Montag, März 16th, 2015

 

Tagungsrückblick: Demenz Forum Berlin 2015 unterstützt Netzwerkarbeit vor Ort

Das Demenz Forum Berlin 2015 thematisierte die Rehabilitation und Entlastung der Angehörigen von Menschen mit Demenz. Darüber informierten sich in der Landesvertretung von Schleswig-Holstein 70 Akteure aus Pflege, Medizin, Beratung und Politik. Als Pionier der psychosomatischen Rehabilitation für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz fördert Veranstalter Alzheimer Therapiezentrum Ratzeburg die interdisziplinäre Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch der unterschiedlichen Akteure und Mittler im Umfeld von Demenzbetroffenen. 

Das Alzheimer Therapiezentrum Ratzeburg hat in Berlin Mitarbeiter von Pflegestützpunkten, Behörden, Pflegeanbietern und Vertreter von Krankenkassen sowie niedergelassene Mediziner und ehrenamtliche Helfer zum Demenz Forum Berlin eingeladen. In die schleswig-holsteinische Landesvertretung waren rund 70 hochmotivierte Teilnehmer gekommen, darunter Regina Kraushaar vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und Bezirksbürgermeister Dr. Christian Hanke. Sie alle wurden begrüßt von Michael Stark, dem Geschäftsführer der Röpersberg-Gruppe Ratzeburg, der das Alzheimer Therapiezentrum als Fachabteilung der Röpersbergklinik angehört.

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Regina Kraushaar, Bundesministerium für Gesundheit

Regina Kraushaar, im BMG zuständig für Pflegesicherung und Prävention, lobte in ihrem Grußwort die Innovationsfreude der Gastgeber aus dem nur 240 Kilometer entfernten Ratzeburg und betonte die Bedeutung von richtungsweisenden Rehabilitationsangeboten wie im Alzheimer Therapiezentrum Ratzeburg  für die Entwicklung bundesweiter gesundheitspolitischer Vorhaben. Bezirksbürgermeister Dr. Christian Hanke freute sich über die große Zahl engagierter Akteure vor Ort, die dieses Angebot zu Austausch von Praxiswissen und Netzwerkarbeit wahrgenommen hatten.

Die Sinne schärfen, um pflegende Angehörige zu identifizieren

Die Referentenrunde eröffnete die Hamburger Soziologin Dr. Hanneli Döhner mit einer Präsentation von Studien der vergangenen Jahre zu pflegenden Angehörigen. Die anschließende Diskussion ergab folgendes Bild: Verwandte oder Partner, die sich tagtäglich um ein Familienmitglied mit Demenz kümmern, sehen sich erfahrungsgemäß selbst kaum als pflegende Angehörige. Bis zur Diagnosestellung Demenz kompensieren sie bereits längere Zeit die schwindenden Fähigkeiten der Betroffenen und wachsen so unmerklich in diese Rolle hinein. Dies führte zur Frage: Wie lassen sich dann die Betroffenen in ihrer häuslichen Pflegesituation eigentlich identifizieren?

Eine Teilantwort dazu gab Sylvia Kern, die Geschäftsführerin der Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg e.V. im zweiten Vortrag: Ihrer Erfahrung nach werde der pflegende Angehörige besser erkannt, wenn er selbst einen anderen Hausarzt habe als der von Demenz Betroffene – was bei Ehepaaren oftmals aber nicht der Fall sei. Deshalb unterstützt sie mit ihren Handlungsempfehlungen „Beipackzettel: Diagnose Demenz“ vor allem Hausärzte darin, „einen gelingenden Dialog mit Betroffenen und ihren Angehörigen zu führen, wenn sie die Diagnose Demenz vermitteln müssen“.

