Mittwoch, März 25th, 2015

 

VdK fordert Nachbesserungen im Präventionsgesetz

„Das geplante Präventionsgesetz bringt nur kleine Verbesserungen, erfüllt aber die Erwartungen immer noch nicht“, so kommentiert Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, die heutige 1. Lesung des Gesetzentwurfs im Bundestag.

Zwar sollen die Krankenkassen ab 2016 pro Versichertem im Jahr 7 Euro statt rund 4 Euro für Präventionszwecke ausgeben, aber die Verteilung der Mittel stellt der VdK in Frage. „Man beschränkt sich weiter auf punktuelle Leistungsverbesserungen. Insgesamt sind Prävention und Gesundheitsförderung im Bereich der Krankenversicherung auch dann noch unterfinanziert. Sie sind aber gesamtgesellschaftliche Aufgaben. Alle Sozialversicherungsträger und die private Kranken- und Pflegeversicherung müssen in die Pflicht genommen werden“, so Mascher.

Der Sozialverband VdK kritisiert vor allem, dass mit dem Präventionsgesetz Bevölkerungsgruppen wie Langzeitarbeitslose, Ältere oder Menschen mit Behinderung kaum erreicht werden. Dabei würden diese in besonderem Maße von Vorsorge profitieren. „Es ist beispielsweise hinreichend bewiesen, dass Prävention bei Älteren einer Pflegebedürftigkeit vorbeugt oder diese zumindest abmildert und damit enorme Kosten für die Pflege- und Krankenkassen einspart.“

Der Sozialverband VdK begrüßt zwar, dass die Pflegekassen Präventionsleistungen in voll- und teilstationären Einrichtungen erbringen müssen. „Es ist aber nicht nachvollziehbar, dass der Präventionsauftrag der Pflegeversicherung nur auf diesen Bereich beschränkt wird. Zwei Drittel der Pflegebedürftigen werden von Angehörigen oder ambulanten Pflegediensten zu Hause versorgt. Auch dort sind Präventionsleistungen notwendig“, so Mascher. Angebote wie etwa die Sturzprophylaxe müssten noch viel häufiger bei den Betroffenen ankommen. Dazu gehöre auch, den präventiven Hausbesuch in den Pflichtleistungskatalog der Krankenversicherung aufzunehmen. „Der Hausarzt muss als Präventionslotse fungieren und individuelle präventive Maßnahmen verordnen dürfen. Dafür muss aber auch die bessere Qualifizierung der Ärzte und Medizinstudentinnen und -studenten hinsichtlich Gesundheitsförderung und -beratung gewährleistet sein“, sagt Mascher.

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Der Patient 2.0 im Blickpunkt der conhIT 2015: Einrichtungen müssen über den „Tellerrand“ blicken

ConhIT – Connecting Healthcare IT, 14 – 16 April 2015

Berlin, 23. März 2015: Soziale Medien sind für die meisten Menschen eine Selbstverständlichkeit geworden. Auch auf die mobile Kommunikation will kaum mehr jemand verzichten. Nur im Gesundheitswesen werden Schranken hochgezogen. Der Patient 2.0 jedoch lässt sich nicht aussperren: Wie sich medizinische Einrichtungen und nicht zuletzt die Anbieter traditioneller Gesundheits-IT-Lösungen mit diesen Entwicklungen auseinandersetzen sollten, um nicht abgehängt zu werden, wird bei der conhIT 2015 in Berlin diskutiert.

„Wir sprechen als Ärzte immer häufiger mit Patienten, die sich entweder im Internet über Erkrankungen und Therapien informieren oder die ihre Mobilgeräte für die Aufzeichnung von Gesundheitsdaten nutzen, und sei es nur zu Fitnesszwecken“, sagt Dr. Philipp Stachwitz, Spezialist für Anästhesie und Schmerztherapie am Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe in Berlin. Gerade die Schmerztherapie ist eine jener Domänen, in denen der oft beschworene Patient 2.0 in den letzten Jahren zunehmend Wirklichkeit geworden ist: Digitale Schmerztagebücher werden genauso nachgefragt wie Social-Media-Angebote, die dem Erfahrungsaustausch der Betroffenen dienen.

