Donnerstag, August 16th, 2018

 

Medizinische Rehabilitation für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen

Deutsche Alzheimer Gesellschaft informiert über die Voraussetzungen / Auch bei Demenz helfen Rehamaßnahmen, das Leben mit der Krankheit zu verbessern.

(Berlin) – Medizinische Rehabilitation (Reha) soll die Folgen einer Krankheit mindern und den Erkrankten ein größeres Maß an Teilhabe ermöglichen. Davon können auch Menschen mit Demenz profitieren. Eine Reha kann auch für Angehörige sinnvoll sein, die durch die Pflege körperlich und seelisch stark belastet sind. Ein neues Infoblatt der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) informiert über die verschiedenen Arten von Reha und die Voraussetzungen, unter denen sie von den Kostenträgern bewilligt werden.

Ziel einer Reha-Maßnahme ist es, die Folgen einer Erkrankung zu heilen oder zu vermindern. Auch wenn die meisten Demenzerkrankungen nicht heilbar sind, können Menschen mit Demenz, insbesondere im frühen und mittleren Stadium der Erkrankung, von einem Reha-Angebot profitieren, das gezielt auf ihre Symptome eingeht. Dies gilt auch für Reha-Maßnahmen, die aufgrund einer anderen Erkrankung oder beispielsweise nach einer Hüftoperation erforderlich werden. Voraussetzung ist, dass das jeweilige Angebot auf den besonderen Unterstützungsbedarf von Demenzkranken eingerichtet ist.

Pflegende Angehörige betreuen Menschen mit Demenz oft rund um die Uhr und sind dadurch häufig hohen körperlichen und seelischen Belastungen ausgesetzt. Dadurch steigt für sie das Risiko, körperlich zu erkranken oder beispielsweise eine Depression zu entwickeln. Nicht erst wenn dies eintritt, sondern bereits bei ersten Anzeichen dafür, haben pflegende Angehörige das Recht, eine Vorsorgekur in Anspruch zu nehmen. Bisher machen aber nur wenige Angehörige von dieser Möglichkeit Gebrauch.

Das neue Informationsblatt “Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen für pflegende Angehörige und Menschen mit Demenz” informiert über die verschiedenen Formen von Reha- und Vorsorgeangeboten und klärt darüber auf, unter welchen Voraussetzungen sie in Anspruch genommen werden können. Dies ist auch deshalb wichtig, weil solche Maßnahmen von den zuständigen Kostenträgern häufig mit unzureichenden Begründungen abgelehnt werden. Gerade erst am 17. Juli 2018 hat das Landessozialgericht Baden-Württemberg in einem Urteil darauf hingewiesen, dass Rehabilitation auch bei vorliegender Demenz erfolgreich durchgeführt werden kann. Ein entsprechender Antrag müsse deshalb genau geprüft und dürfe nicht ohne fundierte Begründung abgelehnt werden.

Monika Kaus, erste Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, sagt dazu: “Rehabilitation und Vorsorge für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen sind wichtige Maßnahmen. Sie können dazu beitragen, dass die Betroffenen länger zu Hause leben und ein selbstständigeres Leben führen können. Diese Erkenntnis muss sich auch bei den Kostenträgern durchsetzen.”

Quelle und Kontaktadresse:
Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.
Pressestelle
Friedrichstr. 236, 10969 Berlin
Telefon: (030) 2593795-0, Fax: (030) 259379529
E-Mail: info@deutsche-alzheimer.de
Internet: www.deutsche-alzheimer.de

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Forum Ökonomie feiert Jubiläum

Foto (DRV Westfalen): Teilnehmer des Forums Ökonomie am 10.06.18 in Münster. Zweiter von rechts: Thomas Keck (ED DRV WF), Vierte von rechts: Barbara Hassenkamp (Rehaleiterin, DRV WF)

Kinder- und Jugendrehabilitation

Am 11.06.18 tagte der Arbeitskreis der kaufmännischen Leiter der Rehabilitationskliniken für Kinder und Jugendliche, das Forum Ökonomie, zum 30. Mal. Die Jubiläumssitzung fand bei der DRV Westfalen in Münster statt. Zum ersten Mal trafen sich die Teilnehmer des Forums Ökonomie vor 15 Jahren am 15.03.03 bei der BAR in Frankfurt.

