Freitag, November 9th, 2018

 

Bundesregierung lehnt Verbesserungen für Rehabilitationskliniken ab / Branchenexperten zeigen sich alarmiert

Gleiche Arbeit, gleiches Geld? Nicht für Rehapflegekräfte, wenn es nach dem Bundesgesundheitsministerium geht

Köln: Viele Fachleute aus der Gesundheitsbranche hatten sich in den vergangenen Wochen und Monaten dafür eingesetzt, dass die Bundesregierung Verbesserung am geplanten Pflegepersonalstärkungsgesetz (PpSG) vornimmt. Der Bundesverband Deutscher Privatkliniken e.V. (BDPK)  äußerte sich besorgt zum geplanten Inkrafttreten des Gesetzes. Und auch der Bundesrat rief in seiner Stellungnahme vom 21.09.2018 dringend dazu auf, das PpSG nachzubessern. Morgen, am 09.11.2018 soll das PpSG trotz Protesten im Bundestag verabschiedet werden.

Der Kritikpunkt der Experten: Das Inkrafttreten des PpSG Anfang 2019 gefährde die Rehabranche unmittelbar. Denn während das PpSG Krankenhäuser und Pflegeheime richtigerweise dabei unterstütze, mehr Pflegepersonal einzustellen, indem sie die zusätzlichen Kosten von den Krankenkassen erstattet bekommen, gehen die mehr als 30.000 Rehapflegekräfte in Deutschland leer aus. „Wenn das PpSG in Kraft tritt, wie es jetzt geplant ist, schafft es ungleiche Wettbewerbsbedingungen zwischen Krankenhäusern, Pflegeheimen und Rehakliniken um die wenigen Pflegekräfte auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Das gefährdet unsere Branche – und damit die Versorgung der Rehapatienten in Deutschland – enorm“, so Dr. Ursula Becker, geschäftsführende Gesellschafterin der Dr. Becker Klinikgruppe. Dennoch lehnt die Bundesregierung weiterhin Verbesserungen für Rehabilitationskliniken ab.

Patientenversorgung gefährdet

Für Dr. Ursula Becker, zu deren Klinikgruppe neun Rehaeinrichtungen gehören, vollkommen unverständlich. Sie befürchtet eine massive Abwerbewelle im umkämpften Markt um Pflegefachkräfte: „Reha-Pfleger werden in den besser bezahlten Akut-Bereich abwandern, was ihnen auch keiner übel nehmen kann. Aber irgendwann werden Rehakliniken schließen müssen, weil sie wegen Personalmangel die Patientenversorgung nicht mehr aufrechterhalten können. Das Gesetz gefährdet in seiner jetzigen Ausführung eine der wichtigsten Säulen des deutschen Gesundheitssystems.“ 

Leidtragende sind die Rehapflegekräfte

Im Gegensatz zu den Akuthäusern ist die Gehaltsentwicklung in Rehabilitationskliniken durch die sogenannte Grundlohnrate gedeckelt. Für Dr. Ursula Becker eine große Ungerechtigkeit: „Die aktuelle Regelung entbehrt jeder Logik. Die Pflegekräfte in unseren Teams leisten ebenso gute Arbeit, wie es die Fachkräfte in den Akuthäusern tun. Dafür wollen wir ihnen auch weiterhin das gleiche Gehalt zahlen können!“ Die Geschäftsführerin möchte sich weiter verstärkt dafür einsetzen, dass das Bundesgesundheitsministerium diese Ungleichstellung anpasst. Dafür hat Becker die Gesprächsoffensive „Rehapflege unter dem Radar“ ins Leben gerufen. Sie und ihre Kollegen/innen der Dr. Becker Klinikgruppe sowie weitere Rehaklinikbetreiber führen seit Mitte des Jahres regelmäßig Gespräche mit Politikern/innen, um sie über das Missverhältnis zu informieren. „Unser Ziel ist es, dass die Bundesregierung das PpSG in seiner aktuellen Fassung überarbeitet und die Rehapflege so stellt, wie sie es verdient: nämlich auf eine Stufe mit der Akut- und Altenpflege!“