Gesucht: Neue Ideen, neue Geschäftsmodelle
Traditionelle Gesundheits-IT-Anbieter können dieser Aufgeschlossenheit der Patienten gegenüber neuen Technologien oft wenig entgegensetzen: „Das sind bisher zwei völlig getrennte Welten“, betont Matthias Zippel, der beim diesjährigen conhIT-Kongress eine Session zu „Gesundheitsdaten, Wearables, Apps und Smartphones“ leitet (Mittwoch, 15. April 2015, 9.30 Uhr ). Er plädiert stark dafür, dass sich die IT-Hersteller viel stärker als bisher mit diesen neuen Themen auseinandersetzen. „Wir haben auf der einen Seite den boomenden Markt für Wearables und Smartphone-Apps, auf der anderen Seite einen Gesundheits-IT-Markt, der sich in einem staatlich geschaffenen Rahmen abschottet.“

Für Zippel stellt sich angesichts dieser Konstellation die Frage, ob die Gesundheits-IT-Branche nicht Gefahr läuft, am Bedarf vorbei zu entwickeln: „Es wird zu viel über sinkende Umsätze geklagt, und es gibt zu wenige neue Ideen und Geschäftsmodelle.“ Bei der conhIT 2015 sollen einige Denkanstöße geliefert werden. Thematisiert werden unter anderem technische Konzepte zur Online-Bereitstellung von Gesundheitsdaten, mögliche Einsatzszenarien aus Sicht eines Kostenträgers sowie rechtliche und ethische Fragen der freiwilligen Bereitstellung von medizinischen Daten durch die Patienten.

Social Media-Engagement zahlt sich aus!
Aus Sicht der medizinischen Einrichtungen stellt sich im Social Media-Zeitalter angesichts begrenzter IT-Budgets nicht zuletzt die Frage, welches Engagement den meisten Nutzen bringt. Dr. Peter Müller von der Stiftung Gesundheit, der gemeinsam mit Stachwitz die conhIT Session „Patient Empowerment durch Social Media und die Kommunikationsarbeit der Kliniken“ (Mittwoch, 15. April 2015, 11.30 Uhr)  leitet, ist überzeugt davon, dass sich Engagement in digitale Patientenkommunikation für Krankenhäuser auszahlt: „Es gibt einen gewissen Wettbewerb zwischen den Krankenhäusern, und insbesondere bei elektiven Eingriffen wählen viele Patienten den Anbieter bewusst aus.“

Punkten können Müller zufolge unter anderem jene Einrichtungen, die den Patienten im Vorfeld solcher elektiven Eingriffe umfassend informieren. Wie das unter Einsatz von Internet- und mHealth-Anwendungen geschehen kann, macht beispielsweise das Universitätsklinikum des Saarlands vor. Hier werden seit einigen Monaten an der Klinik für Thorax- und Herz-Gefäß-Chirurgie im Rahmen des Patientengesprächs per iPad-Anwendung individuelle, multimediale Informationsdokumente erzeugt, die der Patient zu Hause durcharbeiten kann, um optimal auf den Eingriff vorbereitet zu sein.

Online-Termine auf dem Vormarsch
Ein weiteres, großes Thema aus dem Bereich der digitalen Patientenkommunikation ist für Müller das digitale Terminmanagement, und zwar sowohl für Krankenhäuser als auch für Arztpraxen: „Hier wird die Welt in fünf Jahren ganz anders aussehen als heute“, prognostiziert er. Bisher bieten vorsichtigen Schätzungen zufolge nur etwa 5.000  niedergelassene Ärzte in der einen oder anderen Form Online-Terminbuchungen an – bei insgesamt weit über 200.000 Ärzten, die ambulant tätig sind.