Flexirentengesetz und Bundesteilhabegesetz schaffen neue Leistungen und Möglichkeiten

Sitzungsgastgeber Thomas Keck, Erster Direktor der DRV Westfalen, nahm zur aktuellen Situation der Kinder- und Jugendreha Stellung. Die Talsohle des in den vergangenen Jahren zu verzeichnenden Antragsrückgangs scheint durchschritten und die Zahl der Antragsablehnungen ist deutlich zurückgegangen. Gleichwohl sieht Keck einen deutlich höheren Bedarf an diesen Leistungen als derzeit bei der Rentenversicherung in Form von Anträgen zu verzeichnen ist. Eine Ursache sieht Keck unter anderem in Defiziten bei der Wissens- und Informationsvermittlung sowie in der Kommunikation. In der Konsequenz stellen die Eltern gemeinsam mit den niedergelassenen Ärzten einfach zu wenige Anträge auf Kinder- und Jugendrehabilitationen, weil das Angebot nicht bekannt ist.

Große Bedeutung misst Keck dem Bundesteilhabegesetz (BTHG) bei. Durch das BTHG wurde für alle Rehabilitationsträger explizit geregelt, dass der Rehabilitationsbedarf der Betroffenen individuell, funktionsbezogen und in seiner Gesamtheit zu ermitteln ist. Die erforderlichen Leistungen werden in einem Teilhabeplan zusammengestellt, aufeinander abgestimmt und zwischen den verschiedenen Leistungsträgern koordiniert. Die Rehabilitation erfährt somit einen Paradigmenwechsel weg von ihrer engen Betrachtung der Rehabilitationsziele und -empfehlungen der verschiedenen Leistungsträger hin zu einer ganzheitlichen Betrachtung der Gesundheitssituation des Betroffenen einschließlich seiner personen- und umweltbezogenen Faktoren. Die Rehabilitation der gesetzlichen Rentenversicherung wird Teil der gesamten gesundheitlichen Hilfen bzw. Versorgungskette und arbeitet trägerübergreifend zusammen („Leistungen wie aus einer Hand“).

Eine weitere gesetzliche Änderung stellt das Flexirentengesetz dar, welches die Kinder und Jugendlichen beim Erhalt der Schul- und Ausbildungsfähigkeit auf dem Weg hin zur Erlangung der Erwerbsfähigkeit unterstützt. Entscheidend für den Erfolg dieser gesetzgeberischen Initiative mit den neuen Leistungen für die Kinder und Jugendlichen ist laut Thomas Keck die Änderung der Haltung und Einstellung bei allen Beteiligten.

Keine Panikmache wegen der EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO)

Andrea Vogt, Leiterin des Referats Informationssicherheit und Datenschutzbei bei der DRV Westfalen, hält die kritische Darstellung der EU-DSGVO in den Medien für unberechtigt. Der erste offizielle Entwurf ist bereits sechs Jahre alt, vor zwei Jahren trat das EU-Gesetz in Kraft, mit den nationalen Anpassungen wurde es am 25.05.18 in Deutschland wirksam. So bestand einerseits genügend Zeit sich damit auseinanderzusetzen und andererseits bestand bisher schon ein hoher Anspruch an den Datenschutz. Mit der EU-DSGVO grundlegend geändert haben sich einige Begrifflichkeiten, Dokumentationspflichten, eine Datenschutz-Folgenabschätzung, Informationspflichten gegenüber den Beteiligten und die Meldung von Datenschutzverletzungen. Vogt empfiehlt den Kliniken eine Bestandsaufnahme zu machen, die Information der Patienten zu aktualisieren und die EDV-Sicherheit zu überprüfen. Die Kliniken benötigen selbst oder über ihren Träger einen Datenschutzbeauftragten, eine interne Datenschutzrichtlinie und sollten eine Datenschutz-Folgeabschätzung durchführen.

