Mittwoch, Juli 8th, 2015

 

Neues Netzwerk zur Inklusion in Bildung und Beruf im Rahmen der Fachkräftestrategie Hamburgs

Fünf Hamburger Institutionen begründen Norddeutschlands größten Unternehmensverbund für Menschen mit besonderem Qualifizierungs- und Bildungsbedarf

Seit 1. 7. 2015 bündeln das Berufsbildungswerk Hamburg, das Berufsförderungswerk Hamburg, das Berufliche Trainingszentrum, die aus Junge Werkstatt und BFW Vermittlungskontor entstandene ausblick hamburg GmbH ihre Kompetenzen unter einem Dach. Leitlinie: Eine Unternehmensfamilie zur Stärkung von Menschen für die Arbeitswelt. Die operative Lenkung des nun mit 450 Mitarbeitern größten Verbundes seiner Art in Norddeutschland hat das Perspektiv-Kontor, das mit seinem programmatischen Namen der Gruppe das Kürzel PepKo gibt. Geschäftsführer der Gruppe gemäß Hamburgs Corporate Governance: Wolfgang Lerche, bisher und weiter Geschäftsführer Berufsbildungswerk Hamburg, und Jens Mohr, bisher und weiter Geschäftsführer Berufsförderungswerk Hamburg. Lerche: „Durch die Neuordnung der Gruppe entsteht ein Kompetenzzentrum für Bildung und Rehabilitation im Rahmen der Hamburger Fachkräftestrategie. Das heißt: Eine Adresse für Menschen unterschiedlichsten Alters, unterschiedlicher physischer und psychischer Ausgangslagen, Bedürfnisse und Voraussetzungen. Wir verfolgen zwei Ziele: Die Unterstützung der Arbeitsmarktpolitik und die Verwirklichung des sozialen Auftrags von Staat, Gemeinden und anderen Institutionen. Dies zeigt den Charakter der Gruppe: Zum einen schöpfen wir ungenutzte Ressourcen aus, um Fachkräfte auszubilden und Hamburger Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Zum anderen qualifizieren wir Menschen, ihren Platz in der Arbeitswelt zu finden. Sie entwickeln so über Ausbildung und Arbeit neues Selbstwertgefühl und sorgen für sich als sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer.“

Alle Unternehmen verfügen über langjährige Expertise in der Qualifizierung junger wie erwachsener Menschen mit Unterstützungsbedarf. Das Berufsbildungswerk Hamburg unterstützt 450 junge Erwachsene mit Einschränkungen auf dem schulischen Weg in den Beruf. Jedes Jahr gehen zwischen 100 und 120 Auszubildende nach bestandener Abschlussprüfung ihren Weg in die Arbeitswelt. Im Übergangssystem von der Schule in den Beruf begleiten Fachkräfte des Berufsbildungswerks an neun Schulstandorten die Schülerinnen und Schüler an betrieblichen Lernorten und stellen so eine wichtige Verbindung zwischen Schule und Arbeitswelt her. Das Berufsbildungswerk Hamburg hat ca. 160 Mitarbeiter. Im Berufsförderungswerk Hamburg  kümmern sich ca. 170 Mitarbeiter um 850 Teilnehmer in unterschiedlichen Ausbildungsprogrammen. Die Deutsche Rentenversicherung schätzt, dass drei von vier ihre berufliche Bildungsleistung erfolgreich abschließen. Das Berufliche Trainingszentrum  hat 70 Mitarbeiter. Es wendet sich an Menschen, die nach psychischer Krise zurück in den Beruf streben. 2014 beendeten 310 Teilnehmer ihr Training, knapp 500 waren für unterschiedliche Programme gemeldet. Die neue Unternehmenseinheit ausblick hamburg hat gut 50 Mitarbeiter und jährlich etwa 450  Teilnehmer mit spezifischen Bedürfnissen.