„Das wird sich in den Arztpraxen rasch ändern, und auch für Krankenhäuser werden Online-Termine in den nächsten Jahren wichtiger“, ist sich Müller sicher. Stachwitz sieht das ähnlich: „Der Anspruch der Patienten wächst, und das Verständnis für fehlende digitale Angebote sinkt.“ Die Zukunft dürfte dabei weniger monothematisch agierenden Service-Providern als umfassenden Dienstleistern gehören, die Einrichtungen bei unterschiedlichen Online-Angeboten unterstützen. Umfangreiches Prozess-Knowhow ist dabei genauso wichtig wie das Wissen um Standards und Interoperabilität. Aus Sicht der Industrie bieten sich hier sowohl jungen, innovativen Unternehmen als auch etablierten Healthcare-IT-Spezialisten Chancen auf interessante neue Geschäftsfelder.

Über die conhIT – Connecting Healthcare IT
Die conhIT richtet sich an Entscheider in den IT-Abteilungen, im Management, der Medizin und Pflege, der Kassen und Selbstverwaltung sowie an Ärzte, Ärztenetze und Medizinische Versorgungszentren, die sich über die aktuellen Entwicklungen von IT im Gesundheitswesen informieren, Kontakte in der Branche knüpfen und sich auf hohem Niveau weiterbilden wollen. Als integrierte Gesamtveranstaltung mit Industrie-Messe, Kongress, Akademie und Networking-Events bündelt sie an drei Tagen die Angebote, die für die Branche attraktiv sind. Die conhIT, die 2008 vom Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e.V. als Branchentreff der Healthcare IT initiiert wurde und von der Messe Berlin organisiert wird, hat sich mit 359 Ausstellern und 6.495 Besuchern in 2014 zu Europas wichtigster Veranstaltung rund um IT im Gesundheitswesen entwickelt.

Die conhIT wird in Kooperation von den Branchenverbänden Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e. V., gmds (Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie) e. V., BVMI (Berufsverband Medizinischer Informatiker) e. V. sowie unter inhaltlicher Mitwirkung von KH-IT (Bundesverband der Krankenhaus-IT-Leiterinnen/Leiter) e. V. und ALKRZ (Arbeitskreis der Leiter der Klinischen Rechenzentren der Universitätskliniken Deutschland) gestaltet.

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Nuance und HIMSS Krankenhausstudie zeigt: Ärzte verschwenden im Durchschnitt 4 Stunden, Pflegekräfte knapp 3 Stunden täglich mit Dokumentation

München. Der finanzielle Druck der Krankenhäuser in Deutschland steigt immer weiter und der administrative Aufwand wird verschärft, wodurch für Pflegepersonal und Ärzte weniger Zeit bleibt, sich den Patienten zu widmen. Um den tatsächlichen Aufwand herauszufinden, hat HIMSS Europe im Auftrag von Nuance Healthcare eine Erhebung in deutschen Akutkrankenhäusern durchgeführt. Ziel der Studie ist es, Transparenz über das Volumen der Dokumentation zu schaffen und einen besseren Überblick zum Ressourceneinsatz zu gewinnen. Dabei wurde der Dokumentationsaufwand1 inklusive aller dabei anfallenden Abläufe beim Arzt bzw. Pflegepersonal im Verlauf eines Falles ermittelt, sowie das Einsparpotenzial durch die Verwendung IT-gestützter Lösungen berechnet.

Alle Befragten unterschätzten den tatsächlichen Dokumentationsaufwand. Der Gesamtaufwand für die Dokumentation beträgt im Ärztlichen Dienst 4 Stunden. Für Chefärzte ist die zeitliche Belastung mit 5,5 Stunden am höchsten. Der Pflegedienst benötigt täglich knapp 3 Stunden zur Dokumentation. Schichtwechselübergabe und Patientendatensuche dauern jeweils länger als 20 Minuten.

Auch die entstehenden Kosten zeigen deutlich, was der Dokumentationsaufwand bewirkt. 2013 hatten Personalkosten mit 53,8 Mrd. Euro einen Anteil von 61 Prozent an den Gesamtkosten der Krankenhäuser. Knapp 62 Prozent davon entfielen auf den Ärztlichen und Pflegedienst2. Dies sind knapp 26 Mio. Euro in einem 450 Bettenhaus. Davon werden 21 Prozent durch Dokumentation verursacht.