Diesen Unterstützungsgedanken nahm der Chefarzt des Alzheimer Therapiezentrums, Synan Al-Hashimy gerne auf, denn sein interdisziplinäres Therapeutenteam hat ein mehrteiliges Infopaket zusammengestellt, das es Ärzten und Pflegeberatern erleichtert, pflegende Angehörige für ihre eigene Belastungssituation zu sensibilisieren und sie vom Nutzen einer Rehabilitation zu überzeugen. Er erlebt bei den Menschen, die einen Demenzbetroffenen versorgen, vor allem eines: „Sie würden niemals ohne ihren Schützling zur Reha kommen und können in den ersten sieben bis zehn Tagen auch kaum ‚loslassen‘ von der Sorge um ihn, obwohl dieser im gleichen Gebäudekomplex besonders gut von uns betreut wird. Aber wenn sie nach drei bis vier Wochen wieder nach Hause gehen, dann sehen sie z.B. Tagespflege als eine wirksame Entlastungsmöglichkeit.“

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Demenz Forum Berlin 2015 am 27. Februar in der Schleswig-Holsteinischen Landesvertretung

Der Erfolg des Reha-Konzepts mit Mitnahmeoption für Menschen mit Demenz (RATZEBURGER MODELL) habe alle überrascht und im dritten Jahr nach dem Start zu kaum akzeptablen sechs Monaten Wartezeit geführt. „Am 1. August 2015 wird deshalb ein Erweiterungsbau mit einer Aufstockung auf 30 Rehabilitationsplätze sowie 26 Betreuungsplätze für demente Begleitpersonen eröffnet“, kündigte Al-Hashimy an.

Aufgabe der Angehörigen: Verständnisvolle Begleitung auf einer Reise weg vom Verstand

Einen besonders wohlwollenden Blick auf Menschen mit Demenz und ihre Begleiter richtete Diplom-Pädagoge und Altersexperte Erich Schützendorf. Er empfahl: „Wer pflegt, muss sich selber pflegen.“ Augenzwinkernd und mit rheinländischem Humor schilderte er dann typische Situationen im Betreuungsalltag und plädierte für gelassenere Formen des Umgangs mit Menschen, die sich „auf eine Reise weg vom Verstand machen und dafür verständnisvolle Begleitung brauchen“.

Das Team des Veranstalters Alzheimer Therapiezentrum Ratzeburg freute sich über die durchweg positive Resonanz der Teilnehmer beim Demenz Forum Berlin 2015. “Viele Teilnehmer haben offenbar einen neuen Blick auf die Situation der informell Pflegenden gewonnen: Wie man sie identifizieren kann, aber auch, welche Möglichkeiten es gibt, sie für Entlastungs-, Auszeit- und Rehabilitationsangebote zu gewinnen. Denn das bleibt nach wie vor eine große Herausforderung“, so Organisatorin Janett Deckert.

Über das Alzheimer Therapiezentrum Ratzeburg:

Im Alzheimer Therapiezentrum Ratzeburg erhalten pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz eine stationäre psychosomatische Rehabilitationsbehandlung. Auf Wunsch können sie ihren demenzkranken Angehörigen mitbringen.

Die psychosomatische Rehabilitationsbehandlung stärkt und stabilisiert pflegende Angehörige psychisch und körperlich. Sie werden informiert über alle Aspekte einer Demenz und motiviert, ambulante Entlastungsangebote anzunehmen. Ein post-stationäres Weiterbehandlungskonzept beinhaltet auch Versorgungsaspekte des demenzkranken Angehörigen. Unter diesen Voraussetzungen kann die häusliche Pflegesituation länger aufrechterhalten werden.