Mohr: „Anders als bei Zusammenschlüssen, die Synergien aus betriebswirtschaftlichen Kalkülen heben, haben wir bei der Neuausrichtung weder Personal abgebaut noch neues eingestellt. Wir nutzen die vorhandenen Ressourcen effizienter und effektiver. So gelingt es nicht nur, den individuellen Anforderungen der Teilnehmer zu entsprechen. Wir sind nun auch auf Augenhöhe mit den Unternehmen in der Metropolregion– dank der neuen Konzernstruktur. Form und Inhalt passen.“

Kontakte: Wolfgang Lerche, Berufsbildungswerk Hamburg, Reichsbahnstr. 53, 22525 Hamburg, 040 – 5723-0, lerche@bbw-hamburg.de. Jens Mohr, Berufsförderungswerk Hamburg, August-Krogmann Str. 52, 22159 Hamburg: 040 – 64581-1300, mohr@bfw-hamburg.de

Die Unternehmensgruppe Perspektiv-Kontor PepKo ist mit 450 Mitarbeitern und ca. 2.300 Teilnehmern sowie einer Vielzahl von Projekten zum Einstieg in Arbeit das größte öffentliche Unternehmen in Norddeutschland für: Bildung, Berufsausbildung, berufliche Umschulung, berufliche Rehabilitation,Wiedereingliederung. Nutzer: Menschen aller Altersgruppen, die Förderbedarf auf dem Weg in Arbeit, zurück in die oder während der Berufstätigkeit haben. Geschäftsführung PepKo: Wolfgang Lerche, Jens Mohr. Gruppe: Berufsbildungswerk Hamburg GmbH (GF: Wolfgang Lerche, Jens Mohr, Berufliches Trainingszentrum GmbH (GF: Melanie Schlotzhauer, Jens Mohr), Berufsförderungswerk Hamburg GmbH (Jens Mohr, Wolfgang Lerche),ausblick hamburg gmbh (GF:UdoMarquardt, Karlheinz Spreitzer). Steuerung: Perspektiv-Kontor GmbH.  Aufsichtsrat: Dr. Volker Bonnorden. Gesellschafterin: Freie und Hansestadt Hamburg. Kostenträger: Deutsche Rentenversicherung Bund, Deutsche Rentenversicherung Nord, die Gesetzlichen Unfallversicherungen (DGUV), Bundesagentur für Arbeit und andere.

 

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7. Business-Dinner von Softsolution 11.06.2015

Reha vor Pflege wird gestärkt, Prävention vor Reha jetzt Aufgabe der Rentenversicherung

Verfasser: Staatssekretär a. D. Neithart Neitzel

Reha vor Pflege wird gestärkt, und Prävention vor Reha wird jetzt Aufgabe der Rentenversicherung. Das waren die beiden Hauptthemen beim 7. Business Dinner, das die Firma Softsolution International Ltd. anlässlich des Hauptstadtkongresses in Berlin durchführte. Hochrangige Referenten sprachen unter der bewährten Moderation von Universitäts-Professor Dr. Günter Neubauer vom Münchener Institut für Gesundheitsökonomik.

Dr. Günter Neubauer vom Münchener Institut für Gesundheitsökonomik

Dr. Günter Neubauer vom Münchener Institut für Gesundheitsökonomik

Neubauer verwies darauf, dass die Große Koalition sechs große Gesetzesvorhaben auf den Weg gebracht oder bereits verabschiedet habe, die zwar in der Regel die Rehabilitation nur am Rande beträfen, von denen aber zwei wichtige neue Gesichtspunkte für die medizinische Rehabilitation enthielten:

  1. Im Präventionsgesetz, das sich zur Zeit in der parlamentarischen Beratung befindet, werde Prävention auch bei der Rentenversicherung deutlich gestärkt, so dass in diesem Sektor künftig Prävention vor Rehabilitation ein wichtiger Grundsatz werde.
  2. Im Pflegestärkungsgesetz II, welches im Laufe des Jahres eingebracht werden soll und die Neufassung des Pflegebegriffs enthalten wird, solle der Grundsatz „Reha vor Pflege“ durch ein neues Assessmentverfahren des MDK gestärkt werden.

Das war auch das Stichwort für den CSU-Bundestagsabgeordneten Ernst Irlstorfer, den Berichterstatter für Pflegeberufe und Qualität in der Pflege der CDU/CSU-Fraktion sowie Berichterstatter für Pflege der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag:

Ernst Irlstorfer MdB CDU/CSU-Fraktion

Ernst Irlstorfer MdB CDU/CSU-Fraktion

Er wies darauf hin, dass der GKV-Spitzenverband im September 2014 auf der Basis des Pflege- Neuausrichtungs-Gesetzes von 2012 über die Empfehlungen der Medizinischen Dienste der Krankenversicherung berichtet habe. Dabei wurde das Jahr 2013 ausgewertet. Nach diesem Bericht seien bei knapp 1,3 Millionen Begutachtungen nur rund 5.300 Empfehlungen zu einer medizinischen Rehabilitation ausgesprochen worden – in seinen Augen eine sehr geringe Zahl. Bei dieser Einschätzung war zu spüren, dass Irlstorfer vor seiner Abgeordnetentätigkeit 20 Jahre bei der AOK Bayern auch im Bereich medizinische Rehabilitation und Pflege tätig gewesen war.