„Bisher gibt es nur sehr wenig quantitative Informationen über den tatsächlichen Zeit- und Kostenaufwand bei der Dokumentation“, erklärt Frank Fritzsche, Consultant bei HIMMS Europe. Die in drei Phasen gegliederte HIMSS Studie „Kennen Akutkrankenhäuser in Deutschland die Kosten ihrer Dokumentation?“ wurde von August 2014 bis Februar 2015 durchgeführt. Insgesamt nahmen rund 120 Ärzte und 109 Pflegekräfte unterschiedlicher Abteilungen, aus über 180 Krankenhäusern, an dieser Befragung teil.

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Krankenhäuser begrüßen Programm zur Infektionsbekämpfung

Berlin, 23. März 2015 – Zum Zehn-Punkte-Plan zur Bekämpfung von Infektionen erklärt der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum: „Die Krankenhäuser begrüßen, dass sich die Bundesregierung der Problematik intensiv annimmt und damit anerkennt, dass die Infektionsprophylaxe das Gesundheitswesen als Ganzes betrifft und nicht von den Krankenhäusern alleine gelöst werden kann. Auch ist aus Krankenhaussicht zu begrüßen, dass auf den Rückgang der MRSA-Infektionen hingewiesen wird.

Die Krankenhäuser haben in den letzten Jahren dazu massive Anstrengungen ergriffen. Nach wie vor problematisch ist allerdings die Verfügbarkeit von Hygienepersonal auf dem Arbeitsmarkt. Hier wäre wichtig, die Instrumente des Personalförderprogramms nachzujustieren, insbesondere dieses Programm zu verlängern und darauf hinzuwirken, dass die Krankenkassen den Krankenhäusern die Bewilligung von Fördermitteln weniger restriktiv gewähren. Ebenso notwendig wäre ein Investitionsförderprogramm, das gezielt baulich-räumliche und medizin-technische Ausstattungen zur Infektionsprophylaxe fördert.

Die Krankenhäuser stellen sich den Transparenzerwartungen der Patienten. Schon heute werden Hygieneindikatoren in den Krankenhausberichten veröffentlicht. Weitere sind durch G-BA-Beschlüsse auf den Weg in die zukünftigen Krankenhausberichte. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass in keinem Gesundheitswesen der Welt Infektionen vermeidbar sind, und dass die Grenzen zwischen vermeidbaren und nicht vermeidbaren Infektionen fließend sind. Die Informationen für die Patienten müssen so aufbereitet werden, dass es nicht zu Verunsicherungen kommt und die Kliniken nicht diskreditiert werden. Die risikoadjustierte Bewertung von Indikatoren ist bekanntlich eine höchst anspruchsvolle Aufgabe.

Die Krankenhäuser weisen ausdrücklich darauf hin, dass alle Patienten, die nach den Vorgaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bei Aufnahme in das Krankenhaus zu screenen sind, auch gescreent werden. Ausdrücklich zu begrüßen ist die Absicht, dass bei geplanten Krankenhausaufenthalten das Screening ausgeweitet werden soll. Dazu müssten allerdings die von G-BA beschlossenen Richtlinien, die die DKG bereits als absolut unzureichend kritisiert hatte, so geändert werden, dass eine deutliche Ausweitung der Screeningmöglichkeiten durch die niedergelassene Ärzte möglich wird.“

Kontakt:

Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG)
Bereich Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Wegelystraße 3
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Dagmar Vohburger
Tel.: 030 39801-1022/-1023
Sekretariat
Stephanie Gervers
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Ärzte in Nordrhein-Westfalen votieren für Einführung der Gesundheitskarte für Flüchtlinge

Düsseldorf 21.03.2015. Ärzte in Nordrhein-Westfalen votieren für Einführung der Gesundheitskarte für Flüchtlinge Düsseldorf – Die Ärztinnen und Ärzte im Rheinland begrüßen die Beratungen von Bund und Ländern über die Einführung einer Gesundheitskarte für nach Deutschland geflüchtete Menschen und fordern eine zügige Umsetzung des Vorhabens. In Bremen und Hamburg erhalten Flüchtlinge bereits eine solche Gesundheitskarte.

