Juni, 2017

 

Russisch Roulette mit den Drogen

Anti-Drogentag am 26. Juni: Dr. Elmira Marks warnt vor synthetischen Substanzen und Legal Highs – Suchtkranke berichten in der Prävention

SCHMALLENBERG. Drogenkonsumenten werden immer jünger. Zwei Prozent der 12- bis 15-Jährigen nehmen bereits regelmäßig Cannabis zu sich. „Und die Zahl derer, die bereits mit Drogen in Berührung kamen, liegt noch viel höher“, sagt Dr. Elmira Marks anlässlich des Anti-Drogentags am Montag, 26. Juni. Die Therapeutische Leiterin der Johannesbad Fachklinik Holthauser Mühle, die Suchtabhängige behandelt, warnt vor allem vor synthetischen Drogen. Neben künstlich hergestellten Cannabinoiden und Opiaten greifen gerade auch Jugendliche verstärkt zu den sogenannten „Legal Highs“. „Diese neuen psychoaktiven Substanzen haben eine deutlich stärkere toxische Wirkung“, betont die approbierte Diplom-Psychologin. Außerdem seien die Bestandteile der Legal Highs kaum kontrollierbar. „Wer diese Mittel zu sich nimmt, spielt bewusst Russisches Roulette. Denn meist ist unklar, was in den Pulvern, Kristallen und Tabletten steckt. Oft sind das hoch dosierte chemische Substanzen, deren Wirkung unberechenbar ist.“

Drogen gibt es heute online – wenn auch illegal – zu kaufen. Im Darknet finden auch Jugendliche verbotene Substanzen. Dr. Elmira Marks, die seit fünf Jahren in den Suchteinrichtungen der Johannesbad Gruppe in Fredeburg arbeitet, weiß: „Unglückliche Kinder aus problembelasteten Familien sind besonders gefährdet, Drogen zu nehmen.“ Denn: Sie fühlen sich häufig einsam, abgelehnt und nicht beachtet. „Sie leiden unter einem niedrigen Selbstwertgefühl, können nicht gut Frust und Traurigkeit aushalten und versuchen, mit Drogen ihre Gefühle zu regulieren.“ Auch traumatische Erfahrungen wie Misshandlungen und Missbrauch sowie deren Folgen versuchten Menschen mit Drogen zu kontrollieren. Weitere Ursachen gerade bei Jugendlichen für den Drogenkonsum seien Frust und Langweile, beispielsweise bei Arbeits- und Perspektivlosigkeit. Auch die sogenannten Peer-Groups spielen eine entscheidende Rolle, wie Dr. Elmira Marks erklärt: „Wer zu einer Clique gehören will, in deren Mittelpunkt der gemeinsame Drogenkonsum steht, dem fällt es ziemlich schwer, ‚Nein‘ zu sagen.“

Angriff auf das junge Gehirn

Die Therapeutin selbst ist gegen eine Legalisierung von Drogen. „Die Patienten, die zur medizinischen Rehabilitation in die Johannesbad Fachkliniken Fredeburg kommen, weisen häufig neben einer Abhängigkeitserkrankung psychische und somatische Krankheiten auf. Dazu zählen posttraumatische Belastungsstörungen, Persönlichkeitsstörungen mit und ohne selbstverletzendes Verhalten, Psychosen, ADHS, Ess- und Angststörungen, Depressionen, aber auch körperliche Erkrankungen verursacht durch HIV oder Hepatitis.“ Hinzu kämen durch den Konsum aller Drogen Abhängigkeit und drogenbedingte Infektionskrankheiten. „Kinder und Jugendliche sind besonders gefährdet, denn die Hirnstrukturen sind bis zum 21. Lebensjahr noch nicht ausgereift“, warnt Dr. Elmira Marks und ergänzt: „Konsum von Drogen ist immer ein Gesundheitsrisiko – unter 21 Jahren ist es aber hoch riskant.“ Häufig würden Drogenabhängige dann den Anforderungen einer Ausbildung oder eines Studiums nicht mehr gerecht. Außerdem steigt das Risiko bei regelmäßigem Konsum von Cannabis im Jugendalter, an Schizophrenie zu erkranken. Auch Atemwegserkrankungen seien häufiger, da Cannabis in Deutschland bevorzugt geraucht wird.

Dr. Elmira Marks und ihr Team wollen die durch die Sucht gekennzeichneten Menschen in der Gesellschaft wieder eingliedern. Neben der medizinisch-somatischen Versorgung, der Psycho-, Arbeits-, Bewegungs- und Physiotherapie werden die Abhängigen auch psychosozial beraten. „Besonderen Stellenwert haben die Berufsorientierungsmaßnahmen in der Therapie“, erklärt Dr. Elmira Marks, denn: „Wenn die Abhängigen durch einen strukturierten Alltag gestützt werden und Erfolg sowie positive Gefühle durch die Arbeit erleben, stehen die Chancen für die Abstinenz ziemlich gut.“

Wahre Geschichten, die abschrecken

Darüber hinaus beeindrucken die Geschichten der Patienten in den Johannesbad Fachkliniken Azubis und Schüler: kein Schulabschluss, keine Ausbildung, keine Freunde, die Familie wendet sich ab, ein Riesenberg Schulden. „Wenn ein Abhängiger schildert, wie er in die Sucht gerutscht ist und wie hart es ist, wieder herauszukommen, schreckt das stärker ab als jeder Film oder gar eine ganze Woche Prävention an der Schule oder im Betrieb“, sagt auch Sozialarbeiterin Romy Friederici aus der Johannesbad Fachklinik Fredeburg. „Wie rutscht man in die Sucht? Wann spürt man, dass man abhängig ist? Das sind Fragen, die die jungen Menschen wirklich beschäftigen“, berichtet sie, „die Antworten können nur die Betroffenen selbst geben.“

Die Johannesbad Kliniken Fredeburg arbeiten in der Präventionsarbeit für Auszubildende auch mit Firmen wie Thyssen Krupp Mill Services & Systems, Pierburg Neuss, Fuchs Meinerzhagen oder der Gemeinschafts-Lehrwerkstatt-Arnsberg GmbH sowie mit Schulen zusammen. „Damit leisten wir einen entscheidenden Teil in der Präventionsarbeit“, weiß Dr. Elmira Marks aus Erfahrungen.