Das Alzheimer Therapiezentrum ist eine Fachabteilung der Rehabilitationseinrichtung Röpersbergklinik, einem der neun Geschäftsbereiche der Röpersberg-Gruppe Ratzeburg.
Mehr Informationen unter: www.alzheimertherapiezentrum.de  www.roepersbergklinik.de  www.roepersberg.de

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NeuroRehabilitation für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen – Das TagesTrainingsZentrum Oschatz stellt sich vor

Oschatz – Das TagesTrainingsZentrum (TTZ) der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) im nordsächsischen Oschatz beteiligt sich auch in diesem Jahr wieder an der brainWEEK. Die Aktionswoche lenkt die Aufmerksamkeit auf die Situation von Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen. Am 28. März 2015 gewährt das TTZ im Rahmen eines Tages der offenen Tür von 13 bis 17 Uhr Einblicke in seine Arbeit. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr das Thema gesundes Arbeiten – ein Ziel, von dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen profitieren. Präsentiert wird die Ausstellung „Für unsere Arbeit brauchen wir…“ der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga).

Die Gesundheit – das körperliche, geistige und psychische Wohlergehen – ist das wertvollste Gut des Menschen. Nicht nur für den Einzelnen, auch für die Gesellschaft und die wirtschaftliche Kraft eines Unternehmens ist Gesundheit von zentralem Wert. Welche Bedingungen es braucht, um auch in stressigen Zeiten gesund und gut zu arbeiten, beleuchtet die Plakatausstellung der Initiative Gesundheit und Arbeit. Das TTZ in der Lutherstraße 20 in Oschatz bietet am 28. März 2015 einen Rahmen, um zu diesem wichtigen Thema ins Gespräch zu kommen, Impulse zu geben und Erfahrungen auszutauschen.

Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen
Zudem bildet die Veranstaltung den Auftakt für ein neues Angebot für Menschen mit erworbener Hirnschädigung im Raum Sachsen: der Stammtisch KOPFSACHE bietet Betroffenen eine Plattform, persönliche Erfahrungen mit anderen Betroffenen auszutauschen sowie Anknüpfungspunkte und Zeit für gemeinsame Unternehmungen zu finden. Das TTZ Oschatz möchte dieses Angebot gemeinsam mit anderen Standorten der FAW zukünftig auch in Sachsen etablieren und veranstaltet den ersten Stammtisch KOPFSACHE als offene Gesprächsrunde bei Kaffee und Kuchen im Rahmen des Tages der offenen Tür am 28. März 2015 von 13 – 17 Uhr.
Ins Leben gerufen wurde der Stammtisch KOPFSACHE im Frühjahr 2012 in Zusammenarbeit der FAW Jena mit der Unfallkasse Thüringen. Aktuell ist er im Bereich des Kompetenzzentrums Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen in Mitteldeutschland im Raum Thüringen angesiedelt und hat bisher sieben Mal stattgefunden.

Ein Rundgang durch die verschiedenen Trainingsbereiche des TTZ Oschatz (alltagspraktisch, fachpraktisch, kognitiv, sozial) wird Einblicke in Inhalte und Besonderheiten der Arbeit mit den Klienten gewähren. Deren Ziel ist neben der (Re-)Integration ins Arbeitsleben stets die Aktivierung eigener Kompetenzen und Potenziale, um ein Maximum an Autonomie zurückzuerlangen.

Das integrative Zentrum öffnet jährlich im Rahmen der brainWEEK, der Aktionswoche des Gehirns, seine Pforten für Interessierte, Betroffene und deren Angehörige sowie Partner aus der Praxis und lädt zum gemeinsamen Austausch ein.


Das TTZ Oschatz begleitet seit 2008 als eigenständige Spezialeinrichtung der Neurorehabilitation Menschen mit erworbener Hirnschädigung nach Schlaganfall, Hirnblutung, Unfall etc. In einem auf die individuelle Ausgangssituation wie auch Zielstellung ausgerichteten Trainingsprogramm werden in drei Stufen alltags- und berufspraktische Fertigkeiten eingeübt, realistische Arbeits- bzw. Ausbildungsbereiche gefunden und die (Re-)Integration in die berufliche Praxis durch praktische Erprobungen in Unternehmen vorbereitet sowie beratend und unterstützend begleitet.

