Donnerstag, August 13th, 2015

 

Fit im Alter – auch dank fachgerechter geriatrischer Versorgung

Pressemitteilung 09-2015 (13.08.2015)

 

Bundesverband Geriatrie fordert flächendeckenden Ausbau altersmedizinischer Versorgung

 Deutschlands Senioren bleiben trotz zunehmenden Alters aktiv und weitgehend gesund. Etwas mehr als drei Viertel der 65-Jährigen und Älteren fühlen sich körperlich und geistig fit. Zu diesem Ergebnis kommt die kürzlich veröffentlichte Studie „Generation 65 plus“ des Statistischen Bundesamtes. „Diese erfreuliche Entwicklung ist nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass die fachgerechte altersmedizinische Versorgung in den vergangenen Jahren immer stärker ausgebaut wurde“, so Ansgar Veer, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Geriatrie. Allein die im Bundesverband Geriatrie zusammengeschlossenen Klinikträgern würden inzwischen rund 320 geriatrische Kliniken bzw. Einrichtungen betreiben, die über ca. 22.000 Betten/Rehaplätze verfügen.

 

Wie der Bericht des Statistischen Bundesverband jedoch zugleich belegte, steige mit zunehmendem Alter auch der Anteil jener Menschen, die sich gesundheitlich beeinträchtigt fühlten. So bezeichneten sich bei den 65 bis 69-Jährigen im Jahr 2013 rund 18 Prozent als krank oder unfallverletzt, in der Altersgruppe ab 75 Jahre waren es 28 Prozent. Der Anteil der Senioren an allen Behandlungen im Krankenhaus stieg in den vergangenen zehn Jahren von 38,5 auf 43,2 Prozent; 2,2 Millionen Menschen ab 65 Jahren waren zum Jahresende 2013 pflegebedürftig.

 

Vor diesem Hintergrund kommt dem Ausbau einer flächendeckenden geriatrischen Versorgung eine wachsende Bedeutung zu. „Die quantitativen und qualitativen Anforderungen an eine fachgerechte gesundheitliche Versorgung älterer Patienten steigen immens“, betonte Ansgar Veer. Während 2013 4,4 Millionen 80-Jährige und Ältere in Deutschland lebten, werde ihre Anzahl 2060 mit insgesamt 9 Millionen etwa doppelt so hoch sein wie heute. „Damit ist die fachgerechte geriatrische Versorgung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der sich nicht allein die Medizin, sondern auch Kostenträger, Kommunen und die Politik insgesamt, vor allem aber mit ihren gesetzgeberischen Initiativen stellen müssen.“ Unverständlich sei in diesem Zusammenhang, dass die strukturelle Unterfinanzierung insbesondere im Bereich der geriatrischen Rehabilitation noch immer nicht überwunden sei. Ebenso unverständlich sei zudem, dass im Krankenhausbereich neue bürokratische Hürden hinsichtlich der Übermittlung von Daten durch die Krankenkassen errichtet würden. Ansgar Veer: „Hier muss etwas getan werden – damit die guten Ergebnisse erhalten werden können.“

 

Bundesverband Geriatrie e.V.

Vorstandsvorsitzender: Dipl.-Kfm. Ansgar Veer

Geschäftsführer: RA Dirk van den Heuvel

Reinickendorfer Straße 61

13347 Berlin

Tel.: 030 / 339 88 76 – 10

Fax: 030 / 339 88 76 – 20

E-Mail: geschaeftsstelle@bv-geriatrie.de

http://www.bv-geriatrie.de

 

 

Der Bundesverband Geriatrie ist ein Verband von Klinikträgern die rund 320 geriatrische Kliniken bzw. Einrichtungen betreiben und über ca. 22.000 Betten/Rehaplätze verfügen. So sind unter anderem fast alle größeren Klinikverbünde und -Konzerne mit ihren geriatrischen Einrichtungen Mitglieder des Bundesverbandes.

Geriatrie, oder auch Altersmedizin, befasst sich mit den speziellen Erkrankungen oder Unfallfolgen älterer Menschen. Das Besondere an dieser Patientengruppe ist, dass ältere Menschen zumeist mehrfach krank (multimorbid) sind. Die geriatrischen Kliniken bieten, hierauf abgestimmt, multidimensionale geriatrische Therapien. Dabei wird ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, der sich auf psychische, funktionelle, soziale und ökonomische Belange erstreckt. Ziel ist es, die Selbstständigkeit der älteren Menschen zu erhalten, bzw. soweit wie möglich wieder herzustellen.

Neben der Interessenwahrnehmung als politischer Verband sieht der Bundesverband Geriatrie e.V. seine besondere Aufgabe in der Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität der Versorgung.

Dazu wurde frühzeitig ein Daten- und Vergleichssystem mit Namen GEMIDAS aufgebaut und zu Gemidas Pro weiterentwickelt sowie die Erfahrungen für die Entwicklung eines eigenen Qualitätssiegels Geriatrie, welches von einer unabhängigen Zertifizierungsstelle vergeben wird, genutzt. Finanziell trägt sich der Verband über die Beiträge seiner Mitglieder. Der Bundesverband ist daher auch aus finanzieller Sicht eine unabhängige Organisation.

