 Jahre RAL GÜTEZEICHEN Kompetenz richtig Essen

Bad Driburg. Die Knappschafts-Klinik, Fachklinik für kardiologische und angiologische Rehabilitation, hat erneut die externe RAL Regelprüfung mit Erfolg bestanden und ist seit 2007 berechtigt, das vom RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V. anerkannte und durch Eintragung beim Deutschen Patent- und Markenamt geschützte Gütezeichen zu führen. Das RAL-Institut ist einer der bekanntesten und ältesten Zertifizierer Deutschlands.

RAL GÜTEZEICHEN “Kompetenz richtig Essen” der RAL Gütegemeinschaft Ernährungs-Kompetenz e.V.

Durch die Auszeichnung mit dem RAL GÜTEZEICHEN „Kompetenz richtig Essen“ ist ein sehr hoher Qualitätsanspruch an das Speisenangebot und die Ernährungsberatung nachweislich belegt. Denn nur Betrieben, die den vielfältigen Anforderungen der RAL-Gütekriterien gerecht werden, wird das Gütezeichen verliehen.  Die RAL Gütegemeinschaft Ernährungs-Kompetenz e.V. gehört zum RAL Dachverband Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V. und unterstützt bereits seit über 50 Jahren zuverlässig und objektiv ihre Mitgliedsbetriebe, beispielsweise Gesundheitsreinrichtungen wie Reha-Kliniken, in der Einhaltung der strengen Gütestandards im Bereich Ernährung.

Die Unternehmen, die sich diesen strikten Anforderungen stellen, werden im 2-Jahres Turnus durch unabhängige Sachverständige geprüft. Dabei wird der gesamte Produktionsprozess systematisch überprüft. Dies beinhaltet die gezielte Lieferantenauswahl, einen kontrollierten Wareneingang, die optimale Lebensmittellagerung sowie eine hygienische und temperaturoptimierte Speisenproduktion. Weitere Prüfkriterien sind die Sicherstellung der empfohlenen Nährwerte sowie eine gesetzeskonforme Deklaration und Kennzeichnung der ausgegebenen Speisen. Die Klinik erfüllt damit auch die Kriterien einer fach- und sachgerechten Beratung zu unterschiedlichen Kostformen und Diäten.

„Unseren Patienten, Gästen und Mitarbeitern garantiert das RAL Gütezeichen ein genussvolles und gesundes Essen einschließlich krankheitsbezogener Spezialdiäten, mehr Lebensqualität und kompetente Beratung.“ informiert Diabetes- und Ernährungsberaterin Hildegard Claes und ergänzt, dass für die Verleihung des RAL Gütezeichens eine hygienische und nährstoffschonende Zubereitung hochwertiger Lebensmittel eine Grundvoraussetzung ist.
Damit garantiert dieses Gütezeichen den kardiologischen Patienten der Knappschafts-Klinik Bad Driburg eine abwechslungsreiche und insbesondere herzgesunde Kost. Dies bedeutet vor allem: viel Salat, viel Gemüse, Obst, bevorzugt Vollkornprodukte, gesunde Fette, so das für eine bedarfsgerechte Versorgung mit Nährstoffen und essentiellen Fettsäuren gesorgt ist.

 

„Essen mit gutem Gefühl“, Praktische Umsetzung durch Schulung in der Lehrküche, Diätassistentin Renate Zawatzki (1. von links), Diabetesberaterin Hildegard Claes (3. von links), Ernährungsexperten der Knappschafts-Klinik Bad Driburg

Die Klinik versorgt täglich rund 210 Essensteilnehmer. Über die Speisenversorgung hinaus bieten anerkannte Ernährungsfachkräfte Patienten und Mitarbeitern Beratungs- und Trainingsveranstaltungen für gesunde Ernährung – und zwar stets unter Berücksichtigung individueller Bedürfnisse und Vorlieben und nicht zuletzt mit Spaß am Genuss.

“Qualität schafft Vertrauen, und gerade das ist uns in der Ernährungs- und Diätberatung sehr wichtig! Wir garantieren jeden Tag dieses hohe Niveau und kreieren immer wieder aufs Neue ein gesundheitsbetontes Geschmackserlebnis, damit „Essen mit gutem Gefühl“ für unsere Gäste alltäglich ist.“, berichtet Diätassistentin Renate Zawadzki über das Anliegen der Klinik.

 

 

Weitere Informationen:

www.gek-ev.de

www.knappschafts-klinik-driburg.de

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Neuregelung zum Entlassmanagement für Kliniken im Fokus – Soziarbeitertagung informierte über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im Gesundheitswesen

Tagung für Sozialarbeit und Rehaberatung

Bad Driburg. Bereits zum fünften Mal fand in der Knappschafts-Klinik eine Jahrestagung für Sozialdienste aus Krankenhäusern und Reha-Kliniken statt. Das umfangreiche Vortragsprogramm und die Gelegenheit zum persönlichen Erfahrungsaustausch machen die Tagung zu einer in Fachkreisen anerkannten Informationsveranstaltung und Netzwerk für soziale Arbeit im Gesundheitswesen.

Moderiert wurde die Tagung durch den Sozialdienst der Schwerpunktklinik für kardiologische Rehabilitation mit Isabelle Koziol und Angelika Dick. Nach der Begrüßung der 85 Teilnehmer durch die Klinikleitung mit Chefärztin Dr. Gabriele Augsten und Verwaltungsleiter Alexander Schunicht informierte zu Beginn Hans-Hermann Scheipers von der KNAPPSCHAFT über Entwicklungen in der Gesundheitspolitik aus Sicht einer Krankenversicherung.
Er ging auf den morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) verantwortlich für die Höhe der Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds für die gesetzlichen Krankenkassen, dem 2. Pflegestärkungsgesetz mit grundlegende Veränderungen und Verbesserungen im Pflegesystem für Pflegebedürftige, Angehörige sowie Pflegekräfte, der Einrichtung von Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen für einen schnellen Termin bei einem Facharzt sowie das Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz mit Stärkung der Qualität der Hilfsmittelversorgung und finanziellen Aufwertung der Heilmittelerbringung, ein.

Anschließend berichtete Sibylle Kraus, Vorstandmitglied in der Deutschen Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen (DVSG), Leiterin Sozialdienst und Case-Management Alexianer St. Hedwig Kliniken Berlin, über die weitreichenden rechtlichen Änderungen zum Entlassmanagement für Krankenhäuser, die ab 1.10.2017 verpflichtend in Kraft treten und welche Auswirkung diese auf dem klinischen Sozialdienst haben.
Im Rahmen des GKV-Versorgungsstärkungsgesetzes hat der Gesetzgeber eine Neuregelung zum Entlassmanagement vorgenommen. Die Krankenhausbehandlung umfasst damit ein Entlassmanagement zur Unterstützung einer sektorenübergreifenden Versorgung der Versicherten nach der Entlassung. Versorgungslücken beim Übertritt von der stationären in die ambulante Versorgung zu schließen ist das Ziel. „Für Patienten eines Krankenhauses soll je nach individuellen Erfordernissen die Anschlussversorgung verlässlicher sichergestellt werden. Dazu gehören dann z. B. auch verbindlich ein Entlassbrief und ein Medikationsplan. Außerdem kann der Krankenhausarzt bei Bedarf Arzneimittel, Verband-, Heil- und Hilfsmittel, häusliche Krankenpflege und Soziotherapie für einen Zeitraum von bis zu sieben Tagen verordnen.“ berichtete Sibylle Kraus und ergänzte, dass das Gesetz außerdem vorsieht, dass ein Rahmenvertrag zum Entlassmanagement geschlossen werden soll, der die Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Krankenhäusern und Krankenkassen regelt.  GKV-Spitzenverband, die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) sind die Vertragspartner. Schnittstellen zwischen stationärem und ambulantem Bereich überwinden, eine bedarfsgerechte und lückenlose Versorgung der Patienten nach einem Krankenhausaufenthalt sicherstellen und den versorgungsrelevanten Informationsfluss strukturieren, sind inhaltliche Zielsetzungen im Rahmenvertrag.

