Aktuelles Gutachten belegt: Chronische Unterfinanzierung gefährdet Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen für Mütter und Väter

Veröffentlicht am 18.06.2019 21:37 von Redaktion RehaNews24

Berlin, 18. Juni 2019   Gefährliche Schieflage bei Hilfen für Familien: Wegen der bereits seit Jahren bemängelten Unterfinanzierung der Vorsorge- und Reha-Maßnahmen drohen fatale Auswirkungen für die Behandlung von Müttern und Vätern. Ein aktuelles Experten-Gutachten belegt den eklatanten Missstand. Das kürzlich vorgelegte Gutachten der aktiva Beratung im Gesundheitswesen GmbH hat für die Vergütung in Mutter-/Vater-Kind-Einrichtungen einen leistungsgerechten Tagessatz in Höhe von 105,69 Euro pro Belegungstag berechnet. Die heute üblichen Tagessatzhöhen liegen jedoch nur bei ca. 70 Euro. „Das ist nicht hinnehmbar“, warnt Thomas Bublitz, Hauptgeschäftsführer des BDPK: „Höhere Tagessätze sind dringend notwendig, um die wichtigen Strukturen der Mutter-/Vater- Kind Einrichtungen lang­fristig erhalten zu können. Nur mit leistungsgerechten Tagessätzen können die Einrichtungen im Wettbewerb um Fachpersonal mit den Akut- und Pflegeeinrich­tungen im Markt bestehen. Die Politik muss jetzt handeln!“

Der Bundesverband Deutscher Privatkliniken e.V. (BDPK) hat die „aktiva – Beratung im Gesundheitswesen GmbH“ im Jahr 2018 mit einer Studie zur Frage „Was kostet die Vorsorge-/Rehabilitationsleistung in Mutter-/Vater-Kind Einrichtungen?“ beauftragt. Im Gutachten wurde anhand eines transparenten Kalkulationsmodells ein sachgerechter Vergütungssatz für Vorsorge-/Rehabilitationsleistungen in Mutter-/Vater-Kind-Einrichtungen ermittelt. Hierbei wurden die Personalkosten, die Sachkosten, die Kapitalkosten und ein Unternehmerlohn in Form eines Gewinn- bzw. Risikoaufschlags für eine Modellklinik mit 250 Betten in 100 Appartements zugrunde gelegt. Die Kalkulation der einzelnen Kostenarten basiert auf etablierten Qualitätsstandards und strukturellen Vorgaben der Krankenkassen für den Bereich der Eltern-Kind-Maßnahmen sowie auf marktüblichen Kostenstrukturen.

Die steigenden Herausforderungen, Familie, Haushalt und Beruf zu ver­ein­baren, zeigen Auswirkungen. Die Belastungen für Mütter und Väter nehmen ste­tig zu. Insbesondere vor diesem Hintergrund werden Angebote der stationären medi­zinischen Vorsorge und Rehabilitation für Mütter, Väter und deren Kinder immer wich­tiger. Denn Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen bieten professionelle Hilfen für Mütter, Väter und Kinder bei spezifischen Gesundheitsrisiken, bestehenden Erkran­kungen und bei psychosozialen Problemen von Familien, bei Partnerschafts- und Erziehungsprob­lemen, bei Trennungen und deren Folgen. Seit Inkrafttreten des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes im Jahr 2007 sind Mutter-/Vater-Kind-Maßnahmen Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Den Kran­kenkassen obliegt demnach die Verantwortung, die Vergütung dieser Leistungen so zu gestalten, dass auch in Zukunft Mütter/Väter und Kinder bedarfsgerecht versorgt wer­den. Hier besteht laut Gutachten jedoch ein eklatanter Missstand.

„Die Politik ist dringend gefordert, im Sinne einer bedarfsgerechten und nachhaltigen Versorgung von Müttern und Vätern entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um die Finanzierungslücke im Be­reich Mutter-Vater-Kind-Einrichtungen zu schließen“, so Bublitz abschließend.

Das Gutachten finden Sie auf der Website des BDPK unter https://www.bdpk.de/media/file/4221.aktiva-Gutachten_MVK_2019.pdf.

Ihr Ansprechpartner:

Thomas Bublitz, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Privatkliniken e.V.
Friedrichstraße 60, 10117 Berlin
Tel.: 030 – 2 4008990; presse@bdpk.de
www.bdpk.de

Der Bundesverband Deutscher Privatkliniken e.V. (BDPK) vertritt seit über 60 Jahren die Interessen von mehr als 1.000 Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken in privater Trägerschaft. Als deutschlandweit agierender Spitzenverband setzt er sich für eine qualitativ hochwertige, innovative und wirtschaftliche Patientenversorgung in Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken ein.

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