Dienstag, Juli 6th, 2021

 

Nach der Reha online weiter trainieren

Die Tele-Therapie-Plattform von Caspar Health wird fester Bestandteil in neun Waldburg-Zeil Kliniken 
Berlin, 2. Juli 2021 – Die Waldburg-Zeil-Kliniken versorgen mit über 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in zwölf Einrichtungen Patientinnen und Patienten in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt. Der unabhängige, private Klinikverbund bietet unter anderem Rehabilitation in den Bereichen Orthopädie, Onkologie, Kardiologie, Psychosomatik, Neurologie und Pneumologie sowie Kinder- und Jugend Rehabilitation an. Jetzt gehen die  Waldburg-Zeil Kliniken mit dem Berliner E-Health-Unternehmen für Online Rehabilitation, Caspar Health, gemeinsame Wege. In acht ihrer Rehabilitationseinrichtungen sowie einem Fachkrankenhaus wird die Therapie- Plattform „Caspar“ eingesetzt und zukünftig in die bestehende Waldburg-Zeil-App „W-APP“ integriert. Dadurch können Patientinnen und Patienten vor, während und nach  ihrer Rehabilitation digital über die App betreut werden, und das unabhängig von Zeit und Ort. Der Klinikverbund bekräftigt damit seine innovative und digitale Ausrichtung.
“Die Waldburg-Zeil-Kliniken legen viel Wert darauf, einen ganzheitlichen und nachhaltigen Rehabilitationserfolg bei ihren Patientinnen und Patienten sicherzustellen. Wir freuen uns sehr darüber, die Klinikgruppe bei dieser Herausforderung unterstützen zu dürfen,” zeigt sich Max Michels, Gründer und CEO von Caspar Health, zufrieden.
Ellio Schneider, Geschäftsführer der Waldburg-Zeil Kliniken, will mit der Einführung von Caspar Health in den Waldburg-Zeil Kliniken auch ein Zeichen in die Branche hinein setzen: „Zeitgemäße Rehabilitation braucht eine große Bandbreite an Therapievarianten für Patientinnen und Patienten. Mit Caspar Health können sie ohne auf Termine zu Hause zu warten, nach der Reha sofort weiter trainieren“, erläutert Schneider. „ Dadurch steigen Nachhaltigkeit und Qualität unserer Behandlung.“  Projektleiter Richard Holländer lobt die perfekte Zusammenarbeit sowie die hohe Motivation, die von Anfang an hinter der Einführung der Caspar-App stand.
In den ersten Pilot-Kliniken wurde die digitale Therapie-Plattform bereits intensiv getestet und alle Vorbereitungen für den Projektstart zum 1. Juli 2021 umgesetzt. Patientinnen und Patienten lernen die Trainingsplattform während der Reha kennen. Zu Hause nutzen sie dann ihre eigenen, vertrauten digitalen Geräte, um nach der Reha weiter zu trainieren Im Laufe der kommenden Monate wird die Therapieplattform in allen neun beteiligten Einrichtungen in drei Bundesländern erprobt.
Über Caspar Health
Caspar Health ist eine digitale Therapieplattform, die von Rentenversicherungsträgern im Bereich Rehabilitation, Prävention und Nachsorge zugelassen wurde. Mit Hilfe von Caspar können medizinische Einrichtungen mit ihren Patientinnen und Patienten Therapiemaßnahmen digital durchführen, Therapieerfolge nachhaltig verstetigen und die Qualität der empfangenen Gesundheitsleistung jederzeit sicherstellen. Die Software kann auf allen internetfähigen Endgeräten genutzt werden und findet dadurch eine sehr hohe Akzeptanz bei den Nutzerinnen und Nutzer. Caspar Health erfüllt alle Anforderungen der Deutsche Rentenversicherung an die Tele-Therapie. Das Management der Berliner GOREHA GmbH bilden die Geschäftsführer Maximilian Michels, Maximilian von Waldenfels und  Benjamin Pochhammer.
Quelle: CASPAR Health, 05.07.2021

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Corona: Deutliche Rückschritte für Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Behinderungen – DVfR legt Bericht zu den Auswirkungen der Pandemie vor

Logo Deutsche Vereinigung für Rehabilitation DVfRDie Deutsche Vereinigung für Rehabilitation e. V. (DVfR) hat mit Unterstützung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) untersucht, wie sich die Corona-Pandemie auf Teilhabe und Rehabilitation auswirkt. Der jetzt vorgelegte Abschluss-bericht zeigt, dass Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie besonders betroffen sind. Die Ergebnisse weisen auf deutliche Rückschritte in Teilhabe und Inklusion hin. Deshalb sind Verantwortliche in Politik und Rehabilitation gefordert, die im Bericht empfohlenen Handlungsoptionen zu prüfen.

