Mittwoch, November 18th, 2015

 

MZG Bad Lippspringe hat Deutschlands modernsten Klinik-Kindergarten eröffnet

 

 

Mehr als 70 Plätze für Betriebs-/Stadt- und Rehakinder

 

Das Medizinische Zentrum für Gesundheit (MZG) Bad Lippspringe hat sich Familienfreundlichkeit auf die Fahne geschrieben. Mit der Eröffnung des Kinderlandes, einem Betriebsnahen- und Rehabegleit-Kindergarten mit über 70 Plätzen, hat das MZG nun einen weiteren Meilenstein erreicht.

Bei der Schlüsselübergabe (v. l.): Andreas Bee, Anja Bachmann, Dr. Verena Steinmann, Thomas Keck, Dr. Klaus Hölscher, Eva-Marie Wenzel, Achim Schäfer, Martin Brockmeyer und Michael Ennenbach. Foto: Heiko Appelbaum

Bei der Schlüsselübergabe (v. l.): Andreas Bee, Anja Bachmann, Dr. Verena Steinmann, Thomas Keck, Dr. Klaus Hölscher, Eva-Marie Wenzel, Achim Schäfer, Martin Brockmeyer und Michael Ennenbach. Foto: Heiko Appelbaum

„Dieser Neubau ist ein einzigartiges Geschenk für unsere Kinder und unser Team“, sagte die Kinderland-Leiterin Eva-Marie Wenzel anlässlich der offiziellen Einweihung. Im Rahmen einer Feierstunde wurde viel Lob geäußert. Kein Wunder: So hat das Kinderland doch eine eindrucksvolle Geschichte. „Bis Ende 2013 war unser 2009 eröffneter Kindergarten noch in der ehemaligen Auguste-Viktoria-Klinik untergebracht“, erinnert sich Michael Ennenbach. Der MZG-Kfm.-Direktor ist seitens der Geschäftsführung für das Kinderland verantwortlich.

Mit dem Beschluss, die Klinik zu schließen, musste auch für das Kinderland ein neues Zuhause gefunden werden. Die Stadt stellte übergangsweise einige Pavillons auf dem Gelände des Schulzentrum Im Bruch zur Verfügung.

Dann trafen sich der Bad Lippspringer Bürgermeister Andreas Bee, der MZG-Geschäftsführer Achim Schäfer und Dr. Klaus Hölscher (Hölscher Vermögensverwaltung GbR) zu einem wegweisenden Gespräch. Mitte 2014 fiel die Entscheidung, an der Von-Hardenberg-Straße 8 einen Kindergarten neu zu bauen. Bauherr ist die Hölscher Vermögensverwaltung GbR, die das Gebäude samt Grundstück zunächst für zehn Jahre an das MZG vermietet hat. Eine Verlängerung des Mietvertrages ist als Option von allen Seiten vorgesehen.

Der Baubeginn war im Januar 2015. Geplant wurde das neue Gebäude mit einem Investitionsvolumen von rund 1,5 Millionen Euro vom Bad Lippspringer Architekturbüro Brockmeyer+Rüting. „Dieses Projekt war vom perfekten Zusammenspiel geprägt“, sagte Martin Brockmeyer. „Die Kooperation mit dem Bauherrn, den Handwerkern und den Verantwortlichem im Kinderland, allen voran mit der Leiterin Eva-Marie Wenzel, war bestens.“ So konnte es gelingen, den Neubau schon am 2. November seiner Bestimmung zu übergeben.

Innenarchitektonisches Schmuckstück ist eine rund zehn Meter lange Rutsche, die von der ersten Etage ins Erdgeschoss führt.

Andreas Bee betonte, dass der neue Kindergarten ein „Gewinn für das MZG und die Stadt gleichermaßen“ sei. Schließlich werden in der Einrichtung auch „Stadtkinder“ aufgenommen.

