Donnerstag, Oktober 11th, 2018

 

Forschungsprojekt zum BTHG bis 2021 gestartet – DVfR setzt neue Schwerpunkte beim partizipativen Monitoring

Das Kooperationsprojekt „Partizipatives Monitoring der aktuellen Entwicklung des Rehabilitations- und Teilhaberechts bis 2021“ beobachtet von September 2018 bis August 2021 die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) und angrenzender Fragestellungen aus sozialrechtlicher und soziologischer Perspektive. Dazu sollen u. a. eigene empirische Erhebungen durchgeführt werden. Im Fokus der Analysen und Kommentierungen steht die Teilhabe am Arbeitsleben.

Das Projekt der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation e. V. (DVfR) und ihrer Partnerinnen und Partner an der Humboldt-Universität zu Berlin, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Universität Kassel sowie am Zentrum für Sozialforschung Halle führt das Monitoring der Entwicklung des Rehabilitations- und Teilhaberechts mit neuen Forschungsthemen fort. Hintergrund ist das stufenweise Inkrafttreten des BTHG, verbunden mit seiner Rechtsauslegung sowie mit Fragen der Akzeptanz durch die betroffenen Akteure. Das Projekt hat das Ziel, die Umsetzung der Reformschritte zu beobachten, zu analysieren und aus wissenschaftlicher wie praktischer Sicht zu kommentieren. Die Forschung wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales aus Mitteln des Ausgleichsfonds gefördert und durch einen interdisziplinären Beirat begleitet.

Zu den Forschungsschwerpunkten bis 2021 zählen u. a. die Neuregelungen der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA), die Rolle der Schwerbehindertenvertretung oder Fragen der Bedarfsermittlung nach § 13 SGB IX. „Es wird zu beobachten sein, ob und wie die Verknüpfung von medizinischer Rehabilitation, LTA, begleitenden Hilfen, Teilhabe an Bildung, sozialer Teilhabe und Krankenbehandlung zukünftig gelingt, wie sie in gemeinsamen Empfehlungen, regionalen Vereinbarungen und in der Begutachtungspraxis umgesetzt wird und wie die Rechtsprechung mit den neuen Regelungen umgeht“, erklärt der DVfR-Vorsitzende Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann.

Verstärkt stehen neben rein rechtlichen Aspekten auch eigene empirische Erhebungen im Fokus: Wie bewerten unterschiedliche Akteure in der Rehabilitation wichtige Neuerungen durch das BTHG, etwa die Mitbestimmungsrechte für den Werkstattrat und die Implementierung von Frauenbeauftragten in Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM), das Budget für Arbeit oder Alternativen zur WfbM? Neben Arbeitgebern, Leistungsträgern und -anbietern sollen vor allem Menschen mit Behinderungen zu Wort kommen.

Im Rahmen des Monitoring-Prozesses werden Vorschläge zur Klärung, Weiterentwicklung oder Umsetzung der neuen Regelungen entwickelt und diese in Fachveranstaltungen sowie auf der interaktiven Plattform „Diskussionsforum Rehabilitations- und Teilhaberecht“ zur Diskussion gestellt. Regelmäßige Online-Diskussionen zu ausgewählten Themen stehen allen Interessierten offen und ermöglichen eine niedrigschwellige Partizipation.

Weitere Informationen finden Sie auf der Projektseite: www.reha-recht.de/monitoring

(Pressemitteilung vom 10. Oktober 2018)

Über die DVfR

Die DVfR ist die einzige Vereinigung in Deutschland, in der die Akteure im Bereich Rehabilitation und Teilhabe gleichberechtigt zusammenwirken: Selbsthilfe- und Sozialverbände, Sozialleistungsträger, Rehabilitationseinrichtungen und -dienste, Reha-Experten sowie Berufs- und Fachverbände. Die Mitglieder der DVfR und ihre Partner in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft engagieren sich gemeinsam in einem interdisziplinären und sektorenübergreifenden, konsensorientierten Diskurs zur Weiterentwicklung von Rehabilitation und selbstbestimmter Teilhabe.

