Dienstag, März 31st, 2020

 

Dr. Becker Neurozentrum Niedersachsen von Ministerium zur Aufnahme von Patienten/innen aus umliegenden Krankenhäusern bestimmt

Das Dr. Becker Neurozentrum bereitet sich auf die Übernahme von Krankenhauspatienten/innen vor. Bildrechte: Dr. Becker Klinikgruppe

Das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung hat das Dr. Becker Neurozentrum Niedersachsen am vergangenen Samstag per Anordnung dazu bestimmt, ab sofort Patientinnen und Patienten aus umliegenden Krankenhäusern im Rahmen einer Krankenhausverlegung aufzunehmen. Nun bereitet sich die Rehaklinik, die damit temporär den Krankenhausstatus erhalten hat, auf deren Übernahme vor.

Bad Essen, 31. März 2020: Der Kampf gegen das Coronavirus geht weiter. Nachdem Ende vergangener Woche das COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz vom Bundesrat verabschiedet wurde, greifen nun bereits die ersten Maßnahmen – auch in Bad Essen. Hier stellt das Dr. Becker Neurozentrum Niedersachsen nun einen Teil seiner Betten für die Versorgung von Krankenhauspatienten/innen bereit.

„Das Ministerium bestätigt uns mit dieser Entscheidung die Leistungsfähigkeit unseres medizinisch-pflegerischen Personals sowie unserer gebäudetechnischen und medizintechnischen Infrastruktur“, sagt Philipp Herzog, Verwaltungsdirektor des Dr. Becker Neurozentrums Niedersachsen. „Und als leistungsfähige Reha-Einrichtung fühlen wir uns natürlich verpflichtet, während der Krise zu helfen und den Krankenhäusern den Rücken freizuhalten.“

Reha vorerst nicht beeinflusst
Für die Patienten/innen, die zurzeit eine Reha im Neurozentrum Niedersachsen machen, ändere sich durch die Aufnahme von Krankenhauspatienten/innen erst einmal nichts, so Herzog. Ebenso nehme das Neurozentrum Niedersachsen weiterhin Rehabilitanden/innen im Rahmen der Anschlussheilbehandlung auf, denn dies sei für den fortlaufenden Patientenabfluss aus den Krankenhäusern gleichermaßen entscheidend.

„Wir sind gut vorbereitet!“
Um der Anordnung des Landes Niedersachsen nachzukommen, wird das Neurozentrum Niedersachsen eine separate Station für mögliche Krankenhauspatienten/innen vorhalten. „Noch können wir nicht einschätzen, in welchem Umfang Patienten zu uns verlegt werden. Aber mit unseren fundiert ausgebildeten ärztlichen, pflegerischen und therapeutischen Mitarbeitern sehen wir uns gut vorbereitet!“, ist sich PD Dr. Tobias Leniger, Chefarzt der Klinik, sicher.

 

Dr. Becker Neurozentrum Niedersachsen
Das 2009 eröffnete Dr. Becker Neurozentrum Niedersachsen bietet, basierend auf den neuesten Erkenntnissen der Neurowissenschaften, Rehabilitation auf höchstem internationalem Niveau. Eine Rehabilitation ist möglich bei sämtlichen neurologischen Krankheitsbildern, allen voran bei dem Schlaganfall, aber auch nach neurochirurgischen Eingriffen oder langen intensivmedizinischen Behandlungen mit neurologischen Komplikationen. Dabei ist das Therapieangebot nicht nur auf die Verbesserung neurologischer Funktionsstörungen, sondern insbesondere auf die Wiedererlangung verlorener Alltagskompetenzen ausgerichtet. Aber auch Rehabilitanden außerhalb des erwerbsfähigen Alters werden im Dr. Becker Neurozentrum Niedersachsen nachhaltig rehabilitiert. Seit der Eröffnung neuer Therapieflächen im Oktober 2016 stehen auf mehr als 1.400 Quadratmetern Fläche Einzelphysiotherapieräume, eine großzügige Medizinische Trainingstherapie (MTT), eine teilbare Multifunktionshalle mit Boulderwand und ein Bewegungsbad zur Verfügung. Zudem wurde ein HydroJet installiert. Die MTT weist einen Lokomotionsbereich, einen Bereich für funktionales Training und einen Kardio-Fitness-Bereich auf. In der Multifunktionshalle werden umfangreiche Gruppen-/Sporttherapien auch für anspruchsvolle Trainingsformen angeboten. Besonders erwähnenswert ist das in Deutschland bisher nur sechsmal installierte Vector Gait & Safety System für ein intensives Einzel-Gangtraining. Insgesamt stehen 111 Behandlungsplätze zur Verfügung. Weitere Informationen unter www.dbkg.de/nzn