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Mit einer Umschulung am BFW Leipzig zur neuen Lebensperspektive

Marika Bild begrüßte die 174 neuen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die in den kommenden 24 Monaten ihre Umschulungen im Rahmen der beruflichen Rehabilitation absolvieren werden.

Am 20. Juni 2017 starteten die neuen Umschulungskurse am Berufsförderungswerk Leipzig (BFW Leipzig). In 19 kaufmännischen und gewerblich-technischen Berufen absolvieren die 174 Kursteilnehmer ihre 24monatige Umschulung.

Marika Bild begrüßte die 174 neuen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die in den kommenden 24 Monaten ihre Umschulungen im Rahmen der beruflichen Rehabilitation absolvieren werden.

Marika Bild begrüßte die 174 neuen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die in den kommenden 24 Monaten ihre Umschulungen im Rahmen der beruflichen Rehabilitation absolvieren werden.
© H. Blumentritt, BFW Leipzig

Frau Marika Bild, pädagogische Leiterin am BFW Leipzig, begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Start ihrer Umschulungen im Rahmen der beruflichen Rehabilitation. Sie betonte in ihrer Eröffnungsrede, dass man nun einen gemeinsamen Weg beschreite, um durch einen neuen Beruf zurück ins Arbeitsleben zu finden. Für viele von den Rehabilitanden beginne ein neuer Lebensabschnitts, der sie zurück auf die Schulbank führe und von ihnen trotz gesundheitlicher Beeinträchtigungen viel abverlangen werde. „Wir werden Sie so umfangreich wie möglich unterstützen“, erklärte Marika Bild. „An Ihrer Seite stehe die Personalberater, die den Reha-Prozess begleiten sowie die Ausbilder, die Ihnen beim Erlernen Ihres neuen Berufes helfen.“ Weiterhin können die Teilnehmer die vielseitigen Angebote und Leistungen von Medizinern, Physiotherapeuten, Psychologen und Sporttherapeuten entsprechend ihrem Krankheitsbild in Anspruch nehmen. Das BFW Leipzig bietet einen hohen Grad an individueller und praxisbezogener Ausbildung, die an die unterschiedlichen gesundheitlichen Ausgangssituationen der Teilnehmer angepasst ist.

Die Umschulungen, die am 20. Juni begonnen haben, sollen mit dem Erreichen eines Kammerabschlusses eine nachhaltige Perspektive für den Wiedereinstieg in Arbeit schaffen. Das sei das gemeinsame Ziel für Rehabilitanden und das Berufsförderungswerk. Dafür stünden die guten Vermittlungsergebnisse, die je nach Berufsgruppe zwischen 70 und 100 Prozent betrügen. Die Teilnehmer stünden damit nach ihrer Umschulung als hochwertige Fachkräfte den Unternehmen in der Region zur Verfügung.

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Erstellt: Michael Lindner/BFW Leipzig

Schlagworte:

BFW Leipzig, Berufliche Rehabilitation, Fachkräfte, Umschulung, Besondere Hilfen

BFW Leipzig

Seit 25 Jahren ist das Berufsförderungswerk Leipzig als Spezialist auf dem Gebiet der beruflichen Rehabilitation tätig. Hier werden Menschen ausgebildet und bedarfsorientiert unterstützt, die durch Krankheit oder Unfall aus dem gewohnten Arbeitsleben scheiden mussten. Mit individuellen Erprobungs-, Qualifizierungs- und Integrationsmaßnahmen werden neue Möglichkeiten für den Weg zurück in ein erfülltes Arbeitsleben angeboten. Die Angebote als überregionaler Dienstleister auf den Gebieten Beratung, Diagnostik und Assessment, Qualifizierung, Prävention und Rehabilitation stehen neben der Hauptstelle in Leipzig in den Außenstellen in Brand-Erbisdorf, Chemnitz, Döbeln, Plauen und Zwickau zur Verfügung. Die vielfältigen Leistungen sind ein wichtiger Beitrag nicht nur um Menschen wieder in den Arbeitsprozess zurückzuführen, sondern diese tragen auch durch die Orientierung am Arbeitsmarkt zur Lösung des Fachkräftemangels in der Wirtschaft bei. Darüber hinaus werden an der Bildungseinrichtung verschiedene Kurse der beruflichen Weiterbildung angeboten.