Über Reha-Recht.de

Das Diskussionsforum Rehabilitations- und Teilhaberecht unter www.reha-recht.de dient als Plattform für die Verbreitung der nicht hinreichend bekannten, zuletzt durch das Bundesteilhabegesetz geänderten Rechtsnormen v. a. des SGB IX. Hierzu werden die aktuelle Rechtsprechung und Verwaltungspraxis sowie Gesetzgebungsprozesse analysiert und kommentiert. Der juristischen Fachöffentlichkeit und Akteuren in Betrieben, Institutionen und Verbänden steht damit ein Forum für den interdisziplinären Austausch zu Rechtsfragen zur Verfügung. Ziel ist es, die Anwendung und Weiterentwicklung des Rehabilitations- und Teilhaberechts zu unterstützen.

Kontakt

Steffen Heidt
Deutsche Vereinigung für Rehabilitation e. V. (DVfR)
Maaßstraße 26
69123 Heidelberg
Tel.: 06221 / 18 79 01-22
E-Mail: s.heidt@dvfr.de

www.reha-recht.dehttp://fma.reha-recht.de

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38.000 vergessene Pflegekräfte
Vertreter/innen der Rehabranche starten Gesprächs-Offensive

Das Bundesgesundheitsministerium will mit seinem Sofortprogramm die Gehälter von Pflegekräften in Altenheimen und Krankenhäusern erhöhen. Für Pflegekräfte in Rehakliniken wird nach aktuellem Stand kein zusätzliches Geld bereitgestellt.

Köln, 10.10.2018: Krankenhäuser, Rehakliniken und Altenheime in Deutschland suchen händeringend nach qualifiziertem Personal. Das Gesundheitsministerium unter Jens Spahn versucht durch Reformen diesem Pflegemangel – der dramatische Folgen für die deutsche Bevölkerung haben könnte – entgegenzuwirken. Im August wurde daher das Pflegepersonalstärkungs-Gesetz (PpSG) verabschiedet, das bereits 2019 in Kraft treten soll.

Gesetzesvorhaben ruft Kritiker auf den Plan
Das Maßnahmenpaket stößt nicht bei allen auf Zustimmung: „Das PpSG des Bundesgesundheitsministeriums beinhaltet bislang ausschließlich Maßnahmen und  Finanzmittel  für  Akutkrankenhäuser  und Pflegeheime. Rehakliniken werden von der Politik zurzeit schlichtweg vergessen“, kritisiert Dr. Ursula Becker, geschäftsführende Gesellschafterin der Dr. Becker Klinikgruppe in Köln. Sie befürchtet eine massive Abwerbewelle im umkämpften Markt um Pflegefachkräfte, wenn das Gesetzesvorhaben so umgesetzt wird: „Reha-Pfleger werden in den besser bezahlten Akut-Bereich abwandern, was ihnen auch keiner übel nehmen kann. Aber irgendwann werden Rehakliniken schließen müssen, weil sie wegen Personalmangel die Patientenversorgung nicht mehr aufrechterhalten können.“

Fachleute suchen politischen Dialog – mit Erfolg
Dr. Ursula Becker, zu deren Klinikgruppe neun Rehaeinrichtungen zählen, sucht daher den Dialog mit der Politik, um auf diesen Missstand hinzuweisen. Acht Gespräche hat die geschäftsführende Gesellschafterin in den vergangenen vier Monaten mit Bundes- und Landtagsabgeordneten aller Fraktionen zum PpSG geführt. „Viele Politikerinnen und Politiker sehen sehr klar, was der Pflegemangel für unser Gesundheitssystem bedeutet und suchen engagiert nach Lösungen. Welche Auswirkungen der aktuelle Gesetzesentwurf auf den Rehasektor hat, war vielen gar nicht bewusst.“ So hätten bislang alle Abgeordneten versprochen, eine Verbesserung des Gesetzes zu unterstützen. Und auch der Bundesrat hat die Bundesregierung im September zu Nachbesserungen aufgerufen.

Appell an Reha-Branche
Ursula Becker hat deshalb auch ihre Klinikleitungen dazu aufgefordert, vermehrt in den Austausch mit Fachgesellschaften sowie Landtags- und Bundestagsabgeordneten zu diesem Thema zu treten. Sie appelliere ferner an alle in der Branche, es ihr gleichzutun und Gespräche mit politisch Verantwortlichen zu suchen. „Der bisherige Austausch zeigt, dass wir noch die Chance haben, auf die aktuellen Schwächen des PpSG Einfluss zu nehmen. Hieran sollte jeder aus der Branche mitwirken!“


Comic zum Download
Wer sich an der Gesprächs-Offensive der Dr. Becker Klinikgruppe beteiligen möchte, kann dazu Gesprächsunterlagen auf der Seite www.dbkg.de/pflegemangel herunterladen. Hier stehen kostenlose Infografiken und Factsheets all denjenigen zur Verfügung, die sich ebenfalls für eine Korrektur des PpSG einsetzen wollen.