Die Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gemeinnützige GmbH ist als Bildungs- und Personaldienstleister mit 33 Akademien und über 150 Außenstellen in zwölf Bundesländern aktiv. Sie setzt sich intensiv dafür ein, Arbeitslosen und von Arbeitslosigkeit bedrohten Menschen neue Perspektiven zu schaffen oder Arbeitnehmern den beruflichen Aufstieg zu ermöglichen. Im Vordergrund steht das Lernen in der beruflichen Praxis – möglichst wohnortnah und individuell.
Ein Schwerpunkt der Arbeit der FAW liegt auf der erfolgreichen Integration von Menschen mit Behinderung und von Rehabilitanden in die Arbeitswelt. Erfolgreich widmet sich die FAW seit vielen Jahren der Jugendförderung und -bildung.
Eine wichtige Aufgabe der FAW ist die Integration von Langzeitarbeitslosen. Für Menschen, die derzeit keine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt haben, schafft sie in Integrationsbetrieben und -projekten die Möglichkeit zu Beschäftigung und Qualifizierung.
Mit gezielter Fort- und Weiterbildung, Sprachkursen und Fernlehrgängen unterstützt die FAW gGmbH Arbeitnehmer in ihrer beruflichen Entwicklung. Bildungskompetenz und enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft ermöglichen passgenaue und nachhaltige Vermittlung.
Arbeitgeber profitieren von einer kompetenten Beratung u.a. in Fragen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements sowie zu Eingliederungshilfen für benachteiligte Arbeitnehmer.

Weitere Informationen unter: http://www.faw.de/standorte/oschatz-ttz/

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Hedwig François-Kettner erhält als engagierte Streiterin für die Interessen von Patientinnen und Patienten hohe Auszeichnung

Für die Verbesserung der Pflege und die Sicherheit der Patientinnen und Patienten steht Hedwig François-Kettner wie kaum jemand anderes in Deutschland. Für ihr außergewöhnliches Engagement und ihren überragenden Beitrag zur Verbesserung der Qualität im Gesundheitswesen wurde sie vom Bundespräsidenten mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Der Senator für Gesundheit und Soziales Mario Czaja hat ihr die hohe Auszeichnung im Rahmen des Deutschen Pflegetages 2015 im Flughafengebäude Berlin-Tempelhof feierlich überreicht.

Als langjährige Pflegedirektorin der Charité und in unzähligen ehrenamtlichen Funktionen hat Frau François-Kettner die Pflege von Menschen innerhalb und außerhalb von Kliniken maßgeblich mitgeprägt. Sie war eine der jüngsten Pflegedirektorinnen Deutschlands als sie 1983 Leiterin des Pflegedienstes am ehemaligen Universitätsklinikum Steglitz wurde. Nach der Fusion der Universitätskliniken in Berlin im Jahr 2003 übernahm sie als Pflegedirektorin der Charité Berlin die Verantwortung für 4.100 Pflegekräfte. Auf ihre Initiative geht die Gründung des Verbandes der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der deutschen Universitätskliniken zurück. Sie wirkte in vielen Gremien mit, wie im Präsidium des Deutschen Pflegerats und im Lenkungsausschuss des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege.

Gesundheitssenator Mario Czaja würdigte das lebenslange Engagement von Hedwig François-Kettner über ihre prägende berufliche Tätigkeit hinaus. „Die gelernte Krankenschwester hat sich frühzeitig und stets offensiv eingemischt, immer mit dem Ziel, die Qualität in der Pflege zu verbessern. Dabei hatte sie stets die Interessen der Pflegenden im Auge, vor allem aber ging es ihr um die Sicherheit der Patientinnen und Patienten. Ob in Fachgremien, mit der Beteiligung an konkreten Aktionen, Veröffentlichungen und als Lehrende setzt sich Frau François-Kettner bis heute äußerst engagiert und erfolgreich für eine sichere Gesundheitsversorgung ein. Ihr ist es mit zu verdanken, dass die Qualität in der Pflege in Deutschland spürbar verbessert werden konnte. Sie hat ihr ganzes Leben der Verbesserung der Situation kranker und zu pflegenden Menschen gewidmet. Dafür gebührt ihr großer Dank und höchste Anerkennung“, so Senator Mario Czaja.