Weitere Informationen und Bildmaterial:

Berufsförderungswerk Leipzig gemeinnützige GmbH
Michael Lindner
Leiter PR | Unternehmenskommunikation
Georg-Schumann-Straße 148
04159 Leipzig
Tel.: 0341 | 9175120
Fax: 0341 | 917563120
E-Mail: presse@bfw-leipzig.de
Internet: http://www.bfw-leipzig.de/presse

 

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Moderne Versorgung organisieren! BKK Dachverband und DEGEMED vereinbaren Kooperation beim Projekt BGM-innovativ

 

 

 

 

 

Betriebskrankenkassen und Reha-Einrichtungen arbeiten bei Betrieblichem Gesundheitsmanagement (BGM), Prävention, Rehabilitation und Eingliederung von Arbeitnehmern künftig zusammen. Dazu vereinbarten der BKK Dachverband (BKK DV) und die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e. V. (DEGEMED) in Berlin die Kooperation im Projekt BGM-innovativ. Der beim Gemeinsamen Bundesausschuss angesiedelte Innovationsfonds fördert das Projekt bis 2020 finanziell.

Von dem Projekt profitieren Arbeitnehmer mit Beschwerden im Muskel-Skelett-Bereich. Deren Beschwerden werden oft chronisch und führen zu längeren Fehlzeiten. In manchen Fällen droht sogar das berufliche Aus. Neu an dem Projekt ist: Fallmanager der teilnehmenden Betriebskrankenkassen organisieren und koordinieren individuell die Versorgung mit Präventions- und Rehabilitationsleistungen. Dies geschieht in enger Abstimmung mit Betriebsärzten und den Trägern der Deutschen Rentenversicherung.

Reha-Einrichtungen können jederzeit der Rahmenvereinbarung beitreten und so am Projekt teilnehmen. Sie führen für die BKK-Versicherten Assessments, Trainingsmaßnahmen oder Reha-Leistungen durch. Der Aufbau ist modular und orientiert sich am konkreten Bedarf der Versicherten. Das Projekt läuft vier Jahre und wird wissenschaftlich begleitet.

Die jetzt zustande gekommene Rahmenvereinbarung von BKK DV und DEGEMED regelt die Leistungsmodule, die strukturellen Voraussetzungen, den Zugang, die Vergütung und weitere Details der Zusammenarbeit für die Reha-Einrichtungen.

„BGM-innovativ überwindet das Problem, dass den Betroffenen heute meist zu spät, zu unspezifisch und wenig nachhaltig geholfen wird. Dies ändert sich jetzt. Wir leiten in enger Zusammenarbeit von BKK-Fallmanagern und Betriebsärzten die optimale arbeitsplatzbezogene und individuell zugeschnittene Versorgung ein. Außerdem handeln wir sozialversicherungsübergreifend in intensiver Kooperation mit den Rentenversicherungsträgern. Dies ermöglicht eine zügige Inanspruchnahme der notwendigen Rehabilitationsmaßnahmen. Der wesentliche Vorteil für die Versicherten ist, dass durch die BKK-Fallmanagement die Versicherten intensiv bei der Inanspruchnahme und Durchführung des Projektes betreut werden“, erklärt Franz Knieps, Vorstand des BKK Dachverbandes. „Deutlich wird in diesem Projekt die Stärke der Betriebskrankenkassen, die Förderung und Verbesserung der Gesundheit im Setting Betrieb“, so Knieps weiter.

„Der Fachkräftemangel ist ein riesiges Thema in allen Branchen. Wir müssen viel früher Lösungen für Beschäftigte anbieten, wenn erste gesundheitliche Probleme auftreten. Dafür brauchen wir kluges Fallmanagement und betriebsnahe Lösungen. Reha-Einrichtungen sind dafür die richtigen Partner. Mit dem Projekt BGM-innovativ sind die Betriebskrankenkassen auf dem richtigen Weg.“ zeigt sich die Vorsitzende der DEGEMED Dr. Constanze Schaal überzeugt.

Die DEGEMED setzt sich seit 1997 als indikationsübergreifender Spitzenverband und als Fachgesellschaft für die konsequente Weiterentwicklung der qualitätsorientierten medizinischen Rehabilitation ein. Sie vertritt dabei stationäre Reha-Kliniken und ambulante Reha-Zentren aller Indikationen mit öffentlichem, privatem und frei-gemeinnützigem Hintergrund.

 

Weitere Informationen:
DEGEMED
Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e.V.
Katharina Perl
Fasanenstraße 5, 10623 Berlin
Tel.: 030 28 44 96 6, Fax: 030 28 44 96 70
E-Mail: k.perl@degemed.de
Internet: www.degemed.de

BKK Dachverband e.V.
Unternehmenskommunikation
Andrea Röder
Mauerstraße 85, 10117 Berlin
Tel.: 030 2700 406 – 302
E-Mail: andrea.roeder@bkk-dv.de
Internet: www.bkk-dachverband.de

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Webentwickler werden im Berufsförderungswerk Hamburg: Neues Angebot der beruflichen Rehabilitation

Neue berufliche Chance nach Unfall oder Krankheit in der Boombranche der Digitalen Wirtschaft

Zum 7. August 2017 startet das Berufsförderungswerk Hamburg die neue Qualifizierung „Webentwickler“. Dieses Angebot zur beruflichen Rehabilitation richtet sich an Menschen, die nach Unfall oder Krankheit eine neue Chance in der boomenden Internet-Wirtschaft suchen. So schreibt der Branchenverband Bitkom: „Die Nachfrage nach IT-Fachkräften bewegt sich auf Höchstniveau, und auch der Beschäftigungsstand ist so hoch wie nie“. Über 51.000 Stellen sind zu besetzen. Der Verband Webmasters Europe schreibt: „Die Gruppe der Web-Entwickler sowie Online-Marketing-Spezialisten teilen sich weiterhin die ersten Plätze bei der Anzahl der offenen Stellen.“ Dabei verstärke sich ein Trend: „Eine solide Ausbildung ist wichtiger denn je …  talentierte Quereinsteiger mit soliden Fachkenntnissen und Bewerber mit fundierter Berufserfahrung nach Quereinstieg“ haben Chancen.