Die Rehakliniken für Kinder und Jugendliche stehen vor großen Herausforderungen

Die Rehakinderkliniken werden die geforderten Anpassungen an den Datenschutz vornehmen, wie bei anderen Veränderungen der Vergangenheit auch. Grundlegender sind die Veränderungen die sich durch das Flexirentengesetz, das BTHG und die aktuellen Entwicklungen ergeben. Um zum Beispiel eine ambulante Kinder- und Jugendreha anbieten oder die Familienangehörigen stärker einbinden zu können, sind neue Konzepte notwendig und Investitionen in Gebäude. Insbesondere die zu erwartende deutliche Zunahme von Begleitpersonen nötigt die Betreiber zu großen finanziellen Investitionen. Eine andere Entwicklung beschäftigt zunehmend die Klinikleitungen: es wird immer aufwändiger, die Stellen zu besetzen, seien es für Ärzte, Therapeuten oder Pflege- und Betreuungskräfte.

Der langjährige Austausch im Forum Ökonomie stärkt die Kinder- und Jugendreha

Die Rehakliniken konkurrieren zwar um Patienten, Konzepte und Innovationen, haben aber viele gemeinsame Interessen, wie die, chronisch kranken Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu helfen. Die gemeinsamen Interessen in einem sich verändernden Umfeld führte zu Beginn dieses Jahrtausend zur Gründungen einer medizinischen Fachgesellschaft, der Dt. Gesellschaft für pädiatrische Rehabilitation und Prävention e.V. Um sich neben inhaltlichen Themen auch über kaufmännische Themen auszutauschen, entstand 2003 das Forum Ökonomie. Rund die Hälfte aller kaufmännischen Leiter der Rehakinderkliniken trifft sich seither zwei Mal im Jahr, um sich den Fragen der Organisation, des Betriebs und der Finanzierung zu widmen. Die Treffen finden abwechselnd bei den Leistungsträgern statt. An den ersten Tagesordnungspunkten nimmt der Gastgeber teil und berichtet über aktuelle Entwicklungen aus Sicht des Leistungsträgers. Dieser regelmäßige Austausch zwischen Leistungsträger und Leistungserbringer hat sich besonders bewährt. In der Rückschau anlässlich der Jubiläumssitzung lässt sich sagen, dass die Treffen zu einer Stärkung der einzelnen Kliniken und grundsätzlich zur Stärkung der Kinder- und Jugendreha geführt haben.

Alwin Baumann

Sprecher Bündnis für Kinder- und Jugendreha e.V.

a.baumann@bkjr.de, www.kinder-und-jugendreha-im-netz.de

 

Foto (DRV Westfalen): Teilnehmer des Forums Ökonomie am 10.06.18 in Münster. Zweiter von rechts: Thomas Keck (ED DRV WF), Vierte von rechts: Barbara Hassenkamp (Rehaleiterin, DRV WF)

 

 

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29 Schulanfänger bei der Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (BvB)

Marko Daubitz, Fachbereichsleiter BTZ Leipzig und BTZ Chemnitz am Berufsförderungswerk Leipzig. © A. Starke, BFW Leipzig
Marko Daubitz, Fachbereichsleiter BTZ Leipzig und BTZ Chemnitz am Berufsförderungswerk Leipzig. © A. Starke, BFW Leipzig

Marko Daubitz, Fachbereichsleiter BTZ Leipzig und BTZ Chemnitz am Berufsförderungswerk Leipzig. © A. Starke, BFW Leipzig

Am 27. August 2018 beginnen 29 „Schulanfänger“ eine BvB-Maßnahme. Ziel ist die Vorbereitung auf eine Ausbildung. Agentur für Arbeit Leipzig zeigt sich zufrieden mit der Arbeit.

Mit großen Erwartungen starten 29 Jugendliche im Alter von 16 bis 25 Jahren am 27. August 2018 eine Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB). Im Beruflichen Trainingszentrum am Berufsförderungswerk Leipzig (BTZ Leipzig) können sich die jungen Leute auf die Ausbildung vorbereiten, sich stabilisieren und gegebenenfalls ihren Hauptschulabschluss erwerben. „Wir beobachten seit Jahren eine Entwicklung, dass immer mehr junge Menschen wegen psychischer Probleme die Schule ohne einen Abschluss verlassen“, sagt der Fachbereichsleiter des BTZ Leipzig Marko Daubitz. „Zu den meisten Ursachen zählen Persönlichkeitsentwicklungsstörungen bei den Kindern und Jugendlichen wie Mobbing, Depression, Drogen, Alkohol, Anpassungsstörungen.“