Achim Schäfer dankte den Erzieherinnen für ihren damaligen Einsatz für den Erhalt des Kindergartens. „Es wäre seinerzeit einfacher gewesen, das Kinderland für immer zu schließen, aber heute sehen wir, dass sich Ihr Engagement gelohnt hat.“

Auch Thomas Keck, Erster Direktor der Deutschen Rentenversicherung, war voll des Lobes: „Bad Lippspringe hat sich in jüngster Vergangenheit als Gesundheitsstandort sehr gut entwickelt. Mit Blick auf die Rehabilitation ist es wichtig, die Rehabilitanden bestmöglich zu unterstützen. Und dazu gehört auch die Betreuung von Begleitkindern, die im Kinderland bestens aufgehoben sind.“

Dr. Verena Steinmann und Anja Bachmann sprachen als Vertreterinnen der Eltern der Betriebskinder und freuten sich darüber, dass mit dem Bezug des Neubaus „die Reise ein glückliches Ende hat“.

In den nächsten Wochen wird das Außengelände den letzten Schliff erhalten. Geplant ist auch eine Bobbycar-Bahn. Martin Brockmeyer versprach, für den zugehörigen Fuhrpark zu sorgen. Dann steht spannenden Rennen im MZG-Kinderland nichts mehr im Weg.

 

www.medizinisches-zentrum.de

 

 

 

Konmtakt:

Heiko Appelbaum M.A.

Abteilungsleiter

Stabsabteilung Unternehmenskommunikation

Tel.: 05252/95-1038

Fax: 05252/95-1027

E-Mail: h.appelbaum@medizinisches-zentrum.de

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Für Patienten mit chronischen Rückenschmerzen: Interaktives Trainingsprogramm ‘DigiTrain’ für zu Hause verbessert Reha-Nachsorge

AOK NordWest

Bad Driburg/Dortmund.  Patienten mit chronischen Rückenschmerzen profitieren in der Marcus Klinik in Bad Driburg ab sofort von einem bundesweit einmaligen Forschungsprojekt. Mit dem interaktiven, telemedizinischen Trainingsprogramm ‘DigiTrain’ werden Patienten nach einer stationären Rehabilitation künftig im häuslichen Umfeld weiter betreut. Dazu erhalten sie einen Rechner, Fernseher und eine 3D-Kamera. Über einen Zeitraum von drei Monaten wird der Patient dann bei seinem individuellen Training durch einen interaktiven Therapeuten (Avatar) begleitet, um die erzielten Therapie-Erfolge über den stationären Aufenthalt hinaus sicher zu stellen. Entwickelt wurde das Programm von der AOK NORDWEST in enger Zusammenarbeit mit dem AOK-Bundesverband, der Marcus Klinik und Fraunhofer FOKUS in Berlin. “Mit unserem neuen Programm wollen wir den Therapieerfolg unserer Versicherten in der Nachsorge von Rückenschmerzen nachhaltig sichern, ihre Gesundheitskompetenz stärken und die Lebensqualität verbessern”, sagt Dr. Martina Niemeyer, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der AOK NORDWEST.