Susanne Tyll, Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft Wohnberatung NRW und freiberufliche Expertin für Wohnraumberatung, informierte über Maßnahmen der Nachsorge und gab Tipps und Tricks für eine altersgerechte Wohnungsanpassung und barrierefreie Wohnungen. Sie ging auf technische Möglichkeiten der Wohnungsanpassung von Küche, Bad, Flur, Treppe, Rampe und Außenanlagen ein und zeigte anhand von Praxisbeispielen die Finanzierung von Wohnungsanpassungen auf.
Dr. Anna Lena Rademaker, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Gesundheitsforschung und Soziale Psychiatrie an der Katholischen Hochschule NRW Paderborn, ging in ihrem Vortrag über die Zukunft der klinischen Sozialarbeit auf die Berufsperspektiven ein. Soziale Arbeit im Gesundheitswesen ist ein attraktives Arbeitsgebiet, das künftig an Bedeutung gewinnen wird. In Deutschland steigt der Bedarf an gut qualifizierten Fachkräften in den Bereichen Pflege und Soziale Arbeit angesichts von sozialem Wandel, sozialen Problemen und dem daraus entstehenden gesellschaftlichen und sozialpolitischen Steuerungsbedürfnissen. Bereits heute sind rund 25 % aller Absolventen mit Studium „Sozialale Arbeit“ im Gesundheitswesen tätig.

Die Psychologische Psychotherapeutin und Mitarbeiterin der Knappschafts-Klinik, Anneke Rösler, widmete sich dem Thema Psychohygiene und seelischer Gesundheit im beruflichen Kontext. Dabei geht um den achtvollen Umgang des Menschen in Bezug auf seine Gedanken und Gefühle, körperliche und emotionale Stresssignale rechtzeitig wahrzunehmen und konstruktiv mit eigenen Emotionen und negativen Gedanken umzugehen. Die Psychotherapeutin zeigte auf, welche Möglichkeiten und Handlungsoptionen es gibt, bewusster mit sich umzugehen und Achtsamkeitsübungen in den Berufsalltag und in die Beratungssituation zu integrieren. Eigene Ressourcen sichtbar zu machen, um Freiräume zu schaffen, in denen sich Freude und Kreativität entfalten können.

Begleitend fand eine Ausstellung von verschiedenen Selbsthilfegruppen unter Einbezug des Selbsthilfe-Büros Kreis Höxter statt. Das Büro informiert über Selbsthilfe und Selbsthilfegruppen in der Region und fördert den Erfahrungsaustausch der Selbsthilfegruppen untereinander.

Tagung für Sozialarbeit und Rehaberatung

Foto: Fachtagung und Netzwerk für soziale Arbeit  – Referenten mit Sozialdienst & Leitung Knappschafts-Klinik Bad Driburg

Von links:
Alexander Schunicht, Verwaltungsleiter, Knappschafts-Klinik Bad Driburg
Sybille Kraus, Leitung Sozialdienst u. Case-Management Alexianer St. Hedwig Kliniken Berlin,
Vorstandsmitglied Deutschen Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen (DVSG)
Dr. Gabriele Augsten, Chefärztin, Knappschafts-Klinik Bad Driburg
Susanne Tyll, Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft Wohnberatung NRW, Beraterin
Hans-Herrmann Scheipers, Fachbereichs- und Abteilungsleiter, KNAPPSCHAFT, Bochum
Anneke Rösler, Psychologische Psychotherapeutin, Knappschafts-Klinik Bad Driburg
Dr. Anna Lena Rademaker, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Gesundheits-
forschung und Soziale Psychiatrie an der Katholischen Hochschule NRW Paderborn
Angelika Dick, Sozialdienst, Knappschafts-Klinik Bad Driburg
Isabelle Koziol, Sozialdienst, Knappschafts-Klinik Bad Driburg

Klinikinformationen unter

www.knappschafts-klinik-driburg.de

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Medizinische Exzellenz seit 40 Jahren: Knappschafts-Klinik Bad Driburg ist für die Zukunft gut aufgestellt.

Bad Driburg. Im Rahmen eines Festaktes beging die Knappschafts-Klinik am 27.01.2017 ihr Klinikjubiläum. Die Begrüßung der rd. 80 Gäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesundheitswesen erfolgte durch Bettina am Orde, die Erste Direktorin der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (kurz: DRV KBS). Die effektive Arbeit, die in der Klink als eine der ältesten Einrichtungen geleistet werde, stellte Bettina am Orde heraus und lobte die sektorenübergreifende Zusammenarbeit mit den akutkardiologischen Abteilungen zuweisender Krankenhäuser. Sie dankte allen Mitarbeitern und der Klinikleitung „Sie haben dieses Flaggschiff nicht nur auf Kurs gehalten, sondern darüber hinaus Flexibilität und Innovationsbereitschaft bewiesen.“
Moderiert wurde der Festakt durch Matthias Veit, Pressesprecher des Sozialverbandes NRW und davor für den WDR tätig. Die Paderborner Gruppe „moreclassic“ bezauberte die Gäste zwischen den Festreden mit klassischen Werken und bekannter Filmmusik.
„Nun können wir auf 40 Jahre gewissenhafte, verantwortungsvolle und engagierte aller Mitarbeiter zum Wohle der Patienten zurückschauen.“ sagte Ludwig Ladzinski, Vorsitzender des Ausschusses für Eigenbetriebe der DRV KBS, als einer der ersten Gratulanten. Die moderne Rehabilitationsklinik für kardiologische Rehabilitation habe in den vergangenen Jahrzehnten Maßstäbe gesetzt, so Ladzinski.
Weitere Grußworte erfolgten durch Landrat Friedhelm Spieker und Bürgermeister Burkhard Deppe, die die Bedeutung des Kreises Höxter und des Moor- und Mineralheilbades Bad Driburg als Gesundheitsstandort hervorhoben. „Wer baut, schafft Zukunft.“ zitierte Landrat Spieker eine Spruchweisheit. Die Knappschafts-Klinik habe dies nach dem Bau der Klinik vor 40 Jahren eindrucksvoll bewiesen. „Der hohe Qualitätsanspruch gehört zu den Markenzeichen der Klinik.“ lobte der Landrat. „Es ist ein Glück für Bad Driburg, eine solche Einrichtung in der Stadt zu haben. Die Leistungsdaten der Knappschafts-Klinik seien mehr als beeindruckend.“, sagte Bürgermeister Deppe.

„Quasi als Nachbar“ gratulierte Prof. Dr. Stephan Gielen, Chefarzt des Klinikums Lippe, Detmold und zugleich Mitglied des wissenschaftlichen Beirates der Deutschen Herzstiftung. Er ging auf die Zukunft der Reha ein. „Die Vernetzung von stationärer und poststationärer Reha wird zukünftig an Bedeutung gewinnen.“, berichtete Prof. Gielen.

In seinem Festvortrag zur Evidenz der kardiologischen Reha stellte Prof. Dr. Bernhard Schwaab fest, dass Reha ohne Zweifel wirkt, aber nur etwa 50 Prozent der Patienten den Weg dorthin finden. Der Chefarzt der Curschmann-Klinik am Timmendorfer Strand überbrachte zu diesem Jubiläum den Glückwunsch des Präsidiums der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen e.V. (DGPR). Wie wirksam kardiologische Reha heute sein kann und wie sie dafür angelegt sein muss, untermauerte der Mediziner an aktuellen Ergebnissen zahlreicher Untersuchungen aus Deutschland und den USA.

