Freitag, Juni 25th, 2021

 

IQ Innovationspreis im Cluster Life Sciences: mobiler Therapieroboter ermöglicht professionelles Reha-Training

IQ Innovationspreis Mitteldeutschland 2021, Clustersieger Life Sciences:
tediro GmbH aus Ilmenau / Leipzig, (v.l.n.r.) Dr. Christian Sternitzke, Anke Mayfarth | Bildnachweis: Tom Schulze

Im Rahmen der Krankengymnastik brauchen in Deutschland zwei Millionen Patient*innen jährlich Gangtraining an Unterarmstützen. Dafür kombiniert das StartUp tediro GmbH aus Ilmenau und Leipzig als weltweit erstes Unternehmen einen mobilen Roboter mit intelligenter Software. Damit wird der Roboter zum individuellen Therapeuten, der das Training fachlich fundiert anleitet und die Patient*innen motiviert. Für diese Innovation wurde das Unternehmen bei der live aus Leipzig übertragenen Online-Preisverleihung am Donnerstagabend mit dem Clusterpreis Life Science des 17. IQ Innovationspreis Mitteldeutschland ausgezeichnet.

„Personalmangel, wenig Zeit für Therapiemaßnahmen und Kostendruck machen gute individuelle Betreuung in Reha-Einrichtungen und Kliniken schwer. Mit der Innovation wird der Roboter zum Therapeuten und Trainingsbegleiter, auch für viele weitere Anwendungen. Das selbständige Training ist schließlich genauso wichtig für den Therapieerfolg wie die individuelle Betreuung durch das Fachpersonal, das mit der Innovation entscheidend entlastet wird“, begründet Jörn-Heinrich Tobaben, Geschäftsführer der Metropolregion Mitteldeutschland Management GmbH, die Entscheidung der Jury.
Der mit 7.500 Euro dotierte Clusterpreis wurde gemeinsam von IDT Biologika GmbH und der Serumwerk Bernburg AG gestiftet. Außerdem wurden im Rahmen der Online-Preisverleihung vier weitere Clustersieger, der Sieger des Gesamtpreises sowie die Gewinner der lokalen IQ-Wettbewerbe Halle (Saale), Leipzig und Magdeburg bekannt gegeben. Zusätzlich zu den Preisgeldern in Höhe von rund 70.000 EUR erhalten alle Clustersieger sowie der Gesamtsieger des IQ Innovationspreis Mitteldeutschland 2021 zudem eine einjährige Mitgliedschaft in der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland.
Den zweiten Platz im Cluster Life Sciences belegt die BioPlanta GmbH aus Grimma mit „CartiCure“, einem neuartigen Zelltherapeutikum zur Behandlung von Knorpeldefekten am Knie.
Mit dem IQ Innovationspreis Mitteldeutschland fördert die Europäische Metropolregion Mitteldeutschland neuartige, marktfähige Produkte, Verfahren und Dienstleistungen in fünf branchenspezifischen Clustern. In der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland engagieren sich strukturbestimmende Unternehmen, Städte und Landkreise, Kammern und Verbände sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit dem gemeinsamen Ziel einer nachhaltigen Entwicklung und Vermarktung der Wirtschafts-, Wissenschafts- und Kulturregion Mitteldeutschland.
Zum Hintergrund der ausgezeichneten Innovation:
Als studierte Physiotherapeutin kennt die Mitgründerin Anke Mayfarth die Probleme im Klinikalltag. Personalmangel, knappe Zeit und Kostendruck erschweren individuelle Reha-Maßnahmen. Jährlich werden zwei Millionen Patient*innen in Deutschland von Therapeut*innen im Gangtraining an Unterarmstützen angeleitet, einem Teil der Krankengymnastik, für die nur insgesamt maximal 20 Minuten am Tag verbleiben. Zu wenig für gute individuelle Betreuung. Die tediro GmbH aus Ilmenau und Leipzig stattet dafür einen mobilen Roboter mit Software aus, so dass dieser zum intelligenten, mobilen Therapiebegleiter wird. Etwa so groß wie ein Mensch, erfasst der Roboter die Bewegungen seines Gegenübers und wertet sie mit KI-gestützter Software aus. Über einen Bildschirm werden die Patient*innen in Echtzeit fachlich fundiert angeleitet und motiviert. Gleichzeitig dokumentiert das System die Übungen und speist perspektivisch die Ergebnisse in die digitale Krankenakte ein, um den Fortschritt der Reha zu überprüfen. Das therapeutische Personal wird entlastet und kann sich auf die Übungen konzentrieren, die eine menschliche Hand brauchen. Die offene Plattform ist für viele weitere Anwendungen, wie Belastungstraining für Herz-Kreislauf-Erkrankte oder Übungen für die Reha bei neurologischen Schäden, anwendbar und kann mit Therapielösungen verschiedener Hersteller kombiniert werden. Mit der Markteinführung im nächsten Jahr kann damit die individuelle Betreuung in Kliniken und Reha-Einrichtungen entscheidend verbessert werden.
Quelle: Trurnit Pressewerk, 25.06.2021