Kontakt:
Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales Berlin
Oranienstraße 106
10969 Berlin
Pressesprecherin
Constance Frey
Tel.: 030 9028-1135
E-Mail: pressestelle@sengs.berlin.de

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Deutscher Pflegepreis: Hohe Auszeichnung für Ministerpräsidentin Malu Dreyer

Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat in Berlin den Deutschen Pflegepreis entgegengenommen. Mit der Preisverleihung würdigte der Deutsche Pflegerat die langjährigen Verdienste von Malu Dreyer um die Pflege. Sie habe sich in vielfacher Weise für die Pflege und die Berufsangehörigen der Pflege eingesetzt. In ihrer Arbeit als Ministerin habe sie Meilensteine gesetzt, heißt es in der Begründung für die Auszeichnung.

„Pflege findet vor allem zuhause, in der Familie statt. Der demografische Wandel wird dazu führen, dass immer mehr Menschen auf Pflege und Betreuung angewiesen sind. Wir brauchen deshalb zukünftig einen guten Mix aus Familie, Freunden, Nachbarn und Ehrenamtlichen, die Menschen pflegen – und die von gut ausgebildeten Pflegefachkräften angeleitet, unterstützt und begleitet werden“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Pflege habe in den vergangenen 15 Jahren stark an Selbstbewusstsein gewonnen. Die Pflegeberufe seien ein immer anspruchsvollerer Beruf geworden. Pflege habe zudem begonnen, ihre eigenen wissenschaftlichen Wurzeln zu entwickeln. Ministerpräsidentin Malu Dreyer: „Die Pflegewissenschaft ist Teil der akademischen Community geworden, und ihre Ergebnisse stärken das Selbstbewusstsein der Pflege. Akademische Pflege ist aber kein Selbstzweck, sie darf die Orientierung an den praktischen Aufgaben des Pflegens nicht verlieren.“

Die Ministerpräsidentin erinnerte daran, dass sie Im Jahr 2002 als Sozialministerin von Rheinland-Pfalz die Initiative „Menschen pflegen“ gestartet habe. „Seitdem steht das stetige Verbessern der Lebenssituation von pflegebedürftigen Menschen und ihren Angehörigen ebenso im Mittelpunkt unserer Politik wie die Verbesserung der Arbeitssituation der Pflegekräfte“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Ihr dringender Wunsch sei es, die Pflegeausbildung auf neue Füße zu stellen. „Wir benötigen auf Bundesebene zügig eine gute Reform der Pflegeausbildung, um zu einer generalistischen Pflegeausbildung mit Schwerpunktsetzungen zu kommen. Und wir brauchen ergänzend eine akademische Pflegeausbildung, die dual gestaltet und praxisorientiert ist. Mit einer solchen Reform werden wir den Pflegeberuf attraktiver machen“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Rheinland-Pfalz habe als erstes Bundesland zum 1. Januar 2015 eine Pflegekammer errichtet und damit der Pflege endlich eine starke und unüberhörbare Stimme verliehen.
Ministerpräsidentin Malu Dreyer: „Mit dem verliehenen Preis fühle ich mich darin bestätigt, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Herzlichen Dank dafür.“

Kontakt:

Pressestelle der Landesregierung
Monika Fuhr
Sprecherin der Landesregierung
Staatskanzlei
Peter-Altmeier-Allee 1
55116 Mainz
Tel.: +49 (6131) 16 – 0
E-Mail: pressestelle@stk.rlp.de

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Neue Investitionsinitiative des Bundes: apoBank regt Mittelbereitstellung auch für das deutsche Gesundheitswesen an