Bei der Festveranstaltung zum 40. Geburtstag der Klinik am 27. Januar (v.l.) Bürgermeister Burkhard Deppe, Landrat Friedhelm Spieker, Klinikleiter Alexander Schunicht, Chefärztin Dr. Gabriele Augsten, Pressesprecher Sozialverband NRW Matthias Veit, Erste Direktorin der KBS Bettina am Orde, Vorsitzender des Ausschusses für Eigenbetriebe der KBS Ludwig Ladzinski, Prof. Dr. Stephan Gielen, Prof. Dr. Bernhard Schwaab

Einen Blick auf die Geschichte der Klinik warfen Chefärztin Dr. Gabriele Augsten und Verwaltungsleiter Alexander Schunicht. Dieser zeigte den Originalsparten mit dem am 31. Januar 1975 der erste Spatenstich für den Neubau durch Rudolf Nickels, dem Vorsitzenden des Vorstandes der Bundesknappschaft, erfolgte. Weitere Namen von damals beteiligten Personen sind auf dem Blatt des Spatens eingraviert, u.a. die vom Landtagsabgeordneten und Oberkreisdirektor Paul Sellmann.

Chefärztin Dr. Gabriele Augsten mit ihren Vorgängern Dr. Jürgen Schmalbeck und Dr. Wolfgang Küstner (rechts)

1977 wurde die Knappschafts-Klinik als Kurklinik für Patienten mit rheumatischen Beschwerden, Stoffwechsel-, Herz- und Kreislauferkrankungen eröffnet. Bad Driburg hat als Standort einer knappschaftlichen Reha-Einrichtung eine längere Tradition. Von 1924-1976 betrieb die damalige Ruhr- und dann Bundesknappschaft das Kurheim “Hermann Linke” mit 57 Betten als Vorläufer der bestehenden Klinik.
Die ersten Patienten wurden am 04.01.1977 im Neubau der Klinik mit 241 Betten aufgenommen. “ Vier Jahrzehnte Knappschafts-Klinik Bad Driburg stehen für eine stetige Entwicklung medizinischer Rehabilitation, von den Kneippgüssen und Wannenbädern damals hin zu hoch spezialisierter Therapie von Herzpatienten.“ informierte Chefärztin und Kardiologin Dr. Gabriele Augsten. Im Laufe der Jahrzehnte wechselte die medizinische Ausrichtung. Es entstand ein überregional anerkanntes kardiologisches Kompetenzzentrum für die stationäre Rehabilitation mit 177 Betten.
Der Therapieschwerpunkt ist die erfolgreiche Rehabilitation von Patienten mit Erkrankungen des Herzens, des Kreislaufs, nach Herzinfarkt und Herzoperationen (Bypass- und Herzklappenoperationen). Weitere Schwerpunkte sind Erkrankungen der Gefäße (periphere arterielle Verschlusskrankheit) und Zustand nach Operationen am arteriellen Gefäßsystem. Zudem werden typische Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Niereninsuffizienz mit behandelt.

Die Klinik ist Vertragsklinik und Belegungspartner aller Rentenversicherungsträger und Krankenkassen. Ein vielseitiges Angebot von Vorsorge- und Präventionsmaßnahmen runden das Programm der Klinik ab, die ihre Behandlungsangebote an neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen orientiert und zugleich einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt. Auch ambulante Patienten aus der Region haben die Möglichkeit, vom Know-how des Therapiezentrums zu profitieren und Therapien wohnortnah durchzuführen.

„Meilensteine in der 40-jährigen Geschichte waren die Neuausrichtung der Klinik in Folge vermehrter Behandlungen nach Herz- und Gefäßoperationen und nach Herzinfarkt und die damit verbundene grundlegende Modernisierung und Umgestaltung bei laufendem Betrieb in den Jahren 1996-2001. Heute kommen rund 75 % aller Patienten im Rahmen einer Anschlussrehabilitation bzw. Anschlussheilbehandlung (AHB) unmittelbar nach einem Krankenhausaufenthalt in die Knappschafts-Klinik.“ berichtete Verwaltungsleiter Schunicht und ergänzte, dass die Klinik mit vielen Einrichtungen, Institutionen, Bildungsträgern und Interessengruppen mit Bezug zum Gesundheitswesen partnerschaftlich verbunden ist. Alle diese Netzwerkpartner unterstützen die Schwerpunktklinik für kardiologische Rehabilitation bei ihrem gesellschaftlichen Auftrag einer optimalen Patientenversorgung. Unabdingbar für den Erfolg der Klinik und für eine umfassende Patientenversorgung ist die Kooperation mit Selbsthilfeverbänden, medizinischen Fachgesellschaften, zuweisenden Krankenhäusern, Nachsorgeeinrichtungen sowie den Rentenversicherungen und Krankenkassen als Kostenträger.
Die Klinik nimmt an verschiedenen Verfahren zur Qualitätssicherung teil und wurde mehrfach für ihre Qualität ausgezeichnet (RAL Gütezeichen Speisenvielfalt und Diäten für ausgezeichnete Speisen- und Beratungsqualität, AHB-Klinik für herzkranke Diabetiker, Selbsthilfefreundliche Rehabilitationsklinik etc.).

Die Klinikentwicklung war in den zurückliegenden Jahren durchweg positiv. So wurden in 2016 rd. 3.000 Patienten stationär behandelt. Zur Reha kommen die Patienten schwerpunktmäßig aus einem Umkreis von 300 km bzw. aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen. In den zurückliegenden 40 Jahren wurden rd. 105.000 Patientinnen und Patienten behandelt. Dabei wurden 2.800.000 Behandlungstage geleistet. Die durchschnittliche Verweildauer ging von 35 Tagen (1977) aufgrund von Reformen, dem medizinischen Fortschritt im Gesundheitswesen und einer sektorenübergreifenden Versorgungskette auf 21 Tage (2016) zurück.
Für den Erfolg stehen alle 115 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie sorgen dafür, dass sich schwerkranke Herzpatienten, weg von zu Hause, nach herzchirurgischen Eingriffen, mit oftmals erheblichen Funktionseinschränkungen, wohl und geborgen fühlen. „Gezieltes, bedarfsgerechtes Training, ganzheitliche Information, engagiertes Zusammenwirken aller am Behandlungsprozess Beteiligter verbunden mit liebevoller Zuwendung für die Patienten“ nannte Chefärztin und Kardiologin Dr. Gabriele Augsten als Erfolgsrezept für die Rehabilitation.

Ein Faktor, der zukünftig neue Herausforderungen an die Reha-Klinik stellen wird, ist die demographische Entwicklung in Deutschland. Die geburtenstarken Jahrgänge erreichen das Rentenalter. Die Patienten werden im statistischen Durchschnitt immer älter und immer häufiger dominieren Mehrfacherkrankungen den Behandlungsbedarf. Chronische Erkrankungen nehmen zu. Der medizinische Fortschritt und mehr Operationen im höheren Lebensalter durch verbesserte Techniken werden zu höheren Kosten im Gesundheitswesen und Zuwächsen bei Anschlussrehabilitationen in der Reha-Klinik führen. Weitere Herausforderungen sind die anhaltend niedrige Geburtenrate, veränderte Anforderungen in der Arbeitswelt, Rückgang der Erwerbstätigenzahl in Verbindung mit einem Fachkräftemangel und dies insbesondere in Pflege- und Therapieberufen trotz erhöhter Zuwanderung.