In der Rehabilitation von Patienten mit chronischen Rückenschmerzen stellen gezielte körperliche Aktivitäten ein zentrales Element dar. “Die in unserer Klinik gemachten Erfolge können aber nur dann von Dauer sein, wenn die spezifischen Übungen und Verhaltensweisen anschließend auch regelmäßig weitergeführt werden”, sagt Marcus Graf von Oeynhausen-Sierstorpff, Geschäftsführer der Gräflichen Kliniken. Leider fallen viele Patienten nach der Reha schnell wieder in ihren alten, ungünstigen, bewegungsarmen Lebensstil zurück. “An dieser Stelle setzt ‘DigiTrain’ an: Unsere Versicherten erhalten bereits in der Klinik ein individuelles, auf ihre persönlichen Beschwerden passgenau zugeschnittenes Trainingsprogramm für zu Hause”, so Forschungsprojektleiter Prof. Dr. Michael Tiemann von der AOK NORDWEST. Dabei beinhalten die Trainingseinheiten ausschließlich Übungen, die vom Klinikaufenthalt bereits bekannt sind. Das Training soll dann an zwei bis drei Tagen in der Woche an selbst gewählten Terminen durchgeführt werden. “Ziel ist es, wichtige Muskelgruppen gezielt, individuell und indikationsbezogen zu kräftigen”, sagt Dr. Heinke Michels, Dipl.-Sportwissenschaftlerin in der Marcus Klinik, die die Patienten während ihres Klinikaufenthaltes begleitet und mit ihnen gemeinsam den individuellen Trainingsplan für zu Hause erstellt. Wie gut ‘DigiTrain’ funktioniert, demonstrierte Peter Buschmeyer, Patient in der Marcus Klinik. Sein Fazit: “Die Übungen werden verständlich angeleitet und sind einfach nachzumachen. Ich finde es gut, dass sofort angezeigt wird, ob ich die Übungen richtig mache. Ich kann mir gut vorstellen, das Trainingsprogramm auch zu Hause einzusetzen.”

Möglich macht dies ein interaktiver Therapeut (Avatar) auf dem Monitor. Dieser führt die Übungen vor, motiviert den Patienten zum Mitmachen und überprüft die korrekte Ausführung. Dabei wird der Patient von der 3D-Kamera gefilmt und erhält sein Spiegelbild auf den Bildschirm projiziert. So erkennt er, ob er seine Bewegungen synchron zum Therapeuten durchführt. Bewegungsabläufe, die nicht der optimalen Ausführung entsprechen, können dadurch sofort korrigiert werden. “Das Training ist so programmiert, dass es sich an das Leistungsvermögen des Patienten anpasst und auf dessen Rückmeldung reagiert. Technisch besonders anspruchsvoll sind die Bewegungsanalyse und die unmittelbare Ausgabe der Bewegungskorrektur an den Übenden”, erklärt Dr. Michael John, stellvertretender Leiter des Kompetenzzentrums E-Health beim Fraunhofer FOKUS in Berlin, und damit zuständig für die technische Umsetzung des Projektes.

Wie wichtig nachhaltige Programme in der Reha-Nachsorge von Patienten mit Rückenschmerzen sind, verdeutlichen aktuelle Zahlen: Erkrankungen der Wirbelsäule und des Rückens gehören bundesweit zu den häufigsten Gründen für berufliche Fehlzeiten sowie für Leistungen zur medizinischen Rehabilitation. So gingen nach dem aktuellen Fehlzeitenreport der AOK NORDWEST im vergangenen Jahr knapp ein Viertel (24,1 Prozent) aller Arbeitsunfähigkeitstage in Westfalen-Lippe (OWL: 24,2 Prozent) auf das Konto der Muskel-Skelett-Erkrankungen. Hinzu kommt, dass diese häufig lange Ausfallzeiten verursachen – in Westfalen-Lippe im Durchschnitt 16 Tage je Arbeitsunfähigkeitsfall. Insbesondere Rückenschmerzen führten in Westfalen-Lippe zu insgesamt fast 1,8 Millionen Fehltagen. Sie gehören zu den kostenintensivsten Indikationen. Bundesweit belaufen sich die direkten und indirekten Kosten von Rückenerkrankungen auf etwa 40 Mrd. Euro jährlich.