 

Quelle: Dr. Becker Klinikgruppe, 31.03.2020

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Reha entlastet Akut-Kliniken: DEGEMED Mitglieder in Niedersachsen sind dabei

Gestern ist das COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz des Bundes in Kraft getreten. Als erstes Bundesland hat Niedersachsen auf Grundlage dieser Bestimmung reagiert.

Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) ordnete an, dass 22 niedersächsische Reha-Einrichtungen umgehend Patienten aus Krankenhäusern übernehmen sollen. Dadurch würden Kapazitäten von rund 2.000 Klinik-Betten für Corona-Erkrankte frei.

Den Reha-Einrichtungen wird dadurch der Status eines Krankenhauses verliehen, und sie können so zur Entlastung von Akut-Kliniken in der Region beitragen.

Die DEGEMED begrüßt das und appelliert an andere Bundesländer, von dieser Möglichkeit ebenfalls Gebrauch zu machen und schnell zu handeln. In Richtung seiner Mitglieder sagt Christof Lawall, Geschäftsführer der DEGEMED zu, sich in ihrem Sinne für die praktische Umsetzung und die finanziellen Regelungen stark zu machen: „Das Vorgehen in Niedersachsen unterstreicht den Stellenwert der Reha in der momentanen Situation. Wir finden das gut und sind bereit zu helfen.“

Auch drei DEGEMED-Mitgliedseinrichtungen sind in Niedersachsen dabei: die Kirchberg-Klinik in Bad Lauterberg, die Landgrafen Klinik in Bad Nenndorf und die Klinik DER FÜRSTENHOF in Bad Pyrmont. Der ausdrückliche Dank der DEGEMED geht an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beteiligten Kliniken. Alle drei Einrichtungen werden von Vorstandsmitgliedern der DEGEMED geleitet.

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Aus Reha wird Akut

Klinik Park-Therme nimmt als Entlastungskrankenhaus erste Akutpatienten auf

Durch den Ausbruch des SARS-CoV-2 Virus in Deutschland und dem raschen exponentiellen Anstieg an Infizierten wird zunehmend vor der drohenden Überlastung des Gesundheitswesens gewarnt, wodurch nicht alle Patienten ausreichend versorgt werden könnten.

Um die Krankenhäuser zu entlasten, haben sich die Hamm-Kliniken bereits vor einigen Wochen an die jeweiligen Landesregierungen gewandt und ihre Unterstützung als Entlastungskrankenhäuser angeboten. In der Klinik Nordfriesland in St. Peter-Ording sind mittlerweile 25 Pflegebetten angekommen und der Kontakt zu den umliegenden Akutkliniken wurde intensiviert. Hier wartet man nun auf die erste Verlegung.

In der Klinik Park-Therme in Badenweiler haben die ersten Verlegungen am Freitag, den 27. März 2020 stattgefunden. Drei Patienten aus der Uniklinik in Freiburg und der Helios Klinik in Müllheim wurden stationär aufgenommen. In dieser Woche kommen täglich weitere Patienten aus den umliegenden Krankhäusern dazu und werden in unserer Rehaklinik versorgt. Die bisher verlegten Patienten stammen aus den Abteilungen Urologie, Chirurgie und Orthopädie.

Die neue Herausforderung erzeugt bei den Mitarbeitern unserer Klinik höchstes Engagement. Alle arbeiten hoch professionell und motiviert, sodass bisher alle Behandlungsprozesse reibungslos ablaufen konnten. Der zusätzliche Pflegeaufwand wird durch freiwillige Helfer anderer Abteilungen kompensiert – auch hier ist die Einsatzbereitschaft der Kollegen immens. Der Pflegedienst beginnt nun, diese Freiwilligen sukzessive in Pflegetätigkeiten einzuarbeiten, damit sie bei Bedarf unmittelbar einsatzfähig sind.