Irlstorfer bezog sich auch auf die Studie „Reha XI – Erkennung rehabilitativer Bedarfe in der Pflegebegutachtung des MDK – Evaluation und Umsetzung“ von Professor Dr. Heinz Rothgang, die 2014 abgeschlossen wurde. Aus ihr ergab sich zwar ein Anteil von 6,3 % möglichen Rehabilitationsempfehlungen, aber die tatsächliche Empfehlungshäufigkeit lag mit 1 % deutlich darunter. Bei einem verbesserten Verfahren wäre die Quote höher gewesen. Das neue Verfahren wurde im Anschluss an die Studie in einen neuen Begutachtungsstandard umgesetzt, bei dem Pflegefachkräfte und Ärzte nach einem einheitlichen Curriculum geschult werden. Diese Arbeiten stehen im Zusammenhang mit dem Neuen Begutachtungsassessment zur Pflegebedürftigkeit, wie es mit der Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs im Rahmen des geplanten Pflegestärkungsgesetzes II vorgesehen ist.

In diesem Zusammenhang setzte sich der Bundestagsabgeordnete auch für eine Förderung der mobilen Reha als Form der ambulanten geriatrischen Reha –auch im Pflegeheim – ein. Mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz, wurde die mobile Reha, wie Irlstorfer berichtete, in

  • 40 SGB V explizit aufgenommen: Ambulante Reha kann auch in Form der mobilen Reha durch wohnortnahe Einrichtungen erbracht werden.

Abschließend wies Irlstorfer darauf hin, dass vor dem Hintergrund des demographischen Wandels die Sensibilität für die medizinische Rehabilitation gestärkt werden müsse. Während es derzeit 2,5 Millionen Pflegebedürftige gebe, werde die Zahl im Jahr 2030 auf 3,5 Millionen und im Jahr 2050 auf 4,5 Millionen gestiegen sein – dem Grundsatz „Reha vor Pflege“ komme daher zunehmende Bedeutung zu.

Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse

Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse

Anschließend kamen nach der Politik die Kostenträger zu Wort. Als erster sprach Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse. Er verwies zunächst darauf, dass die TK mit einem Marktanteil von 12 – 13 % die größte gesetzliche Krankenkasse sei. Der demographische Wandel sei für die Krankenkassen deshalb nicht der maßgebende Kostentreiber, weil die meisten Gesundheitsausgaben in den letzten beiden Lebensjahren eines Versicherten anfielen. Der medizinische Fortschritt sei der größte Kostentreiber im Gesundheitssystem. Dagegen sei der demographische Wandel für die Rentenversicherung ein echtes Problem: Immer weniger aktive Beitragszahler stünden immer mehr Rentenbezieher mit immer längeren Rentenbezugszeiten gegenüber.

Zur Entwicklung der medizinischen Reha nannte Ballast fünf Punkte:

  1. Im ärztlichen Bereich und bei den Krankenhäusern gebe es eine immer größere Spezialisierung. Dem stehe der Patient gegenüber, dessen Multimorbidität steige. Daher müsse man künftig stärker in Versorgungsketten einschließlich der Rehabilitation denken.
  1. Durch den im GKV-VSG vorgesehenen Innovationsfonds könnten ab 2016 neue Versorgungsformen unter Einschluss der Reha gefördert werden.
  1. Die Reha müsse mehr zum Patienten kommen: Dazu sei die ambulante besser als die stationäre Reha geeignet. Der im Krankenhausstrukturgesetz, das von der Bundesregierung als Regierungsentwurf beschlossen worden ist, vorgesehene Strukturfonds ermöglicht, auch neue stationäre Einrichtungen durch Umwandlung von Krankenhäusern.
  1. Die Qualitätsanforderungen an die Reha steigen. Deshalb müsse man die Frage stellen, ob „Pay for performance“ auch in diesem Bereich möglich sei.
  1. Die Evidenz für die Ergebnisqualität wird vom Sachverständigenrat für das Gesundheitswesen bei der Rehabilitation problematisiert.