Bedarf an Rehabilitationsplätzen ist gestiegen

Und das tut dringend Not. Denn schon jetzt wechseln Pflegekräfte aus Rehaeinrichtungen in die mitunter besser zahlenden Akutkliniken. Damit gerät die Rehabilitationsversorgung im Anschluss an die Krankenhausbehandlung in Gefahr. Während einerseits immer mehr Patientinnen und Patienten immer früher nach Schlaganfällen, Herzoperationen, Endoprothesen und Krebserkrankungen in die Rehabilitation verlegt und dort pflegerisch versorgt werden müssen, sind andererseits Rehabilitationsplätze wegen fehlender Fachkräfte schon heute schwer zu bekommen. Ohne eine Möglichkeit, Preise an stärker steigende Personalkosten anpassen zu können, wird sich der Personalmangel in den Rehabilitationskliniken verstärken. „Noch sind wir personell gut aufgestellt. Unsere Mitarbeiter arbeiten gerne bei uns. Auch, weil sie sich bei uns auf planbare Arbeitszeiten verlassen können und wirklich Zeit für die Patientenbindung da ist. Aber diese Vorteile können extreme Gehaltsunterschiede nicht ewig ausgleichen“, so Dr. Ursula Becker. Die Bundesregierung müsse daher gewährleisten, dass Reha-Kliniken bundesweit ihre Pflegekräfte ebenso gut bezahlen können wie Krankenhäuser und das PpSG dringend überarbeiten, so ihre Forderung.

Dr. Becker Klinikgruppe

Die   Dr.   Becker   Klinikgruppe   ist   ein   inhabergeführtes mittelständisches Familienunternehmen   mit Hauptsitz  in  Köln.  Deutschlandweit  betreiben  die  beiden  Schwestern  Dr.  Petra  Becker  und  Dr.  Ursula Becker  neun  Rehabilitationskliniken  mit  den  Indikationen  Orthopädie,  Neurologie,  Kardiologie  und Psychosomatik sowie drei ambulanten Therapiezentren. Rund 1.300 Mitarbeiter betreuen jährlich 19.000  stationäre und 700 ambulante Patienten. „Wir wollen die Reha des 21. Jahrhunderts gestalten www.dbkg.de

Weitere Informationen zur Gesprächsoffensive erhalten Sie unter: www.dbkg.de/Pflegemangel

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www.Qualitaetskliniken.de sieht die Sicherstellung des Qualitätsniveaus in Rehakliniken in Gefahr.

Berlin (ots) – Die drohende Abwanderung von Pflegepersonal aus Einrichtungen der stationären Rehabilitation wird die dortige personelle Situation weiter verschärfen. Das Such- und Vergleichsportal www.Qualitaetskliniken.de sieht die Sicherstellung des Qualitätsniveaus in Rehakliniken in Gefahr.

Das geplante Inkrafttreten des Pflegepersonalstärkungsgesetzes (PpSG) soll ab dem 1. Januar 2019 Abhilfe zum Pflegenotstand leisten. Personalkosten von neu eingestellten Pflegekräften werden zukünftig direkt durch die Krankenkassen erstattet. So wird es Krankenhäusern und Pflegeheimen ermöglicht, die Arbeitsverdichtung im Bereich Pflege zu senken und das Berufsbild für den Nachwuchs attraktiver zu gestalten. Auch wenn die Beschaffung von neuem Pflegepersonal bei annähernder Vollbeschäftigung in Deutschland noch Fragen aufwirft, ist das Gesetz ein Vorstoß in die richtige Richtung und kommt gerade noch rechtzeitig.