„Wir fühlen uns gut vorbereitet für diese Situation“ sagt Heidrun Ehret, Pflegedienstleitung der Klinik Park-Therme, „zumindest innerhalb des Rahmens unserer zeitlichen und personellen Möglichkeiten. Alle notwendigen Anschaffungen wurden getätigt und wir stehen im kontinuierlichen Austausch mit der Klinikleitung und den anderen Abteilungen und sehen uns dieser neuen Herausforderung gewachsen.“

Aber auch der eigentliche Rehabetrieb für die onkologischen AHB Patienten läuft so gut wie möglich weiter. Häufig treten die Patienten ihren Aufenthalt einige Tage früher an als ursprünglich geplant, sodass die Krankenhäuser weiter entlastet werden. Auch hier funktioniert die Versorgung und Betreuung der Patienten laut der Pflegedienstleitung bisher reibungslos. Auch die Therapien finden weiterhin so planmäßig wie möglich – unter strikter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregelungen – statt.

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Corona-Krise besser meistern: Paracelsus Kliniken führen in einzelnen Bereichen vorsorglich Kurzarbeit ein

Osnabrück, 31. März 2020 – Die Paracelsus-Kliniken konzentrieren die medizinische Versorgung in den nächsten Wochen ausschließlich auf die Bewältigung der Corona-Krise. Dafür wurden und werden zusätzliche Versorgungsangebote geschaffen. Zugleich wird die regelmäßige Arbeitszeit vorübergehend dort reduziert, wo die übliche Patientenversorgung durch behördliche Weisung, Entscheidung der Kostenträger oder aus hygienisch-präventiven Gründen eingeschränkt werden musste.

In den letzten Wochen haben die Krankenhäuser und Rehabilitationskliniken die Versorgung der Patienten mit nicht unmittelbar notwendigen medizinischen Leistungen – sogenannten „elektiven“ Leistungen – stark zurückgefahren. Dies erfolgte auf behördliche Weisung, Entscheidung der Kostenträger oder aus hygienisch-präventiven Gründen. In jedem Fall erfolgte die Entscheidung ausschließlich nach medizinisch-therapeutischem Ermessen und im Interesse der Patientensicherheit. Zugleich wurde das Versorgungsangebot dort ausgebaut, wo es für die Gewährleistung der medizinischen Leistungen während der Corona-Krise erforderlich war.

Diese Entwicklung bringt für alle Kliniken erhebliche finanzielle Probleme mit sich. Der Bundestag hat mit den in der letzten Woche beschlossenen Regelungen für Krankenhäuser und Rehabilitationskliniken auf die Notlage reagiert. Trotzdem befinden sich die Kliniken weiterhin im Ausnahmezustand. Die beschlossenen Hilfen werden voraussichtlich nicht ausreichen, die wirtschaftliche Stabilität der Einrichtungen in diesem kritischen Ausnahmezustand zu gewährleisten.

Aus diesem Grund folgt Paracelsus den Empfehlungen der Bundesanstalt für Arbeit:  Eine schwierige wirtschaftliche Entwicklung oder auch ein unvorhersehbares Ereignis kann Kurzarbeit – selbst im Krankenhaus oder einer Rehabilitationsklinik – unter erleichterten Bedingungen erforderlich machen. Eine solche Situation ist durch die Corona-Krise gegeben. Mit dem Kurzarbeitergeld können die weiterhin drohenden erheblichen Entgeltausfälle teilweise zusätzlich ausgeglichen werden.

Vor diesem Hintergrund wird Paracelsus vorsorglich Kurzarbeit für die Kliniken und Bereiche beantragen, die von der derzeitigen Ausnahmesituation besonders betroffen sind. Zugleich wird die Möglichkeit verbessert, die medizinisch und therapeutisch dringend gesuchten Mitarbeiter dort einzusetzen, wo sie derzeit am meisten gebraucht werden. Das Vorgehen ist mit dem Paracelsus-Gesamtbetriebsrat abgestimmt.

Paracelsus wird alles tun, um die Folgen für die Belegschaft auf ein Mindestmaß zu reduzieren, indem das Kurzarbeitergeld für die betroffenen Mitarbeiter durch den Arbeitgeber auf 93%, für Mitarbeiter mit Kindern auf 95% der gewöhnlichen Vergütung aufgestockt werden wird. Durch diese Abstufung zu eigentlich wünschenswerten 100% wird angemessen zwischen den Mitarbeitern differenziert, die vorübergehend von Kurzarbeit betroffen sind und daher objektiv weniger im Einsatz sein werden. Umgekehrt werden nicht die Mitarbeiter schlechter gestellt, die mit ihrem uneingeschränkten Engagement weiterhin das Äußerste an der medizinischen Front leisten.