Die Rehabilitation wird allgemein an Bedeutung gewinnen mit dem Zielen die körperliche, berufliche und soziale Leistungsfähigkeit zu erhalten, die individuelle Fähigkeiten und Möglichketen zur Krankheits- und Lebensbewältigung zu stärken.
Zukunftspläne hat die Knappschafts-Klinik Bad Driburg bereits geschmiedet, so werden in den nächsten Jahren die Patientenzimmer modernisiert, Therapiebereiche erneuert und die Diagnostik erweitert. Damit wird die Klinik zukünftig in der Lage sein, sich auf die Versorgung schwerer betroffener, risikoreicherer Herzpatienten aufgrund kürzerer Verweildauern im Krankenhaus und dank der Fortschritte in der Kardiologie einzurichten.
Das medizinische Profil wird weiter geschärft und um klinikspezifische Angebote im Bereich der Kardiologie erweitert (u.a. Reha für Patienten mit Herzunterstützungssystemen).

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Bundesweites Projekt KLIK-Klimamanager für Kliniken – Bad Driburger Reha-Kliniken senken CO2-Emissionen und Betriebskosten

Bad Driburg. Krankenhäuser und Reha-Kliniken sind große Energieverbraucher mit hohem Einsparpotenzial. Die Initiative „Klimamanager für Kliniken“ (kurz: KLIK) wurde von den Projektinitiatoren Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Stiftung viamedica in 2014 ins Leben gerufen.
Das Ziel ist die Qualifizierung von Beschäftigten für den Klimaschutz und das Heben von Energiesparpotentialen unter Berücksichtigung von knappen finanziellen Ressourcen bzw. Budgets. Gefördert wurde das Projekt im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.

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Das KLIK-Projekt unterstützte im Projektzeitraum 2014-2016 bundesweit 51 Kliniken dabei 48 Beschäftigte zu Klimamanagern weiterzubilden, die klinikspezifische umweltrelevante Maßnahmen planen und umsetzen. Die Ausbildung zum Klimamanager dauerte zwei Jahre und bestand aus Schulungen, Workshops und telefonische Betreuung durch fachkundige Experten. Die Klinikangestellten wurden darin geschult, sich in ihren Häusern für Klimaschutz durch mehr Energieeffizienz einzusetzen. Der Schwerpunkt lag in der Umsetzung nicht- oder geringinvestiver Energieeffizienzmaßnahmen und in der Anleitung zu einem ökologischen Nutzverhalten. Dabei wurde sich auf Maßnahmen konzentriert, die nicht mit kapitalintensiven Umbauten oder Anschaffungen verbunden waren.

 

In vier Regionalgruppen wurden im Rahmen des Projekts Klimamanagerinnen und Klimamanager aus 51 Kliniken qualifiziert. Am Projekt beteiligt waren die Klinik Berlin, Knappschafts-Klinik und Klinik Rosenberg aus Bad Driburg mit ihrem gemeinsamen technischen Leiter Alexander Beumling, der die Aufgabe des Klimamanagers und damit des zentralen Ansprechpartners für Fragen des Energiesparens bzw. Experten im Energiesparen in den drei Reha-Kliniken übernahm.
„Mit wenig Aufwand haben wir KLIK-Klimamanager in unseren Kliniken Energiekosten vermieden und gleichzeitig das Klima geschützt.“, berichtete der technische Leiter Beumling aus Bad Driburg.
Offizieller Auftakt des Projekts war am 14. Oktober 2014 im Universitätsklinikum Jena. In der Uniklinik wurde ein Projekt zur Bewusstseinsschärfung der Mitarbeiter im Umgang mit der Energie gestartet. Die Veränderung des Nutzerverhaltens trägt erheblich zur Energieeinsparung bei.

Neben Schulungen und drei Workshops gehörten eine telefonische Beratung während der Projektlaufzeit und die Vermittlung an ein Netzwerk von Fachleuten zum Angebot. Zum Ende des Projektes im November 2016 entstand ein Leitfaden, der die wesentlichen Erkenntnisse berücksichtigt, die die Klimamanager im Lauf der Zeit sammeln konnten. Die Best-Practice-Beispiele wurden in einer frei zugänglichen Datenbank hinterlegt, um Anregungen für eigene Maßnahmen abzurufen und um die Vernetzung zwischen den Einrichtungen zu fördern.

Im Rahmen einer Abschlussveranstaltung am 9. November 2016 wurden durch Frau Annegret Dickhoff vom BUND die Projektergebnisse und gewinnbringende Klimaschutzstrategien in Kliniken der Öffentlichkeit präsentiert. Weitere Referenten waren u.a. Herr Ralf Heyder, Generalsekretär des Verbands der Universitätsklinika und Schirmherr von KLIK sowie Herr Dr. Adrian Saupe vom Bundesumweltministerium.
Insgesamt konnten die Energiekosten um rd. 10 % gesenkt werden und es werden rd. 3,034 Mio. Euro pro Jahr in den 51 Kliniken eingespart. Die CO2 -Emission wurde um 11.504 t pro Jahr reduziert. Die Einsparungen wurden schwerpunktmäßig in den Bereichen Lüftung, Kühlung, Heizung und Beleuchtung erzielt. Maßnahmen waren u.a. die Anbringung von Präsenzmeldern und Lichtsteuerungen in öffentlich zugänglichen Räumen, eine verbesserte Wärmerückgewinnung und die Optimierung von Laufzeiten an Lüftungsanlagen, Steigerung des Wirkungsgrads der Heizungsanlagen durch hydraulischen Abgleich und Laufzeitoptimierung, sowie die Nachrüstung von Volumenspeichern an Kälteanlagen.
„Die Klimamanager im KLIK-Projekt haben bewiesen, dass sie mit wenig Aufwand Energiekosten vermeiden. Mit den eingesparten klimaschädlichen Kohlendioxidemissionen die Betriebskosten gesenkt werden, das Klima geschützt und der Einrichtung eine sehr positive Außenwirkung verliehen bekommt.“ resümierte KLIK-Projektleiterin Annegret Dickhoff.

Fest steht, dass das äußerst erfolgreiche Projekt „KLIK-Klimamanager für Kliniken“ ab Januar 2017 in die zweite Runde geht.

Weitere Informationen:
www.klik-krankenhaus.de
www.energiesparendes-krankenhaus.de

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– Foto „Impulse geben und Potentiale nutzen. Klimaschutz in Kliniken stärken.“ dafür setzt sich der Klimamanager für Kliniken ein.
von links:

Alexander Schunicht, Verwaltungsleiter, Knappschafts-Klinik
Annegret Dickhoff, Projektleitung, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
Alexander Beumling, Technischer Leiter und Klimamanager, Rehabilitationszentrum
Bad Driburg der Deutschen Rentenversicherung
Norbert Schäfer, Kaufmännischer Direktor, Klinik Berlin

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Tagung “Fit 4 Future – Perspektiven für Kliniken” mit Fachausstellung

 

Fit4Future - Tagung für Kliniken

Die Veranstaltung findet am 27.10.2016 (9:30 – ca. 15:30 Uhr) in der Knappschafts-Klinik Bad Driburg statt. Nachdem Grußwort von Dr. Josef Düllings, Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD), folgen Fachvorträge, Praxiserfahrungen und Best-Practice Beispiele namhafter Branchenexperten zu den Themen Führung, Strategie, Planen und Bauen.