Ballast schloss mit zwei Nachrichten – einer guten und einer schlechten. Die schlechte zuerst: Das „Kostenträgerwirrwarr“ werde bleiben. Die gute: Angesichts der Tatsache, dass die „Baby-Boomer“ ins Reha-Alter kämen, werde die medizinische Rehabilitation nötiger denn je.

Michael Zellner, Abteilungsleiter Kliniken der DRV Bayern-Süd

Michael Zellner, Abteilungsleiter Kliniken der DRV Bayern-Süd

Als nächster Redner sprach Michael Zellner, Abteilungsleiter Kliniken der DRV Bayern Süd. Er griff die Bemerkungen von Thomas Ballast zum demographischen Wandel auf und kritisierte die Große Koalition, die mit der Rente ab 63 die Probleme der Rentenversicherung verschärft habe. Damit sei die „Rente mit 67“, die zum Teil die sinkende Zahl der Beitragszahler kompensieren sollte, desavouiert worden. Wichtig sei, dass bereits vor dem in Beratung befindlichen Präventionsgesetz, die Prävention durch die Rentenversicherung gestärkt wurde. Dazu sei der Firmenservice der DRV ausgebaut worden, um Prävention flächendeckend durch Kontakte zu den Betrieben und den Betriebs- und Werksärzten zu ermöglichen. Wenn die Prävention nicht ausreiche, sei das Feld für die Rehabilitation geöffnet.

Zur nachhaltigen Reha – so Zellner weiter – gehöre auch die MBOR, d.h. die Medizinisch Beruflich Orientierte Reha. Vor dem Hintergrund von Adipositas bei Kindern und Jugendlichen müsse diese bereits im Kindes- und Jugendalter ansetzen, um die jungen Menschen schul- und arbeitsfähig zu machen, weil sie als Beitragszahler dringend benötigt würden.

Für die psychosomatische Rehabilitation forderte Zellner eine bessere Abstimmung zwischen Krankenkassen und Rentenversicherung. Ziel müsse es sein, die Erwerbsminderungsrenten in diesem Bereich zu senken, weil es bei einem Durchschnittsalter von 49 Jahren bei Erwerbsminderungsrenten in der Psychosomatik nicht vertretbar sei, dass der Versicherte 15 Jahre keinen Rentenbeitrag zahle, um dann seine normale Rente erhalten. Nachhaltige Reha – so Zellner abschließend – solle die Teilhabe auch am Arbeitsleben stärken.

Dr. med. Hans Peter Gmünder, Direktor des Schweizer Paraplegikerzentrums Nottwil

Dr. med. Hans Peter Gmünder, Direktor des Schweizer Paraplegikerzentrums Nottwil

Zum Abschluss sprach Dr. med. Hans Peter Gmünder, Direktor des Schweizer Paraplegikerzentrums Nottwil. Er ging der Frage nach, ob die Rehabilitation in der Schweiz es besser hat als die Rehabilitation in Deutschland. Dr. Gmünder hob hervor, dass in der Schweiz die Vergütung zwar besser sei, aber gleichwohl nicht alle Wünsche der medizinischen Rehabilitation erfüllt werden. Bei einem direkten Vergleich der beiden Länder sieht er deutliche Vorteile bei der Rehabilitation in der Schweiz.

Diese Bewertung trifft Dr. Gmünder vor dem Hintergrund, dass er sowohl in deutschen als auch in schweizerischen Einrichtungen tätig war und ist.

Ein ausführlicher Bericht über den Vortrag von Dr. Gmünder wird in der schweizerischen Fachzeitschrift „clinicum“ 04/15 nachzulesen sein.

Falls Interesse daran besteht, können Sie sich an Frau Ute Schalles, uschalles@softsolution.de wenden.

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Vergütungsverhandlungen für geriatrische Rehabilitation in Niedersachsen bisher ohne Einigung

08.07.2015. Bei den Verhandlungen zwischen Einrichtungen der geriatrischen Rehabilitation und dem Verband der Ersatzkassen (vdek) in Niedersachsen konnte bislang keine Einigung erzielt werden. Das teilte der Bundesverband Geriatrie – in dem die an der Verhandlung beteiligten Rehabilitationseinrichtungen Mitglieds sind – in Berlin mit. „Die Positionen der beiden Seiten liegen derzeit für eine Übereinkunft zu weit auseinander“, so Verbandsgeschäftsführer Dirk van den Heuvel.