Ingrid Betzner, Abteilungsleiterin Technische Qualifizierung und Vorbereitung im Berufsförderungswerk Hamburg: „Wir haben das Angebot Webentwickler neu konzipiert, weil wir gerade in Hamburg eine große Nachfrage nach Fachkräften haben, die auf Webentwicklung spezialisiert sind. Damit sind nicht nur ausreichend Praktika möglich, die im Rahmen der Qualifizierung für die Nähe zum Unternehmen und zur Praxis sorgen. Die Absolventen finden zudem einen Arbeitsmarkt der sich um sie bewerben wird. Portale, Marktplätze, E-Commerce und Content-Anbieter sowie Games-Hersteller suchen Fachkräfte“.

Webentwickler entwerfen und entwickeln – meist mit Webdesignern und Conceptern – webbasierte Softwarelösungen für unterschiedliche Endgeräte. Vor allem boomt der Bedarf an neuen Web-Apps. Die Qualifizierung ist daher auch „plattformunabhängig“: Sie ist zeitgemäß konzipiert, um Websites und Web-Apps trotz der Vielzahl  von Bildschirmauflösungen, Betriebssystemen und Browsern jeweils optimal in Design und Implementierung umzusetzen. Der Schwerpunkt der Qualifizierung liegt bei Entwurf, Gestaltung, Programmierung und Produktion von Internetauftritten.

Im ersten Halbjahr der 18-monatigen Qualifizierung stehen statische und dynamische Websites, Datenbanksysteme sowie die Datenbanksprache SQL auf dem Plan. Danach werden die Webentwickler praxisnah ausgebildet, indem sie branchentypische Lernaufträge übernehmen. Schwerpunkte sind die objektorientierte Programmierung, Design und Erstellung von Webanwendungen. Im Anschluss wird das Gelernte in der Praxis erprobt: In einem sechsmonatigen betrieblichen Praktikum in der Digitalwirtschaft.

Zur Qualifizierung gehören jedoch nicht nur Programmierung, Design und IT-Technologie. Der Lehrplan sieht auch vor, Kunden zu beraten, welches Design und welche Website den Anforderungen entsprechen, sei es auf E-Commerce-Plattformen oder beim Einsatz von Content-Management-Systemen. Betzner: Die Teilnehmer kommen oft aus ganz anderen Lebens- und Berufszusammenhängen und bringen Erfahrungen aus der Sicht der Nutzer mit. Daher sind sie in der Lage, auf Websites und Apps auch einmal anders zu blicken als die Nerds.“

 

Ingrid Betzner: “Berufliche Reha für Jobs in der Wachstumsbranche rund um Web und App”

 

Kontakte: Ingrid Betzner, Abteilungsleiterin Technische Qualifizierung und Vorbereitung im Berufsförderungswerk Hamburg 040 64581-1275, betzner@bfw-hamburg.de

Das Berufsförderungswerk Hamburg (188 Mitarbeiter, 850 Teilnehmer) bietet Leistungen zur beruflichen Umschulung und Wiedereingliederung von Erwachsenen, die ihren Beruf aufgrund Erkrankung, Unfalls, physischer oder psychischer Einschränkungen o.ä. nicht mehr ausüben können. Gesellschafterin: Freie und Hansestadt Hamburg. Kostenträger: Deutsche Rentenversicherung Bund, Deutsche Rentenversicherung Nord, die Gesetzlichen Unfallversicherungen (DGUV), Bundesagentur für Arbeit. Jens Mohr, Wolfgang Lerche, Geschäftsführer. WWW.bfw-hamburg.de, August-Krogmann-Straße 52, 22159 Hamburg

 

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Neuer Geschäftsführer im Medical Park Berlin Humboldtmühle

Maximilian Riehl ist neuer Geschäftsführer der Klinik Medical Park Berlin Humboldtmühle. Der 30-Jährige hat zum 15. Juni die Nachfolge von Julia Schürmann angetreten. Der Wahlberliner ist ein ausgewiesener Fachmann im Gesundheitswesen.

 

Maximilian Riehl hat bereits mehrere Jahre in wichtigen Führungspositionen im Gesundheitswesen gearbeitet. So verantwortete er als “Projektleiter der Geschäftsführung” das operative Klinikgeschäft der Havelklinik Berlin nach Übernahme durch die Artemed-Klinikgruppe 2013 und begleitete die Integration und die fachliche Weiterentwicklung der Klinik. Im Januar 2015 wurde Riehl innerhalb der Artemed-Gruppe zum Kaufmännischen Leiter für das Krankenhaus Tabea (Hamburg) bestellt, einer orthopädisch-venenchirurgischen Fachklinik, und war dort u.a. für die Umsetzung und Inbetriebnahme eines Neubaus (Bettenhaus und
OP-Trakt) im laufenden Betrieb verantwortlich. Zuletzt war Maximilian Riehl als Klinikleiter für den Imperial College Healthcare NHS Trust in London tätig.