Pressekontakt:

AOK NORDWEST, Direktion Dortmund
Jens Kuschel, Pressesprecher
Telefon: 0231 4193-10145, 
Mobil: 01520 1566136 
E-Mail: presse@nw.aok.de

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“Pflegekräfte aus Fernost” am 25.11. und 2.12., 21 Uhr im SWR Fernsehen

SWR – Südwestrundfunk

Mainz.  Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Mit gepackten Koffern stehen die zwölf jungen Frauen und Männer am Flughafen von Manila. Freunde und Verwandte sind gekommen, um sie zu verabschieden. In zwei Stunden geht ihr Flugzeug nach Deutschland – und in ein neues Leben. Auf das haben sie sich seit vielen Monaten vorbereitet, mit Bewerbungen, Sprachkursen und vielen Gesprächen. Außerdem mit einer Menge warmer Klamotten, die sie sicherheitshalber schon mal angezogen haben. Und nun stehen an diesem Februartag Jimmy, Jenny-Ann, Roselyn, Luther und die anderen in dicke Mäntel gepackt in der tropischen Hitze des Flughafens von Manila und warten auf ihren Direktflug ins eiskalte Stuttgart. Das SWR Fernsehen begleitet den Aufbruch der jungen Leute und ihr erstes Jahr in Tübingen in seiner Dokumentation “Pflegekräfte aus Fernost” am 25.11. und 2.12.2015 ab 21 Uhr.

SWR Fernsehen PFLEGEKRÄFTE AUS FERNOST FOLGE 1, "Aufbruch nach Tübingen", Doku-Serie von  Rita Knobel-Ulrich, am Mittwoch (25.11.15) um 21:00 Uhr. Der neue Krankenpfleger Luther Basa stellt sich den Patienten vor. © SWR, honorarfrei - Bild: SWR obs/SWR - Südwestrundfunk

SWR Fernsehen PFLEGEKRÄFTE AUS FERNOST FOLGE 1, “Aufbruch nach Tübingen”, Doku-Serie von Rita Knobel-Ulrich, am Mittwoch (25.11.15) um 21:00 Uhr.
Der neue Krankenpfleger Luther Basa stellt sich den Patienten vor.
© SWR, honorarfrei – Bild: SWR obs/SWR – Südwestrundfunk

In Tübingen werden sie dringend erwartet. Die Stadt am Neckar ist mit ihrer bekannten Uniklinik ein Zentrum deutscher Hochleistungsmedizin. Doch die Klinik hat ein großes Problem: Es fehlen Pflegekräfte. Alle arbeiten am Limit. Jede Krankmeldung reißt Lücken in den Dienstplan. Die Klinikleitung ist darum auf die Idee gekommen, Pflegekräfte im Ausland anzuwerben. Eine Art “Luftbrücke” für die Pflege scheint die einzige Chance, dem Pflegenotstand zu begegnen. Die zwölf aus Manila sind nun die ersten, die kommen dürfen. Und viele andere sollen noch folgen, nicht nur in Tübingen. Das Statistische Bundesamt geht in einer Studie davon aus, dass in den nächsten zehn Jahren bis zu 214.000 Pflegevollkräfte zusätzlich in Deutschland benötigt werden.

Die Uniklinik Tübingen hat ein Programm ausgetüftelt, um die jungen Leute aus Manila schnell zu integrieren. Jenny-Ann und ihre Kollegen sind keine billigen Hilfskräfte, sondern erfahrene Krankenschwestern und Pfleger. Ein bisschen Deutsch haben sie schon in Manila gelernt. In Tübingen sollen sie zunächst medizinische Fachausdrücke büffeln und sich daran gewöhnen, dass hier vieles anders ist als auf den Philippinen: dass nur zwei und nicht zwanzig Kranke in einem Zimmer liegen; dass alles, was für eine Operation benötigt wird, hier vorhanden ist und nicht von den Kranken mitgebracht werden muss; dass hier nicht Tag und Nacht die Verwandten am Bett des Kranken sitzen, ihn füttern und waschen.

SWR-Autorin Rita Knobel-Ulrich hat die jungen Frauen und Männer im ersten Jahr des neuen Lebens in Deutschland begleitet. In dieser Zeit müssen sie sich in Tübingen bewähren, eine Deutsch- und eine Pflegeprüfung ablegen. Nur wenn sie beide bestehen, dürfen sie in Deutschland bleiben. “Ich kann auch schon ein bisschen Schwäbisch”, grinst Roselyn. Die Patienten haben es ihr beigebracht: “I will hoim” – Tübingen für immer? Die Klinikleitung hätte wohl nichts dagegen.