Auf ihrer Kammerversammlung sprachen sich die rheinischen Ärzte am Samstag (21. März) in Düsseldorf zudem für den Vorschlag der Landesgesundheitskonferenz aus, regionale Beratungsstellen aufzubauen: „Diese sollen für Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus und für Menschen mit ungeklärtem Versicherungsschutz die Kostenübernahme notwendiger Diagnostik und Behandlungen klären und gegebenenfalls auch über einen Hilfsfonds ermöglichen“, heißt es in einer Resolution.

Für Ärztinnen und Ärzte sowie Angehörige anderer Gesundheitsfachberufe, die Hilfe in internationalen Krisengebieten leisten, sei darüber hinaus eine gute Absicherung gegen Risiken notwendig, die sich aus dem Einsatz ergeben. Auch soll eine gute Vor- und Nachbereitung von Einsätzen ermöglicht werden.

Die Delegierten der Kammerversammlung dankten ihren Kolleginnen und Kollegen, die oft mit eigenen finanziellen Mitteln und hohem persönlichen Einsatz in Deutschland und weltweit Flüchtlinge versorgen, für ihr herausragendes Engagement.

Kontakt:

Ärztekammer Nordrhein
Pressesprecher Horst Schumacher
Tel.: 0211 / 43 02 2010 und 0172 / 212 07 24
Mail: pressestelle@aekno.de
Internet: www.aekno.de

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TK fordert generelle Tests auf Klinikkeime bei der Krankenhausaufnahme von Risikogruppen

Hamburg (ots) – Im Kampf gegen gefährliche multiresistente Klinikkeime hat die Techniker Krankenkasse (TK) einen generellen Test von Risikogruppen bei der Krankenhausaufnahme gefordert. “Bei planbaren Operationen können die Patienten dann vor der Aufnahme getestet und die Keime vor dem Krankenhausaufenthalt beseitigt werden”, sagt Bernd Beyrle, Leiter der Krankenhausversorgung bei der TK. “Die Kliniken müssen die Keime beseitigen, bevor sie den Betroffenen und weitere Patienten infiziert haben. Wir dürfen mit der Bekämpfung von multiresistenten Erregern nicht erst nach der Operation beginnen, wenn die Erreger in den Körper eingedrungen sind und die Wunde nicht heilt.” Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe will mit einem heute vorgestellten 10-Punkte-Plan gegen die auch als Klinikkeime bezeichneten multiresistenten Erreger (MRE) vorgehen.

Zu den MRE-Risikogruppen zählen beispielsweise Menschen mit einem Krankenhausaufenthalt im vergangenen Jahr, Menschen mit Kontakten zu Schweinemast-Betrieben, chronischer Pflegebedürftigkeit oder Kathetern sowie Dialysepatienten. Bei Notfällen müssen diese Patienten laut TK noch in der Notaufnahme auf die Keime kontrolliert und bei Bedarf isoliert werden. “Einige Kliniken haben bereits eindrucksvoll bewiesen, dass sie die Keime damit wirkungsvoll eindämmen konnten”, so Beyrle. “Natürlich kosten diese Tests zusätzliches Geld. Sie ersparen den Betroffenen allerdings Tausendfach unnötiges Leid und gleichzeitig teure Notfallbehandlungen.”

Über die Zahl der Infektionen streiten sich angesichts einer enormen Dunkelziffer die Experten. Das Bundesgesundheitsministerium geht davon aus, dass in Deutschland jährlich etwa 400.000 bis 600.000 Patienten an MRE erkranken und bis zu 15.000 Menschen daran sterben. Beyrle: “Wir brauchen dringend mehr Transparenz und eine genauere Dokumentation von solchen Infektionen.” Unter anderem müssten die Kliniken die Fälle in Zukunft zuverlässig und einheitlich melden. Bisher gebe es dabei einen zu großen Ermessensspielraum.