Das PpSG gilt für die rund 13.600 Pflegeheime sowie die etwa 1.950 Krankenhäuser in Deutschland. Neben diesen gibt es aber auch noch bundesweit ca. 1.150 Rehakliniken, die für Patientinnen und Patienten nach Unfällen oder schweren Erkrankungen im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt sorgen und diese wieder in den Alltag bzw. Beruf integrieren. Durch eine medizinische Rehabilitation kann eine Frühberentung abgewandt oder älteren Menschen ein längeres Leben in der häuslichen Umgebung ermöglicht werden. Die volkswirtschaftliche Bedeutung und die Relevanz für die Sozialversicherungsträger ist somit hoch. Unverständlich sowie regelrecht fahrlässig also, warum der Bereich Rehabilitation bisher nicht im PpSG berücksichtigt oder in anderen Aktivitäten des Bundesministeriums für Gesundheit aufgenommen wird.

In Rehakliniken besteht bereits jetzt ein ausgeprägter Fachkräftemangel – Pflegekräfte wechseln aufgrund einer oft untertariflichen Vergütung in besser bezahlende Krankenhäuser, offene Stellen können nicht zeitgerecht besetzt werden. Aufgrund des PpSG droht sich diese Entwicklung noch einmal deutlich zu verstärken. Mitarbeiter werden vermehrt aus Rehakliniken abwandern und neue Tätigkeiten in Krankenhäusern oder Pflegeheimen wahrnehmen. Es besteht die Gefahr, dass Rehakliniken den Betrieb nicht mehr aufrecht erhalten können oder die erbrachte Qualität stark leidet. “Wir von Qualitätskliniken.de beschäftigen uns täglich mit den relevanten Aspekten, die eine Rehaklinik zu einer guten Einrichtung machen. Alle Vorgaben, Messinstrumente und eingeholten Patientenmeinungen bringen aber nichts, wenn die Patientinnen und Patienten keine Behandlung und Betreuung durch die Mitarbeiter in den Rehakliniken erhalten, weil diese schlicht nicht mehr vorhanden sind”, so Alexander Mühlhause von Qualitätskliniken.de. Der Verzicht auf einen Rehaaufenthalt kann dabei für den Patienten sogar noch besser sein als ein Rehaaufenthalt in einer Klinik, in der akuter Personalmangel herrscht. “Patientinnen und Patienten werden immer früher aus Krankenhäusern entlassen und in Rehakliniken weiterbehandelt. Besonders häufig zu sehen ist dies bei Erkrankungen wie Schlaganfällen, einigen Krebserkrankungen und Herzoperationen. Die Anforderungen an die dortigen Pflegekräfte wachsen ständig. Sind Pflegekräfte zusätzlich noch für zu viele Patienten zuständig, steigt die Gefahr für Behandlungsfehler deutlich.”

Im Sinne einer qualitativ hochwertigen Behandlung von Patientinnen und Patienten sowie der Berücksichtigung sowohl der Patientensicherheit als auch der Arbeitssituation der Pflegekräfte muss die medizinische Rehabilitation stärker in den Fokus der Politik gerückt werden. Ein gesetzlich geschaffenes Ungleichgewicht in der Bezahlung von Personal aus Krankenhäusern bzw. Pflegeheimen und Mitarbeitern in Rehakliniken gefährdet die medizinische Versorgung. Rehakliniken müssen Möglichkeiten zur Refinanzierung von Personal erhalten, um Fachkräfte adäquat bezahlen zu können.

Die 4QD – Qualitätskliniken.de GmbH mit Sitz in Berlin informiert Patientinnen und Patienten seit 2009 über die Qualität von stationären Einrichtungen im Gesundheitswesen. Als Betreiberin des Such- und Vergleichsportals www.Qualitaetskliniken.de bewertet die Gesellschaft die Qualität von Rehakliniken anhand wissenschaftlicher Methoden mit einem mehrdimensionalen Ansatz und stellt die Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung.