Erstklassiker Geschäftsführer für erstklassige Klinik

Der Vorsitzende des Vorstands Dr. med. Ulrich R. Mauerer begrüßte den neuen Geschäftsführer und unterstrich, dass man über die Auswahl Riehls sehr froh sei: „Wir freuen uns, mit Herrn Riehl einen hochqualifizierten Geschäftsführer gefunden zu haben, und wünschen ihm für seine neue Aufgabe alles Gute und viel Erfolg.“ Maximilian Riehl wiederum betonte, dass er glücklich sei, an eine so renommierte Fachklinik berufen worden zu sein. „Ich freue mich darauf, die Geschäftsführung im Medical Park Berlin Humboldtmühle zu übernehmen. Die Klinik weist eine überdurchschnittlich hohe Patientenzufriedenheit aus“, so Riehl. Diesen Erfolg schreibt er vor allem den Mitarbeitern zu. Darüber hinaus verfüge die Klinik über hervorragende medizinische und technische Möglichkeiten.

Qualitätsmanagement im Mittelpunkt

Maximilian Riehl kommt ursprünglich aus der Nähe von Kassel und hat sein Studium der Betriebswirtschaftslehre in Paris, London und Berlin mit einem Master / Diplôme de Grande École in Management an der ESCP Europe Business School abgeschlossen. Der Titel seiner Abschlussarbeit lautet: „Qualitätsmanagement durch Prozessstandardisierung im Krankenhaus”. Mit der Übernahme der Geschäftsführung im Medical Park Berlin Humboldtmühle kommt er wieder in seine Wahlheimat zurück. Riehl ist ein begeisterter Marathon- sowie Halbmarathonläufer. Nebenbei spielt er auch gerne Fußball und liebt es am Wochenende auf dem Markt einkaufen zu gehen.

 

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Erster starker Gesamtauftritt der Sucht-Therapie von MEDIAN

21.06.2017

Pressemitteilung

  

Heidelberger Kongress des Fachverbands Sucht e.V. wird Podium für gemeinsamen Marken-Auftritt von MEDIAN und den ehemaligen AHG-Kliniken und Therapiezentren / Veranstaltung bleibt wissenschaftliches Aushängeschild innovativer Therapieansätze

 

Wenn sich vom 21. bis 23. Juni die Experten für Abhängigkeitserkrankungen zum „Heidelberger Kongress“ treffen, wird MEDIAN erstmals mit seinem großen Portfolio an wissenschaftlichen Beiträgen vertreten sein. Insgesamt 22 Referenten, Leiter von Workshops und Moderatoren werden seitens des größten privaten Betreibers von Rehabilitationseinrichtungen maßgeblich zum Gelingen des Fachkongresses beitragen. „MEDIAN unterstreicht mit seiner Präsenz nach dem Zusammenschluss mit der AHG in Heidelberg erstmals seine starke wissenschaftlich-therapeutische Position im Bereich der Abhängigkeitserkrankungen“, so Kai Swoboda, COO von MEDIAN. „Wir wollen mit dem neuen Auftritt ein Zeichen setzen für Kontinuität und Leistungsfähigkeit der 45 ehemaligen AHG-Häuser, aber auch für die neue Innovationskraft, die sich durch MEDIAN ergibt.“

 

Kompetenz erhalten und weiter ausbauen

Dr. Hubert C. Buschmann, Vorsitzender des Vorstandes des Fachverbandes Sucht e.V. und Chefarzt der MEDIAN Klinik Tönisstein,  freut sich über das große Engagement von MEDIAN: „Wir haben in diesem Jahr unter neuen Vorzeichen nicht nur wieder alle innovativen Köpfe und Konzepte dabei, die schon bei der AHG wichtig und wertvoll waren, sondern darüber hinaus zusätzlich neue Denkansätze von MEDIAN, die die Diskussionen fachlich bereichern werden.“ MEDIAN hatte nach dem Zusammenschluss mit der AHG eigens ein „Medical Board Sucht“ ins Leben gerufen, in dem sich seit Dezember 2016 nicht nur Chefärzte sondern auch Leitende Psychologen regelmäßig treffen. Im Mittelpunkt der Arbeit steht hier die Weiterentwicklung der MEDIAN-Therapiestandards zu verschiedenen Abhängigkeitserkrankungen. Themenbezogene Arbeitsgruppen beschäftigen sich mit der Erarbeitung und Implementierung von Scores zur Messung der Behandlungsqualität und der Nachhaltigkeit von Behandlungsergebnissen.Sprecher sind Dr. med. Konstant Miehe Chefarzt Psychiatrie/Psychotherapie Suchterkrankungen der MEDIAN Psychotherapeutische Klinik Bad Liebenwerda und Peter Missel, Leitender Psychologe der MEDIAN Kliniken Daun.

 

Kongress beschäftigt sich mit Jahresthema „Ethik“

Der „Heidelberger Kongress“ des Fachverbands Sucht e.V. gilt als Aushängeschild der Branche und bietet in jedem Jahr eine Vielzahl neuer therapeutischer Denkansätze und Forschungsergebnisse im Bereich der Abhängigkeitserkrankungen. In diesem Jahr steht der Kongress vom 21.-23. Juni in der Stadthalle Heidelberg unter dem Titel „Ethische Fragen in der Suchtbehandlung“. Dabei geht es um übergeordnete Zielsetzungen von Angeboten im Bereich der Suchtkrankenhilfe und -behandlung, um Betroffenen ein möglichst autonomes, gesundes und zufriedenes Leben mit einem hohen Grad an Selbstkontrolle und Selbstverwirklichung zu ermöglichen. Im  Fachverband Sucht e.V., mit Hauptsitz in Bonn, sind bundesweit 95 Einrichtungen vertreten, die über 6.800 stationäre und ambulante Therapieplätze anbieten.