Die BvB ist eine besondere Form der Rehabilitation für diese jungen Leute, die noch nicht über die erforderliche Ausbildungsreife verfügen. „Wir unterstützen nicht nur den Hauptschulabschluss nachzuholen, sondern bereiten auf eine Ausbildung vor, helfen auch bei der Berufswahl und fördern die Persönlichkeitsentwicklung.“ Dabei greift die BvB am BTZ Leipzig berufliche Ideen und Potenziale der Schulabgänger auf und entwickelt diese weiter.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um Marko Daubitz setzen auf eine individuelle Betreuung ihrer Teilnehmer. Bildungsbegleiter, Psychologen, Ausbilder, Berufliche Trainer, Sozialpädagogen, Ergotherapeuten, Ärzte bilden das multiprofessionelle Team. „Wir haben uns in den letzten zwei Jahren zusammen mit den Jugendlichen weiterentwickelt“, sagt der Leiter des BTZ Leipzig.

Die kleinen Klassen von bis zu 10 Schülern sind ein wichtiger Grund, warum in den letzten zwei Jahrgängen, seit die BvB-Maßnahme im Sommer 2016 an den Start ging, fast alle eine Erstausbildung beginnen konnten. „Wir merken, wie die jungen Leute diese ihnen entgegengebrachte Wertschätzung dankbar annehmen“, berichtet Marko Daubitz weiter. Einige von den Jugendlichen gehen ihren Weg weiter über eine Inklusionsgestützte Erstausbildung, die ebenfalls im BTZ Leipzig absolviert werden kann.

Regina Höfer, die als Reha-Spezialistin der Agentur für Arbeit Leipzig die Kinder und Jugendlichen begleitet, zeigte sich von den bisherigen Erfolgen der Maßnahmen am BTZ Leipzig begeistert: „Von der Eignungsanalyse über die Grundstufe, weiter über eine Halbjahresauswertung bis hin zur Auswertung am Ende der Maßnahme sind wir über die Entwicklung der Jugendlichen sehr gut informiert. Und dabei erleben wir, wie individuell die jungen Menschen hier betreut werden. Wir sind sehr zufrieden.“

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Erstellt: Michael Lindner/BFW Leipzig

Schlagworte:

BFW Leipzig, Berufliche Rehabilitation, BTZ Leipzig, Berufliches Trainingszentrum, BvB, Berufsvorbereitende Maßnahme, Persönlichkeitsentwicklungsstörungen, psychische Beeinträchtigungen

BFW Leipzig

Seit über 25 Jahren ist das Berufsförderungswerk Leipzig als Spezialist auf dem Gebiet Teilhabe am Arbeitsleben (berufliche Rehabilitation) tätig. Hier werden Menschen ausgebildet und bedarfsorientiert unterstützt, die durch Krankheit oder Unfall aus dem gewohnten Arbeitsleben scheiden mussten. Mit individuellen Erprobungs-, Qualifizierungs- und Integrationsmaßnahmen werden neue Möglichkeiten für den Weg zurück ins Arbeitsleben angeboten. Die Angebote als überregionaler Dienstleister auf den Gebieten Beratung, Diagnostik und Assessment, Qualifizierung, Prävention und Rehabilitation stehen neben der Hauptstelle in Leipzig in den Außenstellen in Brand-Erbisdorf, Chemnitz und Döbeln zur Verfügung. Ein berufliches Trainingszentrum, das BTZ Leipzig, ergänzt das Angebot speziell für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. Die vielfältigen Leistungen sind ein wichtiger Beitrag nicht nur um Menschen wieder in den Arbeitsprozess zurückzuführen, sondern diese tragen auch durch die Orientierung am Arbeitsmarkt zur Lösung des Fachkräftemangels in der Wirtschaft bei. Darüber hinaus werden an der Bildungseinrichtung verschiedene Kurse der beruflichen Weiterbildung angeboten.

Weitere Informationen und Bildmaterial:

Berufsförderungswerk Leipzig gemeinnützige GmbH
Michael Lindner
Leiter PR | Unternehmenskommunikation
Georg-Schumann-Straße 148
04159 Leipzig
Tel.: 0341 | 9175120
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