Pressekontakt:

4QD – Qualitätskliniken.de GmbH
Alexander Mühlhause
Friedrichstraße 60
10117 Berlin
Tel.: +49 (0)30 – 32 50 36 50
E-Mail: info@qualitaetskliniken.de

Original-Content von: 4QD – Qualitätskliniken.de GmbH, übermittelt durch news aktuell

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Heidi Bäumgen wird neue Kaufmännische Leiterin der Rehaklinik Glotterbad und des Zentrums für Ambulante Psychosomatische Rehabilitation

Zum 01. Januar 2019 übernimmt Heidi Bäumgen die Kaufmännische Leitung der Rehaklinik Glotterbad und des Zentrums für Ambulante Psychosomatische Rehabilitation Glotterbad (ZAPR). Die Diplom Betriebswirtin verfügt über langjährige Erfahrung im Gesundheitswesen und wechselt von der Christophsbad GmbH & Co. Fachkrankenhaus KG in Göppingen ins Glottertal.
Mit Heidi Bäumgen übernimmt zum 01. Januar 2019 eine ausgewiesene Expertin im Gesundheitswesen die Kaufmännische Leitung der Rehaklinik Glotterbad und des Zentrums für Ambulante Psychosomatische Rehabilitation Glotterbad (ZAPR). Die gebürtige Dortmunderin und Diplom Betriebswirtin verfügt über langjährige Erfahrung in der Gesundheitsbranche und war in mehreren leitenden Positionen tätig. Aktuell leitet Heidi Bäumgen die Unternehmensentwicklung der Christophsbad GmbH & Co. Fachkrankenhaus KG. Vor ihrer Zeit in Göppingen war sie u.a. Direktorin des Johanniter Krankenhaus und Waldkrankenhaus in Bonn sowie Geschäftsführerin der Helios Klinikum Siegburg GmbH.

Dr. Constanze Schaal, Geschäftsführerin der RehaZentren Baden-Württemberg gGmbH freut sich über die große Expertise, die Heidi Bäumgen mit an den Standort Glottertal bei Freiburg bringt: “Mit der Rehaklinik Glotterbad und dem Zentrum für Ambulante Psychosomatische Rehabilitation bieten wir unseren Patientinnen und Patienten am Standort Glottertal seit diesem Frühjahr gleich drei unterschiedliche Behandlungssettings an: Stationäre, ganztägig ambulante und die kombinierte Rehabilitation. Gerade die Kombi-Reha bietet durch die engmaschige Zusammenarbeit der beiden Rehabilitationseinrichtungen ein sehr großes Potenzial für die Zukunft. Ich freue mich daher sehr, dass wir Frau Bäumgen als neue Kaufmännische Leiterin für beide Einrichtungen gewinnen konnten.
Unser Ziel ist es, zusammen mit der Dualen Klinikleitung und dem gesamten Team das Therapieangebot nachhaltig auszubauen und damit die Profile der Einrichtungen weiter zu schärfen”.

Gemeinsam mit Chefarzt Dr. Werner Geigges bildet Heidi Bäumgen die Duale Klinikleitung der beiden Glottertäler Einrichtungen. “Heidi Bäumgen ist eine sehr erfahrene und fachlich wie menschlich versierte Führungskraft. Für die erfolgreiche Weiterentwicklung einer Klinik ist insbesondere die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Ärztlicher und Kaufmännischer Leitung von Bedeutung. Und in dieser Hinsicht freue ich mich auf den Start von Frau Bäumgen”, erklärt Chefarzt Dr. Geigges.

Auch Heidi Bäumgen sieht ihrer neuen Aufgabe mit Vorfreude entgegen: “Die Rehaklinik Glotterbad genießt in der Reha-Branche einen hervorragenden Ruf und gehört deutschlandweit zu den führenden Anbietern psychosomatischer Rehabilitation. Gemeinsam mit Chefarzt Herrn Dr. Geigges und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern möchte ich diesen erfolgreichen Weg in der Rehaklinik Glotterbad und dem ZAPR nicht nur weiterbeschreiten sondern durch neue, innovative Konzepte weiter ausbauen. Ich freue mich auf diese Herausforderung”.