Der Bundesverband verwies darauf, dass es im Bereich der geriatrischen Reha seit Jahren eine strukturelle Unterfinanzierung gebe. So seien in der Vergangenheit bei den Vergütungen unter anderem gestiegene Personalkosten oder Aufwendungen für Energie nicht oder kaum berücksichtigt worden. „Um die rehabilitative Versorgung der betagten und hochbetagten Patienten zu sichern und die Versorgungsqualität zu erhalten, besteht aus Sicht der Rehabilitationseinrichtungen ein deutlicher Nachholbedarf“, betonte der Geschäftsführer. Zudem gehe es um eine Regelung, die eine schrittweise Annäherung der Vergütung für die einzelnen Rehaeinrichtungen ermöglicht. Die beteiligten Kliniken beraten aktuell über das weitere Vorgehen.

Kontakt:

Bundesverband Geriatrie e.V.
Pressereferent Uwe Sattler
Reinickendorfer Straße 61
13347 Berlin
Tel.: 030 3398876-13
Fax: 030 3398876-20
E-Mail: uweh.sattler@bv-geriatrie.de
www.bv-geriatrie.de

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Auszeichnung für Pflege-App Kinaesthetics Care beim Health Media Award.

Am 12. Juni wurde im Beethoven-Haus in Bonn der Health Media Award verliehen. Henriette Hopkins von „HealthCare Project Management“ wurde für ihre Pflege-App Kinaesthetics Care im Bereich „Pflege und Demenz“ mit einem Health:Angel ausgezeichnet.

Bewegen statt heben: Das ist in aller Kürze die Grundformel und das Konzept der ersten Schulungs-App für pflegende Angehörige, die die Pflege-Expertin Henriette Hopkins aus München jetzt kostenlos per App-Store und Google play unter der Bezeichnung „Kinaesthetics Care“ für iPad und Android-Tablets anbietet. Das Konzept Kinaesthetics Care™ wurde vor mehr als 30 Jahren in den USA für Pflegefachkräfte entwickelt; jetzt werden damit auch pflegende Laien schnell und einfach in die Grundabläufe der häuslichen Pflege eingewiesen und verständlich angeleitet.

Die erste Schulungs-App für pflegende Angehörige vereint Informationen und integrierte Lernvideos für pflegende Angehörige. Mit den Inhalten der App wird neben fachgerechten Pflegeschulungen auch Wissenswertes über die Leistungen der Pflegekasse, Vorsorgeregelungen und Betreuungsangelegenheiten zur Verfügung gestellt. Diese gebündelten Informationen sind schnell abrufbar. Nicht nur zu Hause sondern auch unterwegs.

Die angebotenen Lernvideos basieren auf dem © MH Kinaesthetics Konzeptsystem, das
vor mehr als 30 Jahren von der Verhaltenskybernetikerin und Psychologin Dr. Lenny Maietta und dem Verhaltenskybernetiker Prof. Dr. Frank Hatch entwickelt wurde. Seit 2006 ist zum Schutz der Qualität und Nachhaltigkeit die Marke „Maietta-Hatch (MH) Kinaesthetics – The Original” eingetragen.

Weitere Informationen

Henriette Hopkins
HealthCare Projectmanagement
Schopenhauerstrasse 71
80807 München
E-Mail: h.hopkins@onpflege.tv
Webseite: www.onpflege.tv

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Gröhe: “Digitale Vernetzung stärkt die Patienten”

E-Health-Gesetzentwurf in erster Lesung im Deutschen Bundestag

Berlin, 3. Juli 2015  Der Deutsche Bundestag befasst sich heute in erster Lesung mit dem Entwurf eines “Gesetzes für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen” (E-Health-Gesetz). Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe: “Digitale Vernetzung kann Leben retten und stärkt die Patienten. Dafür schaffen wir mit dem E-Health-Gesetz die entscheidende Grundlage. Gemeinsam mit der Bundesdatenschutzbeauftragten und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik konnte ein System entwickelt werden, das bestmöglichen Schutz der hochsensiblen Patientendaten bietet. Jetzt sind Selbstverwaltung und Industrie am Zug. Ich erwarte von allen Beteiligten entschlossenen Einsatz, damit der Nutzen der Telematik schnell den Patienten zugutekommt. Verzögerungen durch interessenpolitisches Klein-Klein darf es nicht mehr geben.”