Dr. Arno Schimpf
Psychologe/Sportwissenschaftler, seit 30 Jahren erfolgreicher Coach im Spitzensport:
Olympia-Mentalcoach des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Psychologe des Goldmedaillen-Herrenhockey-Nationalteams (2008), Psychologe der Frauenfußball-Nationalmannschaft (2008-2011), Trainercoach in der Fußball-Bundesliga

Martin Schleicher
Online-Marketing-Spezialist bei der Paul Gerhardt Diakonie in Berlin sowie Experte für Online-Marketing und Social-Media-Kommunikation in der Gesundheitswirtschaft. Er bloggt unter www.der-gesundheitswirt.de.

Prof. Stephan Wehrig
Professur an der FH Lübeck seit 2013, davor viele Jahre Leiter Entwurfsabteilung in einem großen Architekturbüro, sein Spezialgebiet: Krankenhausplanung vom Zentralklinikum über Fachkliniken bis zur Spezialklinik

Matthias Grünhagen
Rechtsanwalt und Inhaber der Kanzlei Grünhagen in Berlin, Kanzlei für öffentliche Aufträge – führende Vergaberechtskanzlei
Die Experten schildern ihre Erfolgsfaktoren und Herausforderungen mit einer Fülle von Praxisbeispielen. Den Teilnehmern bietet sich die Möglichkeit der Vernetzung und des Erfahrungsaustausches.

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Die Teilnahme ist kostenfrei. Weitere Informationen zum Programm und allen Referenten entnehmen Sie dem anliegenden Flyer oder nachfolgendem Link:

http://www.derungslicht.com/derungs-media/file/ff8081813cd31c2c013cd422fe1502d1.de.0/einladung_fit4future.pdf

Organisator ist CareTRIALOG, die Anmeldung erfolgt per Mail (kommegerne@caretrialog.de).

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Teilhabe ohne Barrieren im Fokus – MdB Hubert Hüppe im Gespräch mit Netzwerk Barrierefreier Kreis Höxter

Höxter. Teilhabe ohne Barrieren in unserer Gesellschaft – Wunsch oder Wirklichkeit? Dieser Frage ging das Netzwerk Barrierefreier Kreis Höxter bei seiner Veranstaltung in der Knappschafts-Klinik Bad Driburg nach.
2009 hat Deutschland die UN Behindertenrechtskonvention ratifiziert. Doch was ist seit dem passiert? Im Gespräch mit MdB Hubert Hüppe, Beauftragter der Bundesregierung für Menschen mit Behinderung 2010-2014, stellte das Netzwerk die Umsetzung nun auf den Prüfstand. „Schaut man auf die vergangene Zeit zurück, so lassen sich erste Schritte der Verbesserung erkennen“, so Inge Paare-Renkhoff vom Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter, Kontaktstelle Höxter. „Dennoch sind viele weitere Schritte notwendig, um endlich volle Teilhabe in allen Lebensbereichen zu verwirklichen. Dabei geht es nicht nur um bauliche Barrieren, sondern auch um Barrieren in den Köpfen der Menschen“, so Paare-Renkhoff.

Teilhabe ohne Barrieren im Fokus - MdB Hubert Hüppe im Gespräch mit Netzwerk Barrierefreier Kreis Höxter

Teilhabe ohne Barrieren im Fokus – MdB Hubert Hüppe im Gespräch mit Netzwerk Barrierefreier Kreis Höxter

MdB Hubert Hüppe stellt Teilhabe als grundlegendes Menschenrecht dar, hierbei handele es sich nicht um eine Speziallösung für Menschen mit Behinderung. „Wer Inklusion will sucht Wege, wer Sie verhindern will Begründungen“, so fasst Hüppe seine Erfahrung zusammen. Hüppe fordert, dass eine Wertung gesetzlicher Regelungen erfolgen muss, damit der Mensch vor Denkmalschutz und Bauordnungen im Fokus steht. Ebenso fordert er den Abbau von Bürokratie: „Unterstützung muss dem Menschen folgen, nicht der Mensch hinter der Unterstützung herlaufen“, so Hüppe zu seiner Vision.
„Barrierefreiheit scheint manchmal als Herausforderung, die viele Hürden zu überwinden hat“, so Martin Kölczer, Baudezernent der Stadt Bad Driburg. „Doch wer nicht mit ersten Schritten beginnt, der wird sein Ziel nicht erreichen“, so ermutigt Köczer, bauliche Barrieren nach und nach zu beseitigen und hierbei die Erfahrung der Menschen mit Behinderung als Experten einzubeziehen.

Hubert Hüppe, MdB und ehemaligen Beauftragten der Bundesregierung für Menschen mit Behinderung

Hubert Hüppe, MdB und ehemaligen Beauftragten der Bundesregierung für Menschen mit Behinderung

„Barrierefreiheit ist für gleichberechtigte Teilhabe in allen Lebensbereichen unverzichtbar. Dennoch ist gelebte Inklusion immer noch vor viele Hindernisse gestellt “, so Kathrin Jäger, Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes im Kreis Höxter. „Es braucht Menschen, die immer wieder ihre Stimme für diese Teilhabe erheben, die den Fokus auf dieses Thema legen und sensibilisieren!“, ruft Jäger auf. Sie dankte den ehrenamtlichen Mitgliedern des Netzwerkes „Barrierefreier Kreis Höxter“ herzlich für ihr jahreslanges Engagement.
Alexander Schunicht, Verwaltungsleiter der Knappschafts-Klinik Bad Driburg stellte fest, dass Inklusion auch Rehabilitation und damit Wege zur Teilhabe braucht. In einer Gesellschaft, in der Menschen mit Behinderungen selbstbestimmt nach eigenen Vorstellungen leben, werden professionelle, fachlich qualifizierte, unterstützende und Kompetenzen fördernde Dienstleistungsangebote bezogen auf die Anforderungen der Inklusion, Teilhabe und Partizipation, wie sie auch Rehabilitationseinrichtungen anbieten, mehr denn je benötigt. Bei schweren Behinderungen können bei betroffenen Menschen sehr komplexe Problemlagen entstehen. Es ist für Betroffene dann von Vorteil, wenn die erforderlichen medizinischen, rehabilitativen und sozialen Leistungen rechtzeitig zur Verfügung stehen und ineinandergreifen, damit eine Inklusion in die Gemeinschaft und in das Arbeitsleben gelingt.
Die Veranstaltung bildete den Abschluss der Wanderausstellung „Warum eigentlich nicht? Barrierefreiheit zwischen Wunsch und Wirklichkeit“. Mehr als zwei Jahre hat sie an verschiedenen Standorten im Kreis Höxter inklusive Einblicke gegeben. Die Ausstellung stellte Barrieren in verschiedenen Lebensbereichen dar und lädt zur Auseinandersetzung ein, wie der Weg zur Barrierefreiheit gelingen kann. Interaktive Ausstellungsmodule zeigten das Thema Barrierefreiheit im Kreis Höxter aus verschiedenen Perspektiven.

Wanderausstellung „Warum eigentlich nicht? – Barrierefreiheit zwischen Wunsch und Wirklichkeit“

Wanderausstellung „Warum eigentlich nicht? – Barrierefreiheit zwischen Wunsch und Wirklichkeit“

Weitere Informationen sind beim Paritätischen im Kreis Höxter unter 05271-38 00 42 oder hoexter@paritaet-nrw.org erhältlich.