 

 

 

Uwe Sattler_________________
-Pressereferent –
Bundesverband Geriatrie e.V.
Reinickendorfer Str. 61
13347 Berlin
Tel.:      030 / 339 88 76 13
Fax:      030 / 339 88 76 20
Email:    uweh.sattler@bv-geriatrie.de
Internet: www.bv-geriatrie.de

 

 

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Breites Bündnis gegen die Krankenhausreform der Bundesregierung

Bündnis für Krankenhäuser in Baden-Württemberg

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG

Gemeinsame Erklärung: Krankenhäuser brauchen mehr Personal und eine faire Finanzierung

Stuttgart, 13.08.2015 – Ein breites Bündnis aus Krankenhausverbänden, Gewerkschaften, Berufs- und kommunalen Landesverbänden wurde geschmiedet, um dringend notwendige Verbesserungen in der Krankenhausreform der Bundesregierung durch das Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) zu erreichen. Ohne Änderungen droht die Reform zu einem Personalabbauprogramm zu werden, das zu Lasten der Qualität geht. Das Bündnis für Krankenhäuser in Baden-Württemberg fordert eine auskömmliche und faire Finanzierung der Krankenhäuser. Ansonsten können die Krankenhäuser die steigenden Gehälter ihrer Beschäftigten nicht mehr bezahlen, ohne immer mehr Patienten behandeln zu müssen, Abstriche bei erforderlichen Investitionen zu machen oder Personal abzubauen. Die Einstellung von dringend benötigtem zusätzlichem Personal wird durch dieses Gesetz praktisch ausgeschlossen. Die vorgesehenen Kürzungen müssen zurückgenommen und die Finanzierung deutlich aufgestockt werden. In einer gemeinsamen Erklärung haben die Bündnispartner ihre Forderungen zusammengefasst.

„Die Bundesregierung schreibt sich „Qualität und Patientensicherheit“ auf die Fahnen. Mit dieser Reform wird sie das aber nicht erreichen“, stellt der Vorstandsvorsitzende der Baden-Württem­bergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG), Detlef Piepenburg, klar. Denn wenn das Krankenhausstrukturgesetz in der aktuell vorliegenden Form verabschiedet wird, werden den Krankenhäusern in Baden-Württemberg Jahr für Jahr mindestens 125 Millionen Euro fehlen. Die schon jetzt angespannte Personalsituation in den Krankenhäusern würde dadurch nochmals deutlich verschärft. „Unsere konkrete Forderung ist, dass der Versorgungzuschlag von 0,8 Prozent vollständig erhalten bleibt und die Abschläge für die Häuser mit wachsenden Patientenzahlen nicht erhöht werden“, so Piepenburg weiter. Die Krankenhäuser müssten außerdem in der Lage sein, die Gehälter ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu bezahlen, ohne immer mehr Patienten behandeln zu müssen. Ein weiteres Problemfeld seien die Notfallambulanzen in den Krankenhäusern, welche seit Jahren massiv unterfinanziert seien. „Die Notfallleistungen der Krankenhäuser müssen endlich kostendeckend bezahlt werden“, fordert Piepenburg.

„Schon heute arbeiten die Beschäftigten in den Krankenhäusern an und oft sogar über ihrer Belastungsgrenze, um die Patientinnen und Patienten rund um die Uhr gut zu versorgen“, macht Irene Gölz, Landesfachbereichsleiterin Gesundheit des ver.di Landesbezirks Baden-Württemberg, deutlich. „Nach einer ver.di-Erhebung fehlen in baden-württembergischen Krankenhäusern 20.000 Stellen. Zusätzliches Personal ist dringend notwendig“, so Gölz weiter. „Das geplante Pflegestellenförderprogramm ist allerdings reine Symbolpolitik und bringt keinerlei Entlastung.“ Absurd und brandgefährlich werde die Situation, wenn den Krankenhäusern durch die Streichung des Versorgungszuschlages ein Vielfaches der zusätzlichen Mittel wieder entzogen werde. „Zudem müsse sichergestellt werden, dass die Verantwortung der Bundesländer für eine bedarfsgerechte Krankenhausplanung nicht unterlaufen werde. Die geplanten Selektivverträge sowie die Zu- und Abschläge für Qualität überlassen die Zukunft eines Krankenhauses dem Markt und den Krankenkassen. Soweit darf es nicht kommen“, fordert Gölz.

Die Bündnispartner sind sich außerdem einig, dass auch das Land seinen Beitrag zur Finanzierung der Krankenhäuser leisten muss: Denn eine gute Versorgung hängt auch davon ab, ob die Krankenhäuser in der Lage sind, in moderne Strukturen zu investieren, ohne dies durch Stellenabbau finanzieren zu müssen. Gerade im Bereich der Einzelförderung wurde durch die grün-rote Landesregierung in den zurückliegenden Jahren schon einiges verbessert, das erforderliche Förderniveau aber noch nicht erreicht. Die Finanzierung muss aus originären Landesmitteln erfolgen.

Bündnis für Krankenhäuser in Baden-Württemberg:

  • Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft e.V.
  • ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg
  • BIV – Betriebliche Interessenvertretungen der Krankenhäuser Baden-Württembergs
  • DBfK – Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe Südwest
  • Gemeindetag Baden-Württemberg
  • Landkreistag Baden-Württemberg
  • Marburger Bund – Landesverband Baden-Württemberg
  • Städtetag Baden-Württemberg
  • VKD – Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands – Landesgruppe Baden-Württemberg

Anlage

Gemeinsame Erklärung des Bündnisses für Krankenhäuser in Baden-Württemberg

Ihre Ansprechpartner:

Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft e.V.
Annette Baumer
Birkenwaldstr. 151, 70191 Stuttgart
Tel.: 0711 25777-45
E-Mail: baumer@bwkg.de

ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg
Jürgen Lippl
Theodor-Heuss-Str. 2/Haus 1 – 70174 Stuttgart
Tel.: 0711 88788-0310
Mobil: 0160 5305643
E-Mail: juergen.lippl@verdi.d

 

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