 

Kontakt:

MEDIAN Unternehmenszentrale
Dr. Frank Grundmann
Leiter Marketing, Kommunikation & CRM
Bismarckstr. 105
10625 Berlin
Telefon +49 (0) 30 / 53 00 55 – 161
Telefax +49 (0) 30 / 53 00 55 – 144
E-Mail: frank.grundmann@median-kliniken.de
www.median-kliniken.de

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Gröhe fordert „Mannschaftsleistung“ vom deutschen Gesundheitswesen

Presseinformation, Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit –

 

 

[Berlin, 20. Juni 2017] Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat die Leistungserbringer im deutschen Gesundheitswesen aufgerufen, intensiver zu kooperieren. Das Gesundheitswesen müsse sich daran orientieren, „dass aus den vielen, guten, ja Spitzenleistungen des deutschen Gesundheitswesens eine Mannschaftleistung wird“, so Gröhe heute in seiner Eröffnungsrede auf dem Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit in Berlin. Der Minister betonte, alle Gesetze der ablaufenden Legislaturperiode hätten im Kern der Vernetzung gedient. So sei der mit dem Versorgungsstärkungsgesetz eingerichtete Innovationsfonds geschaffen worden, „damit statt Mauern Brücken zwischen den Sektoren gebaut werden.“ Ziel sei „Vernetzung durch sektorübergreifende Versorgung.“

 

Aber auch die Zusammenarbeit zwischen Maximal- und Regelversorgern, also Spezialkliniken und regionalen Krankenhäusern, gehöre dazu. Durch digitale Vernetzung müsse künftig jeder Regelversorger in der Lage sein, das Wissen der Spitzenmedizin von einem Maximalversorger abzurufen, wobei  „dann dank Telemedizin egal ist, wie weit er entfernt ist.“ Gröhe kritisierte die langsame Umsetzung solcher Zusammenarbeit  in Deutschland: „Ich bedaure, dass das Thema Digitalisierung sehr zögerlich angegangen wird“, so der Minister wörtlich.

 

„Wenn wir über sektorübergreifende Zusammenarbeit, wenn wir über Delegation und Substitution reden – in welcher Weise wir das noch angstbesetzt diskutieren, befremdet mich manchmal“, äußerte Gröhe vor dem Hintergrund der Konkurrenz zwischen stationärem und ambulantem Sektor und der Debatte um mehr Verantwortung für die Pflegeberufe. Bezüglich sektorübergreifender Versorgung sollten alle Beteiligten wissen: „Da raubt mir keiner meine Arbeit“, so Gröhe.

 

Der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit, der in diesem Jahr zum zwanzigsten Mal stattfindet, wurde am Morgen im Berliner CityCube Berlin eröffnet. Die Eröffnungsveranstaltung stand im Zeichen des Jubiläums: Der Arzt, Kabarettist und Autor Dr. Eckart von Hirschhausen diskutierte mit den wissenschaftlichen Leitern der drei mit dem Hauptstadtkongress zusammen stattfindenden Fachkongresse über die die Entwicklung des Gesundheitswesens in zwei Jahrzehnten – unter anderem, ob Pflege schon auf Augenhöhe mit Ärzten und Krankenhausmanagement angekommen ist, und wie es um die Patientenautonomie steht.

 

Von heute bis Donnerstag  treffen mehr als 8.000 Entscheidungsträger aus Politik, Kliniken, Gesundheitswirtschaft, Ärzteschaft, der medizinischen Forschung, Pflege und von Kostenträgern zu der jährlichen Leitveranstaltung der Branche zusammen. Bei etwa 150 Einzelveranstaltungen werden über 600 Referentinnen und Referenten auftreten.

 

Motto des diesjährigen Hauptstadtkongresses Medizin und Gesundheit ist „Qualität und nachhaltige Finanzierung“. Im gesundheitspolitischen Teil des Kongresses, dem Hauptstadtforum, werden die Finanzierung des Gesundheitswesens und dessen Steuerung mittels von Qualitätsindikatoren diskutiert. Drei Monate vor der Bundestagswahl stehen gesundheitspolitische Themen ganz vorn auf der Agenda: der morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich, eine mögliche  Renaissance der Idee einer Bürgerversicherung, die Bilanz der jüngsten Pflegegesetzgebung, die Rolle des Innovationsfonds, die Digitalisierung sowie viele Zukunftsthemen aus Gesundheitswirtschaft, Medizin und Pflege.

 

 

Pressekontakt und Akkreditierung für Journalisten:

Ralf-Thomas Hillebrand

presse@wiso-gruppe.de | @HSK_Berlin

Tel.: 030 2639249-17, Fax: 030 2639249-10

WISO S. E. Consulting GmbH – Nymphenburger Str. 9 – 10825 Berlin

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Förderfinder-App online: Wer fördert die berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung?

Pressemitteilung 2/2017

  1. Juni 2017

 

 

REHADAT hat die erste App zur Suche nach Fördermöglichkeiten für die berufliche Teilhabe von (schwer)behinderten Menschen in Deutschland veröffentlicht. Arbeitgeber, Berater und Betroffene können nach bundesweiter Regelförderung oder nach Sonderförderprogrammen der Länder suchen – bis jetzt sind über 50 verschiedene Fördermöglichkeiten vorhanden.

Der Nutzer kann die Suche individuell gestalten und erfährt in der Detailansicht mehr über Zielgruppe, genaue Inhalte, Laufzeit und Umfang der Förderung. Außerdem bekommt er nützliche Links zu Ansprechpartnern oder direkt zum jeweiligen Programm. Ein umfangreiches Lexikon der beruflichen Teilhabe ergänzt die barrierefreie App.