Akteure des Gesundheitswesens diskutieren Zukunftsfragen auf dem apoForum am 10. März 2015 in Düsseldorf ▪ apoBank-Vorstandsmitglied Ulrich Sommer: Sicherstellung der Versorgungsstrukturen sollte im jüngsten Regierungsprogramm Berücksichtigung finden

Düsseldorf. Rund 100 gesundheits- und standespolitische Vertreter haben auf dem diesjährigen apoForum der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank) in Düsseldorf am 10. März 2015 perspektivische Lösungsansätze für das deutsche Gesundheitswesen diskutiert. Vorstandsmitglied Ulrich Sommer nutzte das Forum für eine Stellungnahme zur jüngsten Investitionsoffensive der Bundesregierung: “Leider berücksichtigt das vorliegende Zehn-Milliarden-Euro-Investitionsprogramm bislang die dringlichen Fragestellungen der Gesundheitsversorgung in keiner Weise.” Gleichzeitig, so Sommer, stünden Erhalt und Ausbau der wohnortnahen, qualitätsvollen medizinischen Versorgung in Deutschland vor großen infrastrukturellen Herausforderungen: Die deutsche Gesellschaft wird immer älter, immer weniger und immer urbaner. “Insbesondere für die Weiterentwicklung ambulanter Versorgungsangebote und den Aufbau einer Infrastruktur der Internetmedizin würden daher die Mittel dieser Investitionsinitiative neue Chancen und Wege eröffnen.”

Dr. Markus Müschenich, Kinderarzt und Unternehmer, unterstrich den Bedarf nach finanziellen Impulsen für den Ausbau der “gesundheitsassoziierten Infrastruktur” und der Internetmedizin: “Es muss ein Anliegen der Bundesregierung sein, für eine solide und moderne medizinische Versorgung der Gesellschaft zu sorgen, denn das ist die Basis für eine gesunde Volkswirtschaft.” In seinem Impulsvortrag wies er auf Defizite in der Digitalisierung der medizinischen Versorgung hin.

In weiteren Statements äußerten sich zu den aktuellen Gesetzesvorhaben im Gesundheitswesen vonseiten der Politik Ingrid Fischbach, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, sowie vonseiten der Standesorganisationen Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender Kassenärztliche Bundesvereinigung und Dr. Wolfgang Eßer, Vorstandsvorsitzender Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung. Sowohl Gassen wie auch Matthias Mohrmann, Vorstand der AOK Rheinland/Hamburg, unterstrichen die Rolle der ambulanten medizinischen Versorgung als tragende Säule des deutschen Gesundheitswesens. Dr. Thomas Drabinski vom Institut für Mikrodaten-Analyse veranschaulichte in seinem Vortrag, welche zentrale Herausforderung die demografische Entwicklung darstellt.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Ulrich Langenberg, Geschäftsführer der Ärztekammer Nordrhein, und Georg Heßbrügge, Bereichsleiter Gesundheitsmärkte und -politik bei der apoBank. Das apoForum ist ein Dialog- und Netzwerktreffen, das die apoBank mit Unterstützung von Novartis organisiert und ausrichtet.

Pressekontakt:

Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG
Richard-Oskar-Mattern-Straße 6
40547 Düsseldorf
Pressesprecherin Claudia Finke
Tel.: +49 211 5998 432
E-Mail: claudia.finke@apobank.de

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Augsburg ist drei Tage lang Deutschlands Reha-Hauptstadt

Deutsche Rentenversicherung Bund

DRVBund2Augsburg. Experten sehen in psychischen Störungen die wichtigste Herausforderung für die Gesundheitsversorgung des 21. Jahrhunderts. “Die wachsende Bedeutung von psychischen Erkrankungen lässt sich sowohl an unseren Rehabilitations- und Rentenstatistiken als auch an den Arbeitsunfähigkeitszeiten ablesen”, so Gundula Rossbach, Direktorin bei der Deutschen Rentenversicherung Bund, beim 24. Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium. Das Kolloquium findet vom 16. bis 18. März in Augsburg zum Thema “Psychische Störungen – Herausforderungen für Prävention und Rehabilitation” statt.