Aufrufe: 28


Anstieg von Alkoholerkrankungen in Folge von Covid-19 erwartet

Fachärzte von MEDIAN rechnen mit steigender Zahl Abhängigkeitserkrankter / Lockdowns, Ängste und Stress verschlimmern Situation Betroffener und fördern Alkoholkonsum bei bisher gesunden Menschen / Auch Amphetamine und Stimmungsaufheller bergen Gefahren

Der Piccolo am Morgen, der Schuss Cognac in den Kaffee zur Videokonferenz und das Feierabendbier bereits um 15 Uhr: Experten von MEDIAN, dem größten deutschen Reha-Anbieter bei Abhängigkeitserkrankungen, erwarten als Folge der Pandemie in den nächsten Jahren deutlich mehr Patienten mit Alkoholabhängigkeit. Darauf weisen die Fachärzte anlässlich des Internationalen Tages gegen Drogenmissbrauch am 26. Juni 2021 hin. „Es ist mittlerweile durch Untersuchungen gut belegt, dass in Zeiten der Pandemie der häusliche Konsum von Alkohol erheblich zugenommen hat“, erklärt dazu Dr. med. Konstant Miehe, Sprecher des Medical Boards Suchterkrankungen von MEDIAN und Chefarzt der MEDIAN Psychotherapeutischen Klinik Bad Liebenwerda. „Das wird zeitverzögert zu erheblich verstärkten Fallzahlen in den Einrichtungen der Suchthilfe und in Fachkliniken führen, mit denen wir uns noch Jahre werden auseinandersetzen müssen.” Nach Zahlen des Fachverbands Sucht e.V., der Fachvereinigung von Einrichtungen für die Behandlung, Versorgung und Beratung von Suchtkranken, vergehen bis zu 13 Jahre, bevor Betroffene den Schritt in eine Behandlung gehen.

Belastung lässt Menschen zum Alkohol greifen
Die Gründe für den erhöhten Alkoholkonsum in der Pandemie sind vielfältig. Sie reichen von psychischen Belastungen und depressiven Verstimmungen durch den Lockdown mit Leere, Langeweile und Schlafstörungen über häusliche Auseinandersetzungen und Stress durch den Wegfall der Berufstätigkeit bis zu massiven finanziellen Sorgen oder der simplen Tatsache, dass Gastronomiebetriebe geschlossen hatten. „Das Problem ist auch, dass die soziale Kontrolle fehlte”, erklärt Dr. Miehe. „Niemand sagt ‚Stopp‘, und im Homeoffice hat kein Kollege die Alkoholfahne gerochen.” Wenn Ehepartner oder Kinder den stärkeren Alkoholkonsum zu Hause bemerkt und deshalb Vorwürfe gemacht hätten, habe dies bei Betroffenen nicht selten zu noch mehr Stress bis hin zur körperlichen Auseinandersetzung geführt. Ein Teufelskreis, aus dem nur sehr schwer herauszukommen sei, gerade für Menschen, die schon vorher Probleme mit Alkohol hätten.