 

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Tagung für Sozialarbeit und Rehaberatung: Der Grundsatz „Reha vor Pflege“ wird gestärkt. – Pflegestärkungsgesetze auf der Sozialarbeitertagung im Mittelpunkt des Interesses –

Bad Driburg. Ein Expertenforum für den fachlichen Austausch und Vernetzung bot die vierte Tagung für
Sozialarbeit und Rehaberatung in der Knappschafts-Klinik. Unterstützt wurde die Tagung durch die
DVSG (Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen e.V.). Die DVSG ist ein sektorenübergreifender Fachverband, der dazu beiträgt, die Soziale Arbeit in den verschiedenen Arbeitsfeldern des Gesundheitswesens zu stärken und weiter zu entwickeln. An der Tagung nahmen rd. 60 Teilnehmer aus dem Sozialdienst und Case-Management zuweisender Krankenhäusern und kooperierender Beratungs- und Gesundheitseinrichtungen der Knappschafts-Klinik Bad Driburg teil. Im Rahmen der Patientenversorgung ist es vor allem die Aufgabe der Sozialarbeiter in den Kliniken
Patienten und Angehörige umfassend zu beraten und Hilfestellung bei der Weiterversorgung zu geben.

Der thematische Schwerpunkt der diesjährigen Fachtagung waren die Veränderungen und Neuerungen
durch das Pflegestärkungsgesetz. Das System der Pflegeversicherung wird 20 Jahre nach der Einführung
umfassend modernisiert. Das Erste Pflegestärkungsgesetz trat zum 1. Januar 2015 in Kraft und
beinhaltete für Pflegebedürftige verbesserte Leistungen, wie z.B. eine Erhöhung der Leistungsbeträge
der Pflegeversicherung, einen Ausbau und Kombination der Leistungen der Kurz- und Verhinderungspflege, eine Ausweitung des Anspruchs auf Betreuungsleistungen in der ambulanten Pflege, eine Erhöhung der Zuschüsse zu Umbaumaßnahmen (z.B. Einbau eines barrierefreien Badezimmers) und für Pflegehilfsmittel des täglichen Verbrauchs.

Das Zweite Pflegestärkungsgesetzes befindet sich im Gesetzgebungsverfahren und soll voraussichtlich
zum 1. Januar 2016 umgesetzt werden. Es beinhaltet die Umsetzung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs in die Praxis. Das bisherige System der drei Pflegestufen wird durch fünf für alle Pflegebedürftigen einheitlichen Pflegegrade und der zusätzlichen Feststellung vor erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz (insbesondere Demenz) ersetzt. Auf zusätzliche Betreuungsangebote hat künftig jeder Versicherte in stationären Pflegeeinrichtungen Anspruch. Der Grundsatz „Reha vor Pflege“ wird gestärkt. Der Eintritt von Pflegebedürftigkeit kann durch Rehabilitationsleistungen
verhindert oder hinausgezögert werden. Dafür soll ein bundesweit einheitliches, strukturiertes
Verfahrens für die Rehabilitationsempfehlungen durch den Medizinischen Dienst sorgen. Zukünftig
werden auch Pflegepersonen bzw. pflegende Angehörige in der Renten- und Arbeitslosenversicherung
besser abgesichert.
Referenten unterschiedlicher Fachrichtungen diskutierten über weitere interessante Themenkomplexe
des klinischen Sozialdienstes. Begleitend präsentierten sich mit der Knappschafts-Klinik kooperierende
Selbsthilfeverbände und regionale Selbsthilfegruppen, wie die Deutsche Herzstiftung e.V., Defibrillator
(ICD) Deutschland e.V. und Deutsche Rheuma-Liga e.V.

Nach der Begrüßung durch Verwaltungsleiter Alexander Schunicht informierte Chefärztin Dr. Gabriele
Augsten über die Erweiterung der medizinischen Kompetenz der Klinik durch neue Behandlungsangebote wie der Medizinisch-beruflichen orientierten Rehabilitation (MBOR) für kardiologische Patienten und der Rehabilitation von Patienten mit Herzunterstützungssystemen (hier: Behandlung von Patienten mit Linksherzunterstützungssystem – LVAD). Ein Unterstützungssystem dient dazu, bei einer Herzmuskelschwäche als zusätzliche Pumpe das schwer erkrankte Herz zu entlasten und den Kreislauf aufrechtzuerhalten. „Herzunterstützungssysteme gewinnen an Bedeutung, da es in Deutschland viel zu wenig Spenderherzen gibt.”, berichtete Chefärztin Dr. Augsten. Seit Mitte 2015 werden in der Knappschafts-Klinik regelmäßig Patienten mit linksventrikulären Unterstützungssystemen rehabilitiert.

Anschließend übernahm Isabelle Koziol vom Sozialdienst der Klinik die Moderation und führte durch das
Symposium. Juristin Walburga Milles, Referentin im Bereich Soziale Pflegeversicherung der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See informierte in ihrem einführenden Vortrag ausführlich über die Neuerungen des Pflegestärkungsgesetz II (PSG II) wie dem neuen Pflegebedürftigkeitsbergriff und dem neuen Begutachtungsassessment. Zukünftig wird gemessen, was der Pflegebedürftige noch kann und es wird der Grad der Selbstständigkeit einer Person bei Aktivitäten in insgesamt sechs pflegerelevanten Bereichen wie z. B. kognitive und kommunikative Fähigkeiten oder der Umgang mit krankheits- und therapiebedingten erfasst. Damit wird auch der besondere Hilfe- und Betreuungsbedarf von Menschen mit kognitiven oder psychischen Einschränkungen berücksichtigt, was bisher nicht möglich war. Aus den Ergebnissen der Prüfung ergibt sich die Einordnung in einen der fünf Pflegegrade.

Danach referierte Diplom-Pädagogin Susanne Tyll über die Leistungsmöglichkeiten der Wohnberatung in Bezug auf Maßnahmen der Wohnungsanpassung und deren Finanzierung. Sie gab einen Überblick über die Wohnsituation in Deutschland. Von den 16,88 Millionen Menschen über 65 Jahre leben 93 % in einer eigenen Wohnung, 3 % in Gemeinschaftswohnungen und 4 % in Heimen. „Selbständiges Wohnen bzw. die selbständige Haushaltsführung der Menschen in ihrer Wohnung und ihrem Wohnumfeld zu erhalten, zu fördern oder wiederherzustellen ist die Zielsetzung der Wohnberatung“, informierte Beraterin Tyll und ergänzte dass durch Prävention und Verminderung von Gefahrenquellen häusliche Unfälle vermieden werden. Die Hauptaufgaben sind die individuelle Beratung über Möglichkeiten und Formen barrierefreien Wohnens. Wohnungsanpassungen können dazu führen, häusliche Pflege zu ermöglichen oder zu erleichtern und Heimunterbringungen zu verhindern.

Ulrike Kramer, Diplom-Sozialarbeiterin und Leiterin des Sozialdienstes am Universitätsklinikum Essen
gab aus Sicht des DVSG einen Einblick in die Verbandsarbeit. Sie hob hervor, wie wichtig eine sinnvolle Koordination des Versorgungsmanagement ist – nicht nur um die Qualität der Patientenversorgung zu verbessern, sondern auch in Bezug auf ein koordiniertes und strukturiertes Entlassungsmanagement. Sie berichtete über den Rückgang der Verweildauer im Krankenhaus und damit verbunden auch den Rückgang des Zeitkorridors für den Sozialdienst für die Patientenberatung. „Der Entscheidungsdruck hat zugenommen und die Anforderungen sind komplexer geworden für den Sozialdienst im Krankenhaus.“ stellte Ulrike Kramer fest.
Der Bedeutung der infrastrukturellen Förderung der Selbsthilfe durch Selbsthilfe-Kontaktstellen widmete sich Diplom-Sozialarbeiterin Ute Mertens, Mitarbeiterin der Selbsthilfe-Kontaktstelle Paderborn. In Deutschland gibt es rd. 100.000 Selbsthilfegruppen, davon sind ca. 70 % im Bereich der Gesundheit (Chronische Erkrankung, Behinderung, Sucht etc.) organisiert. Selbsthilfe-Kontaktstellen sind für alle Fragen rund um die Selbsthilfe die ersten Ansprechpartner vor Ort. Sie sind als professionelle Einrichtungen jeweils für einen Kreis bzw. für eine kreisfreie Stadt zuständig,
beraten und unterstützen Selbsthilfegruppen (z.B. bei der Gründung). Die Finanzierung der Kontaktstellen erfolgt größtenteils über die Kreise und Krankenkassen der GKV.

