5 Jahre P.A.N. Zentrum für Post-Akute Neurorehabilitation. Ausblick und Bilanz

Veröffentlicht am 06.11.2020 08:48 von Redaktion RehaNews24

Berlin. Ein Wasserglas halten, einen Brief schreiben, in der S-Bahn fahren oder in der eigenen Wohnung selbstbestimmt leben – das ist für Menschen nach einem Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma oftmals eine große Herausforderung. Im P.A.N. Zentrum für Post-Akute Neurorehabilitation der Fürst Donnersmarck-Stiftung erhalten diese Menschen seit fünf Jahre Unterstützung bei ihrem Ziel, ihr Leben neu leben zu lernen.

Am 5. November 2020 feiert das P.A.N. Zentrum in Berlin-Frohnau sein 5-jähriges Jubiläum. Das Haus wurde im Jahr 2015 nach einer mehr als zehnjährigen Konzeptions- und Modernisierungsphase feierlich eröffnet. Seitdem bietet es ein hochwertiges Rehabilitationsangebot für Menschen mit einer erworbenen Schädigung des zentralen Nervensystems. Das deutschlandweit einzigartige Konzept des P.A.N. Zentrums verbindet eine herausragende Architektur, ein alltagsnahes Wohn- und Betreuungsumfeld und eine hervorragende Ausstat­tung mit einer intensiven, interdisziplinären sowie sozialraumorientierten Langzeit-Rehabilitation.

Das erfolgreiche Konzept des P.A.N. Zentrums
Die Rehabilitandinnen und Rehabilitanden legen vor ihrem Einzug gemeinsam mit den Mitarbeitenden des P.A.N. Zentrums ihre Therapieziele unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Lebensumstände individuell fest. Während ihres Aufenthaltes erhalten die Rehabilitandinnen und Rehabilitanden eine intensive Thera­pie von bis zu 12,5 Stunden in der Woche. Die Therapien werden von interdisziplinären Teams aus den Bereichen Neuro-Psychologie, Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie. Darüber hinaus werden die Rehabilitandinnen und Rehabilitanden durchgehend von qualifizierten Neuro-Pädagogen betreut und auf ein möglichst selbstständiges Leben vorbereitet.

„Nach fünf Jahren hat sich das besondere Konzept des P.A.N. Zentrums bewährt“ resümiert der Leitende Arzt Prof. Stephan Bamborschke. „Etwa 70 % aller Rehabilitandinnen und Rehabilitanden gelingt nach ihrem Aufenthalt bei uns der Schritt in die eigene Häuslichkeit. Auch alle anderen Personen erzielen in dieser Zeit bedeutsame Fortschritte. Das ist ein großer Erfolg, der nur durch die gute Zusammenarbeit aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im P.A.N. Zentrum erreicht werden kann“, fasst Prof. Bamborschke seine Erfahrungen seit der Eröffnung des Hauses zusammen. Die positiven Ergebnisse des P.A.N. Zentrums wurden bereits in ersten Studien wissenschaftlich ausgewertet und entsprechend publiziert.

Durch die gezielte Langzeit-Rehabilitation von bis zu 18 Monaten im P.A.N. Zentrum ist es möglich, auch schwer betroffene Personen so weit zu fördern, dass eine Unterbringung in einem Pflegeheim verhindert werden kann – eine Grundvoraussetzung für ein partizipatives und möglichst selbstbestimmtes Leben.

Zukunft und Ausblick
In Zukunft wird das P.A.N. Zentrum seine Aktivitäten zur Erforschung der Erfolgsfaktoren für eine gelingen­de neurologische Rehabilitation noch ausweiten. Schon seit 2006 verleiht die Fürst Donnersmarck-Stiftung alle drei Jahre einen hochdotierten Forschungspreis für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der neurologischen Rehabilitation. Künftig geht es dem P.A.N. Zentrum darum, die eigenen Therapiemaßnahmen wissenschaftlich zu begleiten und die Rehabilitationskette von der stationären Rehabilitation bis zum ambulanten Wohnsetting dahingehend zu untersuchen, welche Reha-Maßnahmen besonders zu einem selbstbestimmten und selbstständigen Leben beitragen.

 

Quelle: Fürst Donnersmarck-Stiftung zu Berlin, 06.11.2020

 

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