Gefahr auch durch andere Drogen
Nicht nur in der MEDIAN Psychotherapeutischen Klinik Bad Liebenwerda, auch in anderen Kliniken von MEDIAN, die sich auf die Behandlung von Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen spezialisiert haben, sind die Auswirkungen der Pandemie zu spüren. „Unsere Patienten berichten uns derzeit immer wieder, wie sie der Lockdown in die Sucht getrieben hat – auch von anderen Substanzen”, berichtet Dr. med. Hubert Buschmann, Chefarzt der MEDIAN Klinik Tönisstein in Bad Neuenahr-Ahrweiler, der sich regelmäßig im Medical Board Suchterkrankungen von MEDIAN mit seinen ärztlichen Kolleginnen und Kollegen austauscht. „Besonders Menschen im Spannungsfeld von Berufstätigkeit, Haushalt, Pflege von Angehörigen und Kinderversorgung trifft die Pandemie hart. Uns liegen Berichte zum Missbrauch von leistungssteigernden Substanzen wie Amphetaminen oder stimmungsaufhellenden Medikamenten vor, um gegen den permanenten Stress anzukämpfen.”

Besonders schwierig sei die Situation bei Menschen, die schon vorher psychisch instabil oder abhängigkeitskrank gewesen seien, so Dr. Buschmann: „Weil die sicheren Tagesstrukturen gestört waren oder fehlten, ist es vermehrt zu Rückfällen auch bei bereits abstinent lebenden Patienten gekommen.” Erlernte Bewältigungs- und Ablenkungsstrategien bzw. sinnvolle Freizeitgestaltung wie etwa Sport, Hobbys, Kino oder Theater hätten im Lockdown nicht mehr wie gewohnt stattfinden können. Auch im Bereich der PC/Internet-Sucht oder der Online-Spielsucht erwartet der Experte eine wachsende Zahl Betroffener.

MEDIAN hilft mit Hotline und Sucht-Post-Covid-Reha
Schwierig war und ist die Situation vor allem auch deshalb, weil das bewährte Hilfesystem für Abhängigkeitskranke und von Abhängigkeit Bedrohte in der Pandemie nicht mehr griff. „Wir hatten nur wenige Selbsthilfegruppen und Online-Sprechzeiten in Beratungsstellen”, beschreibt Dr. Miehe die Situation. „Dazu kam, dass viele, die sich Sorgen um ihren Gesundheitszustand machten, aus Angst vor einer Infektion gar nicht mehr zum Arzt gingen.“ Selbst der Austausch unter Freunden und Verwandten, bei dem man seine Sorgen hätte besprechen können, fand weitestgehend nicht mehr statt. Menschen, die bei sich einen vermehrten Alkoholkonsum feststellen oder das Gefühl haben, die Kontrolle zu verlieren, empfiehlt der Experte, sich an eine Beratungsstelle und Selbsthilfegruppe zu wenden oder zumindest den Hausarzt zu kontaktieren. Auch MEDIAN bietet unter der Telefonnummer 01805-212099 eine Hotline für Betroffene an. Die Suchthotline ist montags bis freitags von 10 bis 17 Uhr erreichbar (Anruf 14 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz).

MEDIAN hat außerdem eine spezielle Post-Corona-Rehabilitation bei Suchterkrankungen entwickelt. Sie soll Menschen, die durch die Pandemie in eine Abhängigkeit geraten sind oder einen Rückfall erlitten haben, dabei helfen, ihren Weg zurück in die Gesellschaft, zu Arbeit und Familie zu finden. Im Mittelpunkt der individuellen und multimodalen Behandlung stehen Psycho- und Verhaltenstherapie mit dem Ziel der Abstinenz. Für einen umfangreichen Behandlungserfolg arbeiten die Fachkliniken von MEDIAN eng mit niedergelassenen Medizinern und Fachärzten, psychologischen Psychotherapeuten, Fachambulanzen, Suchtberatungsstellen sowie Sozialdiensten von Krankenhäusern und Betrieben zusammen.