Außerdem müssten die Krankenhäuser genauer erfassen, welche Art von Erregern den Patienten befallen habe und wenn möglich, wo er mit ihm in Kontakt gekommen sei und auf welchem Weg er in den Körper des Patienten gelangt sei. “Ganz entscheidend ist auch die Information, ob der Patient den MRE bereits mit ins Krankenhaus gebracht hat oder ob er sich erst im Krankenhaus angesteckt hat”, sagt Beyrle. Außerdem sollten Kliniken, Pflegeheime, niedergelassene Ärzten und anderen ambulanten Leistungserbringer ihre Informationen über MRE-Infektionen austauschen.

Das komplette Positionspapier der Techniker Krankenkasse “Mehr Patientensicherheit durch verbesserte Hygiene im Krankenhaus” gibt es auf www.tk.de unter dem Webcode 698404.

Bei Rückfragen:

TK-Pressestelle
Michael Ihly
Tel:: 040 – 6909 2577
E-Mail: michael.ihly@tk.de
Internet: www.newsroom.tk.de und www.twitter.com/tk_presse

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Hyperthermie auf den 7. Warnemünder Tagen für Komplementärmedizin

Bei den 7. Warnemünder Tagen für Komplementärmedizin (17.-19.4.2015) diskutieren Mediziner aus Deutschland, der Schweiz und Österreich drei zentrale Themen: „Ernährung und Mikronährstoffe“, „Allergien“ und „ Rechtsfragen in der Komplementärmedizin“. Im Themenblock „Komplementärmedizin“ hält der Troisdorfer Hersteller von Systemen zur Hyperthermie /Oncothermie den „Besonderen Vortrag“ (Fr., 18.4. 2015, 12 Uhr). Das Thema: „Hyperthermie – Update 2015. Stand der in Deutschland einsetzbaren Systeme, Wirkungs- und Einsatzmöglichkeiten, Kostenerstattung und der Weg durch die Instanzen“. Referent ist der Chancenmanager Gesundheitsökonomie und Oncotherm-Repräsentant Jörg Rawolle.

Im Anschluss daran (13.45 Uhr) berichtet Dr. Frank Breitkreutz über „ Fallstricke in der komplementärmedizinischen Praxis und juristische Absicherung“. Der Berliner Medizinanwalt berät Anwender der Hyperthermie u.a. bei der Kostenerstattung durch Krankenkassen.

Die Warnemünder Tage (Technologiepark Rostock/Warnemünde, Friedrich-Barnewitz-Straße 5) werden veranstaltet vom Institut für Prävention und Gesundheitsförderung Mecklenburg-Vorpommern und der Arbeitsgemeinschaft für Naturheilkunde, Akupunktur, Umwelt- und Komplementärmedizin (NATUM) der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V.. Sie werden unterstützt von der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern. Themen u.a.: Orthomolekulare Therapie, Infusionstherapien, Mikronährstoffe, Probiotika, Schwermetallausleitung, Homöopathie, Phytotherapie, Oxygenation.

„In dieses Spektrum passt die Oncothermie als spezielle Form der Hyperthermie weil sie wie andere Therapien auch komplementärmedizinisch ausgerichtet ist. Wärmetherapie und Hyperthermie wollen nicht nur die Symptome etwa von Krebs bekämpfen. Sie zielen auch darauf ab, das Immunsystem des Menschen stärken, um im Ensemble mit anderen Therapieformen zu wirken. Dazu gehört auch, die Konstitution des Patienten zu unterstützen, wenn die Hyperthermie co-medikativ mit schulmedizinischer Stahlen- und Chemotherapie eingesetzt wird“, sagt Prof. Dr. András Szász, Begründer der Oncothermie. Bereits vor vier Jahren hatte Prof. Szász einen Vortag vor den Mitgliedern der „Gesundheitsregion Mecklenburg-Vorpommern“ gehalten. Eingeladen hatte Dr. Ronald Langner, der in Rostock seit 2006 eine Praxis hat und die Oncothermie einsetzt. „Damals war die die Hyperthermie fast noch Neuland. Heute  stellen wir  im Update bereits die neuesten Entwicklungen vor“, so Szász.