Klaus Rafflenbeul, Psychologe in der Knappschafts-Klinik, berichtete über die 2-jährige Erfahrung mit AICD-Patienten in der Psychokardiologie. Die Implantation von Defibrillatoren ist medizinisch ein Routineverfahren. Ein Großteil der betroffenen Patienten bewältigt den Eingriff problemlos und kommt mit dem Defibrillator gut zurecht. Jeder dritte Patient reagiert jedoch mit psychischen Beschwerden. Betroffen sind insbesondere Patienten, die mit einer Schockabgabe konfrontiert wurden oder Mehrfachschocks erlebt haben. Depressionen, Angststörungen und posttraumatische Belastungsstörungen sind die Folge aufgrund der massiven außeralltäglichen Belastung. An diese Patientengruppe richtet sich das rehabilitative Angebot der Knappschafts-Klinik um diese Beschwerden zu therapieren. Es werden unterschiedliche Therapieansätze in Abhängigkeit vom zeitlichen Auftreten der psychischen Beschwerden angeboten, um den Patienten zu einer verbesserten Lebensqualität zu verhelfen.

Die Veranstaltung endete mit einer Abschlussdiskussion und einer Klinikführung.

Foto mit den externen Dozenten: „Systemwechsel in der Pflegeversicherungen durch das Pflegestärkungsgesetz“, von links: Ulrike Kramer (Vorstandsmitglied, DVSG), Walburga Milles (Juristin, Referentin, DRV Knappschaft-Bahn-See), Alexander Schunicht (Verwaltungsleitung, Knappschafts-Klinik Bad Driburg), Ute Mertens (Mitarbeiterin der Selbsthilfe-Kontaktstelle Paderborn), Dr. Gabriele Augsten (Ärztliche Leitung, Knappschafts-Klinik Bad Driburg), Susanne Tyll (Beraterin, LAG Wohnberatung NRW), Isabelle Koziol (Sozialdienst, Knappschafts-Klinik Bad Driburg).

„Systemwechsel in der Pflegeversicherung durch das Pflegestärkungsgesetz“, Referenten und Gastgeber der 4. Tagung für Sozialarbeit & Rehaberatung

 

Teilnehmer der 4. Sozialarbeitertagung

 

Ulrike Kramer, Vorstandsmitglied im DVSG, Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen

 

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Fachtagung und Mitgliederversammlung der RAL Gütegemeinschaft Ernährungs-Kompetenz e.V. erstmalig in der Knappschafts-Klinik Bad Driburg

Bad Driburg. Mehr als 60 Ernährungsfachkräfte, Mediziner und Hygieneexperten aus dem gesamten Bundesgebiet trafen sich zur diesjährigen Mitgliederversammlung und Fachfortbildung der RAL Gütegemeinschaft Ernährungs-Kompetenz e.V. (GEK).

Seit ihrer Gründung im Jahr 1962 verfolgt die GEK das Ziel, die Speisen- und Beratungsqualität in Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung stetig zu verbessern.
Das RAL Gütezeichen Kompetenz richtig Essen ist in 323 Betrieben etabliert, darunter Kliniken, Betriebsrestaurants, Hotels und Restaurationsbetriebe sowie Senioreneinrichtungen. Diese Betriebe bieten rund 90.000 Gästen bundesweit ein nicht nur schmackhaftes, sondern gleichzeitig gesundes, sicheres Essen gemäß dem Slogan “Essen mit gutem Gefühl”.

Seit 2007 ist die Knappschafts-Klinik Bad Driburg ein ausgewiesener RAL Gütezeichen-Betrieb. Damit erfüllt die Klinik die anspruchsvollen Gütekriterien, deren Einhaltung alle 2 Jahre durch unabhängige Sachverständige im Auftrag der GEK kontrolliert wird. Erste Voraussetzung zum Erhalt des RAL Gütezeichen ist die vor Ort tätige qualifizierte, anerkannte Ernährungsfachkraft. Diese zeichnet sich verantwortlich für die vielseitigen Bereiche der Speisenzubereitung und -angebote, angefangen von der Lebensmittelauswahl, der nährwertschonenden Zubereitung bis hin zur appetitlichen Präsentation, natürlich alles unter strengster Beachtung eines umfangreichen Hygienemanagements.

„Die Ernährungstherapie ist ein wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Genesung. Dazu gehört in erster Linie die Erfahrung, dass gesundes Essen lecker ist. Im Sinne der Transparenz erhält der Gast wertvolle Informationen über Herkunft und Inhaltstoffe der Lebensmittel!“, berichtet Nadine Balzani, Ernährungsmedizinische Beraterin/DGE, Diätassistentin und Geschäftsführerin der RAL Gütegemeinschaft.

Hildegard Claes, Diabetesberaterin der Knappschafts-Klinik ergänzt, dass während der Reha-Maßnahmen die Patienten kompetent über den Benefit einer gesunden Ernährung im Hinblick auf ihre Krankheit aufgeklärt werden.

In der Mitgliederversammlung erfolgte die Neuwahl des Vorsitzenden. Der langjährige ehrenamtliche Vorsitzende Uwe Röver wünschte seinem Nachfolger Uwe Gathmann, Koch, Fachwirt im Sozial- u. Gesundheitswesen IHK, Betriebsleiter der Versorgungsbetriebe im Herz- u. Kreislaufzentrum, Rotenburg a. d. Fulda, viel Erfolg.
Persönliche Dankes- und Grußworte überbrachte Christian Fritz aus dem Fachausschuss Ernährung und Gesundheit des Verbandes der Köche Deutschland e.V.

Im weiteren Verlauf beschäftigte sich die Fachtagung mit den Themen Lebensmittelsicherheit und Allergenkennzeichnung. Wie bedeutsam das Thema für den Verbraucher ist, zeigt eine aktuelle Forsa-Umfrage des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, in der 97 Prozent der Befragten den Verbraucherschutz bei Lebensmitteln und Lebensmittelsicherheit als wichtig bis sehr wichtig bewerteten. Umsetzungsbeispiele für die am 13.12.2014 endgültig in Kraft getretene Lebensmittelinformations-Verordnung wurden besprochen.
Der Therapieleiter der Knappschafts-Klinik Jörg Zumwinkel, Sport- und Physiotherapeut, rundete die Veranstaltung durch den Vortrag „Fit & Gesund für Beruf & Alltag“ mit modernen Erkenntnissen der Sporttherapie ab. Unbestritten ist, dass Bewegung und Sport den allgemeinen Gesundheitszustand verbessern.