Die Untersuchung zeigt, dass vor allem zu Beginn der Pandemie, Menschen mit Behinde­rungen und ihre Familien sich mit ihren speziellen Problemen von der Politik ver­gessen und allein gelassen fühlten. Häufig entfielen notwendige Therapien und Förde­rungen, Assistenz in Alltag, Schule oder Beruf sowie Beförderungs­dienste. Medizini­sche und berufliche Rehabilitation fanden nur sehr einge­schränkt statt, wichtige Dienste und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen muss­ten zeitweise schließen. Ersatz­angebote wie digi­taler Unterricht oder individuelle Beratung waren häufig für Menschen mit Behinderungen nicht verfügbar oder konnten nicht hinreichend genutzt werden. Die psycho­sozialen Belastungen waren für die Betroffenen und ihre Familien oft kaum zu bewältigen.

DVfR-Untersuchung: Breit angelegte Befragung
Die Besonderheit der DVfR-Untersuchung liegt in ihrer Breite und Multiperspektivität. Neben rund 200 Stellungnahmen von Expertinnen und Experten flossen Ergebnisse einer großen Online-Befragung im November und Dezember 2020 ein. Zentrale Fragen waren: Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf die Teilhabe von Menschen mit Behin­de­rungen? Wie müssen Gesundheits­versorgung und Teilhabeförderung, Arbeitswelt und Bil­dungs­wesen, aber auch gesell­schaft­liche und rechtliche Rahmenbedingungen an­ge­passt und verändert werden, um Teil­habe und Inklusion sicherzustellen?

An der Befragung beteiligten sich 3.684 Menschen mit Behinderungen, chronischen Erkran­kungen oder Pflegebedürftigkeit, 1.124 Angehörige, 1.325 Vertreterinnen und Vertreter von Reha-Diensten und -Einrichtungen, 39 von deren Dachverbänden, 244 von Kostenträgern der Reha-Leistungen sowie 177 aus Betroffenen- und Sozialverbänden. Die Befragten brachten in Freitexten vielfach auch eigene Erfahrungen und Vorschläge für Verbesse­rungen ein. Die Befragung ergab so einen differenzierten Einblick in die Lebens­situation und Probleme der befragten Personen in Zeiten der Corona-Pandemie.

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Menschen mit Behinderungen
Menschen mit Behinderungen, chronischen Erkrankungen oder Pflegebedarf und ihre Familien, insbesondere in Kombination mit prekären Lebenslagen, haben unter den Aus­wir­kungen der Pandemie noch stärker gelitten als andere Menschen. Eingeschränkt waren:

  • Gesundheits- und Teilhabeleistungen, medizinische, berufliche und soziale Reha­bilitation, mit oft gravierenden Auswirkungen auf Gesundheit, Teilhabe und Alltag,
  • Teilhabe am Arbeitsleben und der Zugang zum Arbeitsmarkt,
  • Erziehungs- und Bildungsangebote, mit Entwicklungsbeeinträchtigungen der betroffe­nen Kinder und Jugendlichen,
  • Zwischenmenschliche Beziehungen und private Kontakte, sogar in existentiell bedroh­lichen Lebenslagen, mit erheblichen psychosozialen Aus­wirkungen.

Maßnahmen zugunsten von Teilhabe und Inklusion in Pandemiezeiten
Eine Expertengruppe der DVfR entwickelte aus den Ergebnissen zahlreiche Handlungs­optionen, die sich an verschiedenste Akteure, insbesondere an die Politik sowie an Träger und Einrichtungen der Rehabilitation und Teilhabe richten.

Auch unter den Bedingungen einer Pandemie haben Menschen mit Behinderungen ein Recht auf gesellschaftliche Teilhabe und Selbstbestimmung. Dieses ist unbedingt in der Praxis umzusetzen. Inklusion kann nur gelingen, wenn Politik, Entscheidungsträger und die versor­genden Dienste und Einrichtungen die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen und deren besondere Lebenslagen mitdenken. Reha-Leistungen, Assistenz, Beförderung, barriere­freie und niedrigschwellige Beratungsangebote und allen voran zwischen­mensch­liche Beziehungen müssen trotz aller Maßnahmen zum Gesundheits­schutz erhalten bleiben. Digitalisierung muss die Bedarfe von Menschen mit Behinderungen berück­sichti­gen, u. a. durch umfassende Barrierefreiheit. Rehabilitation, aber auch Gesundheits­wesen, Schule und Arbeitswelt müssen „pandemie­fest“ gestaltet werden.

Besondere Herausforderungen stellen sich für die Rehabilitation im Hinblick auf Long-Covid, die umfassende Förderung der durch die Pandemie in Entwicklung und Lernen beein­trächtigten Kinder und Jugendlichen sowie allgemein die Unterstützung wegen der psychi­schen Folgen der Corona-Pandemie. Damit wird dem Reha-System in Zukunft eine noch größere Bedeutung zukommen.

Weitere Informationen zur DVfR-Untersuchung (Konsultationsprozess) und Bericht-Downloads bietet www.dvfr.de/arbeitsschwerpunkte/projektberichte/.


Kontakt

Dr. Mara Boehle
Deutsche Vereinigung für Rehabilitation e. V. (DVfR)
Maaßstraße 26
69123 Heidelberg
Tel.: 06221 / 187 901 0
E-Mail: m.boehle@dvfr.de

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