“Pflegekräfte aus Fernost” mittwochs um 21 Uhr im SWR Fernsehen: 25.11. Folge 1: “Aufbruch nach Tübingen” 02.12. Folge 2: “Tübingen für immer?”

Akkreditierte Journalisten können die beiden Folgen vorab im Vorführraum des SWR-Presseportals anschauen: http://presseportal.swr.de.

Pressefotos auf ARD-Foto.de.

Pressekontakt: Sibylle Schreckenberger, Tel. 06131/929-32755, sibylle.schreckenberger@SWR.de.

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Tagung für Sozialarbeit und Rehaberatung: Der Grundsatz „Reha vor Pflege“ wird gestärkt. – Pflegestärkungsgesetze auf der Sozialarbeitertagung im Mittelpunkt des Interesses –

Bad Driburg. Ein Expertenforum für den fachlichen Austausch und Vernetzung bot die vierte Tagung für
Sozialarbeit und Rehaberatung in der Knappschafts-Klinik. Unterstützt wurde die Tagung durch die
DVSG (Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen e.V.). Die DVSG ist ein sektorenübergreifender Fachverband, der dazu beiträgt, die Soziale Arbeit in den verschiedenen Arbeitsfeldern des Gesundheitswesens zu stärken und weiter zu entwickeln. An der Tagung nahmen rd. 60 Teilnehmer aus dem Sozialdienst und Case-Management zuweisender Krankenhäusern und kooperierender Beratungs- und Gesundheitseinrichtungen der Knappschafts-Klinik Bad Driburg teil. Im Rahmen der Patientenversorgung ist es vor allem die Aufgabe der Sozialarbeiter in den Kliniken
Patienten und Angehörige umfassend zu beraten und Hilfestellung bei der Weiterversorgung zu geben.

Der thematische Schwerpunkt der diesjährigen Fachtagung waren die Veränderungen und Neuerungen
durch das Pflegestärkungsgesetz. Das System der Pflegeversicherung wird 20 Jahre nach der Einführung
umfassend modernisiert. Das Erste Pflegestärkungsgesetz trat zum 1. Januar 2015 in Kraft und
beinhaltete für Pflegebedürftige verbesserte Leistungen, wie z.B. eine Erhöhung der Leistungsbeträge
der Pflegeversicherung, einen Ausbau und Kombination der Leistungen der Kurz- und Verhinderungspflege, eine Ausweitung des Anspruchs auf Betreuungsleistungen in der ambulanten Pflege, eine Erhöhung der Zuschüsse zu Umbaumaßnahmen (z.B. Einbau eines barrierefreien Badezimmers) und für Pflegehilfsmittel des täglichen Verbrauchs.

Das Zweite Pflegestärkungsgesetzes befindet sich im Gesetzgebungsverfahren und soll voraussichtlich
zum 1. Januar 2016 umgesetzt werden. Es beinhaltet die Umsetzung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs in die Praxis. Das bisherige System der drei Pflegestufen wird durch fünf für alle Pflegebedürftigen einheitlichen Pflegegrade und der zusätzlichen Feststellung vor erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz (insbesondere Demenz) ersetzt. Auf zusätzliche Betreuungsangebote hat künftig jeder Versicherte in stationären Pflegeeinrichtungen Anspruch. Der Grundsatz „Reha vor Pflege“ wird gestärkt. Der Eintritt von Pflegebedürftigkeit kann durch Rehabilitationsleistungen
verhindert oder hinausgezögert werden. Dafür soll ein bundesweit einheitliches, strukturiertes
Verfahrens für die Rehabilitationsempfehlungen durch den Medizinischen Dienst sorgen. Zukünftig
werden auch Pflegepersonen bzw. pflegende Angehörige in der Renten- und Arbeitslosenversicherung
besser abgesichert.
Referenten unterschiedlicher Fachrichtungen diskutierten über weitere interessante Themenkomplexe
des klinischen Sozialdienstes. Begleitend präsentierten sich mit der Knappschafts-Klinik kooperierende
Selbsthilfeverbände und regionale Selbsthilfegruppen, wie die Deutsche Herzstiftung e.V., Defibrillator
(ICD) Deutschland e.V. und Deutsche Rheuma-Liga e.V.