Roßbach betonte, dass die Rehabilitation der Rentenversicherung ein wirksames und unverzichtbares Therapieangebot für psychisch erkrankte Versicherte sei. Zahlreiche Wirksamkeitsstudien belegten ihren Erfolg. Um eine nachhaltige berufliche Wiedereingliederung der Betroffenen zu erreichen, müssten nicht nur die medizinischen Behandlungen besser koordiniert, sondern auch die Arbeitgeber stärker eingebunden werden. Deshalb setze sich die Deutsche Rentenversicherung intensiv dafür ein, die Verzahnung zwischen den Akteuren in diesem Bereich weiter zu stärken, so Roßbach. Zudem biete die Rentenversicherung betriebsnahe Präventionsprogramme an, um Beschäftigte und Arbeitgeber beim Umgang mit psychischen Belastungen zu unterstützen.

Bernd Schön, Geschäftsführer der Deutschen Rentenversicherung Schwaben, wies darauf hin, dass sich die Deutsche Rentenversicherung Schwaben schon sehr früh mit den psychischen Erkrankungen befasst habe: “Seit 1986 werden in unserer Klinik Buching psychosomatische Erkrankungen behandelt. Damals waren wir in Bayern die psychosomatischen Pioniere.” Heute hätten die psychosomatischen Erkrankungen den gleichen Stellenwert wie die klassischen Indikationen – etwa Orthopädie. Zahlen belegten die erhebliche Bedeutung: 2013 wurden von der Rentenversicherung insgesamt rund 140.000 Rehabilitationsmaßnahmen wegen psychischer Erkrankungen erbracht; das sind 17 Prozent aller stationären Reha-Leistungen.

“Psychische Störungen in Deutschland – Ausmaß und Größe des Problems” waren Gegenstand des Eröffnungsvortrags von Professor Dr. Hans-Ulrich Wittchen, TU Dresden, einem der führenden Wissenschaftler auf diesem Gebiet. Nach den Daten der DEGS-Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland seien jedes Jahr über 27 Prozent der Bevölkerung von mindestens einer psychischen Störung betroffen. Mehr als zwei Drittel von ihnen hätten mehrere Diagnosen. Am häufigsten seien bei Frauen Angst-, bei Männern Alkoholstörungen. Wittchen wies weiter darauf hin, dass in Europa insgesamt rund 165 Millionen Menschen unter einer psychischen Störung litten. Es gebe aber zumindest einen Lichtblick: Insgesamt sei die Häufigkeit psychischer Störungen im Vergleich zum Jahr 1990 europaweit nicht gestiegen. Und eine erfolgreiche Behandlung beziehungsweise Rehabilitation sorge für Arbeitsfähigkeit.

Über das Reha-Kolloquium in Augsburg

Noch bis zum 18. März erörtern rund 1.500 Wissenschaftler, Ärzte, Psychologen und Therapeuten die Frage, wie Rehabilitation und Prävention dazu beitragen können, Menschen in der anspruchsvollen modernen Arbeitswelt ein gesundes Arbeiten zu ermöglichen. Die Deutsche Rentenversicherung Bund, die Deutsche Rentenversicherung Schwaben und die Deutsche Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften veranstalten das Kolloquium gemeinsam. Veranstaltungsort ist die Messe Augsburg, Am Messezentrum 5, 86159 Augsburg. Weitere Informationen gibt es unter www.reha-kolloquium.de im Internet.

Pressekontakt:

Dr. Dirk von der Heide
Telefon 030 865-89178, Telefax 030 865-27379
dirk.heide@drv-bund.de

Ingrid Högel
Telefon 0821 500-1588, Telefax 0821 500-1608
ingrid.hoegel@drv-schwaben.de

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