Zum Hintergrund: Die berufliche Inklusion von Menschen mit Behinderung in den allgemeinen Arbeitsmarkt soll in Deutschland weiter erhöht werden. Deswegen wird die Ausbildung, Einstellung und Weiterbeschäftigung von behinderten, schwerbehinderten oder gleichgestellten Menschen gefördert. Es gibt Förderungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Form von finanziellen Zuschüssen, Darlehen und Prämien. Darüber hinaus erhalten Arbeitgeber und Arbeitnehmer umfangreiche kostenfreie Beratung oder Coachings durch Integrationsberater bei den Kammern, der Rehabilitationsträger, der Integrationsämter und Berater anderer Dienstleister.

 

Die kostenlose Förderfinder-App ist hier erhältlich:

 

REHADAT ist ein Projekt des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln und wird gefördert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

 

Kontakt für Rückfragen:

Andrea Kurtenacker,
Tel. 0221 4981-848,
kurtenacker@iwkoeln.de

Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.
Postfach 10 19 42 / 50459 Köln
Konrad-Adenauer-Ufer 21 / 50668 Köln
Telefon: 0221 4981-845
brockhagen@iwkoeln.de

rehadat.de
twitter.com/rehadat

 

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„Stigmatisierung von Sucht begegnen, Hilfen anbieten!“

Pressestatement

30. Heidelberger Bundeskongress des Fachverbandes Sucht e.V.

 „Ethische Fragen in der Suchtbehandlung“

21.- 23. Juni 2017, Stadthalle Heidelberg

 

Eine zentrale gesundheits- und sozialpolitische Aufgabe und ethische Verpflichtung unserer Gesellschaft besteht darin, die Lebensqualität, Gesundheit und Teilhabe von Menschen mit chronischen Erkrankungen  – und dazu gehören auch Suchterkrankungen – zu stärken. Eine übergeordnete Zielsetzung aller Angebote im Bereich der Suchtkrankenhilfe und –behandlung ist insbesondere, für jeden Betroffenen ein möglichst autonomes, gesundes und zufriedenes Leben mit einem hohen Grad an Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung zu erreichen und seine soziale Einbindung in die Gesellschaft und seine Teilhabe am Arbeitsleben zu fördern. Es gibt hierfür eine Vielzahl von unterschiedlichen Angeboten, die von aufsuchender Arbeit bis hin zur abstinenzorientierten Entwöhnungsbehandlung reichen.

Suchterkrankungen sind in Deutschland weit verbreitet. So rechnet man – ohne Berücksichtigung der Tabakabhängigkeit – und in der Altersgruppe der 18 – 64-jährigen mit 4,61 Mio. Menschen die unter einer stoffgebundenen Abhängigkeit leiden (s. Anhang, Abb. 1).

Ein grundlegendes Problem besteht darin, dass nur ein geringer Teil der Betroffenen in Deutschland frühzeitig auf seine Suchterkrankung angesprochen wird und professionelle Hilfe im Gesundheitssystem erhält. Die aktuellen Behandlungsraten betragen für Alkoholstörungen 5-16% und Cannabisstörungen 4-8% der Behandlungsbedürftigen. Damit gehören Suchterkrankungen zu den psychischen Störungen mit der größten Behandlungslücke. Zudem werden Betroffene häufig erst dann erreicht, wenn die Störung bereits fortgeschritten ist und erste psychische und körperliche Folgeschäden schon eingetreten sind. Dieser Umstand wiegt umso schwerer, da in Deutschland zahlreiche ambulante und stationäre Interventionsbehandlungen von Suchterkrankungen verfügbar sind und eine rechtzeitige Behandlung nachweislich die psychische und körperliche Morbidität senken kann. Eine Auswertung des Fachverbandes Sucht e.V. zeigt, dass bis zur notwendigen Erstbehandlung in einer Fachklinik für alkohol-/medikamentenabhängige Menschen im Durchschnitt ca. 12,9 Jahre vergehen (s. Abb. 2). Darüber hinaus fallen durchschnittlich über 3 Entzugsbehandlungen im Vorfeld der Entwöhnungsbehandlung an.

Eine nachhaltige Verbesserung der Versorgungssituation speziell für abhängigkeitskranke Menschen erfordert Maßnahmen auf verschiedenen Ebenen:

Eine wesentliche Voraussetzung ist, dass die Früherkennung und Frühintervention in den verschiedenen Handlungsfeldern, welche mit abhängigkeitskranken Menschen zu tun haben, gestärkt werden. Hier sind insbesondere niedergelassene Ärzte/innen und Psychotherapeuten/innen, Krankenhäuser, Jobcenter und Betriebe gefragt, eine „Kultur des Hinschauens“ und des konstruktiven Umgangs mit dem Thema Abhängigkeitserkrankungen zu entwickeln. Denn die Betroffenen selbst neigen dazu, ihr Suchtproblem nicht wahrzunehmen und dieses zu verdrängen (s. Abb. 3) und von daher eine professionelle Hilfe bezogen auf ihre Abhängigkeitserkrankung nicht in Anspruch zu nehmen.

Von daher kommen sie auch häufig aufgrund somatischer und psychosozialer Folgeprobleme in die Beratung oder eine ärztliche Behandlung und nicht aufgrund einer möglicherweise zugrunde liegenden Abhängigkeitserkrankung. Zu einer guten Beratung und Behandlung durch die im Gesundheits- und Sozialbereich tätigen professionellen Mitarbeiter/innen gehört es aber, das Thema der häufig „verdeckten“ Sucht nicht auszuklammern, sondern es anzusprechen und zur Inanspruchnahme spezifischer Suchtberatungs- und -behandlungsangebote zu motivieren.