„Die Situation ist paradox“, sagte Dr. med. Dr. jur. Martin Siebert, Vorsitzender der Geschäftsführung (CEO) von Paracelsus-Kliniken. „Wir haben aber angesichts der in vielen Punkten undurchsichtigen Lage und der kalkulativen Unsicherheit keine andere Wahl“. Viele Details der Umsetzung seien unklar. Womöglich werden sich die versprochenen Liquiditätshilfen weiter verzögern.

Dem pflichtete Martin Schlie, Personalchef des Unternehmens, bei: „Die Materie ist komplex. Wir können nicht einfach abwarten. Wir wollen ja gerade, dass unsere Kliniken diese Krise überleben, damit wir die Gesundheitsversorgung während der Corona-Krise und auch danach weiter mit voller Kraft unterstützen können. Paracelsus leistet sowohl in der Akutmedizin wie in der Rehabilitation einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der Patienten.“

Zugleich stellte Siebert klar: „Wir wollen uns an der Krise nicht bereichern. Es geht uns lediglich darum, die entstandenen Finanzierungslücken unverzüglich zu schließen. Diesen Einsatz schulden wir unseren Patienten und Mitarbeitern, die auch für die Zeit nach Corona eine einigermaßen sichere Perspektive brauchen.“

Reha-Kliniken besonders betroffen
Nach dem COVID-19 Krankenhausentlastungsgesetz können Reha-Kliniken zwar auch in die medizinische Gesamtversorgung einbezogen werden und die Versorgung von akut-stationären Patienten übernehmen. Die Entscheidungen darüber treffen aber die Bundesländer; möglicherweise wird nur wenigen ausgewählten Häusern gestattet, vorübergehend akutmedizinische Versorgungsaufgaben zu übernehmen. Auf jeden Fall fallen die meisten Reha-Kliniken in eine Finanzierungslücke; dort werden sie bis auf Weiteres allein gelassen.

„Konkret haben wir in unseren Kliniken mit einem Rückgang an Rehabilitanden zu kämpfen, weil rehabilitationsintensive Operationen in den Krankenhäusern entfallen und kaum noch jemand in die Anschlussheilbehandlung kommt“, erklärt Tobias Brockmann, Geschäftsbereichsleiter Reha bei Paracelsus, die Situation. „Gleichzeitig haben wir in einigen Häusern durch landespolitische Entscheidungen einen Aufnahmestopp und Patienten treten aus Angst vor einer Infektion ihre Reha gar nicht erst an.“

Die Folge sind leere Betten, die in absehbarer Zeit nicht belegt werden. Reha-Kliniken, die nicht Teil der medizinischen Versorgung durch Tätigkeiten als Corona-Krankenhaus werden und keine Rehabilitanden haben, erhalten derzeit nur einen beschränkten finanziellen Ausgleich.

 Die Zeit nach Corona nicht aus den Augen verlieren
„Alle Aufmerksamkeit richtet sich derzeit auf diesen Corona-Tsunami“, gibt Siebert zu bedenken. „Das Gesundheitssystem ist in einem hochaktiven Schockzustand“. Aber nach der Krise gehe das Leben weiter. „Wir dürfen die Zukunft wichtiger Behandlungsmöglichkeiten in der Reha jetzt nicht gefährden, weil wir sie in der Krise – sozusagen als ‚Überlauf‘ – aber auch in der Zeit nach der Corona-Krise dringend brauchen werden.“

Hinzu kommt, dass nach der Corona-Krise mit einem Ansturm von aufgeschobenen Behandlungen und psychischen Folgeerkrankungen zu rechnen sei. „Die Reha-Kliniken sind seit Jahren eine tragende Säule des Gesundheitssystems“, so Tobias Brockmann. „Wir ergreifen daher jetzt alle Maßnahmen, um in der Krise zu unterstützen und nach der Krise weiterhin für die medizinische Versorgung unserer Patienten zur Verfügung zu stehen.“

 

Quelle: Paracelsus Kliniken, 31.03.2020

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