Nach der Begrüßung durch Verwaltungsleiter Alexander Schunicht informierte Chefärztin Dr. Gabriele
Augsten über die Erweiterung der medizinischen Kompetenz der Klinik durch neue Behandlungsangebote wie der Medizinisch-beruflichen orientierten Rehabilitation (MBOR) für kardiologische Patienten und der Rehabilitation von Patienten mit Herzunterstützungssystemen (hier: Behandlung von Patienten mit Linksherzunterstützungssystem – LVAD). Ein Unterstützungssystem dient dazu, bei einer Herzmuskelschwäche als zusätzliche Pumpe das schwer erkrankte Herz zu entlasten und den Kreislauf aufrechtzuerhalten. „Herzunterstützungssysteme gewinnen an Bedeutung, da es in Deutschland viel zu wenig Spenderherzen gibt.”, berichtete Chefärztin Dr. Augsten. Seit Mitte 2015 werden in der Knappschafts-Klinik regelmäßig Patienten mit linksventrikulären Unterstützungssystemen rehabilitiert.

Anschließend übernahm Isabelle Koziol vom Sozialdienst der Klinik die Moderation und führte durch das
Symposium. Juristin Walburga Milles, Referentin im Bereich Soziale Pflegeversicherung der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See informierte in ihrem einführenden Vortrag ausführlich über die Neuerungen des Pflegestärkungsgesetz II (PSG II) wie dem neuen Pflegebedürftigkeitsbergriff und dem neuen Begutachtungsassessment. Zukünftig wird gemessen, was der Pflegebedürftige noch kann und es wird der Grad der Selbstständigkeit einer Person bei Aktivitäten in insgesamt sechs pflegerelevanten Bereichen wie z. B. kognitive und kommunikative Fähigkeiten oder der Umgang mit krankheits- und therapiebedingten erfasst. Damit wird auch der besondere Hilfe- und Betreuungsbedarf von Menschen mit kognitiven oder psychischen Einschränkungen berücksichtigt, was bisher nicht möglich war. Aus den Ergebnissen der Prüfung ergibt sich die Einordnung in einen der fünf Pflegegrade.

Danach referierte Diplom-Pädagogin Susanne Tyll über die Leistungsmöglichkeiten der Wohnberatung in Bezug auf Maßnahmen der Wohnungsanpassung und deren Finanzierung. Sie gab einen Überblick über die Wohnsituation in Deutschland. Von den 16,88 Millionen Menschen über 65 Jahre leben 93 % in einer eigenen Wohnung, 3 % in Gemeinschaftswohnungen und 4 % in Heimen. „Selbständiges Wohnen bzw. die selbständige Haushaltsführung der Menschen in ihrer Wohnung und ihrem Wohnumfeld zu erhalten, zu fördern oder wiederherzustellen ist die Zielsetzung der Wohnberatung“, informierte Beraterin Tyll und ergänzte dass durch Prävention und Verminderung von Gefahrenquellen häusliche Unfälle vermieden werden. Die Hauptaufgaben sind die individuelle Beratung über Möglichkeiten und Formen barrierefreien Wohnens. Wohnungsanpassungen können dazu führen, häusliche Pflege zu ermöglichen oder zu erleichtern und Heimunterbringungen zu verhindern.