Über MEDIA
Die Kliniken der MEDIAN Unternehmensgruppe gehören zu den besten Reha-Kliniken Deutschlands mit einer herausragenden Kompetenz bei Rehabilitation und Teilhabe. 2019/2020 konnte sich zum dritten Mal rund ein Drittel von ihnen auf vorderen Plätzen positionieren: 28 Spitzenplätze bei den Prüfungen durch die Deutsche Rentenversicherung, 16 Auszeichnungen beim Ranking der F.A.Z. 2020 und 36 Siegerplätze unter den besten Reha-Kliniken 2021 des FOCUS sowie zahlreiche Regionalpreise. Bekannte Chefärztinnen und Chefärzte von MEDIAN sind bei FOCUS als Top-Mediziner Deutschlands gelistet. Rund 120 Kliniken und Einrichtungen, 18.500 Betten und Behandlungsplätze sowie ca. 15.000 Beschäftigte in 13 Bundesländern machen MEDIAN zum größten privaten Betreiber von Rehabilitationseinrichtungen in Deutschland.

MEDIAN ist im Prozess der Integration der britischen Priory Gruppe, der in Großbritannien führende private Betreiber von Krankenhäusern und Soziotherapien zur Behandlung von psychischen Krankheiten und Lernbehinderungen mit rund 4.800 Betten und 21.500 Mitarbeitern. Pro Jahr werden in den landesweit über 320 Einrichtungen mehr als 30.000 Patienten behandelt.

Auf der Informations-Webseite www.long-covid.de bündelt MEDIAN sein Expertenwissen zum Thema Long Covid für Mediziner und Betroffene.

 

Quelle: MEDIAN, 25.06.2021

Aufrufe: 27


INN-tegrativ Berufsförderungswerk Weser-Ems erhält Anerkennung für ein neues inklusives Angebot

Das INNklusionswerk im BFW Weser-Ems wird sogenannter anderer Leistungsanbieter im Feld der inklusiven beruflichen Bildung.

Ab September bietet das INNklusionswerk, das vor Kurzem die Zulassung als anderer Leistungsanbieter nach § 60 SGB IX erhalten hat, neue Formate inklusiver beruflicher Bildung an. Im Eingangsverfahren werden die Kompetenzen und Neigungen ermittelt, die geeignet sind, den individuellen Weg des Einstiegs ins Arbeitsleben gelingen zu lassen. Im darauffolgenden Berufsbildungsbereich werden die fachlichen Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt. Dabei profitiert das speziell ausgebildete Team des INNklusionswerks von den vorhandenen Kompetenzen des BFW in der beruflichen Rehabilitation und hervorragend ausgestatteter Werkstätten und Lernräume.

„Unser personenzentrierter Ansatz fokussiert auf eine erfolgreiche Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt, hierbei setzen wir auf fachpraktische Anteile wie beispielsweise Praktika. Die enge Zusammenarbeit mit Unternehmen hilft Teilnehmenden, sich realistisch und inklusiv im Arbeitsumfeld zu orientieren“, erklärt Elke Fastenau, die Leiterin des INNklusionswerks. Das INNklusionswerk ist neben der im Februar 2021 gestarteten Jugendhilfeeinrichtung ein weiterer Meilenstein, der für die Innovationsstärke des Standortes der INN-tegrativ gGmbH in Bookholzberg steht.

Zum Unternehmen:
Die INN-tegrativ gGmbH bietet bedarfsgerechte Qualifizierungs- und psychosoziale Unterstützungsangebote zur Wiederaufnahme einer Arbeitstätigkeit für benachteiligte Erwachsene, insbesondere für Menschen mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung und Arbeitsuchende mit Bildungsgutschein. In den Berufsförderungswerken Bad Pyrmont, Goslar und Weser-Ems sowie einer wachsenden Zahl von regionalen beruflichen Reha- und Integrationszentren (BRIZ) hält die INN-tegrativ wohnortnahe Angebote für den Wiedereinstieg in den Beruf vor.

 

Aufrufe: 25