1. Digitale Vernetzung kann Leben retten. Wenn es nach einem Unfall schnell gehen muss, soll der Arzt künftig wichtige Notfalldaten direkt von der elektronischen Gesundheitskarte abrufen können, z.B. Informationen zu Allergien, Implantaten oder Vorerkrankungen. Mit Notfalldaten eines Patienten ist ein Arzt sofort darüber informiert. Ab 2018 sollen diese Notfalldaten auf der Gesundheitskarte gespeichert werden können, wenn der Patient dies wünscht. Ärzte, die diese Datensätze erstellen, sollen eine Vergütung erhalten.

Außerdem schafft das Gesetz die Grundlage dafür, dass ein Medikationsplan mit der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden kann. Dieser Medikationsplan, der alle Informationen über die vom Patienten angewendeten Arzneimittel enthält, sorgt für mehr Sicherheit bei der Arzneimitteltherapie. Versicherte, denen mindestens drei Medikamente gleichzeitig verordnet werden, sollen ab Oktober 2016 einen Anspruch darauf haben. Mittelfristig soll der Medikationsplan über die elektronische Gesundheitskarte abrufbar sein. So können gefährliche Wechselwirkungen von Arzneimitteln vermieden werden. Das nutzt besonders Patienten, die bei mehreren Ärzten gleichzeitig in Behandlung sind, z.B. älteren Menschen, die an verschiedenen Krankheiten leiden.

Um dieses Ziel so schnell wie möglich zu erreichen, erhält die von der Selbstverwaltung getragene Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte Fristen und klare Vorgaben für den Abschluss ihrer Arbeiten. Es gibt Haushaltskürzungen bei den genannten Gesellschaftern, wenn die Frist nicht gehalten wird.

2. Digitale Vernetzung stärkt die Patienten. Digitalisierung ist eine große Chance für den selbstbestimmten, aktiven Patienten. Ein modernes Stammdatenmanagement soll nach einer bundesweiten Erprobung in Testregionen flächendeckend eingeführt werden. Damit werden die Voraussetzungen für medizinische Anwendungen, wie z.B. eine elektronische Patientenakte, geschaffen, mit der jeder Patient  über Diagnose und Therapie informiert ist und damit auch besser in Entscheidungsprozesse eingebunden werden kann. Sobald die Anwendung zur Verfügung steht, erhalten Ärzte und Zahnärzte, die diese Anwendung nutzen, einen Vergütungszuschlag. Ab 1. Juli 2018 sind pauschale Kürzungen der Vergütung der Ärzte und Zahnärzte vorgesehen, die nicht an der Online-Prüfung der Versichertenstammdaten teilnehmen. Außerdem werden die Zugriffsverfahren auf das Patientenfach erleichtert, so dass die Versicherten wichtige Dokumente wie z.B. einen elektronischen Impfausweis dort ablegen können. Auch das stärkt die Patienten.

3. Datenschutz wird groß geschrieben. Der Aufbau der Telematikinfrastruktur erfüllt die höchsten Sicherheitsstandards: Es gibt klare Zugriffsrechte, der Zugriff der Ärzte auf Daten wird protokolliert, Krankenkassen sind zur Information verpflichtet. Medizinische Daten werden verschlüsselt. Der Patient ist jederzeit Herr über seine Daten und bestimmt, ob und welche medizinischen Daten gespeichert werden und wer sie lesen darf. Zudem kann der Patient Daten jederzeit löschen lassen. Der Sicherheitsstandard ist bereits jetzt höher als bei einer EC-Karte und wird laufend an neue Entwicklungen angepasst. In Zukunft soll die Telematikinfrastruktur mit den hohen Sicherheitsstandards auch für weitere Anwendungen zur Verfügung stehen, z.B. für elektronische Arztbriefe. Außerdem sollen weitere Leistungserbringer wie die Pflegeberufe die Infrastruktur nutzen können. Sie soll so zur zentralen Kommunikationsinfrastruktur im Gesundheitswesen werden.

Kontakt:

Bundesministerium für Gesundheit
Pressestelle
Pressesprecherin Katja Angeli
Friedrichstraße 108
10117 Berlin
Telefon: 030-18441-2442 oder -2225 (bundesweiter Ortstarif)
E-Mail: pressestelle@bmg.bund.de

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