Das Fazit der Teilnehmer war einhellig „Das war eine rundum gelungene Veranstaltung im kollegialen Austausch, die uns viel Motivation und neue Ideen mit auf den Weg gegeben hat.“

Weitere Informationen unter RAL Gütegemeinschaft Ernährungs-Kompetenz e. V. www.gek-ev.de

Foto:
Sorgen für excellente Ernährung in Gesundheitseinrichtungen
– Bundesgeschäftsstelle und ehrenamtlicher Vorstand der RAL Gütegemeinschaft mit Vertretern der Knappschafts-Klinik Bad Driburg als Gastgeber der Veranstaltung

(von links:
Nadine Balzani, Geschäftsführerin RAL-Gütegemeinschaft
Ralf Stennei, Vorstandsmitglied
Susanne Lange, stellv. Geschäftsführerin
Jutta Weber, stellv. Vorstandsvorsitzende
Hildegard Claes, Diabetesberaterin, Knappschafts-Klinik Bad Driburg
Uwe Gathmann, Vorstandvorsitzender
Uwe Röver, ehemaliger Vorstandsvorsitzender
Dr. med. Marvin H. Heide , Güteausschuss-Vorsitzender
Alexander Schunicht, Verwaltungsleiter, Knappschafts-Klinik Bad Driburg

Ernährungstherapie als wichtiger Bestandteil einer ganzheitlichen Patientenversorgung

Ernährungsexperten trafen sich in Bad Driburg

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Expertentagung über Erfolgsfaktoren und Herausforderungen in der Pflege – Symposium Pflegemanagement des Rehabilitationszentrums Bad Driburg der Deutschen Rentenversicherung

Bad Driburg. „Neu Perspektiven in der Pflege“ hieß das Motto des Symposiums Pflegemanagement am 5. März 2015. Erstmals veranstalteten das Rehabilitationszentrum Bad Driburg der Deutschen Rentenversicherung, eine Kooperation der Klinik Berlin, Knappschafts-Klinik und Klinik Rosenberg, ein gemeinsames Symposium für Pflegedirektoren und Pflegedienstleitungen aus Einrichtungen des Gesundheitswesens. Rund 70 Teilnehmer aus vornehmlich zuweisenden Krankenhäusern nahmen an der Veranstaltung teil.
Unter dem Leitthema Pflegemanagement bot die Veranstaltung in der Knappschafts-Klinik Bad Driburg mit aktuellen Themen wie Arbeitsplatzkultur, Arbeitgeberattraktivität („Employer Branding“), generationsgerechte Führung, klinikübergreifende Kooperationen und Fachkräftemangel einen interessanten Mix an Herausforderungen, die Führungskräfte in der Pflege zu bewältigen haben.

Die Begrüßung im Namen der Klinikleitungen der drei Reha-Kliniken übernahm Verwaltungsleiter Alexander Schunicht. Nach der Vorstellung des Leistungsangebotes der drei eng kooperierenden Einrichtungen für medizinische Rehabilitation durch die stellvertretende Pflegedienstleitung Margret Tegethoff von der Klinik Rosenberg führte Pflegedienstleitung Annette Baacke von der Knappschafts-Klinik durch das Programm.
Als Referenten und Diskussionspartner informierten namhafte Experten mit praxisnahen Vorträgen.

Welchen Stellenwert die Gestaltung einer mitarbeiterorientierten Arbeitsplatzkultur hat, zeigte Marcel Görtz (Institut Great Place to Work) auf und stellte Best Practice Lösungen vor.  Das Gütesiegel „Deutschlands Bester Arbeitgeber“ wird von Great Place to Work jährlich auch für Gesundheitseinrichtungen vergeben. Unternehmen erhalten die Auszeichnung, wenn sie sich in besonderer Weise für gute und attraktive Arbeitsbedingungen stark machen und eine besonders vertrauensvolle und begeisternde Zusammenarbeit mit den Beschäftigten pflegen. Die teilnehmenden Einrichtungen müssen ein zweiteiliges Bewerbungsverfahren aus einer standardisierten Mitarbeiterbefragung und einer Maßnahmenevaluation durch Experten bestehen.

Eine auf Anerkennung und Wertschätzung basierende Arbeitsplatzkultur stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens stellte Berater Marcel Görtz fest und sorgt für eine hohe Zufriedenheit der Beschäftigten. Determinanten für eine ausgezeichnete Arbeitsplatzkultur sind Glaubwürdigkeit, Respekt, Fairness, Stolz und Teamgeist.

Professor Dr. Manfred Haubrock von der Hochschule Osnabrück informierte über Handlungsstrategien, wie das Pflegemanagement zukünftigen Herausforderungen in der stationären Pflege begegnen kann. Die bessere Positionierung der Pflege in der Öffentlichkeit und als „Marke“ ist ihm ein Anliegen, so setzte er sich für die Einrichtung einer Pflegekammer ein. Auch sollte die Pflege im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) als oberstes Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland vertreten sein.

Als attraktiver Arbeitgeber zukünftig jüngere und ältere Mitarbeiter finden, lautete der Vortrag von Professorin Dr. Anja Lüthy, Fachhochschule Brandenburg. In Zeiten der Überalterung der Gesellschaft bzw. des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels sollten Unternehmen eine altersübergreifende Unternehmenskultur aufbauen und die Arbeitsplätze altersgerecht gestalten. Innovativ war ihr Ansatz die Einarbeitung neuer Mitarbeiter anstatt klassischer Checkliste in einem sogenannten „Onboarding Prozess“ zu gestalten. Onboarding beschreibt Professorin Lüthy als ganzheitlichen und zentralen Prozess, neue Mitarbeiter auch als Menschen in das Unternehmen zu integrieren und somit die Leistungsfähigkeit einer Organi-stion langfristig zu heben und sicherzustellen. Auf die Mitarbeiterförderung ist ein besonderer Fokus zu legen, dazu gehören u.a. regelmäßige Personalgespräche, strukturierte Fort- und Weiterbildungen, regelmäßiges Feedback zwischen Fachvorgesetzten und Mitarbeitern, auf Wunsch schriftliche Beurteilungen, Vorschlags- und Verbesserungswesen mit Prämiensystem.

Wie ausländische Pflegekräfte fair und langfristig in Zeiten des Fachkräftemangels gewonnen werden können, informierte Marco Markovic von der Bundesagentur für Arbeit mit dem Projekt Triple WIN auf. Der Pflegebereich in Deutschland ist bereits heute von signifikantem Fachkräftemangel betroffen. Die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit und die Dt. Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) vermitteln in einem gemeinsamen Projekt qualifizierte Fachkräfte an Unternehmen nach Deutschland. Interessierte Unternehmen werden von der Bundesagentur für Arbeit passgenaue Vermittlungsvorschläge von qualifizierten ausländischen Fachkräften wie aus Bosnien und Herzegowina unterbreitet. 500 Pflegekräfte konnten in den letzten Jahren bereits erfolgreich nach Deutschland vermittelt werden.

Am Ende des Tages konnten die Teilnehmer viele neue Erkenntnisse für ihren Führungsalltag mit in ihre Gesundheitseinrichtungen nehmen.

Begleitend fand eine Ausstellung mit Dienstleistern aus der Gesundheitsbranche (Buchholz-Fachinformationsdienst, Unternehmensberatung Potthoff+Partner, MTM multitechmed und dem Institut Great Place to Work) statt.
Anlage:
Gruppenbild „Expertentagung in Bad Driburg – Neu Perspektiven in der Pflege“
Veranstalter mit Dozenten (von links)

Marcel Görtz, Berater, Institut Great Place to Work, Köln
Alexander Schunicht, Verwaltungsleiter, Knappschafts-Klinik
Prof. Dr. Anja Lüthy, Fachhochschule Brandenburg
Reinhild Überall, Pflegedienstleitung, Klinik Rosenberg
Doris Allroggen, Pflegedienstleitung, Klinik Berlin
Annette Baacke, Pflegedienstleitung, Knappschafts-Klinik
Margret Tegethoff, stellv. Pflegedienstleitung, Klinik Rosenberg
Prof. Dr. Manfred Haubrock, Hochschule Osnabrück
Norbert Schäfer, Kaufmännischer Direktor, Klinik Berlin
Marko Markovic, Teamleiter, Bundesagentur für Arbeit, Eschborn

Expertentagung Pflege in Bad Driburg

Symposium Pflegemanagement in Bad Driburg

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