Die Grafik kann hier als PDF heruntergeladen werden.

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Dr. Becker Klinikgruppe

Die Dr. Becker Klinikgruppe ist ein inhabergeführtes mittelständisches Familienunternehmen  mit Hauptsitz in Köln. Deutschlandweit betreiben die beiden Schwestern Dr. Petra Becker und Dr. Ursula Becker neun Rehabilitationskliniken mit den Indikationen Orthopädie, Neurologie, Kardiologie und Psychosomatik sowie drei ambulanten Therapiezentren. Rund 1.300 Mitarbeiter betreuen jährlich 19.000 stationäre und 700 ambulante Patienten. Die Vision der Klinikgruppe ist es, die Reha des 21. Jahrhunderts zu gestalten. www.dbkg.de

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Neue Ausgabe der RehaStimme erschienen

RehaStimme Oktober 2018

Wir freuen uns, Ihnen die aktuelle Ausgabe der RehaStimme zur Verfügung stellen zu können.

Wichtige Themen der aktuellen Ausgabe auf einen Blick:

  • Konsolidierungsprozesse – Rehabilitation im Umbruch
  • Sozialpolitik – Rentenpaket vergisst Reha
  • Rückblick – DEGEMED-Sommerakademie 2018
  • Telemedizin in der Psychosomatik – Kein Ersatz für Face-to-face-Therapie

Jetzt lesen!

Die aktuelle Ausgabe der RehaStimme steht Ihnen ab sofort als E-Paper oder alternativ als PDF-Datei zur Verfügung.

Sie benötigen Printausgaben für Ihre Mitarbeiter?

Wie immer haben unsere Mitglieder die Möglichkeit, zusätzliche Printausgaben unserer DEGEMED news kostenfrei zu bestellen. Wenn Sie für sich oder für Ihre Mitarbeiter zusätzliche Exemplare benötigen, wenden Sie sich bitte an unsere Geschäftsstelle.

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Enttäuschung bei Pflegekräften in der Reha hält an!

Foto DEGEMED-PM-Anhörung PpSG

Anhörung zu Pflegepersonal-Stärkungsgesetz im Gesundheitsausschuss des Bundestags

Die heutige Beratung des Pflegepersonal-Stärkungsgesetzes im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages brachte für die Reha-Branche keine nennenswerten Fortschritte. Die Fragen der Parlamentarier kreisten vor allem um die Situation in Akutkrankenhäusern und in stationären Pflegeeinrichtungen. Auf sie zielt der Gesetzentwurf im Kern. Die DEGEMED kritisiert, dass der Gesetzentwurf für die vielen tausend Pflegekräfte in ambulanten und stationären Reha-Einrichtungen keine Verbesserungen enthält. Dieser Kritik hatte sich auch der Bundesrat Ende September auf Initiative des Freistaats Bayern angeschlossen.

„Das Gesetz benachteiligt ganz klar Pflegekräfte in Reha-Einrichtungen. Die Enttäuschung in der Reha-Branche ist enorm“, kritisiert Christof Lawall, der Geschäftsführer der DEGEMED. Die DEGEMED schlägt daher die wirkungsgleiche Übertragung der Maßnahmen des Gesetzentwurfs auch auf die Pflegekräfte in der medizinischen Reha vor. „Wir müssen mit den Kostenträgern offen darüber sprechen, was Pflege in der Reha wert ist. Und wir müssen dann auch Transparenz herstellen bei allen anderen Kostenfaktoren. Nur so können wir Strukturabbau in der Reha verhindern und für fairen Wettbewerb sorgen“, fordert Lawall.

Die DEGEMED ist ein Spitzenverband der medizinischen Rehabilitation. Sie setzt sich für die Interessen der stationären und ambulanten Rehabilitationseinrichtungen ein und vertritt indikationsübergreifend Einrichtungen in öffentlicher, freigemeinnütziger und privater Trägerschaft.

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