Die Oncothermie versteht sich als nicht gewebsverletzende Wärmebehandlung regionalbegrenzter Tumorarten. Dabei kombiniert sie Wärme mit Effekten elektrischer Felder. Chemo- und Strahlentherapien wirken intensiver in einem Gewebe, in dem die Durchblutung durch Überwärmung und höhere Eigentemperatur höher ist. Sie will nicht nur das Immunsystem steigern, sondern auch Krebszellen direkt attackieren, indem sie diese erhöhten Temperaturen aussetzt, um deren Reparaturfähigkeit zu mindern. Lokale Hyperthermie mit niedrig dosierter Chemotherapie stößt zunehmend in Europa und den USA im Rahmen einer integrativen Onkologie auf Akzeptanz, um die Schulmedizin zu erweitern.

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VdK: Weitere Nachbesserungen am Versorgungsstärkungsgesetz nötig

24. März 2015. „Es gibt zwar gute Ansätze im Gesetzentwurf, aber die geplante Strukturreform der medizinischen Versorgung hat weiter Nachbesserungsbedarf. Das erklärte Ziel der Bundesregierung, eine bedarfsgerechte, flächendeckende und gut erreichbare medizinische Versorgung der Patienten auf hohem Niveau sicherzustellen, wird durch die geplanten Maßnahmen leider nicht erreicht“, erklärt Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland. Hintergrund der Kritik ist die morgige Anhörung des Ausschusses für Gesundheit zum Gesetzentwurf der Bundesregierung.

Ein Fortschritt für Patienten seien die gesetzlichen Klarstellungen beim Krankengeld, die der VdK seit langem gefordert hat. „Endlich wird die Versorgungslücke beim Krankengeldbezug geschlossen“, so Mascher. Bisher hatten Patienten, die etwa im Anschluss an einen Klinikaufenthalt am Wochenende arbeitsunfähig blieben, Probleme. Das hatte für Betroffene fatale Auswirkungen, weil sie aus dem Krankengeldbezug herausfielen. Versicherte sollen nun zukünftig den Anspruch auf Krankengeld behalten, soweit die Arbeitsunfähigkeitsfolgebescheinigung am nächsten Arbeitstag, der ein Werktag ist, ausgestellt wird. Krankenhäusern wird zudem die Möglichkeit eingeräumt, Arbeitsunfähigkeit zu bescheinigen. „Es fehlt aber immer noch die Möglichkeit, rückwirkend krankzuschreiben. Dadurch verlieren jedes Jahr viele Menschen ihren Anspruch auf Krankengeld“, kritisiert die VdK-Präsidentin.

Ein weiterer Punkt im Versorgungsstärkungsgesetz umfasst die Einrichtung von sogenannten Terminservicestellen. Patienten mit einer Überweisung sollen binnen einer Woche einen Termin beim Facharzt erhalten. Die maximale Wartezeit darf vier Wochen betragen. „Die Ursache des Problems wird damit nicht behoben. Solange es für Ärzte lukrativer ist, Privatpatienten zu behandeln, werden gesetzlich Versicherte benachteiligt bleiben“, so die VdK-Präsidentin. Deshalb fordert der VdK eine einheitliche Gebührenordnung für ambulante Ärzte und eine bessere Kontrolle der Individuellen Gesundheitsleistungen.

Der VdK begrüßt, dass die zahnmedizinische Versorgung für Menschen mit Behinderung und Pflegebedürftige verbessert werden soll. „Wegen ihrer mehrfachen Erkrankungen und eingeschränkten Mobilität haben sie häufig Transportprobleme und einen hohen Bedarf an fachärztlicher Versorgung in ihrem Pflegeheim oder im eigenen Zuhause“, sagt Mascher.

Das Gesetz sieht auch vor, den Zugang zur medizinischen Versorgung für Menschen mit Behinderung zu verbessern. „Das darf keine unverbindliche Absichtserklärung bleiben, sondern muss im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention in die Tat umgesetzt werden“, so die VdK-Präsidentin. Wichtig seien beispielsweise Fördermöglichkeiten für den Umbau bestehender Praxen. „Immer noch ist die Mehrheit der Arztpraxen nicht barrierefrei“, betont Mascher.

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