Rehaklinik Glotterbad
Die Rehaklinik Glotterbad arbeitet in Trägerschaft der RehaZentren der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg gGmbH und ist eine Fachklinik für Psychosomatik, Psychotherapeutische und Innere Medizin mit einem ganzheitlichen bio-psycho-sozialen Therapieansatz, der die vielfältigen und lebendigen Wechselwirkungen zwischen körperlichen, seelischen und sozialen Lebens- und Krankheitsaspekten in den Mittelpunkt von Diagnostik und Therapie stellt.
Behandelt werden Patienten mit chronisch internistischen Erkrankungen verbunden mit psychischen Begleiterkrankungen. Patienten mit Ängsten und Depressionen, chronischen Schmerzsyndromen und somatoformen Störungen, mit Essstörungen, Zwängen und Persönlichkeitsstörungen (insbesondere Borderline-Störungen) sowie Posttraumatischen Belastungsstörungen und Arbeitsplatzkonflikten.
Die Klinik liegt am Rande des Glottertals nahe an Freiburg, in einer sehr ruhigen und parkähnlichen Anlage. Insgesamt verfügt sie über 170 komfortable Einzelzimmer.
Kostenträger sind alle Deutschen Rentenversicherer und Krankenkassen.

www.rehaklinik-glotterbad.de

ZAPR Glotterbad – Zentrum für Ambulante Psychosomatische Rehabilitation
Das Zentrum für Ambulante Rehabilitation (ZAPR) Glotterbad bietet Betroffenen, für die eine ambulante Therapie nicht mehr ausreichend ist und die in der Nähe wohnen, die Möglichkeit einer intensiven ganztägig ambulanten Behandlung.
Behandelt werden Patienten mit u.a. Depressiven Störungen, Burn-out, Angststörungen, Anpassungsstörungen bzw. Belastungsreaktionen sowie körperlichen Erkrankungen, bei denen psycho-soziale Faktoren für Genese, Verarbeitung und Verlauf relevant sind (z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma bronchiale) und Chronische Schmerzstörungen, die sowohl eine orthopädische wie auch psychosomatische Kompetenz bei der Behandlung erfordern.

www.zapr-rehazentren-bw.de

Kontakt:
RehaZentren Baden-Württemberg:
Jörg Skupin, Referent Public Relations
E-Mail: j.skupin@rehazentren-bw.de; Tel.: 0711 6994 639 20

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Bundesregierung positioniert sich zur Pflegesituation in der Rehabilitation

Stellungnahme aus Sicht der DEGEMED mehr als enttäuschend

Berlin, 09.11.2018

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat sich in seiner heute veröffentlichten Antwort auf die kleine Anfrage der FDP-Fraktion zur Pflegesituation in der Rehabilitation und zu weiteren wichtigen Fragestellungen zur medizinischen Rehabilitation positioniert. Die Veröffentlichung der Antwort fällt zeitlich zusammen mit den abschließenden Beratungen zum Pflegepersonalstärkungsgesetz (PpSG). Das PpSG soll ab 2019 die Situation von Pflegekräften in Krankenhäusern und stationären Pflegeeinrichtungen verbessern, verzichtet aber bewusst auf Maßnahmen für die Pflegekräfte in Reha-Einrichtungen. Die DEGEMED und andere Verbände haben das in dieser Woche massiv kritisiert.