Ulrike Kramer, Diplom-Sozialarbeiterin und Leiterin des Sozialdienstes am Universitätsklinikum Essen
gab aus Sicht des DVSG einen Einblick in die Verbandsarbeit. Sie hob hervor, wie wichtig eine sinnvolle Koordination des Versorgungsmanagement ist – nicht nur um die Qualität der Patientenversorgung zu verbessern, sondern auch in Bezug auf ein koordiniertes und strukturiertes Entlassungsmanagement. Sie berichtete über den Rückgang der Verweildauer im Krankenhaus und damit verbunden auch den Rückgang des Zeitkorridors für den Sozialdienst für die Patientenberatung. „Der Entscheidungsdruck hat zugenommen und die Anforderungen sind komplexer geworden für den Sozialdienst im Krankenhaus.“ stellte Ulrike Kramer fest.
Der Bedeutung der infrastrukturellen Förderung der Selbsthilfe durch Selbsthilfe-Kontaktstellen widmete sich Diplom-Sozialarbeiterin Ute Mertens, Mitarbeiterin der Selbsthilfe-Kontaktstelle Paderborn. In Deutschland gibt es rd. 100.000 Selbsthilfegruppen, davon sind ca. 70 % im Bereich der Gesundheit (Chronische Erkrankung, Behinderung, Sucht etc.) organisiert. Selbsthilfe-Kontaktstellen sind für alle Fragen rund um die Selbsthilfe die ersten Ansprechpartner vor Ort. Sie sind als professionelle Einrichtungen jeweils für einen Kreis bzw. für eine kreisfreie Stadt zuständig,
beraten und unterstützen Selbsthilfegruppen (z.B. bei der Gründung). Die Finanzierung der Kontaktstellen erfolgt größtenteils über die Kreise und Krankenkassen der GKV.

Klaus Rafflenbeul, Psychologe in der Knappschafts-Klinik, berichtete über die 2-jährige Erfahrung mit AICD-Patienten in der Psychokardiologie. Die Implantation von Defibrillatoren ist medizinisch ein Routineverfahren. Ein Großteil der betroffenen Patienten bewältigt den Eingriff problemlos und kommt mit dem Defibrillator gut zurecht. Jeder dritte Patient reagiert jedoch mit psychischen Beschwerden. Betroffen sind insbesondere Patienten, die mit einer Schockabgabe konfrontiert wurden oder Mehrfachschocks erlebt haben. Depressionen, Angststörungen und posttraumatische Belastungsstörungen sind die Folge aufgrund der massiven außeralltäglichen Belastung. An diese Patientengruppe richtet sich das rehabilitative Angebot der Knappschafts-Klinik um diese Beschwerden zu therapieren. Es werden unterschiedliche Therapieansätze in Abhängigkeit vom zeitlichen Auftreten der psychischen Beschwerden angeboten, um den Patienten zu einer verbesserten Lebensqualität zu verhelfen.

Die Veranstaltung endete mit einer Abschlussdiskussion und einer Klinikführung.

Foto mit den externen Dozenten: „Systemwechsel in der Pflegeversicherungen durch das Pflegestärkungsgesetz“, von links: Ulrike Kramer (Vorstandsmitglied, DVSG), Walburga Milles (Juristin, Referentin, DRV Knappschaft-Bahn-See), Alexander Schunicht (Verwaltungsleitung, Knappschafts-Klinik Bad Driburg), Ute Mertens (Mitarbeiterin der Selbsthilfe-Kontaktstelle Paderborn), Dr. Gabriele Augsten (Ärztliche Leitung, Knappschafts-Klinik Bad Driburg), Susanne Tyll (Beraterin, LAG Wohnberatung NRW), Isabelle Koziol (Sozialdienst, Knappschafts-Klinik Bad Driburg).

„Systemwechsel in der Pflegeversicherung durch das Pflegestärkungsgesetz“, Referenten und Gastgeber der 4. Tagung für Sozialarbeit & Rehaberatung

 

Teilnehmer der 4. Sozialarbeitertagung

 

Ulrike Kramer, Vorstandsmitglied im DVSG, Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen

 

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