Des Weiteren ist eine Entstigmatisierung von Sucht in der Öffentlichkeit gefordert. Durch öffentlichkeitswirksame Kampagnen könnte einer Tabuisierung des Themas entgegengewirkt und auf besondere Problemlagen (z.B. die kaum erreichte Gruppe medikamentenabhängiger Menschen,   die gezielte Ansprache von Angehörigen Suchtkranker oder suchtkranker Eltern) eingegangen werden. Denn Stigmatisierung verlängert die Erkrankung und isoliert Suchtkranke und deren Familie. Sie ist verbunden mit Schuldgefühlen, Vorwürfen, Abwertung, Verleugnung und Ausgrenzung. Dies betrifft auch die Angehörigen und insbesondere auch die Kinder von suchtkranken Menschen, welche das “Familiengeheimnis” wahren und es häufig als Verrat empfinden, darüber zu sprechen.

Abhängigkeitskranken Menschen sollte eine Chance gegeben werden, ihr Leben zu verändern und aus dem Teufelskreis der Sucht auszusteigen. Dies beinhaltet beispielsweise auch, ihnen bei Arbeitslosigkeit einen Neustart ins Berufsleben nach einer absolvierten Entwöhnungsbehandlung zu eröffnen.

Sucht als Krankheit anzuerkennen bedeutet im Übrigen auch eine Entkriminalisierung von suchtkranken Menschen illegaler Drogen zu befördern – gemäß dem Grundsatz „Hilfe statt Strafe“.

 

Ansprechpartner:

Dr. Volker Weissinger

Geschäftsführer

Fachverband Sucht e.V.

Walramstraße 3

53175 Bonn

Telefon: 0228/26 15 55

sucht@sucht.de
www.sucht.de

 

 

Der Fachverband Sucht e.V. (FVS) ist ein bundesweit tätiger Verband, in dem Einrichtungen zusammengeschlossen sind, die sich der Behandlung, Versorgung und Beratung von Suchtkranken widmen. Er wurde 1976 gegründet und vertritt heute ca. 95 Mitgliedseinrichtungen mit über 6.800 stationären und vielen ambulanten Therapieplätzen.

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Studie zur Lernerfahrung von Patienten: Die Kraft der negativen Erwartung

von Christine Harrell | 8.06.2017

„Das bringt mir doch eh nichts!“ Werden Patienten erfolglos behandelt, kann das die Wirkung zukünftiger Therapien mindern. Nachgewiesen haben das Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE). Sie untersuchen, wie die Lernerfahrung von Kranken das Gelingen von Behandlungen beeinflusst – oder gerade nicht. Das Fachmagazin Science Translational Medicine berichtet aktuell über die Studie.

Ob eine medizinische Behandlung wirkt, hängt nicht nur von der Therapie selber ab, sondern manchmal auch von der individuellen Erfahrung des Patienten. Ist bereits eine Therapie gescheitert, lernt und überträgt der Patient die Erfahrung auf die weitere Behandlung. „Lerntheorien besagen, dass sich Vorerfahrungen umso eher auf nachfolgende Ereignisse übertragen, je ähnlicher sie sich sind. Im Umkehrschluss wollten wir daher überprüfen, ob sich negative Übertragungseffekte verhindern lassen, wenn wir die Darreichungsform einer Behandlung verändern“, erläutert Prof. Dr. Ulrike Bingel von der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen und stellvertretende Sprecherin der DFG-Forschergruppe FOR 1328 zum Thema Placeboforschung.

Über zweihundert Probandinnen und Probanden nahmen an der Untersuchung teil. In den ersten zwei Tagen machten die Teilnehmer zunächst positive oder negative Erfahrung mit einem schmerzlindernden Pflaster. Am dritten Tag wurde getestet, wie sich diese Erfahrung (starke oder kaum Schmerzlinderung) auf einen weiteren Behandlungsversuch auswirkte. Einem Teil der Probanden wurde erneut ein Pflaster verabreicht, dem anderen eine Tablette. Dies wirkte: Die Tabletten-Probanden bewerteten die Wirkung der Tablette besser als die des Pflasters. Dabei beeinflusste die Tablette den tatsächlichen Behandlungserfolg nicht. Hatten die Probanden schlechte Erfahrungen mit dem Pflaster gemacht, sprachen sie auch schlechter auf den zweiten Therapieversuch an.

Dieser Befund belegt, dass sich erfolglose Behandlungsversuche negativ auf das Gelingen zukünftiger Therapien auswirken. Eine Erkenntnis, die sowohl für den klinischen Alltag, als auch für klinische Studien von Bedeutung ist. „Vielen Ärzten ist bislang nicht bewusst, wie die Lernerfahrungen von Patienten das Gelingen von Behandlungen beeinflussen. Dieser Effekt wird auch in klinischen Studien kaum berücksichtigt“, erläutert Prof. Ulrike Bingel. Der wichtigste Schutz vor diesem Effekt ist das Vermeiden von Therapiefehlschlägen, die sich jedoch trotz guter Diagnostik und sorgfältiger Therapieplanung nicht immer verhindern lassen.

Weitere Informationen:
Burkhard Büscher, Universitätsklinikum Essen, Tel. 0201/723-2115, burkhard.buescher@uk-essen.de

Redaktion: Christine Harrell, Medizinische Fakultät, Tel. 0201/723-1615, christine.harrell@uni-due.de

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