Das BMG betont die Bedeutung der medizinischen Rehabilitation bei der Umsetzung des Zieles „Reha vor Pflege“. Neben den gesundheitlichen Vorteilen für die betroffenen Personen entstünden auch finanzielle und volkswirtschaftliche Vorteile. Die Nichtberücksichtigung der Reha-Einrichtungen im PpSG liege vor allem an ihrer unterschiedlichen Finanzierungsstruktur im Vergleich zu Krankenhäusern. Aus Sicht des BMG bestehen aber für Reha-Einrichtungen „insbesondere durch angemessene Vergütungsverträge mit dem Ziel einer besseren Bezahlung Gestaltungsspielräume“. Um angemessene Vergütungen durchzusetzen, verweist das BMG auf die gesetzlich vorgesehenen Schiedsstellenverfahren.

Die Stellungnahme der Bundesregierung ist aus Sicht der DEGEMED mehr als enttäuschend. Die Ungleichbehandlung der Pflegekräfte in den Reha-Einrichtungen verschärft den Wettbewerb um Fachkräfte und verschlechtert die Position der gesamten Reha-Branche. Die DEGEMED wird sich weiterhin für die wirkungsgleiche Übertragung der Instrumente des PpSG auf die medizinische Rehabilitation noch in dieser Legislaturperiode sowie für die Stärkung der Rechte der Leistungserbringer einsetzen.

Die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e. V. (DEGEMED) ist Spitzenverband der medizinischen Rehabilitation und vertritt in ganz Deutschland indikationsübergreifend die Interessen stationärer und ambulanter Reha-Einrichtungen gegenüber Politik, Leistungsträgern und Öffentlichkeit.

Weitere Informationen:
Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e.V.
Katharina Perl
Fasanenstraße 5, 10623 Berlin
Tel.: 030 28 44 96 6, Fax: 030 28 44 96 70
E-Mail: k.perl@degemed.de
Internet: www.degemed.de

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Pflegepersonal-Stärkungsgesetz: Suchtkrankenhilfe geht leer aus!

In Deutschland gibt es rund 1.150 Reha-Kliniken, in denen ca. 38.000 Pflegekräfte um die 2.000.000 Patientinnen und Patienten betreuen. Diese Pflegekräfte erhalten von der Bundesregierung keine Unterstützung! Das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG), das 2019 in Kraft treten wird, berücksichtigt nur Akutkrankenhäuser und die Altenpflege, nicht jedoch die Rehabilitation.

Dies bedeutet, dass auch die etwa 170 Mitgliedseinrichtungen des Bundesverbands für stationäre Suchtkrankenhilfe e.V. (buss) auf keine weitere Unterstützung durch das PpSG hoffen können. Das verschärft die wirtschaftliche Situation der bereits heute überwiegend nicht-auskömmlich finanzierten Suchtreha-Kliniken. Es steht zu befürchten, dass Akutkrankenhäuser und Pflegeheime in großem Umfang Pflegekräfte aus den Suchtfacheinrichtungen abwerben werden.

Schon jetzt sind die Gehälter für Pflegekräfte in den Reha-Einrichtungen häufig niedriger als in Krankenhäusern. Mit der Grundlohnbindung in der medizinischen Rehabilitation gibt es keine Chancen, steigende Gehaltsforderungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finanzieren. In der Folge wird es für die Mitgliedseinrichtungen des buss e.V. immer schwerer werden, ihre Pflegefachkräfte zu halten und zu entwickeln und neue hoch qualifizierte Kräfte für die Suchtreha zu gewinnen.

Diese Benachteiligung ist nicht nachvollziehbar und stößt die äußerst engagierten und bereits heute stark belasteten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Suchtkrankenhilfe vor den Kopf! Wir brauchen eine Gleichbehandlung aller Fachkräfte im deutschen Gesundheitswesen, und zwar in Akutkrankenhäusern, der Altenpflege und der medizinischen Rehabilitation. Das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz in seiner geplanten Form benachteiligt die Rehabilitation und damit alle Patientinnen und Patienten in der Reha und ist daher dringend reformbedürftig.

 

Kontakt:
Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe e.V.
Gero Skowronek, Geschäftsführer
Wilhelmshöher Allee 273
34131 Kassel
Tel. 0561-77 93 51
buss@suchthilfe.de

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